Technische Universität München
Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung S.3
II. Die Megacity São Paulo und seine Armenviertel S.4
1. Die Entwicklung São Paulos zu einer Megacity S.4
2. Die Entstehung der Armenviertel S.5
3. Vier Typen von illegalen Wohnquartieren in São Paulo S.7
3.1 Cortiços S.7
3.2 Loteamentos Clandestinos S.7
3.3 Favelas S.8
3.4 Ocupações Coletivas de Terra S.10
4. Staatliche Programme zur Förderung von Armenviertel S.11
III. Fazit S.14
Abbildungsverzeichnis S.15
Literaturverzeichnis S.16
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I. Einleitung
Die hier vorliegende Arbeit befasst sich mit den Notbehelfssiedlungen der größten Stadt Brasiliens, São Paulo, die gleichzeitig auch eine Megacity ist. Es wird versucht aufzuzeigen, unter welchen Umständen große Teile der armen, städtischen Bevölkerung hier leben und wohnen müssen.
Dabei wird zuerst auf die geschichtliche, wirtschaftliche und stadtplanerische Entwicklung der Stadt eingegangen, um so zu erklären, wie die bevölkerungsstarken und vom wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Leben ausgegrenzten Armenviertel entstanden sind.
In einem späteren Punkt werden die verschiedenen Formen von Marginalsiedlungen dargestellt, um sich ein Bild von den Lebensverhältnissen der Bewohner zu machen. Am Ende der Arbeit werde ich noch staatliche Förderprogramme aus der heutigen Zeit für diese Notbehelfssiedlungen erläutern, um die Bemühungen des brasilianischen Staates darzustellen, dieses enorme soziale und damit auch stadtplanerische Problem zu verbessern bzw. zu beheben.
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II. Die Megacity São Paulo und seine Armenviertel
1. Die Entwicklung São Paulos zu einer Megacity
Mit knapp 19 Millionen Einwohnern ist São Paulo heute nach Tokio und Mexiko-City die drittgrößte städtische Agglomeration der Erde (Bantel 2004 S.118).
São Paulo liegt im Südosten Brasiliens, auf 23,5° südlicher Breite (südlicher Wendekreis) und 46,5° westlicher Länge.
Abb.1: Karte von Brasilien mit der Hauptstadt Brasilia und der Megacity São Paulo Die Fläche des Munizip São Paulo beträgt 1509 km² und hat eine Einwohnerdichte von ca. 7500 Ew./ km² (Greiner 1992 S.41).
Die Geschichte der Stadt reicht bis ins Jahr 1554 zurück. Gegründet durch Jesuiten, war São Paulo ein Camp zur Erkundung des unerforschten brasilianischen Hinterlandes. Ab 1870 bewirkten dann der Kaffeeboom, die Abschaffung der Sklaverei im Jahre 1888 (Roggenbuck 1993 S.118) und die einsetzende Industrialisierung ein in hohem Maße unkontrolliertes Bevölkerungs- und ein damit verbundenes Stadtwachstum (Bantel 2004 S.118). Um die Jahrhundertwende lag die jährliche Bevölkerungszunahme bei 14%, dafür waren vor allem Immigranten aus dem armen Nordostens Brasiliens, die in São Paulo auf einen Industriearbeitsplatz hofften, bzw. Immigranten aus Europa verantwortlich. In den 1930er
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Jahren überschritt die Stadt die Eine- Million- Einwohner- Grenze (Bähr, J. & Wehrhahn, R. 2001 S. 252/253). Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts verdreifachte sich die Einwohnerzahl ungefähr alle 20 Jahre: 1940 hatte São Paulo 1,6 Millionen Einwohner, 1960 4,7 Millionen und 1980 12,6 Millionen (Bantel 2004 S.119). Heute hat die Stadt ca. 19 Millionen Einwohner, allerdings schwanken die Angaben in der Literatur zwischen 17 und 24 Millionen, was auf die unterschiedliche Abgrenzung des Stadtgebietes und die hohe Zahl an illegalen Bewohnern zurückzuführen ist.
Auf Grund dieser großen Einwohnerzahl gilt São Paulo auch seit langem als eine Megacity. Je nach Definition leben in solchen Megacities mehr als fünf, acht oder zehn Millionen Einwohner. Manchmal wird auch noch ein Mindestwert der Bevölkerungsdichte von 2000 Ew./ km² gefordert und auch eine monozentrische Stadtstruktur muss gegeben sein (Kraas 2001 S.17). Ein relativ neuer Begriff ist in letzter Zeit in der Literatur aufgetaucht: die Hyperstadt. Hyperstädte haben eine Bevölkerung, die 20 Millionen Einwohner und mehr beträgt (Davis 2006 S.5). São Paulo stellt in absehbarer Zeit - je nach Literaturquelle auch schon heute - eine dieser Hyperstädte dar.
2. Die Entstehung der Armenviertel
Abb.2: Favela Morumbi in São Paulo
„Wenn die Stadt São Paulo Augen besäße und sie sich in einem großen Spiegel anschaute, würde sie das gebrochene und erschreckende Bild ihrer Ungleichheit sehen. Aber ihre beiden
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Arbeit zitieren:
Diplomand Rasso Bernhard, 2007, Die Megacity Sao Paulo und seine Armenviertel, München, GRIN Verlag GmbH
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