Inhaltsverzeichnis
1. Die Laborschule Bielefeld 3
1.1 Die Vorstellung der Laborschule Bielefeld 3
1.2. Die pädagogischen Leitlinien der Laborschule Bielefeld 3
2. Die Absolventenstudie 5
2.1.Der Aufbau der Absolventenstudie 5
2.2. Die Fragestellungen an die Absolventenstudien 6
2.3 Beantwortung der Fragen im Vergleich der Absolventenstudien von 1988 und
1988 - 1998 7
3. Meine Meinung 12
3.1. Meine Meinung zur Grundidee von Hartmut von Hentig 12
3.2. Was kann mir die Auswertung der Fragestellungen aufzeigen? 13
Literaturverzeichnis 16
Anmerkungsapparat 16
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1. Die Laborschule Bielefeld
1.1 Die Vorstellung der Laborschule Bielefeld
Die Bielefelder Laborschule ist eine staatliche Versuchsschule des Landes Nordrhein-Westfalen, mit dem höchsten Ziel der Fachoberschulreife. Sie wurde, zusammen mit dem benachbarten Oberstufen-Kolleg, 1974 nach den Vorstellungen und unter der Leitung des Pädagogen Hartmut von Hentig gegründet, mit dem Auftrag, pädagogische und soziale Probleme zu erforschen. Durch ihre Veröffentlichungen ist sie „Curriculumwerkstatt“ für andere Schulen. Es sollen neue pädagogische Inhalte, Organisationsformen, Lernverfahren und Lernvorgänge entwickelt und erprobt werden.
Die Erforschung der Ziele und Folgen dieser Abläufe findet in Kooperation mit der Universität Bielefeld statt. (1)
1.2. Die pädagogischen Leitlinien der Laborschule Bielefeld
Um die pädagogischen Leitlinien der Laborschule zu verstehen, sollte man sich zunächst die wesentlichen pädagogischen und didaktischen Prinzipien von Hartmut von Hentig (vgl. von Hentig 1971b) betrachten. „ -Alle Schüler eines Jahrganges lassen sich bis zum Abschluss der Sekundarstufe1 ohne Benachteiligung der verschiedenen Lerndispositionen (…) und also ohne Beeinträchtigung der schulischen Leistung, d.h. ohne äußere Differenzierung, gemeinsam unterrichten, wenn dafür die notwendigen didaktischen Maßnahmen getroffen werden (…).
- Lern- und Entfaltungsschwierigkeiten, die der Geschlechts-zugehörigkeit, der sozialen und ethnischen Herkunft zuzuschreiben sind, lassen sich besser Auffangen, wenn die Schule als Lebensraum konzipiert ist.
- Die Wahl der weiterführenden Schule, des Ausbildungszweigen und - platzes und schließlich des Berufes kann dem Zufall und der bloßen Gewohnheit entrissen und dem erklärten Willen der Schüler unterworfen werden, wenn man die Schüler über das Schul-, Ausbildungs- und Berufssystem in geeigneter Wise informiert, die
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Information durch Erfahrung ergänzt, das Selbstbewusstsein und die Entscheidungsfähigkeit des Einzelnen in und an den täglichen Ereignissen stärkt.
- Die Leistungsmotivation muss nicht so sehr hergestellt als bewahrt werden; sie kommt zu sehr viel größeren Teilen aus der Sache und der ihr eingeräumten Eigenverantwortlichkeit als aus dem künstlich inszenierten gegenseitigem Wettstreit, wie er aus herkömmlichen Schulen bekannt ist. Das Leistungsmotiv wird in der Regel durch die Heteronomie des unterrichtlichen Lernens, seine administrative Rationalisierung, die Abstraktion, das Noten-, und Versetzungssystem zerstört. Sie kann erhalten werden, wenn man diese Bedingungen vermeidet, wenn in die notwendigen Rationalität, Komplexität und Abstraktheit und die wünschenswerte Freiheit und Selbstverantwortung in geeigneten Stufen eingeführt und zusätzlich der Sinn der Lernordnung erfahren wird, also Mittbestimmungsmöglichkeit im Unterricht eingeräumt und in ein geeignetes Bewertungssystem etabliert wird.“ (2) Die pädagogischen Leitlinien der Laborschule lassen sich somit kurz zusammenfassen:
Schule als Lebens- und Erfahrungsraum, in dem:
- Kinder und Jugendliche gern lernen und leben
- Leben und Lernen sollen, soweit dies möglich und sinnvoll ist, eng aufeinander bezogen sein
- der Unterricht dem Prinzip, Lernen an und aus der Erfahrung, und nicht primär aus Belehrung, folgt
- die Schule mit Lerngelegenheiten ausgestattet ist, die ein solches Erfahrungslernen begünstigen
- die Schule sich als In-die-Stadt-hinein-Schule versteht, die die nähere und weitere Umgebung, die Natur, die Kommune, die Region, als Lernmöglichkeiten in ihre Arbeit einbezieht.
- die Unterschiede zwischen den Kindern bewusst bejaht und als Bereicherung verstanden werden
- durch Individualisierung des Unterrichts, die Rücksicht auf die unterschiedlichen Lerntempi der Kinder und ihre individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten eingegangen wird
- Laborschüler gemeinsam leben und lernen, in leistungs-teilweise auch altersheterogenen Gruppen
- es kein "Sitzenbleiben" und keine äußere Leistungs-differenzierung gibt
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Mittelpunkt der Grundidee von Hartmut von Hentig sehe ich in der Verwirklichung des folgendem Gedanken: „ Eine Schnecke sieht mehr von der Straße als der Hase“. Also mit anderen Worten: jede Fähigkeit oder jeder Charakterzug hat eine Kehrseite, z.B. Neid - Ehrgeiz.
Ein Lebensraum, der in mündiger Verantwortung und mit Sicht auf diese Fähigkeiten jeden Einzelnen mitgetragen und mitgestaltet wird, müsste ein „Lebensraum“ werden, in dem Akzeptanz, Annahme, Selbstvertrauen, Freude am Lernen, Produktivität, usw., sich entfaltet. (3)
2. Die Absolventenstudie
2.1.Der Aufbau der Absolventenstudie
Um die Frage der Wirksamkeit und dem Erfolg dieser Schulpädagogik zu beantworten, wurde Anfang der 80er Jahre die Absolventenstudie entwickelt. Durch diese Studie kann die Umsetzung der pädagogischen und didaktischen Prinzipien nicht direkt überprüft werden, jedoch durch die Befragung von ehemaligen Schülern zumindest teilweise verifiziert. (4)
Die erste Befragung wurde im Jahr 1985 durchgeführt. In diesem Jahr wurden die Schüler des ersten Jahrgangs, die von der Vorschule bis zum 10. Schuljahr alle Klassen durchlaufen hatten, befragt.
1988, also 3 Jahre später, wurde eine zweite Befragung mit dem Fokus auf retroperspektive Sicht gestellt.
Dieser Befragungszyklus wurde in den Jahren 1988, 1991, 1992, 1993, 1994 und 1995 wiederholt, um die Ergebnisse miteinander vergleichen zu können. (5)
Der erste Fragebogen enthält neben Fragen zur Selbsteinschätzung von fachlichen und allgemeinen Kompetenzen, Einstellung zur Schule, Berufsperspektiven der Jugendlichen, auch ihre Meinung und ihr Urteil zu der besonderen Lernumgebung, Schulzufriedenheit, Schulangst, Selbstwertgefühl, Beurteilung des Unterrichts, Schulalltag, Leistungsniveau usw..
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Arbeit zitieren:
Anna Overhage, 2008, Die Absolventenstudie im Vergleich und die daraus resultierenden Ergebnisse für die Laborschule Bielefeld, München, GRIN Verlag GmbH
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