Vorwort
Der Wohnungsneubau ist in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum sind die Investitionen in die Modernisierung und Sanierung deutlich gestiegen. Gleichzeitig herrscht an vielen Immobilienteilmärkten großer Leerstand; einhergehend mit einem Angebotsüberhang. Diese Drucksituation für die Eigentümer kann nur durch eine nachfragegerechte Modernisierung entschärft werden.
Die Wohnungsbestände in den alten und neuen Bundesländern weisen auch nach dem „Dritten Bericht über Schäden an Gebäuden“ einen hohen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf auf. Weiterhin zeichnen sich die Bestände durch einen sehr hohen Wärmeenergiebedarf aus. Die gesellschaftlichen, ökologischen und politischen Zielsetzungen bauen jedoch auf eine Reduzierung des Wärmeenergiebedarfes. Dieser Fakt kommt den Mietern zu Gute.
Mit der Arbeit wird versucht, dem geneigten Leser Ideen und Anregungen zur Optimierung von Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen zu geben. Die Randbedingungen und Varianten einer Optimierung sind so vielfältig, dass eine Reihe von Konzepten aus der Managementlehre zu neuen Möglichkeiten der Kostenreduzierung führen könnten. Dabei werden die Erfahrungen von Forschungsinstituten und Unternehmen dargestellt und ein Ausblick über weitere Einsparpotenziale bei der Optimierung gegeben.
Ich danke an dieser Stelle für die vielen informativen Gespräche mit einer Reihe von Unternehmensvertretern, allen voran Herr Bonarius von der agemis GmbH.
Andreas D. Weise
Leipzig, September 2004
Einleitung II
Inhaltsverzeichnis
Vorwort I
Inhaltsverzeichnis II
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Zielsetzung 1
1.3. Vorgehensweise 2
2. Grundlagen 3
2.1. Definitionen 3
2.1.1. Instandhaltung 3
2.1.1.1. Inspektion 4
2.1.1.2. Wartung 4
2.1.2. Maßnahmen zur Erneuerung 4
2.1.2.1. Modernisierung 4
a. Bautechnische Verbesserung 5
b. Funktionale Verbesserung 5
c. Gebäudetechnische Verbesserung 5
d. Adaptierung 5
2.1.2.2. Sanierung 6
a. Instandsetzung 6
b. Rekonstruktion 6
2.2. Gesamtbestand der Immobilien 6
2.2.1. Historische Entwicklung 8
2.2.2. Marktumfeld 10
2.2.3. Demographische Faktoren 14
2.2.4. Ökologische Faktoren 17
2.2.5. Ökonomischen Faktoren 23
2.2.5.1. Alte Bundesländer 25
2.2.5.2. Neue Bundesländer 25
a. Konventionelle Bauweise 26
b. Fertigteilbauweise 27
2.2.5.3. Standortfrage 27
Einleitung III
2.2.5.4. Leerstand 29
2.2.5.5. Abriss leerstehender Wohnungen 31
2.3. Optimierung des Bestandes hinsichtlich der zu erwartenden
Rendite 32
2.3.1. Planung 33
2.3.2. Vergabeart und Maßnahmenpakete 34
2.3.2.1. Teilsanierungspakete 36
2.3.2.2. Vollsanierungspakete 37
2.3.3. Optimum der Sanierung 39
3. Spezifikationen und Vorgehen von Modernisierungs- und
Sanierungsmaßnahmen 41
3.1. AIBau (Aachener Institut für Bauschäden und angewandte
Bauphysik gGmbH) 41
3.1.1. Ansatz 41
3.1.2. Vorgehensweise 42
3.1.2.1. Bestands- und Zustandserfassung 42
3.1.2.2. Instandsetzung 43
3.1.3. Ergebnisse und Nachteile 43
3.2. Institut für Bauforschung e V. 45
3.2.1. Ansatz 45
3.2.2. Vorgehensweise 45
3.2.3. Ergebnisse 47
3.3 . agemis - Ansatz 48
3.3.1. Grundgedanke 48
3.3.2. Vorgehensweise 50
3.3.3. Ergebnisse 51
3.4. Deutsche Annington Immobilien GmbH 52
3.4.1. Pooling 53
3.4.2. Partnering 53
3.4.3. Bundling 54
3.4.4. Einsparungen 55
3.5. Unterschiede zwischen den einzelnen Ansätzen 56
3.5.1. Herangehensweise 57
3.5.2. Vorteile 58
Einleitung IV
3.5.3. Nachteile 58
4. Optimierte Vorgehensstrategien 60
4.1. Einflussgrößen der Sanierungsstrategie 60
4.1.1. Bestands- und Zustandsanalyse 60
4.1.2. Lebenszykluskosten 60
4.1.3. Prozessoptimierung 61
4.1.4. Unternehmensgröße 61
4.1.5. Finanzielle Ausstattung 61
4.2. Möglichkeiten der weiteren Optimierung 62
4.2.1. Bundling-Konzept 62
4.2.2. Energieeinspar-Contracting 64
4.2.2.1. Ablaufplan 65
4.2.2.2. Win-Win Situation 67
4.2.3. Partnering-Konzept 70
4.2.3.1. Vorteile des Partnerings 73
4.2.3.2. Nachteile des Partnerings 74
4.2.4. Pooling-Konzept 74
4.2.5. Zentrale Schadensannahme 75
4.2.6. Zentrale Versicherungsanlaufstelle 76
4.3. Einsparpotenziale 77
4.4. Abhängigkeiten bei der Optimierung 80
5. Schlussbemerkung 82
Anhang IV IV
Abbildungsverzeichnis XII
Tabellenverzeichnis XIII XIII
Formelverzeichnis XIV
Abkürzungsverzeichnis XV
Literaturverzeichnis XVI
Einleitung V
Quellenverzeichnis................................................................................. XXI
Index ...................................................................................................... XXV
Kurzfassung........................................................................................ XXVII
Einleitung 1
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
Eine ehemals als „Vermietermarkt“ bezeichnete Marktsituation hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Regionen zum „Mietermarkt“ gewandelt. Damit einhergehend sind die Leerstände gewachsen und die Mieten teilweise zurückgegangen; somit leidet die Wirtschaftlichkeit der Wohnungsunternehmen. Gleichfalls ist ein deutliches Bewusstsein hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und sozialer Belange entstanden. Diese drei Themengebiete wurden unter dem Begriff der Nachhaltigkeit zusammengefasst und in der Agenda 21, auf der Weltkonferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, festgeschrieben. 1, 2 Der Wunsch, die Modernisierungs- und Sanierungskosten zu
optimieren, ist somit kein neuer Ansatz, um einen effizienten Mitteleinsatz zu gewährleisten. Es darf dabei nicht nur auf die Modernisierungskosten geachtet werden, sondern auch die Nutzungskosten, welche sich zum Teil im Rahmen des energetischen Ansatzes befinden, müssen berücksichtigt werden. Aber auch Pooling-, Partnering- und Bundling-Konzepte dürfen nicht vernachlässigt werden, da gerade diese neuen Konzepte viele Erfolge vorweisen.
In der vorliegenden Arbeit werden die derzeitig eingesetzten Möglichkeiten zur Optimierung der Modernisierungs- und Sanierungskosten von Wohnimmobilien analysiert und ausgewertet.
1.2. Zielsetzung
Mit der nachstehenden Untersuchung sind die folgenden Zielsetzungen verbunden:
- Ausgehend davon, dass immer mehr Kapital in die Modernisierung und Sanierung investiert wird, stellt sich die Frage nach einer Optimierung dieser Maßnahmen. Dazu werden die bisher bekannten Verfahren sowie deren Erfolge und Schwächen näher betrachtet.
- Des Weiteren soll ein neuer Ansatz für die Optimierung von Modernisierungs-und Sanierungsmaßnahmen entwickelt werden. An Hand von Alter und Typ der
1 Vgl. UNCED, Weltkonferenz, 1992
2 Vgl. BMU, Agenda 21, 2002
Einleitung 2
Immobilie sowie der verwendeten Maßnahmen wird versucht, die Einsparpotenziale zu ermitteln.
1.3. Vorgehensweise
Die Ausführungen beginnen im zweiten Kapitel mit einer kurzen Einführung in den Immobilienmarkt allg., die aktuelle Marktlage und den Modernisierungs- und Sanierungsbedarf. Weiterhin wird auf die Situation der Wohnungsunternehmen eingegangen. Abschließend wird das Optimum der Sanierung dargestellt.
Das dritte Kapitel der vorliegenden Arbeit stellt die aktuellen Möglichkeiten für die Optimierung von Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen dar.
Im vierten Kapitel wird eine optimierte Lösung entwickelt. Dabei werden zum einen die benötigten Voraussetzungen dargestellt, sowie die Abhängigkeiten geprüft.
Grundlagen 3
2. Grundlagen
Da in der Fachwelt teilweise unterschiedliche Definitionen der Begriffe erfolgen, werden die, für diese Arbeit, relevanten Fachbegriffe zu Beginn erläutert. Um über die Voraussetzungen für Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen sprechen zu können, ist es notwendig, den gesamten Immobilienbestand zunächst zu definieren und zu unterteilen, um das Potenzial zu eruieren. Darüber hinaus sind die aktuelle Lage und die demographischen, ökologischen und ökonomischen Faktoren von Bedeutung, welche die Wirtschaftlichkeit nachhaltig beeinflussen. Abschließend wird das Optimum der Maßnahmen dargestellt.
2.1. Definitionen
Die baulichen Maßnahmen bei Bestandsimmobilien können sehr vielfältig sein. Zum Teil erfolgt in der Fachliteratur ein unterschiedlicher Gebrauch der Fachbegriffe Instandsetzung, Modernisierung und Sanierung. Zum besseren Verständnis und zu Gunsten einer größeren Klarheit sind die wichtigsten Begriffe in Abb. 1 zusammengefasst und werden anschließend näher erläutert.
3
Abbildung 1: Übersicht über bauliche Maßnahmen im Bestand
2.1.1. Instandhaltung
Maßnahmen zur Erhaltung von Immobilienbeständen werden gewöhnlicherweise als Instandhaltung bezeichnet. In der HOAI §3 Abs. 11 heißt es „Instandhaltungen sind
4 Die DIN 31051 hat Maßnahmen zur Erhaltung des Soll-Zustandes eines Objektes“. den Begriff der Instandhaltung noch etwas erweitert, d.h. dort werden alle Maßnahmen zur Wahrung und Wiederherstellung des Soll-Zustandes sowie zur Beurteilung des Ist-
3 Streck,Entwicklung eines Bewertungssystems, DVP-Verlag, 2004, S. 13
4 Vgl. Werner, HOAI, 19. Auflage, Deutscher Taschenbuchverlag, 1999, S. 163
Grundlagen 4
Zustandes von technischen Mitteln eines Systems darunter verstanden. Lißner (2000) schrieb daher, dass die Identität des Gebäudes in jedem Falle gewahrt werden sollte, d.h. das wiederhergestellte sollte identisch mit dem ursprünglichen Gebäude sein. 5 Die
Instandhaltung wird unterteilt in Inspektion und Wartung.
2.1.1.1. Inspektion
Unter einer Inspektion werden nach der DIN 31051 „Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes von technischen Mitteln eines Systems“ verstanden.
6 Dem gegenüber steht die Wartung.
2.1.1.2. Wartung
Die Wartung beschreibt alle „Maßnahmen zur Bewahrung des Soll-Zustandes von
7 technischen Mitteln eines Systems“.
2.1.2. Maßnahmen zur Erneuerung
Die Maßnahmen zur Erneuerung sind zu unterteilen in die Modernisierung und Sanierung. Erstere dienen zur Erhöhung des Gebrauchswertes, letztere zur Beseitigung von Missständen.
2.1.2.1. Modernisierung
Bei den Modernisierungsmaßnahmen erfolgt eine bautechnische, funktionale oder gebäudetechnische Verbesserung des Gebäudes. Ebenfalls unter die Modernisierung zählen adaptive Maßnahmen, wenn diese eine funktionale Verbesserung darstellen und/ oder den Gebrauchswert erhöhen. Unter einer Modernisierung versteht man demnach alle „bauliche(n) Maßnahmen, die den Gebrauchswert des Wohnraumes nachhaltig erhöhen, die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern oder nachhaltig Einsparungen von Heizenergie oder Wasser bewirken; Instandsetzungen, die durch Maßnahmen der Modernisierung verursacht werden, fallen unter die
8 . Durch die Modernisierungsmaßnahmen wird eine signifikant höhere Modernisierung“
Qualität des Gebäudes erreicht, welche vorher nicht vorhanden gewesen war. Im
5 Vgl. Lißner, Holzbausanierung, Springer Verlag, 2000, S. 2
6 Vgl. DIN 31051, 1985
7 DIN 31051, 1985
8 II. WoBauG, 1996, § 17a
Grundlagen 5
Folgenden findet eine weitere Aufgliederung in bautechnische, funktionale und gebäudetechnische Verbesserung sowie Adaptierung statt.
a. Bautechnische Verbesserung
Bautechnische Verbesserungen beinhalten Änderungen der bauphysikalischen Eigenschaften eines Gebäudes. Diese Veränderungen sollen die Eigenschaften des Schall- und Wärmeschutzes nachhaltig verbessern. Daher beschäftigen sich die
9 Maßnahmen hauptsächlich mit Decken, Fenstern, Türen und Wänden.
b. Funktionale Verbesserung
Bei der funktionalen Verbesserung wird auf die Nutzerwünsche eingegangen. Dabei werden Veränderungen der Wohneinheit hinsichtlich der Raumgröße, -zuordnung, der Anzahl der Räume und ihren Funktionen vorgenommen. Die Aufwertung der Außenanlagen z.B. durch die Errichtung von Spielplätzen zählt auch zu den Möglichkeiten. Verbesserungen der genannten Art können aber auch adaptive Maßnahmen darstellen, wenn sich dadurch der Gebrauchswert des Gebäudes nachhaltig verbessert. 10
c. Gebäudetechnische Verbesserung
Die Verbesserung der Elektro- und Sanitärinstallationen, der kompletten Heizungsanlage, Küchenbereiche, Lüftung und der Warmwasserversorgung gehören zu den gebäudetechnischen Maßnahmen. Die Erreichung des heute gültigen Stands der Technik ist dabei das oberste Ziel. Die Veränderung der Gebäudekonstruktion erfolgt
11 dagegen relativ selten und ist meist nicht notwendig.
d. Adaptierung
Eine Adaptierung bedeutet „bauliche Veränderung, die der Anpassung des Baukörpers an neue funktionelle Gegebenheiten und Forderungen dient, die also durch Beseitigung von Mängeln der Veralterung entgegenwirkt. Auch Fehler in Planung oder Ausführung
9 Vgl. Meyer-Bohde, Altbaumodernisierung, WEKA-Verlag, 1986, S. 46
10 Vgl. Meyer-Bohde, Altbaumodernisierung, WEKA-Verlag, 1986, S. 46
11 Vgl. Meyer-Bohde, Altbaumodernisierung, WEKA-Verlag, 1986, S. 45f
Grundlagen 6
12 . Zu der Adaptierung zählen die können durch Adaptierung behoben werden“ Maßnahmen der Aufstockung sowie des An-, Aus- und Umbaus.
2.1.2.2. Sanierung
Unter Sanierung sind „alle bautechnischen Maßnahmen zur Wiederherstellung der
13 . Die Gebrauchsfähigkeit einer Baukonstruktion oder eines Bauwerks“ zu verstehen
14 Zu Beseitigung von Schäden und deren Ursachen sind die wichtigsten Maßnahmen. den Sanierungsmaßnahmen gehört neben der Instandsetzung und der Rekonstruktion auch die bereits im vorangegangenen Kapitel genannte Adaptierung.
a. Instandsetzung
Die Instandsetzung bezeichnet die „… Maßnahmen zur Wiederherstellung des zum bestimmungsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustandes (Soll-Zustand) eines Objektes …“ 15 . Dazu zählt auch das Reparieren und der Austausch schadhafter Bauteile. Die
vorhandene Gestalt und Konstruktion des Gebäudes bleiben weitgehend erhalten.
b. Rekonstruktion
Unter einer Rekonstruktion werden alle Maßnahmen zur „Wiederherstellung oder Wiederaufbau eines Gebäudes, Teil eines Gebäudes oder Bauteils entsprechend der ursprünglichen Form und Art (verstanden). Dies kann bis zur Wiedererrichtung eines Bauwerks nach historischem Vorbild gehen“ 16 .
2.2. Gesamtbestand der Immobilien
Das in Immobilien gebundene Vermögen in Deutschland beträgt derzeit ca. 7,137 Bio. Euro. 17 Das entspricht ca. 42% des Bruttovermögens der privaten Haushalte. 18 Bei
12 Kastner, Gebäudesanierung, Verlag Georg D. W. Callwey, 1983, S. 8
13 Lißner, Holzbausanierung, Springer Verlag, 2000, S. 3
14 Vgl. Lißner, Holzbausanierung, Springer Verlag, 2000, S. 3
15 Werner, HOAI, 19. Auflage, Deutscher Taschenbuchverlag, 1999, S. 163
16 Lißner, Holzbausanierung, Springer Verlag, 2000, S. 3
17 Vgl. Bulwien, Immobilienforum, Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung gif e.V., 2003, Folie 3
18 Vgl. GdW Jahres-Pressekonferenz, Daten und Trends der Wohnungswirtschaft 2003/2004, am 7. Juni 2004, Folie 32
Grundlagen 7
genauerer Betrachtung muss jedoch nach der Immobilienart, d.h. zwischen Wohn-,
19 Gewerbe- und Sonderimmobilien, unterschieden werden, siehe Abb. 2.
Die genaue baurechtliche Abgrenzung der Wohnung erfolgt mit der allgemeinen Bestimmung des Wohnbegriffes nach der DIN 283: „Eine Wohnung ist die in sich abgeschlossene Summe der Räume, welche die Führung eines Haushaltes ermöglichen, darunter stets eine Küche oder ein Raum mit Kochgelegenheit, außerdem Wasserversorgung, Ausguss und Abort“. Diese Definition ist vergleichbar mit der statistischen Erfassung der Wohnungen, welche durch das statistische Bundesamt
20 In der folgenden Untersuchung wird näher auf den erfasst worden sind. Wohnimmobilienbestand eingegangen.
21
Abbildung 2: Typologie nach Immobilienarten
In Deutschland gibt es knapp 38 Mio. Wohnungen mit einem geschätzten Wert von
22 . Diese werden hier noch einmal unterteilt in Wohnungen der privaten 5,51 Bio. Euro
19 Vgl. Schulte, Betrachtungsgegenstand der Immobilienökonomie, 2. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2000, S. 23
20 Vgl. Kühne-Bühning, Grundlagen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, 3. Auflage, Fritz Knapp Verlag, 1994, S. 5
21 Vgl. Schulte, Betrachtungsgegenstand der Immobilienökonomie, 2. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2000, S. 23
Grundlagen 8
Haushalte und Wohnungen der Unternehmen und öffentlichen Hand. Der Besitz der Unternehmen und öffentlichen Hand wird nach Angaben der Bulwien AG auf 2,14 Bio. Euro 23 geschätzt, das entspricht 21,4 Mio. Wohnungen 24 oder 56,3% des
25 der privaten Haushalte Wohnungsbestandes. Die restlichen 16,6 Mio. Wohnungen
sollen nicht näher betrachtet werden, obwohl bei der Modernisierung und Sanierung teilweise ein gleiches Vorgehen möglich ist.
26
Abbildung 3: eigene Darstellung, Wohnungsbestand nach Baualtersklassen 2003
2.2.1. Historische Entwicklung
28% des gesamten deutschen Bestandes stammen aus der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Fast die Hälfte der Wohnungen (46%) entstand in der Zeit
22 Vgl. Bulwien, Immobilienforum, Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung gif e.V., 2003, Folie 3
23 Vgl. Bulwien, Immobilienforum, Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung gif e.V., 2003, Folie 3
24 Vgl. Bulwien, Immobilienforum, Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung gif e.V., 2003, Folie 3
25 Vgl. Bulwien, Immobilienforum, Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung gif e.V., 2003, Folie 3
26 Ordanel-Fritsch, Wohnungsbestand nach Baualterklassen, 2004
Grundlagen 9
zwischen 1949 - 1978. Somit sind fast dreiviertel der Wohnungen 25 Jahre und älter. Daher besteht ein sehr großer Bedarf diesen Bestand zu modernisieren. Die technische Nutzungsdauer bei Wohnimmobilien kann 100 und mehr Jahre erreichen. „Dies setzt allerdings eine kontinuierliche Bestandspflege in Form von Instandhaltungs- und
27 ; da auf Grund der langen Nutzungsdauer die Modernisierungsmaßnahmen voraus“
Nutzungskosten, die Kosten der Errichtung um ein Vielfaches übersteigen. Es liegt gleichermaßen im Interesse des Eigentümers und der Nutzer die
Bewirtschaftungskosten so gering wie möglich zu halten und Kosten einzusparen.
Eine genaue Aufteilung der Gebäude in Baualtersklassen ist in Abbildung 3 und im Anhang 1 dargestellt. Die Einteilung des Bestandes an Wohneinheiten kann in vier Kategorien erfolgen und ist in Tabelle 1 dargestellt.
27 Isenhöfer, Lebenszyklus von Immobilien, 2. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, 2000, S. 143
Grundlagen 10
•
Vor 1700: stattliche Bürgerhäuser aus dem Barock oder
Historische Gebäude • 18. und 19. Jahrhundert: Fachwerkhäuser, Bauernhaus und Fachwerkobjekte (bis 1900)
• Gebäude stehen meist unter Denkmalschutz
• Gründerzeit: im weitesten Sinne die durch die
• Frei auf dem Grundstück stehende Bauten oder Gründerzeitbauten
•
Große technologische Homogenität
• Meist gute Bausubstanz (1901 - 1918)
• Grundrisse entsprechend oft nicht den heutigen
• Traditionelle Techniken wurden durch neu entwickelte Gebäude, die zwischen
•
Materialsparende Konstruktionen, typisierte Baustoffe
dem 1. und 2. Weltkrieg • Geringere Dichten in Wohnsiedlungen und größere erbaut wurden
• Sanitäre Einrichtungen sind in den Wohnungen
• Häuser aus den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg:
• 60er Jahre: verbesserte Konstruktionsweisen und - Häuser,die nach dem 2. Weltkrieg errichtet
•
NBL: vorwiegend industrielle Fertigteilbauweisen aus
wurden 28
Tabelle 1: Kategorien des Gebäudebestands
2.2.2. Marktumfeld
Nach dem Bau- und Investitionsboom in den 90er Jahren hat sich der Markt etwas
29 so beruhigt. So ist das Investitionsvolumen in den Wohnungsbau mit 121,42 Mrd. €
28 Streck, Entwicklung eines Bewertungssystems, DVP-Verlag, 2004, S.17
29 Vgl. Herzog, Bauinvestitionen, 2004
Grundlagen 11
niedrig wie vor zehn Jahren. Die Bauinvestitionen haben insgesamt noch einen geringeren Wert. Dies wird aus der Abbildung 4 und der dazu gehörenden Tabelle (siehe Anhang 2) ersichtlich.
30
Abbildung 4: Bauinvestitionen
Besonders deutlich ist der Rückgang der Aufwendungen in den neuen Bundesländern, wo sich das Volumen mehr als halbiert hat. In den alten Bundesländern sind die Aufwendungen im Jahr 2003 unter den Wert von 1992 gefallen. 2003 wurden ca.
31 D.h., dass die neu errichteten Wohnungen 290.000 Wohnungen neu hergestellt.
gerade 0,75% des Wohnungsbestands von ca. 38,69 Mio. Wohnungen ausmachen. Es würde somit 133 Jahre dauern um den aktuellen Bestand einmal neu zu bauen. Die Bedeutung der Erhaltung von Wohnraum steigt damit deutlich.
Eine andere Entwicklung nehmen die Investitionen in Bauleistungen des Bestands, da diese immer weiter ansteigen. Im Jahr 1999 überstiegen die Aufwendungen in den Bestand erstmalig die Investitionen in den Neubau. Bereits vier Jahre später wurden
30 Vgl. Herzog, Bauinvestitionen, 2004
31 eigene Darstellung, siehe Anhang 6, Vgl. Krumbein, Neubaumaßnahmen, 2004
Grundlagen 12
schon über 63% des gesamten Wohnungsbauvolumens in die Bauleistungen des Bestands investiert. Die Abbildung 5 verdeutlicht dies.
32
Abbildung 5: Hochbauleistungen in der BRD (1994-2003)
Nach Angaben des Aachener Institutes für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik gGmbH wurden im Jahr 2000 78,13 Mrd. Euro für Modernisierungs- und
33 Dies entsprach zum damaligen Zeitpunkt Sanierungsleistungen in Dtl. ausgegeben.
ca. 1,75% des gesamten Wohnungsbauvermögens. Bei einer genaueren Betrachtung der Werte des AIBau (rund 79 Mrd. Euro), der Deutschen Bauindustrie (ca. 85 Mrd. Euro) und des statistischen Bundesamtes (annähernd 83 Mrd. Euro) im Jahr 2001 sind Unterschiede festzustellen, die auf den unterschiedlichen Berechnungen/Schätzungen der Investitionen im Wohnungsbauvolumens beruhen, da alle Werte in Preisen von 1995 ausgewiesen wurden.
32 Hauptverband der deutschen Bauindustrie e.V., Perspektive Wohnungsbau, 2004
33 Vgl. Oswald, Instandsetzung und Modernisierung, Frauenhofer IRB Verlag, 2002, S. 20
Grundlagen 13
Die sächsischen Wohnungsgenossenschaften investierten im Geschäftsjahr 2003
34 „Die 339,4 Mio. Euro, das entspricht einem Minus von 6,1% im Vergleich zum Vorjahr. Mittel wurden zu 43,5% für Instandhaltung und zu 55,0% für Modernisierung verwendet. Für Neubauinvestitionen wurden 5,4 Mio. Euro (1,5% der gesamten Investitionen)
35 Die Investitionen der sächsischen Wohnungsgenossenschaften sind in ausgegeben.“ Anhang 3 abgebildet.
Durch die vorgenannten Entwicklungen im Neubau und im Bestand scheint in vielen Regionen die Nachfrage kleiner als das Angebot zu sein und der Immobilienmarkt hat sich vom Vermieter- zum Mietermarkt gewandelt. Vor allem in den neuen Bundesländern ist seit längerem ein deutliches Überangebot flächendeckend sichtbar. Bedingt durch die wirtschaftliche Situation der Unternehmen, die Migration der Bevölkerung in die Dienstleistungs- und Wirtschaftszentren sowie die niedrige private Kaufkraft haben wir in den NBL schrumpfende Wohnungsmärkte.
Entgegen den Erwartungen haben sich die Mietpreise in den neuen Bundesländern anders entwickelt als in den 90er Jahren geplant. Ein Anstieg der Mietpreise wird derzeit nur regional erwartet 36 . Das heutige Dilemma in einigen Regionen ist, dass sowohl in die unsanierten Wohnungen als auch in die sanierten Wohnungen teilweise keiner mehr einziehen möchte. Das folgende Beispiel zeigt deutlich mögliche Fehlentwicklungen bei der Sanierung von Gebäuden. So wurden Wohnungen zum Teil in Lagen saniert, welche nicht auf die Nachfrage der künftigen Mieter ausgerichtet sind, z.B. das ehemalige Militärgelände der Stadt Arnstadt OT Rudisleben. Dort wurden 100 Wohnungen in monolytischer Bauweise aus den 30er Jahren und 300 Wohnungen in industrieller Bauweise saniert. Die Wohnungen sind mit Krediten hoch belastet. Ein
37 Großteil steht nun leer und ein Abriss ist derzeit nicht finanzierbar.
Stagnierende und schrumpfende Wohnungsmärkte erleben wir derzeit auch in den ABL. So gibt es auch dort in einigen Regionen Angebotsüberhänge. Wie bereits weiter oben angesprochen, ist das Bauvolumen insgesamt zurückgegangen. Die
Neubauinvestitionen sind dabei besonders deutlich eingebrochen. Dies zeigt sich z.B.
34 Vgl. Orbanz, sächsische Wohnungsgenossenschaften, 2004
35 VSWG, Jahresstatistik 2003, 2004, S. 3 ff
36 Vgl. TLG, Immobilienmarkt Ostdeutschland, 2003, S. 10
37 Vgl. Roesner, Telefonat innova, 2004
Grundlagen 14
38 . Dennoch ist die Entwicklung der Wohnungsangebote am Münchner Immobilienmarkt
und -nachfrage sehr unterschiedlich über die einzelnen regionalen Teilmärkte verteilt. In einigen Teilmärkten existiert ein Angebotsüberhang, während in anderen eine regelrechte Wohnungsknappheit herrscht. In den ABL mit wirtschaftlich dynamischen Ballungszentren sind weitestgehend Nachfrageüberhänge zu verzeichnen. In den Wohnungsteilmärkten mit Strukturproblemen herrscht ein ganz anderes Marktklima als in prosperierenden Regionen. Zu diesen boomenden Teilmärkten gehören neben München, auch Stuttgart und Hamburg. Somit ist eine Polarisierung der Wohnungsmärkte sichtbar, d.h. es kommt zu einer Verlagerung der Nachfrage nach Wohnraum in Richtung der boomenden Regionen. Im Gegenzug setzt in den Regionen, wo eine Abwanderung erfolgt, eine Schrumpfung bzw. eine Stagnation ein. Die zukünftige Entwicklung in den einzelnen Immobilienteilmärkten wird wahrscheinlich auch weiterhin sehr unterschiedlich erfolgen. Die Ursachen sind unter anderem in der demographischen Entwicklung und der Entwicklung der Haushalte zu suchen.
2.2.3. Demographische Faktoren
Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen und die Veränderung der
Bevölkerungsstruktur bilden die Determinanten für die Entwicklungsmöglichkeiten der Immobiliennachfrage. Die Bevölkerungszahl wird durch die Geburten, Sterbefälle, Ab-und Zuwanderung bestimmt. Die Ab- und Zuwanderung ist dabei nicht nur die Binnenwanderungsbewegung sondern auch in und aus der BRD. Die Einwohner einer Region werden zu Haushalten zusammengefasst, welche die Nachfrage nach Wohnraum generieren. Somit sind die Entwicklung der Haushalte und die Veränderung der Haushaltsgrößen die entscheidenden Kriterien. Derzeit leben in Dtl. fast 82,5 Mio. Einwohner. Das bedeutet einen Zuwachs innerhalb eines Jahres von 0,1%. Der Zugewinn von 96.000 Einwohnern ist jedoch hauptsächlich ein Wanderungsgewinn. Die Binnenwanderung zeigt einen gleichbleibenden Trend in Richtung ABL. Dies bestätigt die Abbildung 6 des statistischen Bundesamtes. Die Wanderungsbewegungen fallen dabei regional sehr unterschiedlich aus.
Eine Veralterung der Bevölkerung ist unverkennbar. Allein die Gruppe der über 65jährigen nimmt bei allen Berechnungsvarianten des statistischen Bundesamtes zu.
38 Vgl. RDM Landesverband Bayern e.V., Bayern Aktuell, Gegensatz zu München, 01/2004
Grundlagen 15
39
Abbildung 6: Binnenwanderung von Ost nach West inkl. Ostberlin, ab 2001 ohne Berlin
Die demographischen Trends führen zu nachhaltigen Veränderungen der Rahmenbedingungen für die Wohnungswirtschaft. Die TLG prognostiziert steigende Haushaltszahlen 40 durch eine verstärkte Singularisierung der Haushalte. Zwischen
1991 und 2002 stieg die Zahl der Privathaushalte um 10%, während die Summe der Haushaltsmitglieder nur um 0,3% gestiegen ist. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Insbesondere die Zahl der Einpersonenhaushalte wird weiter steigen, was auf zwei sich überlagernde Einflussfaktoren zurückzuführen ist. Hier sind die oben angesprochene zunehmende Alterung der Bevölkerung und der Wandel der Lebensgewohnheiten zu nennen. Deutlich sinkende Haushaltszahlen werden erst in den Jahren 2015/2020 erwartet. Damit wird ab ca. 2020 mit einem sinkenden Wohnraumbedarf gerechnet.
39 eigene Darstellung; siehe Anhang 4; Vgl. Voit, Binnenwanderung, 2004
40 Vgl. TLG, Immobilienmarkt Ostdeutschland, 2003, S. 10
Grundlagen 16
Ein weiterer demographisch bedingter Faktor ist die Wohnfläche pro Einwohner. Diese hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder vergrößert, so betrug sie 1990 34,80 m²/EW 41 , 2001 war die „durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche noch 39,8
42 und im Jahr 2002 stieg sie auf ca. 41,6 m²/EW 43 44 in Quadratmeter“
Gesamtdeutschland an. Dies ist jedoch zu differenzieren, da die Einwohner in den alten
45 46 haben, in Ostdeutschland sind es hingegen nur um Bundesländern ca. 42,8 m²/EW
die 36,2 m²/EW 47 48 . Die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche verteilt sich unter den Haushalten sehr unterschiedlich. So hat z.B. die Zielgruppe der Single-Haushalte im Durchschnitt 58,60 m²/EW. Die genaue Aufteilung der Pro-Kopf-Wohnfläche ist in der nachfolgenden Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Übersicht nach Haushaltstypen 2003
Diese Trends können regional sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. So kann es in einigen Regionen zu Angebotsknappheit kommen und in anderen Regionen herrscht
41 Vgl. Sparkasse, Wohnfläche, 2004
42 Sparkasse, Wohnfläche, 2004
43 Vgl. Hausmann, Immobilienmarketing, 2004
44 Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland, Bewohnte Wohneinheiten, 2003
45 Vgl. Hausmann, Immobilienmarketing, 2004
46 Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland, Bewohnte Wohneinheiten, 2003
47 Vgl. Hausmann, Immobilienmarketing, 2004
48 Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland, Bewohnte Wohneinheiten, 2003
Grundlagen 17
ein Überangebot und Leerstand. Aufgrund des geringen Neubaus (siehe Abschnitt 2.2.1.2. Marktumfeld) sind daher Modernisierungen notwendig, um den künftigen Anforderungen der Haushalte gerecht zu werden.
Des weiteren soll zukünftig eine Nachfrage nach größeren und hochwertigeren
49 Danach entwickeln die Nutzer von Wohnungen ein stärkeres Wohnungen bestehen.
Bewusstsein für Lage und Ausstattung der Wohnung. Es werden überwiegend nur Neubau und sanierte sowie modernisierte Wohnungen als potenzielle Mietobjekte ins Auge gefasst. Darüber hinaus sollte die Wohnung möglichst eine Terrasse oder einen Balkon haben. Außerdem sind attraktive Sanitärzellen, verbunden mit einer Trennung von Bad und Toilette, gefragt. Auch werden Aufzüge für höher gelegene Wohnungen
50 Das Wohnumfeld sollte gepflegt, grün, lärmarm und und Laminat/ Parkett bevorzugt.
51 die Innenstadt möglichst zu Fuß erreichbar sein.
Ein immer stärker werdendes ökologisches Bewusstsein, fordert bei Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen vom Eigentümer, die ökologischen Faktoren nicht zu vernachlässigen. Daher werden diese im nächsten Kapitel näher betrachtet.
2.2.4. Ökologische Faktoren
Die Reduzierung des Energieverbrauches und die damit einhergehende Ressourcenschonung ist kein neuer Gedanke. Bereits 1952 wurden mit der Einführung der DIN 4108 - „Wärmeschutz im Hochbau“ die ersten Grundsteine gelegt. Über die Wärmeschutzverordnung (WSchV) bis hin zur Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahre 2002 wurden die Anforderungen hinsichtlich der Reduzierung des Energieverbrauchs immer weiter gesteigert. Damit gelten für Neubauten verschärfte Anforderungen, welche den Energieverbrauch für die Raumbeheizung und die Warmwasserzubereitung nachhaltig begrenzen sollen. Die folgende Statistik (Abb. 7) zeigt die Endenergieverbraucher in Deutschland. Um das Ziel der Energieeinsparung zu erreichen, hat der Gesetzgeber im Jahr 1999 die so genannte Ökosteuer erlassen, d.h. eine Erhöhung der Mineralölsteuer und die Einführung der Stromsteuer. „Die Ökosteuer ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um die bedrohliche Schädigung der Umwelt
49 Vgl. TLG, Immobilienmarkt Ostdeutschland, 2003, S. 10
50 Vgl. Hausmann, Immobilienmarketing, 2004
51 Vgl. Hausmann, Immobilienmarketing, 2004
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Dipl. Wirt.-Ing. Andreas Dittmar Weise, 2004, Die Optimierung von Modernisierungs- und Sanierungsmöglichkeiten bei Wohnimmobilien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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