Inhaltsverzeichnis
Seite
A Inhaltsverzeichnis 1
1 Das kreative Milieu - was kann man sich darunter vorstellen? 2
2 Das kreative Milieu als Standortfaktor - Motor im regionalen Wirtschaftsraum 3
2.1 Abgrenzung - Einfaches und kreatives Milieu 3
2.2 Eine Frage des Milieus - Was macht das kreative Milieu so interessant? 4
2.3 Probleme und Risiken - Das kreative Milieu in der Zwickmühle? 6
3 Fazit: Das kreative Milieu als Standortfaktor: Ist es denn nun einer? 6
B Literaturverzeichnis 7
B.1 Anhang - Abbildungen (anstelle eines extra Abbildungsverzeichnisses) 9
1
1 Das kreative Milieu - was kann man sich darunter vorstellen?
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem kreativen oder auch innovativen Milieu als Standortfaktor. Um zu verstehen, weshalb dies überhaupt als ein Standortfaktor angesehen werden kann, ist es von Bedeutung zu Beginn zumindest grob zu wissen, wie der Begriff „kreatives Milieu“ in der Literatur verwendet wird. Deshalb möchte ich mit einer einführenden knappen Erläuterung beginnen: Der Begriff „kreatives Milieu“ ist kein gewachsener historisch begründeter Ausdruck, seine Wurzeln reichen noch nicht allzu weit in die Vergangenheit zurück. Er wurde erst 1984 durch die GREMI (Groupe de Recherche Européen sur les Milieux Innovateurs) im Zuge von Untersuchungen „externer Einflüsse“ und deren Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen geprägt (vgl. KULKE ²2006: 117) - obwohl die „Problematik“ schon vor den 1980ern erkannt wurde. Die GREMI hat sich der Erforschung der Entstehung, der Vor- und Nachteile sowie der Bedeutung einer solchen Umgebung, eines solchen Milieus verpflichtet. Nun, was sind externe Einflüsse? Diese Frage stellt man sich berechtigterweise, kann sie aber zugleich folgendermaßen beantworten: „Für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen [ist] auch eine stimulierende politische und soziale Atmosphäre erforderlich (FROMHOLD-EISEBITH 1995: 30)“. Diese Aussage umschreibt den Begriff „kreatives Milieu“ schon ziemlich guteine stimulierende Atmosphäre oder Umgebung; noch genauer: z.B. die Vernetzung vorhandener Institutionen zur Erschaffung von Synergieeffekten als Anreiz für neue Unternehmensansiedlung (vgl. FROMHOLD-EISEBITH 1995: 30-31).
Die obige „Definition“ hilft zu erkennen, daß das Vorhandensein eines kreativen Milieus in der Tat als ein Standortfaktor angesehen werden kann. Man kann sich nun einen Eindruck verschaffen, worum es sich bei innovativen Milieus handelt und welche (zentrale) Rolle sie im Gefüge der Standortfaktoren einnehmen. Damit einher stellt sich für mich die Frage: Wieso wirkt sich das Vorhandensein eines kreativen Milieus auf den Entscheidungsprozess beliebiger Unternehmen für die Standortwahl aus? Einfacher: Warum kann man gerade von „Standortfaktor kreatives Milieu“ sprechen? Mit dieser Fragestellung möchte ich mich in meiner Hausarbeit auseinandersetzen, es ist meine Absicht sie zu erörtern und abschließend befriedigend zu beantworten. Dafür gehe ich im folgenden Kapitel näher auf die Vorteile eines kreativen Milieus ein, umschreibe noch einmal genauer, was ein kreatives Milieu alles ausmacht und zeige wichtige Merkmale auf. Wichtige Probleme kreativer Milieus werden ebenfalls dargelegt, bevor ich zu guter letzt mit einem begründeten Fazit schließen werde.
2
2 Das kreative Milieu als Standortfaktor - Motor im regionalen Wirtschaftsraum 2.1. Abgrenzung - Einfaches und kreatives Milieu
Milieu ist nicht gleich Milieu. Auf den ersten Blick einfach nur eine Floskel, doch steckt tatsächlich mehr dahinter. Warum darf man so etwas behaupten? Milieus sind kleinere Netze in einem größeren Wirtschaftsraum, meist durch spezielle Gründe wie z.B. Synergieeffekte, Agglomerationsvorteile, familiäre Beziehungen usw. zusammengehörige Unternehmensgemeinschaften, welche teils eigenständig sind und teils aber auch miteinander kommunizieren bzw. zusammenarbeiten. In der Mehrzahl der Fälle sind sie eingebettet in ein übergeordnetes Netzwerk, z.B. dem ihrigen Absatzmarkt. Die Vielzahl der möglichen (Innovations-)Netzwerk- und Milieukombinationen, Verflechtungen untereinander, ist sehr hoch und teilweise sehr komplex (s. Abb.2 - Anhang), man spricht auch von Clustern; es bilden sich aber gerade so kollektive Lernprozesse heraus, durch den täglichen Umgang miteinander bedingt, die die Wettbewerbsfähigkeit des Milieus steigern (vgl. SAUTTER 2004: 67). Einfache Milieus erfüllen meist alle die formellen Bedingungen für eine innovative Regionalentwicklung: z.B. ein genügendes Angebot an unternehmensorientierten Dienstleistungen, Vorhandensein von forschenden Hochschulen oder Einrichtungen, „venture capital“ (Wagniskapital), gute Infrastruktur, regionalpolitische Förderung und hohe Lebensqualität (vgl. MALECKI 1991). All dies macht ein einfaches Milieu jedoch noch nicht zwangsläufig „kreativ“. Eine klare Trennung zwischen einfach und kreativ gibt es strenggenommen auch nicht, denn beide Milieus unterscheiden sich eigentlich nicht, nur in einem Punkt - der macht aber den entscheidenden Unterschied aus: in einem innovativen Milieu arbeiten Unternehmen mit den ansässigen Forschungseinrichtungen, Behörden etc. eng zusammen und man bildet untereinander ein Informationsnetzwerk, man lernt voneinander, man tauscht sich aus, man „kennt sich“, hier fließt ein „Sie“ schnell mal in ein „Du“ über. Gerade hier liegt das große Potential eines kreativen Milieus (vgl. BUTZIN 2000: 153). In einem einfachen Milieu fehlt dieser „emotionale“ Ansatz meist vollständig, Geschäftspartner sind Geschäftspartner, Kollegen eben Kollegen und Freunde sind Freunde, (klare) Trennung von Beruf und Privatem, das „Mit- und Untereinander“ in dieser speziellen innovativen Form fehlt. Jedoch bieten Regionen mit (einfachen) Milieus bessere Voraussetzungen für die Kreativität als solche ohne Milieu. Ein kreatives Milieu ist räumlich abgrenzbar, die Grenze wird hier jedoch nicht raumplanerisch gezogen, sondern sie variiert ständig und hängt von den Bekanntschaftsverhältnissen der verschiedenen Akteure (z.B. der Unternehmensinhaber und der Behördenvorsteher) ab. Überspitzt: Löst sich also eine Freundschaft zweier Unternehmer auf, so wird auch das kreative Milieu kleiner - zumindest verringert sich das innovative Potential des Milieus. Der mentale Zusammenhalt ist ein wichtiger Faktor eines innovativen Milieus.
3
Arbeit zitieren:
Christian Benner, 2007, Das kreative Milieu als Standortfaktor, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das kreative Milieu: Konzeptionelle Grundlagen und Beispiele aus Europ...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Die Authentica „Habita“ Friedrich Barbarossas von 1155/58 – Ihre Ents...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Identität & Stadtmarketing - Eine netzwerktheoretische Formulierun...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Bachelorarbeit, 62 Seiten
Grundlagen und Ansatzpunkte des Place Branding
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 26 Seiten
Kulturtourismus - Möglichkeiten der Imagemodifizierung
am Beispiel der europäischen K...
Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften
Hausarbeit, 22 Seiten
Kulturelle Leuchttürme und ihre Bedeutung
Potentiale und Risiken einer I...
Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
Hausarbeit, 29 Seiten
Kultur als Wirtschafts- und Standortfaktor, Stadtmarketing
Kulturmanagement
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Essay, 22 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Fremdenverkehrsgeographie
Referat / Aufsatz (Schule), 25 Seiten
Christian Benner hat den Text Das kreative Milieu als Standortfaktor veröffentlicht
Christian Benner hat einen neuen Text hochgeladen
IFRS für Venture Capital-Gesellschaften
Definition, Problemanalyse und...
Tobias Wagner, Hans C. Brauweiler
Finanzieren mit Venture Capital und Private Equity
Grundlagen für Investoren, Fin...
Michael Schefczyk
A Vision for Venture Capital in Switzerland...and Europe - The Over-Ar...
Alfred Scheidegger
Theorie der staatlichen Venture Capital-Politik
Begründungsansätze, Wirkungen ...
Ekkehardt Anton Bauer
0 Kommentare