Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Leben und Werk 3
3. Inhaltsüberblick 4
4. Interpretation 6
5. Fazit 12
6. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Drama „Odysseus Heimkehr“, geschrieben von Stefan Schütz. Wie schon in zahlreichen früheren Werken behandelt Schütz in „Odysseus Heimkehr“ das Thema der Macht und übt gleichzeitig eine radikale Kritik an den Gesellschaftsformen seiner Zeit. Schütz nutzt dafür einen mythischen Stoff, weil Mythen auch noch heute eine hohe Erklärungskraft besitzen und stets zur Gegenwart sprechen.
2. Leben und Werk
Stefan Schütz wird am 19.04.1944 als Sohn von Schauspieler-Eltern in Memel (heute Lettland) geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt er in Ost-Berlin und besucht von 1963 bis 1965 die Staatliche Schauspielschule, die später zur „Akademie Ernst Busch“ wurde. Seinen Abschluss macht er mit einer Aufführung von Peter Hacks „Der Schuh und die fliegende Prinzessin“, wobei seine spätere Frau Uta Birnbaum Regie führte. Nach seiner Ausbildung an der staatlichen Schauspielschule arbeitet er an verschiedenen Theatern der DDR und als Schauspieler für den Deutschen Fernseh Funk (DFF). 1969 wirkt er als künstlerischer Mitarbeiter bei der Produktion von Aime Cesaire’s „Lumumba“ am Deutschen Theater mit, die unter Leitung von Heiner Müller stand und aus politischen Gründen abgesetzt wurde. Diese Tatsache treibt Schütz zu seinen ersten Versuchen als Autor, ermutigt durch Heiner Müller. 1970 entsteht sein erstes Stück „Gloster“. 1979 wird Schütz mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin ausgezeichnet. Im November 1980 reist Schütz aus der DDR aus und wohnt für drei Jahre in Wuppertal, wo er als Autor und Dramaturg an den städtischen Bühnen arbeitet. 1982 erhält er die Fördergabe des Kulturkreises im BDI (Bund Deutscher Industrie) für sein dramatisches Werk. Ab 1984 lebt Schütz in Hannover und erhält 1985 den Alfred-Döblin-Literatur-Preis für die Prosa „Medusa“,
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welche ein Jahr später im Rowohlt Verlag veröffentlicht wurde. Heute lebt Schütz in Oldenburg/Holstein und ist weiterhin als Autor aktiv. 1 „Odysseus Heimkehr“ wurde 1972 geschrieben, 1977 in der Reihe Dialog des Henschel-Verlages veröffentlicht und 1981 in Wuppertal uraufgeführt. 2
3. Inhaltsüberblick
Odysseus, der Held von Troja, kehrt nach jahrelanger Irrfahrt nach Ithaka zurück. Sein Volk ist uralt geworden und alle Menschen und Tiere von einem verkrustenden Aussatz (Schorf) überzogen, an den sie sich teils gewöhnen und den sie teils so intensiv abschaben, dass sie daran sterben. Odysseus hingegen ist jung geblieben und unverschorft.
Auf Ithaka tobt ein Machtkampf. Penelope, die Frau Odysseus, versucht unaufhörlich einen neuen Herrscher zu finden und vollzieht aus diesem Grund mit zahlreichen Freiern und mehreren Fremden den Geschlechtsakt. Ihre Geschlechtspartner erweisen sich jedoch alle als impotent.
Telemachos, der Sohn Odysseus, ist von Machtgier besessen und versucht den Schorf zu seinen Gunsten zu instrumentalisieren, sei es, dass er ihn als Beförderer der Gleichheit interpretiert oder dass er verbietet, daran zu denken. Er will um jeden Preis Herrscher von Ithaka werden und schreckt auch nicht vor dem Inzest mit Penelope, noch vor einem Bündnis mit den Freiern zurück.
Zu Beginn des Stücks preist Odysseus seine Heimkehr zunächst als Ende des Leidens und Anfang eines neuen Lebens und schwankt dann aber ständig zwischen Aufbegehren und Anpassung. Einerseits will er gegen den Schorf und gegen das Zufriedensein mit ihm ankämpfen und verkündet, dass er die Stadt und die Menschen
1 Vgl. Jucker, Rolf: Plädoyer für einen unbequemen Autor: Stefan Schütz und seine Spirale des
Schlimmen. In: The Germanic Review. 1995. H.2. S. 59.
2 Vgl. Schütz, Stefan: Text und Kritik. 1997. S.18.
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Arbeit zitieren:
Norman Riedel, 2008, Über Stefan Schütz "Odysseus Heimkehr": Eine Gesellschaftskritik, München, GRIN Verlag GmbH
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