Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Zur Person des Isokrates 3-5
3. Der Panegyrikos 5-10
4. Der „Barbarenbegriff“ des Isokrates 10-13
5. Fazit 14-15
6. Quellenverzeichnis 16
7. Literaturverzeichnis 16-17
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1. Einleitung
Griechenland im zweiten Jahrzehnt des vierten Jahrhunderts v. Chr. - Athen und Sparta befinden sich seit über fünfzig Jahren in einer Situation, immer wieder aufkeimender, kriegerischer Auseinandersetzungen um die Vormachtstellung in der Ägäis. Diese sollten nun im Jahr 486 endgültig beendet werden. Unter der Vermittlung und dem Einfluss des persischen Königs kam es zum Friedensschluss (sog. Königs- oder Antalkidasfrieden) zwischen den beiden Parteien und ihrer Bündnispartner in ganz Griechenland. Die griechischen Städte Kleinasiens wurden dem persischen Reich überlassen und alle Poleis erhielten weitgehende Autonomie, über deren Einhaltung Sparta wachen sollte. So konnten sich die Perser an der Küste Kleinasiens behaupten und die Spartaner eine Art Vormachtstellung in Griechenland zurückerlangen, in Einvernehmen mit den Persern.
Unter dem Eindruck dieser Ereignisse hat der athenische Rhetoriker Isokrates seine Festrede - Panegyrikos in den Jahren 387 - 380 v. Chr. verfasst. Aus der Sicht der Athener beschreibt er die Ereignisse und kritisiert die Folgen als auch die Bedingungen des Friedens zwischen Sparta und Athen. Er macht in den Persern den gemeinsamen Feind aller Griechen aus und will zu einem Feldzug an der Seite der Spartaner aufrufen.
Gegenstand dieser Ausarbeitung soll es einmal sein, den Panegyrikos des Isokrates genauer zu untersuchen und vor allem die Position Isokrates’ zu den Barbaren, in diesem Falle die Perser eingehend zu analysieren. Dazu bedarf es zunächst einer kurzen Darstellung der Person des Isokrates. Im Anschluss daran wird die Rede selbst und ihr historischer Hintergrund genauer vorgestellt. Im darauf folgenden Abschnitt sollen dann die Aussagen Isokrates’ in Bezug auf Sparta und besonders auch hinsichtlich der Perser im Zentrum der Untersuchung stehen. Abschließend bleibt dann darzustellen, inwieweit Isokrates’ Aussagen die Auffassung der Athener und Griechen insgesamt widerspiegeln und wie sein Werk dahingehend einzuschätzen ist.
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2. Zur Person des Isokrates
Isokrates kam im Jahr 436 im attischen Demos Erchia zur Welt. Sein Vater Theodorus und seine Mutter Hedyto hatten außer ihm noch drei weitere Söhne und eine Tochter. Die Familie war zunächst sehr wohlhabend, da der Vater eine Flötenfabrik besaß. Isokrates konnte so die bestmöglichste Erziehung und Bildung genießen. Seine Lehrer, unter anderem der Philosoph Prodikos und der Redner Georgias, hatten großen Einfluss auf ihn. Er hatte außerdem Kontakt zu Sokrates, dessen Gedanken teilweise in Isokrates’ Reden wieder zu finden sind. Insgesamt verfügte er also über eine umfassende Kenntnis der philosophischen Literatur älterer und jüngerer Zeit. Isokrates war in seinem Reden und Handeln in späterer Zeit dennoch nicht philosophisch orientiert. Er beschränkte sich auf die praktische Moral des täglichen Lebens.
Zu der privilegierten Ausbildung die Isokrates genoss, gehörte auch das Reiten, welches er sehr gut beherrschte. So ist davon auszugehen, dass er im Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta, in den Reihen der athenischen Kavallerie aktiven Kriegsdienst geleistet hat. 1 Dementsprechend hat er selbst den Krieg und seine Auswirkungen hautnah erfahren. Diese bekam er auch zu spüren, als Athen im Jahr 404 kapitulierte und der Krieg zunächst beendet war. Die Familie hatte im Verlaufe der Auseinandersetzungen ihr ganzes Vermögen verloren und der Vater war in den letzten Tagen vor dem Fall Athens verstorben.
Die finanzielle Notlage zwang ihn dazu, das nicht unbedingt sehr angesehene aber dennoch einträgliche Gewerbe des Logografen zu ergreifen. Isokrates schrieb Prozessreden für Verfahren vor Gericht. Seine rhetorische Ausbildung und sein umfassendes Wissen qualifizierten ihn für diesen Beruf, welchen er ungefähr zehn Jahre ausübte. Aus dieser Zeit sind sechs Reden erhalten, in denen bereits seine Neigung zum epideiktischen Redestil zu erkennen ist. 2 Er konzentrierte sich in seinen Ausführungen also schon früh auf die Hervorhebung von Lob und Tadel.
1 RE, S. 2150
2 RE, S. 2166
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Nach einem Jahrzehnt nahm er Abstand von der Tätigkeit als Gerichtsredenschreiber und betätigte sich nun als Lehrer der Rhetorik. Isokrates eröffnete um 392 v. Chr. eine eigene Rednerschule in Athen. Sein Anspruch war es, die Kunst des Ausdrucks und der Darstellung zu lehren sowie Wissen und Können für das praktisch-politische Leben zu vermitteln. So schuf er sich die Stellung eines angesehenen Jugendlehrers in Athen. 3 Isokrates selbst fehlte jedoch nach eigenen Aussagen die Kraft in der Stimme und das Selbstvertrauen zum öffentlichen Reden oder Auftreten. 4 Dementsprechend konnte und wollte er nur durch das geschriebene Wort Einfluss auf das Volk und die Politik nehmen. So auch im Falle des vorliegenden Panegyrikos, welchen er unter dem Eindruck der von vielen Athenern empfundenen Schmach des Königsfriedens und der immer noch währenden Feindschaft zu Sparta verfasste. Er tritt für eine panhellenische Gemeinschaft ein und versucht damit alle Teile Griechenlands im Kampf gegen die Perser zu einigen. Durch seine Reden hatte er einen großen Anteil an der Bildung eines neuen Gemeinschaftsgefühls im Bewusstsein der Griechen. Das machte ihn zu einem der bedeutendsten politischen Publizisten seiner Zeit. 5
Insgesamt sind von ihm 21 Reden und neun Briefe erhalten 6 - neben dem Panegyrikos unter anderem der Areopagitikos, aus dem Jahr 355, in dem er eine gemäßigte Demokratie und die Wiedereinsetzung des Areopags fordert. 7 Kurz vor seinem Tod 338 konnte er im hohen Alter von 98 Jahren noch seine letzte Rede, den Panathenaikos fertig stellen, in welchem nochmals das Lob und das Ansehen Athens im Zentrum stehen. Durch seine Redengestaltung hatte Isokrates großen Einfluss auf die Entwicklung der griechischen Kunstprosa. Er prägte vor allem den epideiktischen Stil, welcher vor allem durch Klarheit und Gleichmäßigkeit in der Strukturierung herausstach. 8 Auch sein Verdienst für die antike Erziehungspraxis sollte nicht unerwähnt bleiben. Er versuchte dabei stets die Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart für den Bildungsprozess nutzbar zu machen und betonte in seinem
3 Ebd., S. 2185
4 Ebd., S. 2167
5 Ebd., S.2186
6 Ebd., S. 2224
7 Lexikon der Antike I, S. 294
8 Ebd., S. 295
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Arbeit zitieren:
Thomas Kretschmer, 2006, Der Panegyrikos des Isokrates, München, GRIN Verlag GmbH
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