Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Beispielhafte praktische Anwendung des 4CID-Modells 4
2.1 Hierarchische Analyse der Kompetenz 5
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen 7
2.3 Entwurf von Lernaufgaben. 10
2.4 Unterstützende Informationen. 12
2.5 Just-in-time-Informationen. 13
3 Das 4CID-Modell in der Theorie 13
3.1 Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens 13
3.2 Geeignete didaktische Szenarien. 14
3.3 Medien zur Unterstützung des Blueprints. 16
4 Fazit. 18
Literaturverzeichnis. 19
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1 Einleitung
Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass viele Kinder und Jugendliche in Deutschland sich falsch ernähren und zu wenig bewegen. Auch psychische Auffälligkeiten und Verhaltensstörungen treten immer häufiger auf. Darüber hinaus gehören bei Jugendlichen Alkohol und Zigaretten selbstverständlich zur Party und zum Feiern dazu.
Da das Verhalten des Menschen bereits in jungen Jahren geprägt wird, erscheint es wichtig, dass Bildungswissenschaftler in Gesundheitserziehung und -förderung eng mit Kindergärten und Schulen zusammenarbeiten, um durch entsprechende altersgerechte Projekte Kinder und Jugendliche an gesundheitsgerechte und -bewusste Verhaltensweisen heranzuführen. Dafür werden neben Kenntnissen der Pädagogik hohe Fachkenntnisse in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung und Suchtprävention benötigt. Dabei soll für die vorliegende Arbeit folgende Definition des Begriffs „Gesundheitserziehung“ von Laaser, Hurrelmann und Wolters (1993) gelten: „Der gemeinsame Nenner ist das Verständnis, dass hiermit Aktivitäten von Personen und Institutionen zu bezeichnen sind, die auf die Verhütung von Krankheit und die Förderung von Gesundheit gerichtet sind. [...] Gesundheitserziehung und Gesundheitsbildung sind auf Aktivitäten bezogen, die vor allem in Familien und in Erziehungseinrichtungen ablaufen [...].“ Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand des 4CID-Modells von J. J.G. van Merriënboer einen Lehrplan für den o.g. Bildungswissenschaftler zu erstellen. Im nächsten Kapitel wird zunächst das 4CID-Modell in seinen Grundzügen anhand des praktischen Beispiels dieses Bildungswissenschaftlers beschrieben. Eine Fertigkeitenhierarchie wird erstellt, Aufgabenklassen werden mithilfe des Prinzips der vereinfachenden Annahmen ausgearbeitet, Lernaufgaben werden beschrieben und Beispiele für unterstützende Informationen dargestellt. In einem zweiten Teil werden lerntheoretische Überlegungen dargestellt, die Einbindung in didaktische Szenarien diskutiert und der Einsatz von Medien exemplarisch beschrieben. Die Arbeit endet mit einem Fazit. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es für den Bildungswissenschaftler in der Gesundheitserziehung und -förderung noch zahlreiche andere Einsatzmöglichkeiten und von daher auch unterschiedliche Kompetenzanforderungen gibt.
Aufgrund des Leseflusses wird im Text ausschließlich die männliche Form verwendet, wenn es um Personen geht. Es sind immer beide Geschlechter gemeint.
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2 Beispielhafte praktische Anwendung des 4CID-Modells
Das Four Component Instructional Design Modell (4CID-Modell) ist ein Instruktionsdesign-Modell, basierend auf den Arbeiten von Jeroen J.G. van Merriënboer, der sich seit den 80er Jahren mit Strategien zur Unterstützung komplexer Lernmethoden beschäftigt. Er sah ein großes Problem darin, dass das Erlernte nicht in die Realität transferiert werden kann, was er folgendermaßen ausdrückt: „The fundamental problem facing the field of instructional design these days is the inability of education and training to achieve transfer of learning.“ (van Merriënboer & Kirschner 2007, S. 6) . Deshalb stellt er authentische Lernaufgaben in den Mittelpunkt des Modells. Auch nach Bastiaens und Martens (2000) besteht eine Diskrepanz zwischen theoretischem Wissen und tatsächlichem Handeln, die es zu überwinden gilt. „Knowledge and skills are often taught in a classroom situation, outside the context of the actual working environment. This results in a rather low transfer of the knowledge and skills to the work situation.” (Bastiaens & Martens 2000, S. 8). Mithilfe der ganzheitlichen Lernaufgaben können komplexe kognitive Fähigkeiten durch authentische Aufgaben aus der Realität des Alltags erlernt werden. Die Gestaltung von diesen komplexen Lernsituationen wird mithilfe einer schematischen Übersicht dargestellt, einem sogenannten training blueprint, aus dem auch die vier Komponenten des 4CID-Modells hervorgehen (siehe Abbildung 1).
Die Lernaufgaben (learning tasks), in der Abbildung als große Kreise dargestellt, sollen authentisch und an der Realität orientiert sein und haben das Ziel, wiederkehrende bzw. nichtwiederkehrende Fertigkeiten, kognitives Wissen und Einstellung zusammenzubringen. Sie sind in Aufgabenklassen von leicht nach schwierig untergliedert und die von außen kommende Unterstützung nimmt von Aufgabe zu Aufgabe ab (scaffolding). Um die nicht wiederkehrenden Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können, sind die unterstützenden Informationen (supportive in-formation), in der Abbildung als graue, L-förmige Balken dargestellt, nötig. Sie sind das Bindeglied zum Vorwissen des Lernenden und erklären, wie ein Bereich
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organisiert ist und man sich den Problemen und Aufgaben annähert. Procedural oder just-in-time information, die in der Abbildung als schwarze Balken mit nach oben gerichteten Pfeilen dargestellt sind, beziehen sich auf die wiederkehrenden Aufgaben und unterstützen während der Aufgabenbearbeitung. Die Parttask-Practice, die in der Abbildung unten durch die kleinen Kreise dargestellt ist, dient als vierte Komponente der Automatisierung von Handlungen. (Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth 2008)
Abbildung 1: Schematische Übersicht des 4CID-Modells (Quelle: van Merriënboer & Kirschner 2007, S. 14)
2.1 Hierarchische Analyse der Kompetenz
Das Ziel der Anwendung des 4CID-Modells ist das Erlernen von komplexen kognitiven Fähigkeiten durch authentische Aufgaben aus der Realität des Alltags. Dabei soll allerdings eine Über-forderung der Lernenden durch die Komplexität der Aufgaben vermieden werden. Dazu wird „die ganzheitlich komplexe Fertigkeit in konstituierende Teile zerlegt“ (Bastiaens et al. 2008, S. 94), wobei die Zusammenhänge zwischen diesen Teilen in einer Fertigkeitenhierarchie durch eine vertikale (auch konditionale) und eine horizontale (auch temporäre) Relation dargestellt werden. In der nachfolgenden Abbildung zwei wird der Versuch unternommen, unter den vorgenannten Aspekten eine Fertigkeitenhierarchie für einen Bildungs-
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Arbeit zitieren:
Marion Biroth, 2009, Das 4CID-Modell am Beispiel des Bildungswissenschaftlers in der Gesundheitserziehung/-förderung, München, GRIN Verlag GmbH
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