Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die Doppelwahl. 4
2.1 Der staufische Kandidat - Philipp von Schwaben 4
2.2 Der welfische Kandidat - Otto von Braunschweig 5
3 Papst Innozenz III. - Eine Schlüsselfigur ? 6
4 Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. 8
5 21. Juni 1208 - Der Königsmord von Bamberg. 9
6 Fazit 11
7 Quellen- und Literaturverzeichnis. 13
7.1 Quellen 13
7.2 Literatur 13
2
1 Einleitung
„Am 12. Juli 1198 krönte der Kölner Erzbischof Otto IV. in der Pfalzkapelle in Aachen mit eigens angefertigten Insignien, da sich die ‚echten‘ Reichsinsignien in der Hand Philipps von Schwaben befanden, der erst am 08. September von Erzbischof Aimo von Tarentaise in Mainz gekrönt wurde. Beide Königserhebungen wiesen insofern Mängel auf, als sie nicht in allen Teilen den üblichen Rechtsgewohnheiten entsprachen. [...] Doch diese Kriterien reichten nicht aus, um zu entscheiden, welcher der beiden Kandidaten der rechtmäßige König war. [...] So argumentierte Innocenz III. in der Bulle ‚Venerabilem‘, daß Otto von der Mehrheit der Fürsten gewählt worden sei, denen nach Recht und Gewohnheit die potestas zur Wahl des Königs und künftigen Kaisers zustehe“ 1 .
So führt Steffen Krieb in seiner Ausgabe über die Konfliktregelungen des deutschen Thronstreits das Thema der hier aufgeführten Hausarbeit auf. In dieser soll der deutsche Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig von 1198 bis 1208 einerseits, die Rolle des Papstes Innozenz III. als Schlüsselfigur des Streites andererseits dargestellt und verschiedene Ansätze hinterfragt werden.
Die Ausgangssituation war folgende: Einige Geistliche und Weltliche waren gerade auf dem 4. Kreuzzug als der deutsche, staufische Kaiser Heinrich VI. am 28. September 1197 starb. Dessen jüngerer Bruder, Herzog Philipp von Schwaben, war gerade dabei seinen Neffen, den späteren römisch-deutschen Kaiser Friedrich II., aus Sizilien nach Deutschland zu holen. Friedrich war erst knapp drei Jahre alt und wohnte nach der Ernennung zum Nachfolger Heinrichs VI. noch bei seiner Mutter Konstanze in Sizilien. Jedoch,
„die Versuche seines Onkels Philipp, ihn durch Italien über die Alpen zu geleiten, scheiterten in italienischen Tumulten gegen die Deutschen, die nach dem Tod des Kaisers ausbrachen. Also wählten unterschiedliche Fürstengruppierungen 1198 zwei Könige, den Staufer Philipp, [...] und den Welfen Otto [...]“ 2 .
Das sind zusammengefasst die Aspekte, die der deutsche Thronstreit mit sich brachte. Man war sich Problemen solcher Art nicht bewusst und vor allem aber wusste man keine Lösung hierauf.
Zunächst sollen die beiden Hauptkandidaten des Thronstreites aufgeführt werden, wobei nicht ihre Biographie dargelegt wird. Zuerst wird die staufische Seite näher beleuchtet.
1 Krieb, Steffen, Vermitteln und Versöhnen. Konfliktregelungen im deutschen Thronstreit 1198 - 1208, S. 10.
2 Schneidmüller, Bernd, Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819 - 1252), S. 242.
3
2 Die Doppelwahl
2.1 Der staufische Kandidat - Philipp von Schwaben
Philipp von Schwaben wurde gehindert seinen Neffen nach Deutschland zu holen und kehrte schließlich ohne ihn zurück. Er hatte nun eine Pflicht und einen Wunsch gleichzeitig - er sollte das staufische Königs- bzw. Kaiserhaus in seinem Namen vertreten. Er entschloss kurzer Hand, „daß sie“ (Erzbischof Ludolf von Magdeburg und Herzog Bernhard von Sachsen) „von sich aus einen Wahlausruf erließen“ 3 . Ebenso sollte unter anderem Adolf von Köln, der Erzbischof, auf die staufische Seite geholt werden und man bot ihm Bezahlungen. Er lehnte diese jedoch ab und unter dem Vorbehalt, er sei dem englischen Königshause treu, wechselte er die Seite nicht 4 . Trotzdem,
„wählte man den Oheim allerdings nicht zum Könige, aber man übertrug ihm unter dem Titel
eines Reichdefensors eine außerordentliche Gewalt, die dem vollen Umfang der königlichen Macht entsprachen, aber zeitlich beschränkt sein und erloschen sollte, sobald König Friedrich ins Land komme“. 5
Somit war nun der Entschluss gefasst, man übertrug Philipp von Schwaben den Titel des Reichdefensors. Wie Eduard Winkelmann schreibt, hatten die Staufer jedoch nicht den gewöhnlichen - im Sinne von bekannten oder rechtmäßigen - Koronator Adolf von Köln auf die ihre Seite gewinnen können. Nichts desto trotz wählte man Philipp von Schwaben schließlich „in Mühlhausen und Ichtershausen“ 6 am 8. März zum König und ließ ihn hierauf am 08. September 7 vom Erzbischof Aimo von Tarentaise in Mainz zum König krönen 8 . Wie zu Beginn bereits erwähnt, mit den gewöhnlichen Reichsinsignien, da sich diese schließlich der Kaiserdynastie wegen seither in staufischen Hand befanden.
Fasst man nun einmal zusammen, stellt man fest, dass der staufische Nachfolger weder am richtigen Ort, noch vom richtigen Koronator gekrönt wurde. Jedoch befanden sich die Reichsinsignien in seinen Händen, welche den dritten Wahlritusaspekt bewilligten. Dies stellte ein kleines Problem dar, das jedoch so gesehen nicht ganz so schlimm gewesen wären. Man hätte sicherlich die Wahl auch so hingenommen, wenn sich nicht plötzlich, wie aus dem Nichts, ein Gegenspieler auftat und ebenfalls Anspruch auf die Krone erhob - Otto von Poitou oder auch: Otto von Braunschweig. Nun kristallisierte sich schon ein etwas größeres Problem heraus.
3 Winkelmann, Eduard, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig, S. 66.
4 Vgl. Ebd., S.66/67.
5 Ebd., S.68.
6 Hucker, Bernd, U., Kaiser Otto IV., S. 22.
7 Ebd., S. 24.
8 Winkelmann, Eduard, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig, S. 69.
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Arbeit zitieren:
Joachim Golly, 2008, Der deutsche Thronstreit 1198 - 1208, München, GRIN Verlag GmbH
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