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Grammatikalisierung in den Kreolsprachen

Titel: Grammatikalisierung in den Kreolsprachen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 23 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Cezary Bazydlo (Autor:in)

Romanistik - Weitere Sprachen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Bedeutung der Grammatikalisierung für die Herausbildung von Kreolsprachen darzustellen, die Unterschiede zur klassischen Grammatikalisierung, wie sie in Sprachen mit einer längeren Geschichte stattfindet, aufzuzeigen, und andere an der Kreolisierung beteiligte Prozesse zu skizzieren. Im ersten Abschnitt werden die Grundlagen dargestellt – eine kurze Definition des Terminus Grammatikalisierung und eine ausführliche Schilderung des Kreolisierungsprozesses. Im zweiten Abschnitt soll Grammatikalisierung als Vorgang dargestellt werden, der an der Kreolisierung maßgeblich beteiligt ist: Besonderheiten und Funktion der Grammatikalisierung im Kreolisierungsprozess werden ebenso besprochen, wie andere Faktoren, die bei der Kreolisierung eine Rolle spielen (Substrateinflüsse) bzw. spielen könnten (grammatische Universalien). Im dritten Abschnitt schließlich sind konkrete Beispiele für die zuvor besprochenen Phänomene zu finden – die in diesem Teil bei der Notation verwendeten Abkürzungen werden im Folgenden aufgelöst: [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlagen

1.1. Grammatikalisierung

1.2. Pidgin- und Kreolsprachen

2. Grammatikalisierung als Teilprozess der Kreolisierung

2.1. Besonderheiten der Grammatikalisierung in den Kreolsprachen

2.2. Universalien

2.3. Substrateinflüsse

3. Fallbeispiele

3.1. Kreolisierung im Verlauf – Tok Pisin

3.2. Grammatikalisierung des englischen futurum proximum in drei englisch-basierenden Kreolsprachen

3.3. Substrateinwirkung – komplexe lokative Präpositionalphrasen im Sranan

Resümee

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Grammatikalisierung bei der Entstehung von Kreolsprachen. Dabei wird analysiert, inwiefern sich diese Prozesse von einer klassischen Grammatikalisierung in anderen Sprachen unterscheiden und welche Rolle Substrateinflüsse sowie Universalien bei der Herausbildung neuer Sprachsysteme spielen.

  • Grundlagen der Grammatikalisierung und Definition von Pidgin- sowie Kreolsprachen
  • Grammatikalisierung als maßgeblicher Faktor im Kreolisierungsprozess
  • Die Bedeutung von Universalien und Substrateinflüssen für die Sprachstruktur
  • Detaillierte Analyse anhand von Fallbeispielen wie Tok Pisin und Sranan

Auszug aus dem Buch

3.3. Substrateinwirkung – komplexe lokative Präpositionalphrasen im Sranan

Sranan hat aus seinem Lexifizierer (Englisch) kaum echte lokative Präpositionen übernommen – die wenigen einfachen Präpositionen in dieser Sprache sind alle anderer Herkunft. Statt dessen verfügt sie über komplexe Gebilde, die man am besten als Präpositionalphrasen beschreiben kann, die funktional jedoch selbst Präpositionen sind (sekundäre Präpositionen). Sie bestehen aus einer sehr allgemeinen lokativen Präposition na und einem quasi-nominalen Teil, der die genaue Lage angibt. Manche dieser quasi-nominalen Adjunkte waren ursprünglich Nomina, die eine abstrakte Lage oder einen Körperteil bezeichneten und auch selbständig vorkommen konnten. Bei anderen handelt es sich um adaptierte englische Präpositionen, die im Sranan nur in Verbindung mit na vorkommen können. Die gesamte Konstruktion kann sich auf die gleiche Art und Weise mit selbständigen, freien Nomina verbinden, wie es einfache Präpositionen im Englischen oder im Deutschen tun (Tabelle 4 enthält eine Übersicht).

Eine weitere Besonderheit dieser Gebilde ist die Tatsache, dass sie auch adverbial gebraucht werden (Beispiele nach Boretzky 1983, S. 198):

(6) go na tapu

gehen LOK Oberseite

"hinauf gehen"

(7) tigri d na baka

Tiger sein LOK Hinten, Hinterseite

"der Tiger ist hinten"

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Grammatikalisierung bei der Entstehung von Kreolsprachen zu beleuchten und beteiligte Prozesse zu skizzieren.

1. Grundlagen: Es werden die begrifflichen Voraussetzungen geschaffen, indem Grammatikalisierung als diachroner Wandelprozess definiert und die Merkmale von Pidgin- und Kreolsprachen erläutert werden.

2. Grammatikalisierung als Teilprozess der Kreolisierung: Das Kapitel untersucht, wie sich die Grammatikalisierung spezifisch in Kreolsprachen äußert und welche Rolle externe Faktoren wie Substrateinflüsse oder universelle Prinzipien spielen.

3. Fallbeispiele: Anhand konkreter Sprachbeispiele wie Tok Pisin, verschiedenen englisch-basierenden Kreols und Sranan werden die theoretischen Annahmen zur Grammatikalisierung und Substrateinwirkung praktisch demonstriert.

Resümee: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Bedeutung der Grammatikalisierung für die Entstehung eigenständiger Sprachsysteme abschließend bewertet.

Schlüsselwörter

Grammatikalisierung, Kreolsprachen, Pidginsprachen, Kreolisierung, Substrateinflüsse, Universalien, Sprachwandel, Lexifizierer, Tok Pisin, Sranan, Syntax, Morphologie, Sprachkontakt, Diachronie, Sprachsystem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Grammatikalisierung für die Herausbildung von Kreolsprachen und analysiert, wie diese sich von klassischen Wandelprozessen unterscheiden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen des Sprachwandels, der Prozess der Kreolisierung sowie der Einfluss von Substratsprachen und universalgrammatischen Prinzipien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Unterschiede zur klassischen Grammatikalisierung aufzuzeigen und andere an der Kreolisierung beteiligte Prozesse sowie deren Auswirkungen auf die Sprachstruktur darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse unter Einbeziehung linguistischer Modelle, die durch konkrete Fallbeispiele und historische Sprachdaten illustriert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung der Grammatikalisierung in Kreolsprachen und die praktische Analyse spezifischer Phänomene in Sprachen wie Tok Pisin und Sranan.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Grammatikalisierung, Kreolisierung, Substrateinflüsse, Sprachwandel und die Analyse spezifischer Kreolsprachen wie Tok Pisin und Sranan.

Wie unterscheidet sich die Grammatikalisierung in Kreolsprachen von der in anderen Sprachen?

Die Grammatikalisierung in Kreolsprachen ist oft auf einen kurzen Zeitraum komprimiert und wird stark von den Substratsprachen beeinflusst, statt rein systemintern zu verlaufen.

Was zeigen die Fallbeispiele zur Entwicklung im Sranan?

Die Beispiele zeigen, dass komplexe lokative Präpositionalphrasen im Sranan nicht allein systemintern entstanden, sondern maßgeblich durch westafrikanische Substrateinwirkungen geprägt wurden.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grammatikalisierung in den Kreolsprachen
Hochschule
Universität Konstanz  (Fachbereich Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Grammatikalisierung
Note
1,5
Autor
Cezary Bazydlo (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V12461
ISBN (eBook)
9783638183413
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grammatikalisierung Kreolsprachen Seminar Grammatikalisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cezary Bazydlo (Autor:in), 2002, Grammatikalisierung in den Kreolsprachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12461
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Leseprobe aus  23  Seiten
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