Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Alkohol 6
2.1 Geschichte des Alkoholkonsums 6
2.2 Stellenwert des Alkohols 7
2.3 Wirkungsweise des Alkohols 8
2.4 Psychische Abhängigkeit 10
2.5 Körperliche Abhängigkeit 10
2.6 Alkoholikertypen 11
a )Alpha-Alkoholiker 11
b )Beta-Alkoholiker 12
c )Gamma-Alkoholiker 12
d )Delta-Alkoholiker 13
e )Epsilon-Alkoholiker 14
2.7 Verlauf des Alkoholismus 14
2.8 Folgen des Alkoholismus 16
2.8.1 Körperliche Folgen 16
2.8.2 Delirium Tremens 17
2.8.3 Veränderungen im Verhalten 18
2.8.4 Soziale und familiäre Folgen 18
3. Die Jugend 20
3.1 Kennzeichen der Jugendphase 20
a )Die Pubertät 20
b ) Die Adoleszenz 21
c )Die Postadoleszenz 22
3.2 Aufgaben an den Jugendlichen 22
3.3 Bewältigung und Probleme der Jugendphase 24
3.4 Einflüsse von außerhalb 26
3.4.1 Bedeutung von Gleichaltrigengruppen 27
3.4.2 Bedeutung von Medien 27
4. Jugendliche und Alkohol 29
4.1 Was ist Alkoholmissbrauch? 29
4.2 Jugendalkoholismus 29
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4.3 Gesetzliche Regelungen zum jugendlichen Alkoholkonsum 30
4.4 Typologie des Jugendalkoholkonsums 31
4.5 Trinkmotive von Jugendlichen 33
4.6 Einflüsse von Außerhalb 34
4.6.1 Einfluss der Eltern 35
4.6.2 Einfluss von Gleichaltrigen 36
4.6.3 Einfluss der Schule/Ausbildung 37
4.6.4 Einfluss der Werbung 37
5. Zusammenfassung 39
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1. Einleitung
Im Rahmen meines Grundpraktikums in der stationären Psychiatrie besuchte ich zweimal wöchentlich ein Alkoholikergruppe, an der sowohl trockene, wie auch in stationärer Behandlung befindliche, Alkoholiker teilnahmen. Schon damals berührten mich Fälle, in denen Jugendliche kaum älter als 18 Jahren sich bereits zum wiederholten Mal einer Alkoholentziehung unterzogen. In unserer Gesellschaft hält sich das Bild des männlichen Erwachsenen, der aus der sozialen Unterschicht stammt und alkoholabhängig ist, hartnäckig 1 . Doch diese Krankheit kommt nicht erst im Erwachsenenstatus in der sozialen Unterschicht zum Vorschein. Sie kann bereits junge Menschen aller Sozialschichten betreffen. Diesen Fakt möchte ich in meiner Arbeit stärkre verdeutlichen.
Ich gehe im ersten Teil meiner Arbeit zunächst auf die Droge Alkohol genauer ein, da diese in unserer Gesellschaft einen besonderen Stellenwert inne hat. Auch für die Tätigkeit des Sozialpädagogen halte ich es für wichtig grundlegende Kenntnisse über die Krankheit Alkoholabhängigkeit zu besitzen. Ich beginne mit der Geschichte des Alkoholkonsum, gehe näher auf den Stellenwert des Alkohols ein und erkläre die Folgen und den Verlauf der Alkoholabhängigkeit.
Im zweiten Teil möchte ich versuchen die besondere Bedeutung der Jugendphase im Lebensverlauf eines Menschen heraus zu arbeiten. Ich erläutere zunächst die Kennzeichen dieser Lebensphase, und gehe danach auf die Entwicklungsaufgaben und die damit verbundenen Bewältigungsprobleme ein. Auch den Einfluss der peer- groups und der Medien auf die Sozialisation des Jugendlichen möchte ich in diesem Kapitel beleuchten.
Im dritten Teil möchte ich danach die Aspekte der Droge Alkohol mit der Entwicklung von Jugendlichen in Zusammenhang bringen. Ich gehe dort auf die Begriffe des ,Missbrauchs’ und des, Jugendalkoholismus’ ein, nenne Trinkmotive von Jugendlichen und möchte hier den Einflüsse der Außenwelt auf die ,Alkoholsozialisation’ von Jugendlichen betrachten.
1 In meiner Arbeit werde ich bewusst aus die weibliche Form der Beschreibungen des Trinkers, Alkoholabhängigen u.a. verzichten. Dies erfolgt weniger auf der Grundlage, dass ein Großteil der Alkoholiker männlich sind, als allein um die Lesbarkeit der Arbeit zu verbessern.
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Auf die Nennung von sozialpädagogischen Interventionsmöglichkeiten in Form von Präventions- oder Therapiemöglichkeiten habe ich in meiner Arbeit verzichtet. Diese Felder der Suchtarbeit sind so weitläufig, dass sie eigenständig das Thema einer solchen Arbeit sein könnten. Eine umfassende Betrachtung dieser Aufgaben an Sozialpädagogen würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem überschreiten.
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2. Alkohol
2.1 Geschichte des Alkoholkonsums
Bereits mehrere tausend Jahre vor Christus wird Alkohol in den Geschichtsaufzeichnungen erwähnt. Bier ist das älteste alkoholische Getränk, dass bereits im alten Mesopotamien ein gesellschaftlich anerkanntes und alltägliches Getränk darstellte. Es wurde zunächst auf der Grundlage von Getreide später auch von Datteln gebraut. Sicher ist nicht wie viel Volumenalkoholprozent dieses Bier enthielt, aber im allgemeinen war es alkoholarm.
Man findet auch im alten Ägypten bereits 3000 vor Christus erst Hinweise auf die Existenz von alkoholischen Getränken. Die Bierherstellung selbst wird etwa 2400 vor Christus zum ersten Mal erwähnt. Auch wird in den Schriften aus dieser Zeit von Rauschzuständen der Konsumenten berichtet. Diese wurden aber von der Gesellschaft abgelehnt.
Das zweitälteste alkoholische Getränk stellt der Wein dar, dessen Konsum etwa 1650-1100 vor Christus in China sehr weit verbreitet war, da er eng in Verbindung mit Ahnenkultritualen stand. Da diese Rituale staatlich geregelt waren, wurde die Herstellung und der Verzehr von alkoholischen Getränken einen alltäglicher Akt, der sich in Verbindung mit den rituellen Zeremonien vollzog. Durch den übermäßigen Konsum der Droge Alkohol entwickelte sich ein Alkoholgefährdung der breiten Masse der Gesellschaft. Als Reaktion darauf wurde ein Alkoholverbot und hohe Geldstrafen bei Verstoß verhängt. Bis heute hat sich in China ein mäßiger und auch meist zeremoniell bedingter Alkoholkonsum durchgesetzt.
Auch im antiken Griechenland war der Verzehr von Wein alltäglich. Der Wein wurde zumeist mit Wasser verdünnt zu den Speisen getrunken. Aber er wurde auch in Verbindung mit rituellen Opfern für die Götter gebraucht. Vor allem die Oberschicht der Gesellschaft dehnte diese Riten zu wahren Trinkgelagen aus und nutzte Alkohol vor allem als stimmungshebendes Mittel. (vgl. Schmidt 1986)
All diese Kulturen waren sich trotz des vereinzelt übermäßigen Konsums oder gerade deswegen über das Abhängigkeitspotenzial von Alkohol gewiss. Auch wusste man bereits damals über die Schädigungen die Alkohol am menschlichen Geist auswirken konnte.
Diese negativen Auswirkungen griff später auch die kirchliche Institution auf und bezeichnete alkoholische Getränke, deren Verzehr Sünde war, als Werk des Teufels.
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Nur der Wein stellte die einzige alkoholische Ausnahme in diesen heidnischen Getränken dar. Wein stellte für die Kirche das Blut Christi dar und ist dadurch nicht völlig reglementiert worden. Bis etwa zum 14. Jahrhundert wurde dieser Widerspruch in sich auch nicht angezweifelt, da die Kirche noch als allwissende Obrigkeit galt. Erst mit dem Einsetzen der Aufklärung wurde die Stellung der Kirche in der Gesellschaft neu definiert und damit auch die Beziehung zwischen Mensch und Alkohol. Man verlangte nach mehr Eigenverantwortlichkeit. Doch diese führte im Bezug auf Alkohol nicht zu ausschweifenden Ekszessen, sondern die Menschen übernahmen auch mehr Verantwortung für ihren Körper und erklärten ihn und seine Gesundheit zum höchsten Gut. Diese Mäßigkeit wurde natürlich nicht von der ganzen Gesellschaft geteilt. Und so waren die abhängigen Konsumenten den Menschen auch nicht fremd. Dennoch dauerte es noch bis in das 19. Jahrhundert bis Trunksucht als eine Krankheit angesehen wurde. Mediziner erhoben nun auch den Anspruch diese zu behandeln. 1883 wurde der erste „Deutsche Verein gegen den Missbrauch von geistigen Getränken e.V.“ gegründet. Die Gründe für die Abhängigkeit wurden nun auch in der Gesellschaft und im sozialen Umfeld des „Kranken“ gesucht. Aber der Alkoholabhängige stellte auch einen Störfaktor für die Gesellschaft dar, die sich immer rasanter in allen Bereichen weiter entwickelte. Die Betroffenen wurden von der Gesellschaft stigmatisiert und zur Behandlung in Kliniken „weggeschlossen“. (Vgl. Bohlen 1998) Bis in die heutige Zeit ist es ein gesellschaftlicher Anspruch an jeden Menschen den schmalen Grad zwischen normalem und übermäßigen Alkoholkonsum zu finden.
2.2 Stellenwert des Alkohols
Wie es sich bereits in der kurzen historischen Darstellung ausdrückte, hat Alkohol durch alle Zeiten eine sehr zwiespältige Betrachtung gefordert. Bis heute wird der Konsum nicht von jeder Gesellschaft im gleichen Maße toleriert. Zu welchen Gelegenheiten, in welchem Maße und was getrunken werden kann, wird dem Individuum im Laufe seiner Sozialisation von der Gesellschaft vermittelt. In diesem Zusammenhang muss auch der Stellenwert des Alkohols in jeder Gesellschaft neu interpretiert werden.
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In unserer Gesellschaft nimmt der Alkohol eine besondere Stellung unter den Drogen ein. Feuerlein nennt hier Besonderheiten der Droge Alkohol.
Zum einen ist Alkohol die einzige Droge, die einen tatsächlichen Nährwert besitzt und deshalb als Nahrungsmittel angesehen werden. Weiterhin ist Alkohol auch ein Genussmittel, da es in unserer Kultur Bestandteil zahlreicher Getränke ist. Auch stellt Alkohol ein Rauschmittel und ein Gift dar, dessen Wirkung sich bei akuter oder chronischer Überdosierung festigt. (Vgl. Feuerlein 1980)
Der Stellenwert des Alkohols schlägt sich auch in der Tatsache wieder, dass Alkohol bei uns ein völlig legales Rauschmittel ist. Zwar ist der Konsum von Alkohol erst ab einem bestimmten Alter rechtlich zulässig, wie ich später noch erläutern werde, aber nach Erreichen dieser Altersgrenze gibt es kaum noch Beschränkungen 2 zum Konsum von Alkohol.
Er hat sich soweit in unserem Leben verankert, dass seine positive Funktion als Genussmittel weitestgehend in den Hintergrund gedrängt wurde. Alkohol stellt heute eher ein Mittel zur zumindest kurzweiligen Problembeseitigung dar, dass von der breiten Masse auch in dieser Funktion genutzt wird. So trinken wir zum Beispiel ein Glas Wein oder Bier um den harten Arbeitstag zu vergessen oder besser bewältigen zu können. Dieser Akt der Problembewältigung wird vom Großteil der Bevölkerung respektiert.
„Hier liegt auch die Gefahr bezüglich der Genese des Alkoholismus: lange wird utilitaristisches Trinken unter dem Deckmantel sozialer Anlässe praktiziert.“ (Haushahn 1996 S. 44)
2.3 Wirkungsweise des Alkohols
Bei den meisten Menschen ruft der Konsum von Alkohol einen Rausch hervor. Diese werden im medizinischen Zusammenhang in drei Kategorien unterteilt. Für die Abgrenzung der drei Gruppen wird der Blutalkoholspiegel herangezogen. Die Konzentration des Alkohols im Blut wird in Promille ausgedrückt. Dieser Wert besagt wieviel Milliliter reinen Alkohols sich prozentual auf einen Liter Blut ausdehnen. Man
2 Ausgenommen sein hier die gesetzlichen Beschränkungen zum Konsum von Alkohol beim Steuern von Maschinen oder während der Arbeitszeit.
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unterscheidet leichte (0-1,5 % Vol.), mittelschwere (1,5- 2,5 % Vol.) und schwere Räusche (ab 2,5% Vol.). (Vgl. Schmidt 1986)
Auch der körperliche und psychische Zustand von Personen, sowie Einwirkungen der Umwelt können Einfluss auf den Grad der Trunkenheit haben. Der Rausch selbst schlägt sich auf das geistige Empfinden nieder. Das Erleben des Rausches ist dabei bei jedem Menschen verschieden. So fühlt der Eine sich durch die Wirkung des Alkohols enthemmt und euphorisch, während der Andere sich selbst als niedergeschlagen empfindet. Auch die meist erwünschte Verbesserung der Kontaktfähigkeit stellt sich nicht bei jedem ein. So kann ein Mensch unter dem Einfluss von Alkohol beginnen sich völlig von der Welt zu isolieren. Die körperlichen Fähigkeiten leiden auch unter dem Konsum von Alkohol. Der „Betrunkene“ kann seine Motorik nicht mehr korrekt steuern, wodurch er unter anderem beim Gehen schwankt oder völlig den Gleichgewichtssinn verliert.
Im biologischen Betrachtungssinn ist Alkohol zu aller erst ein Zellgift, das eine destruktive Wirkung auf den gesamten menschlichen Körper hat. Alkohol wird zwar von den Konsumenten als meist beruhigend empfunden, löst aber organisch zunächst im Körper eine Stressreaktion aus, da es die vermehrte Produktion von einigen Hormonen wie zum Beispiel Cortison fördert. In höheren Dosen wirkt er dann beruhigend auf das Zentralnervensystem, da es die Reizweiterleitung in den einzelnen Zellen dämpft. So wirkt Alkohol nicht direkt euphorisierend oder stimmungsverbessernd. Diese Wirkung stellt sich in Verbindung mit dem Abbau von Hemmungen, durch die reduzierte Reizaufnahme ein. Ob Alkohol nun zum Zwecke des Genusses oder der Berauschung getrunken wird, ist für die Reaktion des Körpers darauf unerheblich. Er kann jeder Zelle im menschlichen Körper schaden, da er diesen Wasser und Mineralien entzieht. Ist die Konzentration des Alkohols im Blut zu hoch, kann dies zu einer Alkoholvergiftung und im schlimmsten Falle zum Tod durch Ersticken führen, da das Atemzentrum aussetzt. Wie schnell Alkohol tatsächlich in das menschliche Blut gelangt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Diese sind unter anderem die Art des Getränkes, in welchem Zustand sich der Magen befindet und wie man den Alkohol trinkt. So kann der Körper am schnellsten Alkohol aus warmen, süßen Getränken aufnehmen mit einem geringen Alkoholgehalt von unter 6 % Vol. .
Etwa 15 Minuten nach dem Verzehr von alkoholhaltigen Lebensmitteln ist die Hälfte des konsumierten Alkohols vom Körper resorbiert. Nach 60 bis 90 Minuten ist der Alkohol dann vollständig aufgenommen worden.
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Arbeit zitieren:
Kristin Zöllner, 2002, Jugendalkoholismus, München, GRIN Verlag GmbH
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