Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Finanzierungsform Leasing, die als Alternative zum Kauf für Existenzgründer eine interessante Rolle spielen könnte. Die letzten Jahrzehnte sind durch eine unglaublich große Expansion des Leasinggeschäfts gekennzeichnet worden, sowohl im Privatbereich als auch im Wirtschaftsleben. Aber was macht Leasing so ansprechend und attraktiv? Ziel dieser Arbeit ist es ein Überblick über das Leasing-Konzept zu geben – der Begriff des Leasings und seine geschichtlichen Gründe werden zunächst erklärt; es werden die verschiedenen Facetten und Ausprägungen des Leasings betrachtet, die umstrittene Rechtsnatur des Vertrages vorgestellt und eine Zusammenfassung der allgemeinen Vor- und Nachteile, die Leasing aufweist, geschildert. Anschließend wird auf die für Existenzgründer sehr wichtige Frage eingegangen – „Leasing oder Kauf?“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entwicklung und Definition des Leasings
2.1 Entstehung und aktueller Stand des Leasingmodells
2.2 Erläuterung des Leasingbegriffs
2.3 Abgrenzung zum Kauf und Miete
3 Arten von Leasingverträgen
3.1 Operating- und Finanzierungsleasing
3.2 Voll- und Teilamortisationsverträge
3.3 Mobilien- und Immobilienleasing, sonstige Vertragsformen
4 Rechtliche Einordnung des Leasingvertrags
4.1 Leasing im Zivilrecht
4.2 Leasing im Steuerrecht
4.2.1 Wirtschaftliches Eigentum
4.2.2 Zurechnung zum Leasinggeber
4.2.3 Zurechnung zum Leasingnehmer
5 Besonderheiten des Leasinggeschäfts
5.1 Vertragsabschluss
5.2 Die Leasing-AGB
5.3 Umsatzsteuerpflicht bei Vertragsbeendigung
5.4 Leasing im Insolvenzrecht
6 Leasing – Pro und Contra
6.1 Vorteile
6.2 Nachteile
7 Leasing oder Kauf für Existenzgründer
8 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Finanzierungsform Leasing als Alternative zum Kauf, insbesondere unter Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse von Existenzgründern. Im Zentrum steht die Analyse der Vor- und Nachteile beider Finanzierungsoptionen, um Gründern eine Entscheidungshilfe für ihren individuellen Kapitalbedarf und ihre Wachstumsstrategie zu bieten.
- Grundlagen des Leasing-Konzepts und historische Entwicklung
- Rechtliche und steuerliche Einordnung von Leasingverträgen
- Differenzierung der verschiedenen Leasingarten und -modelle
- Analyse der Leasing-Spezifika wie Bilanzneutralität und Amortisation
- Gegenüberstellung von Leasing und Kauf für Neuunternehmer
Auszug aus dem Buch
3.1 Operating- und Finanzierungsleasing
Im Sinne von §§ 535 BGB ist der Operatingleasingvertrag von Rechtsnatur ein atypischer Mietvertrag. Operatingleasing kann als Alternative zur Überbrückung von Engpässen in der Produktion oder im Vertrieb gesehen werden – somit dient er der Absatzförderung. Kennzeichnend für diese Vertragsart sind drei Merkmale – die Mietdauer, der Träger des wirtschaftlichen Risikos und die Service- und Wartungsleistungen, die in der Regel vom Leasinggeber zur Verfügung gestellt werden.
Die Mietdauer eines solchen Vertrages nimmt nur einen kleinen Teil der Gesamtnutzungskapazität des Wirtschaftsgutes in Anspruch, d.h. es wird entweder eine kurze Zeitspanne oder kurze Kündigungsfrist vereinbart. So muss der Leasinggeber das Leasingobjekt mehrmals vergeben, um seine Investitionskosten zu decken und einen Gewinn zu erzielen, d.h. beim Operatingleasing ist nicht von Vollamortisation des Leasinggutes im Rahmen eines Vertragsschlusses auszugehen. Daher ist diese Vertragsform auch für besonders marktgängige Objekte geeignet.
Aufgrund der Kurzfristigkeit des Operatingleasings ist auch der Leasinggeber der Träger des mit dem Wirtschaftsgut verbundenen Risikos. Wie bei einem regulären Mietvertrag verbleibt die Gefahr des Diebstahls, des zufälligen Untergangs und vor allem der Überalterung bei dem Leasinggeber.
Eine Überlassung der Ansprüche aus dem Kaufvertrag findet nicht statt, deshalb ist die Instandhaltung des Leasinggegenstandes meistens, wie im Mietrecht geregelt, vom Leasinggeber zu sichern. Der Leasinggeber bietet Wartungs- und Serviceleistungen an, da er das Wirtschaftsgut in einem möglichst besten Zustand weitervermieten möchte.
In der Literatur wird Operatingleasing auch negativ von dem Finanzierungsvertrag abgegrenzt – falls ein Leasingvertrag vorliegt, der aber kein Finanzierungsleasing darstellt, wird er den Operatingleasingverträgen zugeordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung ordnet Leasing als Sonderform der Fremdfinanzierung ein und skizziert die Relevanz der Untersuchung für Existenzgründer.
2 Entwicklung und Definition des Leasings: Das Kapitel erläutert die geschichtliche Entstehung, definiert den Begriff des Leasings und grenzt diesen von klassischen Miet- und Kaufverträgen ab.
3 Arten von Leasingverträgen: Hier werden verschiedene Vertragstypen wie Operating- und Finanzierungsleasing sowie Voll- und Teilamortisationsverträge detailliert vorgestellt.
4 Rechtliche Einordnung des Leasingvertrags: Dieses Kapitel behandelt die komplexe zivil- und steuerrechtliche Einordnung sowie die Kriterien der Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums.
5 Besonderheiten des Leasinggeschäfts: Dieser Abschnitt widmet sich praktischen Aspekten wie dem Vertragsabschluss, der AGB-Kontrolle, umsatzsteuerlichen Fragen und den Auswirkungen des Insolvenzrechts.
6 Leasing – Pro und Contra: Hier werden die allgemeinen Vor- und Nachteile von Leasing für Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf Bilanzneutralität und Flexibilität, diskutiert.
7 Leasing oder Kauf für Existenzgründer: Dieses Kapitel analysiert spezifisch die Entscheidungssituation für Gründer zwischen dem Kauf und dem Leasing unter Berücksichtigung ihrer Kapitalstruktur.
8 Schlusswort: Das Kapitel fasst das Potenzial des Leasings zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung.
Schlüsselwörter
Leasing, Kauf, Existenzgründer, Finanzierung, Betriebsausgaben, Bilanzneutralität, Vollamortisation, Teilamortisation, Operatingleasing, Finanzierungsleasing, Leasingraten, Steuerrecht, Insolvenzrecht, Investitionsgüter, Liquiditätsschonung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entscheidungssituation zwischen Leasing und Kauf als Finanzierungsform für Existenzgründer.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Einordnung, steuerlichen Behandlung, den verschiedenen Vertragsarten und einer Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über das Leasing-Konzept zu geben und Gründern Entscheidungshilfen für die Wahl ihrer Unternehmensfinanzierung zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Auswertung einschlägiger Bestimmungen und Marktdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Leasing, die Einordnung in das Zivil- und Steuerrecht, spezielle Vertragsarten sowie eine kritische Pro- und Contra-Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Leasing, Kauf, Existenzgründer, Bilanzneutralität, Amortisation und betriebliche Finanzierung.
Welche Bedeutung hat die Bilanzneutralität beim Leasing für Existenzgründer?
Die Bilanzneutralität erlaubt es, das Leasingobjekt nicht in der Bilanz auszuweisen, was die Eigenkapitalquote schont und die Bonität des Unternehmens für weitere Kredite positiv beeinflussen kann.
Wie wirkt sich die Insolvenz eines Leasingnehmers auf den Leasinggeber aus?
Nach der Neuregelung des § 21 Abs. 2 Nr. 5 InsO kann der Leasinggeber in bestimmten Fällen nicht mehr sofort über sein Eigentum verfügen, was zu einer möglichen Verteuerung des Leasings führt, da das Risiko des Leasinggebers steigt.
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- Veselina Milanova (Autor), 2008, Leasing oder Kauf? Pro und Contra, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124781