Bedeutung und Implikationen des Diversity-Ansatzes bei der Rekrutierung von Auszubildenden
in kleinen und mittleren Unternehmen
I Inhaltsverzeichnis I Inhaltsverzeichnis S. 1 II Abbildungsverzeichnis S. 2 III Tabellenverzeichnis S. 3 IV Abkürzungsverzeichnis S. 4 V T e x t t e i l S . 6 1 Einleitung S. 6
2 Begriffsbestimmung und -definition S. 10 2.1 Diversity-Ansatz S. 10 2.2 Auszubildende 1 S . 1 3 2.3 Rekrutierung S. 15
2.4 Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) S. 18
3 Möglicher Nutzen von Diversity Management für KMU S. 20
3.1 Langfristige Wertschöpfungsfaktoren S. 23 3.1.1 Humankapital S. 23 3.1.2 Organisationskapital S. 24
3.2 Kurz- und mittelfristige Möglichkeiten zur Verbesserung des C a s h f l o w S . 2 5
4 Rekrutierung von Auszubildenden unter Diversity Aspekten S. 30 4.1 Bedarfsplanung S. 31 4.2 Ausbildungsmarketing S. 33 4.3 Auswahl S. 42 4.3.1 Bewerbungsunterlagen S. 44 4.3.2 Einstellungstest S. 46 4.3.3 Vorstellungsgespräch S. 53 4.4 Vertrag S. 55 4.5 Integration S. 59
5 Möglicher Aufwand durch Diversity im Rekrutierungsprozess S. 62 6 F a z i t S . 6 4 VI Anhang S. 67
VII Literatur-/ Quellenverzeichnis S. 74
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im nachfolgenden Text für die Benennung von
Personengengruppen beiderlei Geschlechts stets die grammatikalisch männliche Form verwen-
det mit der Ausnahme, dass für den Kontext die weibliche Form erforderlich ist.
1
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II Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im dualen
Abbildung 2: Entwicklung der nichtstudienberechtigten Absolventen aus allgemein bildenden Schulen von 2000 bis 2020 S. 7
Abbildung 3: Primäre und Sekundäre Dimensionen bzw. Kern- und Kürdimensionen S. 11
Abbildung 4: Prozess der Personalbeschaffung S. 15
Abbildung 5: Wirtschaftliche Vorteile durch Vielfalt S. 21
Abbildung 6: Unternehmen mit aktiven Diversity Maßnahmenerzielter Nutzen S. 22
Abbildung 7: Von der Wertschätzung zu Kosteneinsparungen und Ertragssteigerungen S. 29
Abbildung 8: Prozess der Auszubildendenbeschaffung unter Diversity A s p e k t e n S . 3 0
Abbildung 9: Vorteile von Schulpatenschaften S. 37
Abbildung 10: Zielgruppenorientierte Informationsverbreitung über verschiedene Mediengattungen und Formate S. 41
Abbildung 11: Auswahl von Ausbildungsplatzbewerbern S. 42
Abbildung 12: Rangfolge der Einstellungskriterien S. 43
Abbildung 13: Unterschiede in der Notation S. 49
Abbildung 14: Begründung und Abwicklung eines Berufsausbildungsvertrages S. 56
Abbildung 15: Checkliste für die ersten Tage S. 59
Abbildung 16: Diversity Maßnahmen nach Kosten/Risiko und Zeit S. 63
Abbildung 17: Vier Dimensionen von Diversity nach Loden / Rosner 1991 bzw. Gardenswartz / Rowe 2002 S. 68
Abbildung 18: Chancen und Vorteile von Managing Diversity S. 69
Abbildung 19: Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Berufs-
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III Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Rechtliche und organisatorische Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule S. 13
Tabelle 2: KMU Definition durch die EU-Kommission S. 18
Tabelle 3: Einteilung der Größenklassen nach § 267 HGB S. 19
Tabelle 4: Schlüsselzahlen KMU 2006 / 2007 S. 19
Tabelle 5: Kurz- und langfristige Personalplanung S. 31
Tabelle 6: Erscheinungsformen von Diversity S. 67
Tabelle 7: Intrapersonale Eigenschaften von Diversity nach R. R.
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IV Abkürzungsverzeichnis Abs. Absatz AGG Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz Azubi Auszubildender BA Bundesanstalt für Arbeit BBiG Berufsbildungsgesetz BGB Bürgerliches Gesetzbuch BQM Beratungs- und Koordinierungsstelle zur beruflichen Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten bspw. beispielsweise CSES Centre for Strategy & Evaluation Services d. h. das heißt DGFP Deutsche Gesellschaft für Personalführung mbH DiM Diversity Management DLRG Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DRK Deutsches Rotes Kreuz etc. et cetera € Euro EU Europäische Union evtl. eventuell HGB Handelsgesetzbuch HWK Handwerkskammer HwO Handwerksordnung IHK Industrie- und Handelskammer inkl. inklusive JAV Jugend- und Auszubildendenvertretung KMU kleine und mittlere Unternehmen mind. mindestens Mio. Millionen Mrd. Milliarden o. ä. oder ähnliches o. J. ohne Jahr o. O. ohne Ort THW Technisches Hilfswerk
4
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u. a. unter anderem usw. und so weiter vg. vor genannte vgl. vergleich z. B. zum Beispiel
5
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V Textteil 1 Einleitung Problemstellung
Rund 2/3 der 946.200 deutschen Schulabsolventen begannen 2007 eine Berufsausbildung im dualen System und stellen so potentiellen Nachwuchs für zukünftige Fachkräfte dar.
Abbildung 1: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im dualen System (zum 30. September) und Absolventen aus allgemein bildenden Schulen
Durch den Geburtenrückgang geht die Anzahl der Schüler, die wegen Ihres Schulabschlusses nicht studieren können, in den alten Bundesländern von ca. 550.000 im Jahr 2004 auf ca. 417.000 im Jahr 2020 zurück. In den neuen Bundesländern setzte diese Entwicklung schon 2001 ein. Die Zahl der Schulabsolventen verringert sich seitdem von ca. 175.000 auf den vorerst niedrigsten Wert 2011 mit ca. 75.000. Bis 2020 bleibt die Zahl dann zwischen 80.000 und 90.000 Absolventen je Jahr. 3
2 Entnommen BMBF (2008a), S. 260
3 Vgl. BMBF (2008b), S. 13 ff
6
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Abbildung 2: Entwicklung der nichtstudienberechtigten Absolventen aus allgemein bildenden Schulen von 2000 bis 2020
Die Verringerung der Schülerzahl führt somit auch zur Verringerung der Zahl potentieller Auszubildender und zu einer verstärkten Konkurrenz zwischen Unternehmen, die Auszubildende suchen. Kleinere und mittlere Unternehmen könnten unter dieser Konkurrenz stärker leiden als Großkonzerne. Gründe hierfür könnten eine schlechtere Ausbildungsqualität 5 , eine geringere Bekanntheit und ein schlechteres Image bei den Ausbildungsplatzbewerben, oder schlechteres Timing bei der Bewerberauswahl sein.
Dieser „War for Talents“ zeichnet sich bereits ab, da 2007 in einigen Regionen Deutschland bereits zehn Prozent der Ausbildungsplätze und Bundesweit drei Prozent der Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnten. 6 Dem gegenüber steht, dass auch nicht alle der 734.276 Bewerber die sich 2006/07 der BA ausbildungssuchend meldeten, einen Ausbildungsplatz bekamen. Von den der BA gemeldeten Jugendlichen fanden 319.788 (44 %) eine Ausbildungsstelle, 385.368 (52 %) orientierten sich zu einer Alternative wie einer weiteren Schulausbildung um oder verzichteten auf weitere Vermittlung und
4 Entnommen BMBF (2008a), S. 261
5 Vgl. DGB (2008, S. 9ff
6 Vgl. BMBF (2008b), S. 19
7
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29.102 (4 %) fanden keinen Ausbildungsplatz. Von den Jugendlichen die sich alternativ orientierten, wollten 82.466 weiterhin eine Ausbildung aufnehmen. D. h. 111.568 Schulabsolventen haben 2006/07 keine Ausbildungsstelle trotz Ausbildungswunsch gefunden. 7 .
Hauptgrund, dass Ausbildungsstellen nicht besetzt wurden, war laut einer Umfrage der IHK Schleswig-Holstein unter ihren Mitgliedsbetrieben, eine mangelnde Qualifikation der Bewerber. Als Hauptausbildungshemmnis zeigte sich die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger, wobei das mündliche und schriftliche Ausdrucksvermögen sowie elementares Rechnen am stärksten bewertet wurden. 8 Die IHK Schleswig-Holstein nennt aber auch Grundvoraussetzungen, die von den Schulabgängern erfüllt werden müssen. Dazu gehören:
- fachliche Kompetenzen wie die grundlegende Beherrschung der deutschen Sprache, der Beherrschung einfacher Rechentechniken, Grundkenntnisse in Naturwissenschaften, Wirtschaft, Englisch, IT, deutsche und europäische Kultur,
- persönliche Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit, Sorgfalt, Kritikfähigkeit, Kreativität, Selbständigkeit usw. und
- soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Freundlichkeit, Konfliktfähigkeit und Toleranz. 9
Daraus lässt sich folgern, dass die Lehrstellenbewerber, die leer ausgegangen sind, Defizite in diesen Kompetenzen haben. Wer sind aber diese Menschen? Der Berufsbildungsreport 2008 und der BIBB Report 06/08 liefert statistische Auswertungen über Chancen der Berufsausbildung bzw. Ausbildungslosigkeit. Die Jugendlichen werden dabei in Gruppen nach soziodemografischen Merkmalen und Ressourcen eingeteilt. Die jungen Menschen, die keinen Ausbildungsplatz finden konnten oder auch länger ohne Berufsausbildung sind, können nach folgenden Merkmalen eingeteilt werden:
7 Vgl. BMBF (2008b), S. 58ff
8 Vgl. IHK Schleswig-Holstein (2008) S. 4ff
9 Vgl. IHK Schleswig-Holstein (o. J.)
8
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- kein Schulabschluss oder Hauptschulabschluss
- Schulnoten mit einem Schnitt schlechter als drei
- ein Elternteil hat keinen Schul- oder Berufsabschluss
- der Vater ist arbeitslos
- es besteht ein Migrationshintergrund
- junge Männer (der Unterschied zu Frauen ist aber nur knapp 52% zu 48 %) und junge Frauen mit Kind
Die Auflistung zeigt, dass es sich nicht um eine homogene Gruppe handelt 10 , sondern um eine heterogene Gruppe von individuell und strukturell benachteiligten Jugendlichen.
In dieser Gruppe steckt aber auch Potential das genutzt werden kann, aber den Unternehmen noch nicht bekannt ist. Damit auch die „benachteiligten“ Bewerber im Auswahlverfahren stärker berücksichtigt werden, könnte die Einführung von Diversity Management bei der Auswahl bzw. im Rekrutierungsprozess von potentiellen Auszubildenden ein Lösungsansatz sein. Gang der Untersuchung
Grundlage der Arbeit ist die Analyse von Literatur sowie die Internetrecherche aus den Hauptthemengebieten Diversity, Personalmanagement und Ausbildung. Nachdem das Problem bekannt ist, werden die grundlegenden Begriffe für die Arbeit wie Diversity-Ansatz, Auszubildende, Rekrutierung und KMU bestimmt bzw. definiert. Weiter ist es für ein KMU wichtig, bevor es einen neuen Managementansatz einführt oder berücksichtigt, zu wissen, welchen Nutzen es davon haben könnte. Unter der Annahme, dass ein Nutzen für das KMU vorliegt, ist zu klären, wie der Rekrutierungsprozess bei der Auswahl von Auszubildenden aussehen könnte. Dem Nutzen, der durch die Einführung des Diversity Ansatzes der KMU entsteht, steht auch Aufwand gegenüber. Der Abschnitt vor der Schlussbetrachtung zeigt daher auf, von welcher Art die Aufwendungen für die Einführung des Diversity Ansatzes sein könnten.
10 Vgl. BMBF (2008b), 80ff, Beicht U., Ulrich J. G. (2008), S. 8f
9
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2 Begriffsbestimmung und - definition 2.1 Diversity-Ansatz
Im betriebswirtschaftlichen Zusammenhang ist mit dem Diversity-Ansatz ein Management-Ansatz, das Diversity Management gemeint. Um ein Verständnis für Diversity Management herzustellen, ist zuerst die Klärung des Begriffs „Diversity“ notwendig. Diversity
Da „diversity“ bzw. „Diversity“ aus dem Englischen stammt, muss bei der Übersetzung beachtet werden, dass das Wort bei Groß- und Kleinschreibung eine unterschiedliche Bedeutung hat. 11 „diversity“ stammt von dem lateinischen Wort diversitas ab und ist die Übersetzung für Diversität, Verschiedenheit oder Vielfalt. 12 Für Diversity gibt es jedoch mehrere Definitionen. Bei einer Definition steht der Mensch im Vordergrund. Diversity drückt die Verschiedenheit der Menschen aus, die sie zu Individuen machen. Es berücksichtigt aber genauso, dass der Mensch sich in vielerlei Hinsicht ähnlich ist. Weiterhin wird der Mensch in der Gruppe betrachtet, denn in einer scheinbar homogenen Gruppe gibt es zeitgleich Trennendes und Verbindendes innerhalb der Gruppe und zwischen anderen Gruppen. 13
Der Aktionsrahmen von Diversity wird in Dimensionen aufgeteilt und unterscheidet nach sichtbaren, individuellen demographischen, kulturellen und sozioökonomischen Unterschieden, sowie Unterschiede jeglicher Ausprägung und solche, die Einfluss auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung einer Person haben. Ein Bespiel hierfür sind die sieben Kerndimensionen, die biologische und soziale Faktoren darstellen und dem Menschen von Natur aus gegeben sind, ihre Lebenswelten prägen oder nicht veränderbar sind. Diese sind das Geschlecht, die Rasse, die ethnische Herkunft, die Religion oder Weltanschauung, die Behinderung, das Alter und die sexuelle Ausrichtung. 14
11 Vgl. Finke M. (2006), S. 8f, Stuber M. (2004), S. 16
12 Vgl. Palm S. (2006), S. 13, Schwarz-Wölzl M. (2005), S. 3
13 Vgl. Palm S. (2006) S. 13, Finke M. (2006), S. 7f, Schwarz-Wölzl M. (2005), S. 3
14 Vgl. Stuber M. (2004), S. 16, EG-Vertrag, Artikel 13
10
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Die nachfolgende Abbildung stellt zudem die „Kürdimensionen“ mit dar, die die Kerndimensionen umgeben.
Abbildung 3: Primäre und Sekundäre Dimensionen bzw. Kern- und Kürdimensionen
15
Zur Information sind weitere Definitionen von Dimensionen in den Tabellen 6 und 7, und in den Abbildung 17 im Anhang dargestellt.
Eine weitere Definition ist, Diversity als Geisteshaltung zu sehen, die offen gegenüber Vielfalt ist und ein Bewusstsein für die vielfältigen Unterschiede im täglichen Leben schafft. Besonders im Betrieb bzw. am Arbeitsplatz sollte Vielfalt nicht nur anerkannt, sondern auch akzeptiert, respektiert und wertgeschätzt werden. Im so genannten „Valuing Diversity“ werde Fragen zu menschlichen Grundhaltungen aufgegriffen, die sich mit der Einstellung zur Unterschiedlichkeit, dem Kontakt zu anderen Menschen, dem Einfluss von persönlichen und
15 Adaptierte Abbildung, vgl. Schwarz-Wözel M., Maad C. (2004), S. 9, Loden (o. J.), Palm S.
(2006), S. 28
11
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kulturellen Faktoren am Arbeitsplatz und der Offenheit für Sichtweisen und Anregungen von anderen Menschen beschäftigen. Hierbei geht Diversity über die Toleranz gegenüber Vielfalt hinaus und soll zu einer aktiven Wertschätzung für die positiven Beiträge anderer Menschen führen. Wenn nun erkannt wird, welchen Nutzen die Unterschiedlichkeiten bringen können, kann dies auch zu einem Mehrwert für die Organisation führen. 16 Diversity Management
Wird Diversity im unternehmerischen, betriebswirtschaftlichen oder organisatorischen Zusammenhang genannt, bezieht sich Diversity oft, wie schon am Anfang von 2.1 genannt, auf einen Managment-Ansatz, das Diversity Management (auch Managing Diversity oder DiM).
Stuber definiert das Mitte der 1980er Jahre in den USA entstandene DiM wie folgt: „Als Instrument der Unternehmensführung beschreibt Diversity („Managing Diversity“) die Gesamtheit der Maßnahmen, die dazu führen, dass Unterschiedlichkeiten in und von einer Organisation anerkannt werden, wertgeschätzt und als positive Beiträge zum Erfolg genutzt werden. Es geht also um die gezielte interne und externe Berücksichtigung sowie die bewusste Einbeziehung und Förderung aller unterschiedlichen Stakeholder 17 zur Steigerung des Erfolges eines Unternehmens oder einer Organisation.“ 18
Durch die Vielfalt der Beschäftigten soll ein Wetterbewerbesvorteil entstehen´, der durch die folgenden Maßnahmen herbeigeführt wird:
- Durch eine bessere Integration der Beschäftigten in das Unternehmen soll die Motivation und Zufriedenheit der Minderheiten zu weniger Reibungsverlusten und Diskriminierungen führen, was kostensenkend wirken soll.
- Heterogene Gruppen reagieren flexibler auf Umweltveränderungen und sind weniger betriebsblind als durch einen hohen Konformitätsdruck belastete homogene Entscheidungsgremien.
- Gemischte Teams lösen Probleme kreativer und innovativer als evtl. schneller entscheidende homogene Gruppen.
16 Vgl. Stuber M. (2004), S. 19, Finke M. (2006), S. 8
17 Stakeholder (z.B. Staat, Gesellschaft, Kunden, Mitarbeiter etc.)
18 Stuber M. (2004), S. 20
12
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- Mit Diversity soll die Personalbeschaffung erleichtert werden, da hierdurch die Angehörige von Minderheiten besser rekrutiert werden sollen.
- Das Marketing kann sich durch eine vielfältig zusammengesetzte Belegschaft besser auf die Wünsche und Bedürfnisse der heterogenen Kundengruppen einstellen. 19
Der Vorteil bzw. Nutzen, der für das Unternehmen entsteht, wird unter 3 im Bezug auf KMU wieder aufgegriffen. 2.2 Auszubildende
Wie schon in 1.1 beschrieben, nehmen zwei Drittel der Schulabsolventen eine duale Ausbildung auf und werden so zu Auszubildenden, die auch Azubis oder Lehrlinge genannt werden. Die Ausbildung in ca. 340 bundesweit anerkannten Berufen dauert zwischen zwei und dreieinhalb Jahren und findet bei einer Wochenarbeitszeit von fünf Arbeitstagen an drei bis vier Tagen im Ausbildungsbetrieb und an ein bis zwei Tagen in der Berufsschule statt 20 . Tabelle 1: Rechtliche und organisatorische Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
21
Ausbildung im Betrieb
Der Ablauf der betrieblichen Ausbildung wird durch die bundeseinheitliche Aus-bildungsordnung für den jeweiligen Beruf vorgegeben und per Rechtsverordnung vom Bundeswirtschaftsminister erlassen. Dies soll ein einheitliches und
19 Vgl. Vedder G. (o. J.)
20 Vgl. BMBF (2007), S. 1ff, Institut der deutschen Wirtschaft (2003), S. 4
21 Urbanek C. (2005), S. 1
13
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vergleichbares Ausbildungsniveau sicherstellen. Weiterhin richtet sich die betriebliche Ausbildung nach einem Ausbildungsrahmenplan, der die zeitliche Abfolge der durch den Ausbildungsbetrieb zu vermittelnden Tätigkeiten und Fähigkeiten beschreibt. Der Ausbildungsrahmenplan ist dann Grundlage für den Ausbilder, den betrieblichen Ausbildungsplan nach organisatorischen und berufspädagogischen Gegebenheiten des eigenen Betriebs aufzustellen. 22 Die betriebliche Ausbildung findet dann oft direkt am Arbeitsplatz statt. Sie ist eher praxisorientiert und integriert den Auszubildenden in den laufenden, betrieblichen Arbeitsprozess. Sollte der Arbeitsprozess z.B. in industriellen Großbetrieben sehr komplex sein, wird die Ausbildungstätigkeit oft in eigene Lehrwerkstätten ausgelagert. Kleineren Betrieben fehlt oft die Möglichkeit, die durch die Ausbildungsverordnung vorgegebene Inhalte selbst ausbilden zu können. Die Auszubildenden nehmen dann an einer überbetrieblichen Unterweisung teil, die in Verbundlehrwerkstätten von zusammengeschlossenen Betrieben oder in Lehrwerkstätten der Innung z.B. Kfz-Innung oder der Kammern z.B. HWK, IHK, stattfindet. 23 Ausbildung in der Berufsschule
Der für den Berufschulunterricht erforderlichen Rahmenlehrpläne, werden durch die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer geregelt. Das Kultusministerium, die jeweiligen Fachverbänden und die Gewerkschaften stimmen zusammen die Rahmenlehrpläne auf die Ausbildungsordnung ab.
Der Berufsschulunterricht soll die theoretischen Grundlagen für den Beruf liefern. Der Unterricht kann alternativ zu den vg. zwei Schultagen je Woche auch in Blockform stattfinden. Die Schule unterrichtet jedoch nicht nur in den fachspezifischen Fächern wie z. B. Betriebswirtschaftslehre, Mechanik, Elektrotechnik sondern auch in allgemeinen Fächern wie z. B. Deutsche, Wirtschafts- und Sozialkunde, Fremdsprachen und Sport. Die Aufteilung des Unterrichts erfolgt dabei auf 60% fachspezifische Fächer und 40% allgemeine Fächer. Weiterhin werden die Schulen nach Wirtschaftsbereichen wie technisch-gewerbliche, kaufmännisch, sozial-pflegerische usw. Berufsschulen differenziert. In den
22 Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft (2003), S. 4, 5, BMBF (2007), S. 1, Urbanek C. (2005),
S. 1, 2
23 Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft (2003), S. 4, 5, Urbanek C. (2005), S. 1, 2
14
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Schulen werden die Auszubildenden bzw. dann Berufsschüler in berufsgruppenspezifische Fachklassen zusammengefasst. 24 2.3 Rekrutierung
Der Begriff Rekrutierung stammt ursprünglich aus dem militärischen Bereich und stellte die Anwerbung und Auswahl von jungen Männern für den Dienst als Soldat im Militär dar. 25 Heute hat es zwar auch noch diese Bedeutung, wird aber in der Personalwirtschaft synonym für Mitarbeiter- oder Personalakquisition, Personalbeschaffung oder auch die englische Übersetzung Recruitment verwendet.
Hauptaufgabe der Personalbeschaffung ist, Personal in der erforderlichen Anzahl mit der erforderlichen Qualifikation und Kompetenz zu dem für die Erstellung der betrieblichen Leistung notwendigen Zeitpunkt oder Zeitraum an dem jeweiligen Einsatzort verfügbar zu machen. Freie Stellen sollen zeitlich unbefristet oder für eine längere Zeit befristet neu besetzt werden. 26 Abbildung 4: Prozess der Personalbeschaffung
27
24 Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft (2003), S. 5, Urbanek C. (2005), S. 2, 3
25 Vgl. Achouri C. (2007), S. 5
26 Vgl. Bröckermann R. (2007) S. 20, 38
27 Adaptierte Abbildung, vgl. Bröckermann R. (2007) S. 40, Olfert K. (2005), S. 103
15
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Kai Peter, 2009, Bedeutung und Implikationen des Diversity-Ansatzes bei der Rekrutierung von Auszubildenden in kleinen und mittleren Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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