Inhaltsverzeichnis
1 Die Bedeutung Thomas Hobbes und seines Hauptwerkes „Leviathan“ 3
2 Thomas Hobbes Leviathan und die Internationalen Beziehungen: 4
2.1 Thomas Hobbes: Leviathan und die Denkansätze 4
2.1.1 Die Hintergründe zu Leviathan 4
2.1.2 Hobbes Menschenbild 4
2.1.3 Hobbes Vorstellungen des Naturzustands 6
2.1.4 Die Naturgesetze 7
2.1.5 Der Vertrag und der Staat 8
2.2 Thomas Hobbes in den Internationalen Beziehungen 9
2.2.1 Internationale Beziehungen im Leviathan 9
2.2.2 Hobbes Grenzen der Macht und ihre Auswirkungen auf die Internationalen
Beziehungen 9
2.2.3 Anarchie in den Internationalen Beziehungen 10
2.2.4 Hobbes Annahmen in den Theorien der Klassiker der Internationalen
Beziehungen 10
3 Durch den Leviathan zum Klassiker 12
4 Literaturverzeichnis: 13
1
1 Die Bedeutung Thomas Hobbes‘ und seines Hauptwerkes „Leviathan“ Thomas Hobbes wird in der Literatur unbestritten als einer der wichtigsten Autoren der politischen Philosophie der Neuzeit und der politischen Moderne bezeichnet. 1 Neben Machiavelli gilt er als Begründer der neuzeitlichen Politischen Wissenschaft. Sein revolutionäres und an der Natur orientiertes Denken über den Menschen, das Recht und die Politik und die daraus resultierende politische Wissenschaft waren im 17. Jahrhundert etwas Neues und Unbekanntes, was zur Folge hatte, dass seine Denkweise nicht überall anerkannt und akzeptiert wurde.
Aber obwohl schon im Jahre 1651 erschienen, hat sein Leviathan und die Aussagen die er darin tätigt, auch heute noch große Bedeutung und Aktualität. Fragen der Herrschaftslegitimation, des Naturrechts und des politischen Individuums müssen immer wieder neu gestellt und beantwortet werden. Zitate aus seinen Werken wie der „[...]Krieg eines jeden gegen jeden“(Fetscher: Thomas Hobbes Leviathan,S.96) und „Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen“(Geismann: Hobbes über die Freiheit,S.41) sind fast jedem bekannt. Obwohl diese Sätze nicht unbedingt direkt aus Thomas Hobbes‘ Feder stammen, werden sie doch immer wieder mit ihm verbunden und in seinem Zusammenhang gebraucht. 2 In dieser Arbeit soll neben den politischen und anthropologischen Denkansätzen Hobbes‘ Einfluss auf die Internationalen Beziehungen betrachtet werden. Thomas Hobbes wurde durch seinen Leviathan nicht nur zu einem der wichtigsten Autoren der politischen Philosophie der Neuzeit, sondern auch zu einem der wichtigsten Autoren für die Internationalen Beziehungen und die großen Theorien dieser Disziplin.
Obwohl die eigenständige Disziplin der Internationale Beziehungen noch vergleichsweise jung ist, wurde über Internationalen Beziehungen schon in der Antike geschrieben. So gehört Thukydides‘ Geschichte des Peloponnesischen Krieges ebenso zu den wichtigen Werken der Internationalen Beziehungen wie Hans Morgenthaus Politics Among Nations: The Struggle for Power and Peace oder Kenneth Waltz‘ Theory of International Politics und noch einige weitere große Werke und Theorien auf die im Laufe dieser Arbeit noch eingegangen wird. Thomas Hobbes muss mit seinem Leviathan ebenso zu den oben genannten „Klassikern der Internationalen Beziehungen“ dazu gezählt werden. Der Einfluss des Leviathan auf die Internationalen Beziehungen wird nicht nur am politischen Realismus deutlich. Einzelne Denkmodelle der Hobbes‘schen Philosophie tauchen immer wieder in unterschiedlicher Form
1 Vgl. Kersting, Wolfgang(Hg): Thomas Hobbes, Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines bürgerlichen und
kirchlichen Staates; Berlin, Akad.Verl., 1996, (Klassiker Auslegen; Bd.5), S.1.
2 Vgl. Ottmann, Henning: Von Machiavelli bis zu den großen Revolutionen (Teilband 1) in: Geschichte des
politischen Denkens(Band 3),Stuttgart/Weimar, Verlag J.B.Metzler, 2006, S.265.
in den einzelnen Theorien der unterschiedlichsten Autoren auf. Welche Aspekte des Leviathan in den Internationalen Beziehungen eine Rolle spielen und wie sie die Internationalen Beziehungen beeinflusst haben, wird im Folgenden dieser Arbeit betrachtet. Dazu ist es notwendig Hobbes‘ Leben und seine Denkansätze zuerst genauer zu betrachten. Deshalb beginnt diese Arbeit mit den Hintergründen und den Grundzügen seiner Philosophie und im Anschluss daran wird auf die Internationalen Beziehungen eingegangen.
2 Thomas Hobbes‘ Leviathan und die Internationalen Beziehungen:
2.1 Thomas Hobbes: Leviathan und die Denkansätze
2.1.1 Die Hintergründe zu Leviathan
Um Thomas Hobbes‘ Leviathan verstehen zu können, muss man auch die Hintergründe der Entstehung dieses Werkes kennen. Das Werk Leviathan entsteht zu einer Zeit des Umbruchs in England. Das 17. Jahrhundert in England ist bestimmt vom Konflikt zwischen König und dem Parlament, ebenso wie vom Streit zwischen den Konfessionen. So herrscht zwischen 1642 und 1649 ein konfessioneller Bürgerkrieg. Im Anschluss daran, nach dem Sturz des Königs, herrscht das Parlament in den Jahren von 1649 bis 1660.
Der Leviathan erscheint zu einer Zeit als der herrschende König schon geköpft war und England von Oliver Cromwell und der Armee beherrscht wurde. Hobbes begibt sich in jener Zeit ins Exil, weil die Unsicherheit in England für ihn zu groß geworden war. Er hatte sich für die Monarchie als bessere Herrschaftsform- gegenüber der Demokratie- ausgesprochen, womit er sich viele und mächtige Feinde gemacht hatte.
Schon allein diese wenigen Punkte aus den historischen Gegebenheiten seiner Zeit und aus seinem Lebenslauf machen deutlich, dass Hobbes nicht verstanden werden kann, wenn seine Biographie außer Acht gelassen wird. Die Entwicklung seines Menschenbildes, auf das im folgenden Abschnitt eingegangen wird, und die Favorisierung der Monarchie muss immer in diesem Kontext gesehen werden. 3
2.1.2 Hobbes‘ Menschenbild
Nach Hobbes zeichnen sich die Menschen zuerst dadurch aus, dass sie sich sehr gleichen. Die Natur hat die Menschen so geschaffen, dass sie in körperlicher und geistiger Weise sehr ähnlich sind. Auch wenn der Eine oder Andere etwas stärker oder klüger ist, sind sie doch so ähnlich, dass nicht einer Etwas beanspruchen könnte was der Andere nicht auch beanspruchen kann. Der Stärkere kann durch List oder durch ein Bündnis von Schwächeren immer durch
3 Vgl. Ottmann, Henning: Von Machiavelli bis zu den großen Revolutionen, S. 266- 268.
Arbeit zitieren:
Florian Semler, 2008, Thomas Hobbes Leviathan, München, GRIN Verlag GmbH
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