Daniel Kulus und Matthias Müller Bachelor-Thesis Stadtplanung HafenCity Universität Hamburg
r rstädt rstädt Karstädt arstäd arstädt rstädt chwedt c Sc Sc rleberg erg erg b b Pe Per Per r Neuruppin rupp rupp Eberswalde a enberge e erge ge Witte e Oranien Oranien Oranien- ranien-Oranien burg b bur burg ten n n V V Velt V t gs- g gs-ennig ennig ennig H He g dorf f Fürsten- rs Für Fürs ankfurt/ a Fra Fra r am am ot t Po o P d d otsda otsda Branden nbu bu nbu nbu en rg g burg burg nefeld Schö hö Schö hö Schö S ö walde/ ald wald wald a.d. H Have e H el e Oder O O O Spree Sp S Sp ildau ilda ld ilda W W W W W W W Königs- Kön Kön s wigs-Lu u ud udwigs udwigs senhütten-Eis s is Eisestadt Wuster- W W W ste Wt Wuster felde fe felde f felde hausen ha ha ha ausen Luckenwalde L L Lu en ken Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins remberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
Prignitz, Uckermark, Lausitz , Potsdam -dem stadtplanerischen Erkundungsdrang fröhnend waren wir schon oft in Brandenburg
„vor Ort“.
Bei so viel praktischen Erfahrungen ist es nur eine Frage der Zeit,
bis man sich auch theoretisch mit diesem Bundesland auseinandersetzt.
Auf das noch viele Touren folgen mögen...
Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins s emberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en-ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
Daniel Kulus und Matthias Müller Bachelor-Thesis Stadtplanung HafenCity Universität Hamburg
Die Landesregierung Brandenburgs hat sich im März 2005 für eine wachstumsorientierte Neu-
ausrichtung in der Regional- und Förderpolitik entschieden. Dies bedeutet eine verstärkte Ab-
kehr vom Prinzip „Gießkanne“, das alle Landesteile gleichermaßen förderte, hin zu einer kon-
zentrierten Förderung von Städten, denen die größten Entwicklungschancen attestiert wurden.
Diese Neujustierung erregte ein großes Aufsehen in der Öffentlichkeit, da sich einige Städ-te und Kommunen aufgrund zukünftig deutlich geringerer Zuweisungen in ihrer finanziellen
Handlungsfähigkeit bedroht sahen.
Bei genauerer Analyse der neuen regionalplanerischen Ausrichtung zeigt sich jedoch, dass die
Bedenken nur bedingt gerechtfertigt sind, da die ehrgeizigen Konzentrationsziele in vielen Fäl-len „aufgeweicht“ wurden und die neuen Instrumente noch recht schwach sind.
Im Rahmen einer Querschnittsbetrachtung wird versucht nachzuzeichnen, wie der Gedanke
der Neuausrichtung auf planerischer, ökonomischer und fiskalischer Ebene umgesetzt wird.
r rstädt rstädt Karstädt arstäd arstädt rstädt chwedt c Sc Sc rleberg erg erg b b Pe Per Per r Neuruppin rupp rupp Eberswalde a enberge e erge ge Witte e Oranien Oranien Oranien- ranien-Oranien burg b bur burg ten n n V V Velt V t gs- g gs-ennig ennig ennig H He g dorf f Fürsten- rs Für Fürs ankfurt/ a Fra Fra r am am ot t Po o P d d otsda otsda Branden nbu bu nbu nbu en rg rg burg burg nefeld Schö hö Schö hö Schö S ö walde/ ald wald wald a.d. H Have e H el e Oder O O O Spree Sp S Sp ildau ilda ld ilda W W W W W W W Königs- Kön Kön s wigs-Lu u ud udwigs udwigs senhütten-Eis s is Eisestadt Wuster- W W W ste Wt Wuster felde fe felde f felde hausen ha ha ha ausen Luckenwalde L L Lu en ken Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins remberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
1. Thematischer Hintergrund 1
2. Theoretische Fachdiskussion: „Wachstumsziel vor Ausgleichs- 3
ziel“ als zukünftige Perspektive?
3. Rahmenbedingungen 7
4. Neuausrichtung in der Brandenburger Regionalpolitik 35
4.1. Chronologie des Paradigmenwechsels in der Realpolitik -
4.2. Das neue Leitbild für die Hauptstadtregion und die geplante
4.3. Die Schwerpunkte der neuen Wirtschaftsförderstrategie 4.4. Die Konzentration der Förderpolitik auf regionale
4.5. Zwischenfazit - Die neuen Instrumente und ihre Schnittmengen
5. Wachstumsziel vor Ausgleichsziel - Der Abschied vom Ideal 54
der Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse?
6. Die Neuorientierung Brandenburgs in der realpolitischen 56
Praxis - der Versuch einer Bewertung
7. Literatur- und Internetquellen-, Abkürzungs-, Abbildungs- 59 und Tabellenverzeichnis
8. Interviewpartner 68
r rstädt rstädt Karstädt arstäd arstädt rstädt chwedt c Sc Sc rleberg erg erg b b Pe Per Per r Neuruppin rupp rupp Eberswalde a enberge e erge ge Witte e Oranien Oranien Oranien- ranien-Oranien burg b bur burg ten n n V Velt V t gs- g gs-ennig ennig ennig H He g dorf f Fürsten- rs Für Fürs ankfurt/ a Fra Fra r am am Pot o P d d otsda otsda Branden nbu bu nbu nbu en rg rg burg burg nefeld Sch hö hö Schö hö Schö S ö walde/ ald wald wald a.d. H Have e H el e Oder O O O Spree Sp S Sp ildau ilda ld ilda W W W W W W W Königs- Kön Kön s wigs-Lu u ud udwigs udwigs senhütten-Eis s is Eisestadt Wuster- W W W ste Wt Wuster felde fe felde f felde hausen ha ha ha ausen Luckenwalde L L Lu en ken Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins s emberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
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Wie diese Aussagen andeuten, wird seit März danke setzt sich fort quer durch die ministeriellen Verwaltungen und Aufgaben unter Festlegung 2005 ein Kurswechsel in der Regional-, Struktursogenannter Regionaler Wachstumskerne, Bran-und Förderpolitik des Landes Brandenburg angechenschwerpunkte und -schwerpunktorte, eines strebt die aus heutiger Sicht zum Teil bereits vollneuen Leitbildes für die Hauptstadtregion Berzogen wurde. Es geht verkürzt dargestellt um eine lin-Brandenburg und in der Neuordnung der zen-Umorientierung vom Gießkannenprinzip, das tralörtlichen Gliederung. sich dem Postulat des Ausgleichsziels verpflichtet fühlte, hin zu einer zunehmenden Konzentrie-Das Hauptziel der Arbeit besteht daher in einer rung von Fördermitteln und planungspolitischem Querschnittsbetrachtung des neuen politischen Handeln auf solche Orte und Wirtschaftsbran-Trends, der sich sowohl auf planerischer als auch chen, die sich sowohl durch eine momentan re-auf wirtschaftlicher und fiskalischer Ebene wie-
lativ stabile Situation wie auch durch eine gute
derspiegelt.
Zukunftsperspektive auszeichnen. Unter dem Motto „Stärken stärken“ sollen diese Wachstumspole konzentriert gefördert werden, die Zukunftsfähigkeit Brandenburgs gewährleisten und durch sogenannte Spillover-Effekte auf ihr jeweiliges Umland bzw. auf strukturschwächere Regionen ausstrahlen. Somit soll dem Ausgleichsziel vornehmlich indirekt gedient werden. Konkret manifestiert sich der Prozess der Neu-orientierung in der Strukturpolitik in mehreren politischen Ressorts und Instrumenten. Der Ge-
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Aufgrund der tiefgreifenden Wirkungen der Neuausrichtung und der sich daraus ergebenden medialen Aufmerksamkeit in Brandenburg bestand das methodische Anliegen dieser Arbeit darin, durch Literatur- und Presseartikel-Recherche die entsprechenden Prozesse nachzuvollziehen und die „Stimmungen“, die sich im Land Brandenburg ergaben und noch immer regen, aufzufangen und in die Betrachtungsweise miteinfließen zu lassen. Ergänzt wurde diese Recherche durch Interviews mit einigen verantwortlichen Personen in der Brandenburger Ministerial- und kommunalen Verwaltung.
Ferner war das Erarbeiten einer theoretischen Basis zu den einzelnen Politikbereichen, die die Querschnittsaufgabe Regionalpolitik umfasst, er-forderlich, um die realpolitische Praxis in Brandenburg im Spiegel der idealen theoretischen Modelle bewerten zu können.
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„Wachstumsziel vor Ausgleichsziel“ als zukünftige Perspektive?
Gefüges, wird Wohlstand erwirtschaftet, der sich Seit Beginn des neuen Jahrtausends lässt sich im vor allen Dingen in Ballungsräumen anhäuft. In Bereich der Raumordnung und der Regionaldiesen Ballungsräumen sind zudem die Löhne repolitik wie auch bereits zuvor in anderen Polilativ hoch, sodass der Faktor Arbeit knapper wird. tikbereichen ein Trend zu einer wachstums- und Des Weiteren nimmt auch der Faktor Boden ten-wirtschaftsorientierten Ausrichtung feststellen denziell ab. Da in ländlich-peripheren Räume sich (vgl. Frey, Zimmermann 2005 S.7, Krell 2004, eher das umgekehrte Bild zeigt, findet folgt man S.7 u.a.). Galt in der Raumordnung und in bedieser Theorie eine Tendenz zum Ausgleich zwistimmten strukturpolitischen Bereichen wie dem schen den beiden Regionstypen statt, indem sich Länderfinanzausgleich oder dem kommunalen Unternehmen und Arbeitskräfte in die struktur-Finanzausgleich seit jeher ein auf Ausgleich beschwächeren Regionen verlagern (vgl. ebd. 2004a, dachtes Verteilungsprinzip, so scheint sich der S.16, Aring 2004, S.43). Bewertungswinkel zunehmend zu verschieben. Bezogen auf die Raumordnung und die Regio-In der Raumordnung, als bisherige klassische Vernalentwicklung kann man feststellen, dass sowohl teidigerin des räumlich-strukturellen Ausgleichs, Instrumente wie die Ausweisung von zentralen gibt es heute Überlegungen dahingehend, „dass Versorgungsorten wie auch fiskalische Ausgleichsman sich mit den veränderten Rahmenbedingunmechanismen (z.B. Finanzausgleich oder Gemeingen und ihren räumlichen Folgen neu auseinanschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Inder setzen und [sie] auf diese Veränderungen hin frastruktur“) den wirtschaftlichen Trend von den ausrichten muss“ (Aring 2004, S.39). „überquellenden Ballungsräumen“ (Zimmermann Seit den 1960er-Jahren konnte sich die regiona-2004a, S.15) hin zu peripheren Regionen somit le Ausgleichspolitik laut Zimmermann vor allen unterstützen bzw. verstärken sollten. „Wenn das Dingen auf zwei grundlegende Rahmenbedin-Aufholen von peripheren Räumen ein natürlicher gungen stützen. Erstens war bis in die 1990er ökonomischer Prozess war, dann konnte es nicht Jahre ein ausreichendes durchschnittliches Gefalsch sein, das zu unterstützen und zu beschleusamtwirtschaftswachstum gewährleistet, das nigen, um so eine Konvergenz von Wirtschaft und rechtfertigte, dass der erwirtschaftete Wohlstand Gesellschaft im Lande herbeizuführen.“ (Aring weil ausreichend vorhanden allen Regionen, 2004, S.34) Städten und Gemeinden zugute kommen sollte Das raumordnerische Leitbild der dezentralen (vgl. Zimmermann 2004a, S.15). Zweitens stand Konzentration steht sinnbildlich für diese Intentidie Auffassung des Ausgleichsziels auf einem soon. Es wird von einer oder mehreren wirtschaftsliden theoretischen Fundament: Der neoklassistarken Regionen ausgegangen und versucht, das schen Konvergenztheorie. Wachstum an Bevölkerung, Siedlungsfläche oder Die neoklassische Konvergenztheorie als finanziellem Wohlstand auf andere strukturschwä- Fundamentdes Ausgleichsziels chere Regionen in gewisser Weise „umzuleiten“. Auf die konkrete Umsetzung dieses Konzepts in Diese Theorie geht von einem abnehmenden Brandenburg wird im späteren Verlauf dieser Ar-Wohlstandsgefälle in einem ungleichen raumbeit eingegangen werden. strukturellen System von Teilräumen aus. Auf-Dieses Leitbild und die damit verbundene Präfe-grund des Absatzes von Gütern außerhalb dieses
r rstädt rstädt Karstädt arstäd arstädt rstädt chwedt c Sc Sc rleberg erg erg b b Pe Per Per r Neuruppin rupp rupp 3 Eberswalde a enberge e erge ge Witte e Oranien Oranien Oranien- ranien-Oranien burg b bur burg ten n n V V Velt V t gs- g gs-ennig ennig ennig H He g dorf f Fürsten- rs Für Fürs ankfurt/ a Fra Fra r am am ot t Po o P d d otsda otsda Branden nbu bu nbu nbu en rg g burg burg nefeld Schö hö Schö hö Schö S ö walde/ ald wald wald a.d. H Have e H el e Oder O O O Spree Sp S Sp ildau ilda ld ilda W W W W W W W Königs- Kön Kön s wigs-Lu u ud udwigs udwigs senhütten-Eis s is Eisestadt Wuster- W W W ste Wt Wuster felde fe felde f felde hausen ha ha ha ausen Luckenwalde L L Lu en ken Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins remberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
Es gibt weitere strukturelle Gründe für die Neurenz des Ausgleichsziels stehen jedoch „auf dem orientierung in der Regionalpolitik: Die Verknap-Prüfstand“ (Spars 2005, S. 259). Die neoklassischpung der öffentlichen finanziellen Mittel, die geprägte Raumplanung widmete sich vor allen nun eine Entscheidung erfordern, wozu sie „am Dingen den Städten und Gemeinden außerhalb besten“ verwendet werden, „eher (oder nur?) der großen Agglomerationen. Diesen sollte nefür Ausgleichszwecke oder eher (oder nur?) für ben den Aufgaben der Daseinsvorsorge die Rolle Wachstumszwecke?“ (Frey, Zimmermann 2005, des räumlichen Stabilisators und Impulsgebers S.10). Des Weiteren ist der demografische Wanfür eine ländliche Entwicklung zu teil werden. del zu nennen, der tendenziell zu einer Ausdiffe- Paradigmenwechselin der Raumordnung renzierung und Konzentration im Raum beitra- undRegionalpolitik gen wird, sodass „Wachstum und Schrumpfung … auf absehbare Zeit nebeneinander existieren Es lässt sich nun, nicht zuletzt aufgrund einer [werden]“ (Aring 2004, S.40) und er somit auch zu neuen theoretischen Basis der „new economic sozialer und wirtschaftlicher Polarisierung führen geography“, beobachten, dass zunehmend die wird.
Ballungsräume ins Blickfeld der (Fach-) Öffent-Im Zuge der Veränderung des Blickwinkels auf die lichkeit rücken. Dies liegt zum einen daran, dass räumlich-strukturelle Ebene hin zu einer globalen die gesamtwirtschaftliche Situation sich in den und internationalen Raumbetrachtung rücken, letzten Jahren in Deutschland verschlechtert hat wie bereits angedeutet, die metropolitanen Räu-und Deutschland im europäischen Vergleich nur me in den Vordergrund regionalpolitischen Hanunterdurchschnittliche Wachstumsraten zu verdelns, da deren wirtschaftliches Wachstum nun zeichnen hat. Das Postulat des uneingeschränkkeineswegs uneingeschränkt gegeben ist und auch ten wirtschaftlichen Wachstums hat sich als nicht und gerade in diesen Regionen sowohl Schrumpmehr zeitgemäß herausgestellt, sodass sich aus fung als auch Wachstum anzutreffen sind. heutiger Sicht besonders auf die Regionen kon-Nicht zuletzt verschiebt sich deshalb auch bezogen zentriert werden soll, die über die größte Wirtauf Brandenburg der Schwerpunkt des raumordschaftskraft verfügen und denen die höchste Innerischen Interesses auf die „Hauptstadtregion novationsfähigkeit zugerechnet wird. War es in Berlin-Brandenburg“, die das gesamte Gebiet der den 60er- und 70er-Jahren raumordnungspolibeiden Bundesländer umfasst. tisch noch möglich sowohl „(1) den Wünschen der wirtschaftlich starken Städte [Metropolregionen]
durch verbesserte Infrastruktur [zu] entsprechen, die anderen Ressorts als denen für Raumplanung zuständigen entstammten, und (2) mit den auf Auch diese Neuausrichtung baut auf einer theoreregionalen Ausgleich bedachten Politikbereichen tischen Basis auf, der Theorie der „new economic wie der Raumplanung, aber auch dem horizontageography“. Die Hauptthese der NEG-Theorie, len Finanzausgleich zwischen Ländern und zwidie maßgeblich auf den Erkenntnissen von Paul schen Kommunen, breit gestreut in der Fläche R. Krugman basiert, liegt darin, dass es eine inhäfördern“ (Zimmermann 2004a, S.13), so gilt es rente Ballungstendenz im Prozess der wirtschaftnun nach Meinung des Großteils der Fachleute lichen Entwicklung gibt (vgl. Krugman 1998; Frey, und der breiten Öffentlichkeit, die endogenen Po-Zimmermann 2005, S.7). So betont diese Theorie, tenziale auf nationaler wie auf regionaler Ebene im Gegensatz zur neoklassischen Sichtweise, vor zu stärken. allen Dingen die Wirkung der pull-Faktoren von
Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins s emberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en-ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
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ker an wirtschaftspolitischen Zielsetzungen auszu-Ballungsräumen. Da sich die Gesamtwirtschaften richten bzw. - in Worten von Krell - „eine stärkere in den Hocheinkommensländern zunehmend im Verzahnung von Regionalplanung und regionaler globalen Wettbewerb behaupten müssen, bedarf Wirtschaftsförderung“ (Krell 2004, S.8) herbeies einer hohen Technologisierungs- und Innozuführen. Im Sinne einer Wettbewerbsfähigkeit vationsfähigkeit dieser Gesellschaften, da Proim globalen Kontext kann es nach Meinung der dukte mit einem niedrigeren Technologiewert in NEG-Befürworter nicht mehr zweckmäßig sein, der Regel in Niedriglohnländern preisgünstiger alle Gebiete aktiv zu fördern. „Es muss sich erst hergestellt werden können. Aufgrund der Loszeigen, in welchen Regionen ein Wille zur Veränlösung von der nationalökonomischen Sichtweiderung besteht, Kooperationen innerhalb der Rese, bedarf es starker, im Sinne von innovationsgionen wirksam sind und die wirtschaftliche Basis fähigen Regionen, um sich im internationalen zukunftsorientiert ausgestaltet ist oder werden Wettbewerb der Hocheinkommensländer zu bekann. Dass eine Auswahl unter den zu fördernhaupten. Laut Frei/Zimmermann ist Innovation den Regionen getroffen werden muss, ergibt sich „die zentrale Wachstumsdeterminante in Hochschon aus dem Zwang der knappen Mittel“ (Frey, einkommensländern. Sie entscheidet darüber, Zimmermann 2005, S. 9). ob langfristig ein hohes Pro-Kopf-Einkommen Somit ergibt sich zunehmend ein Zielkonflikt zwi(im weltwirtschaftlichen Vergleich zwischen den schen Ausgleichs- und Wachstumsziel, den Spars Hocheinkommensländern) erzielt wird, das dann in folgenden Worten beschreibt: „Aus theoretifür privat und öffentlich angebotene Güter […] scher Perspektive lässt sich eine Zielkonkurrenz verwendet werden kann. Zahlreiche theoretische in der Raumordnungspolitik ausmachen, die in und empirische Ergebnisse sprechen dafür, dass dieser Deutlichkeit von der Politik ungern kombeim Zustandekommen von Innovationen - das muniziert und auch entschieden wird: Es gibt eiheisst insbesondere auch bei der Umsetzung von nen Gegensatz zwischen dem Ausgleichsziel und Erfindungen - die Dominanz der modernen grosdem Wachstumsziel in der Raumordnungs- bzw. sen Ballungsgebiete zwingend ist.“ (Frey, Zim-Regionalpolitik.“ (Spars, 2005, S. 261) mermann 2005, S.7).
Schlussfolgernd aus diesen Überlegungen lässt Somit untermauert dieser Innovationsansatz die sich festhalten, dass aufgrund der neuen Rahmen-Tendenz der Konzentration auf Ballungsräume bedingungen eine neue Balance zwischen dem bzw. auf solche Regionen, denen ein hohes Maß Wachtums- und Ausgleichsziel gefunden werden an global-wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit muss (vgl. Frey, Zimmermann 2005, S. 7 u.a.) attestiert wird.
Konsequenzen für die Neuausrichtung der Nach Meinung von Zimmermann, Aring u.a. las- Raumordnungund Regionalpolitik sen sich die folgenden möglichen „Eckpfeiler“ des neuen raumordnerischen und regionalpolitischen Die Konsequenz für die Raumordnung und Re-Ansatzes festhalten: gionalpolitik -nimmt man den Gedanken der new economic geography (NEG) zum Ausgang- besteht darin, dass die bisherige Orientierung auf das Ausgleichsziel diesem aktuellen wirtschaftlichen Wachstumstrend entgegenläuft und ihn sogar hemmt.
Deshalb klingt es plausibel, Raumordnung stär-
rrstädt rstädt Karstädt arstäd arstädt rstädt chwedt c Sc Sc rleberg erg erg b b Pe Per Per r 5 Neuruppin rupp rupp Eberswalde a enberge e erge ge Witte e Oranien Oranien Oranien- ranien-Oranien burg b bur burg ten n n V V Velt V t gs- g gs-ennig ennig ennig H He g dorf f Fürsten- rs Für Fürs ankfurt/ a Fra Fra r am am ot t Po o P d d otsda otsda Branden nbu bu nbu nbu en rg g burg burg nefeld Schö hö Schö hö Schö S ö walde/ ald wald wald a.d. H Have e H el e Oder O O O Spree Sp S Sp ildau ilda ld ilda W W W W W W W Königs- Kön Kön s wigs-Lu u ud udwigs udwigs senhütten-Eis s is Eisestadt Wuster- W W W ste Wt Wuster felde fe felde f felde hausen ha ha ha ausen Luckenwalde L L Lu en ken Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins remberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
Zusammenfassend kann man feststellen, dass so-Da dieser Ansatz einen eher zweitrangigen realen wohl dem Ausgleichs- als auch dem Wachstumsziel Bezug bezogen auf die räumliche Wohlstandsentin der aktuellen raumordnerischen und regional-wicklung hat, steht dieser Denkansatz nicht im politischen Diskussion eine große Bedeutung bei-Mittelpunkt unserer Betrachtungsweise, obgleich gemessen wird. Allerdings geht es darum, das Ver-er sich natürlich grundsätzlich genau in der Mithältnis dieser beiden Leitlinien neu zu justieren. te des Spannungsfeldes zwischen Ausgleichs- und Abb. 1 verdeutlicht schematisch das Spannungs-Wachstumsorientierung befindet. feld der theoretischen Ausrichtungen, indem eine Die Neupositionierung in diesem Spannungsfeld weitere theoretische Richtung der räumlichen vor dem Hintergrund neuer Rahmenbedingungen Wirtschaftsentwicklung aufgeführt wird, der so-dürfte die Aufgabe der zukünftigen Raumordgenannte „traditional view“. Dieser Ansatz geht nung, Regionalpolitik sowie anderer gesellschaftsweder von einer konvergierenden noch von einer politischer Bereiche sein, wohlwissend dass es divergierenden Wirtschaftsentwicklung aus. hierzu eines breiten realpolitischen Abwägungs-
CottbusCottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins s emberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en-ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
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entwickelt bzw. deren Entwicklungsvoraussetzun- 3.1.Planung - Das Leitbild der dezent- genbevorzugt verbessert werden (vgl. ROG 1997, ralen Konzentration als Umsetzung des § 2 Abs. 2 Satz 6 ff). „Die Zentrale Orte der länd- Ausgleichsziels
lichen Räume sind als Träger der teilräumlichen Entwicklung zu unterstützen“ (ebd.). Säulen/Instrumente der Raumordnung im Rahmen der Ausgleichsphilosophie Die Ziele der Raumordnung „eines jeden Landes“ sind gemäß § 8 ROG Abs. 1 in einem „zusammen-Raumordnung besitzt als übergeordnete, überfassenden und übergeordneten“ Raumordnungsregionale und zusammenfassende Disziplin im plan darzustellen und mit den Raumordnungsplä-Rahmen raumpolitischen Handelns zahlreiche nen benachbarter Länder abzustimmen. Auf der Instrumente und Handlungsmöglichkeiten, um nächsten hierarchisch-niedrigeren Ebene der Lander im Spannungsfeld von Ausgleich und Wachsdesplanung sind in Abstimmung mit den Zielen tum bestehenden Divergenz entgegenzuwirken. des Landesraumordnungsplans und zur Darstel-Dabei geben die im Raumordnungsgesetz belung der regionalen Ziele Regionalpläne aufzustelschriebenen Leitvorstellungen und Grundsätze len. Sollte aufgrund bestehender Verflechtungen, den gestalterischen Rahmen vor. So gehört es insbesondere in verdichteten Räumen, eine über zu den Leitvorstellungen des Raumordnungsdie Landesgrenzen hinaus reichende Planung ergesetzes (ROG), bezogen auf den Gesamtraum forderlich sein, sind notwendige Maßnahmen wie der Bundesrepublik „eine nachhaltige Raumenteine gemeinsame Regionalplanung zu betreiben wicklung [zu betreiben], die die sozialen und wirt(vgl. ROG 1997, § 9 Abs.1). schaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen Die Raumordnungspläne sollen, unter anderem, ökologischen Funktionen in Einklang“ bringt und Festlegungen zur angestrebten Siedlungsstruktur somit zu einer dauerhaften, großräumig ausgewoenthalten. „Hierzu können gehören: genen Ordnung führt (vgl. ROG 1997, §1 Abs. 2). a. Raumkategorien, Demnach „sind gleichwertige Lebensverhältnisse b. Zentrale Orte, in allen Teilräumen herzustellen“ (ROG 1997, §1 c besondere Gemeindefunktionen, wie Entwick-Abs. 2 Satz 2). lungsschwerpunkte und Entlastungsorte, Der Ratio des Ausgleichs folgend gehört es zu d. Siedlungsentwicklungen [und] den Grundsätzen der Raumordnung eine ause. Achsen“ (ROG 1997, §7 Abs. 2 ff) gewogene Siedlungs- und Freiraumstruktur zu entwickeln, die dezentrale Siedlungsstruktur des In Bezug auf die Leitvorstellungen und Grund-Gesamtraums zu erhalten und die Grundversorsätze der Raumordnung haben die mit einer zengung der Bevölkerung mit technischer und soziatralörtlichen Funktion bedachten Gemeinden eine ler Infrastruktur zu sichern, wobei letztgenannte besondere Verantwortung für die sie umgebende vorrangig in Zentralen Orten zu bündeln ist (vgl. Region. Das als klassisches Instrument der Raum-ROG 1997, § 2 Abs. 2 Satz 1 ff). Um den ländlichen ordnung geltende Zentrale Orte System soll die und strukturschwachen Teilräumen gemäß dem flächendeckende Versorgung mit Infrastrukturein-Ausgleichspostulat gleiche Chancen einzuräurichtungen gewährleisten und trägt damit der in §2 men, sollen diese unter anderem als Lebens- und ROG Abs. 4. geforderten „Grundversorgung der Wirtschaftsräume mit eigenständiger Bedeutung Bevölkerung“ Rechnung. Je nach Einwohnerzahl
r rstädt rstädt Karstädt arstäd arstädt rstädt chwedt c Sc Sc rleberg erg erg b b Pe Per Per r 7 Neuruppin rupp rupp Eberswalde a enberge e erge ge Witte e Oranien Oranien Oranien- ranien-Oranien burg b bur burg ten n n V V Velt V t gs- g gs-ennig ennig ennig H He g dorf f Fürsten- rs Für Fürs ankfurt/ a Fra Fra r am am ot t Po o P d d otsda otsda Branden nbu bu nbu nbu en rg g burg burg nefeld Schö hö Schö hö Schö S ö walde/ ald wald wald a.d. H Have e H el e Oder O O O Spree Sp S Sp ildau ilda ld ilda W W W W W W W Königs- Kön Kön s wigs-Lu u ud udwigs udwigs senhütten-Eis s is Eisestadt Wuster- W W W ste Wt Wuster felde fe felde f felde hausen ha ha ha ausen Luckenwalde L L Lu en ken Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins remberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
Das Leitbild und Umfang der „Versorgungs- und/oder Verwaltungsaufgaben im sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich“, die eine Gemeinde für ih-Mit dem im Raumordnungspolitischen Orienren Verflechtungsraum wahrnimmt, entspricht sie tierungsrahmen (ORA) von 1993 und dem im einer der vier Hierarchiestufen (vgl. ROB 2000, Handlungsrahmen (HARA) von 1995 formu-S.49). Dabei unterscheidet man zwischen Oberlierten Leitbild der Dezentralen Konzentration wurde erstmals ein räumliches Prinzip erarbeitet, zentren - Städte mit in der Regel mehr als 100.000 mit dem die unerwünschten räumlichen Prozesse Einwohnern -, Mittelzentren - Städten mit in der einer Stadtregion vermieden werden sollten (vgl. Regel 20.000 - 100.000 Einwohnern - sowie Klein-Aring 1997, S. 103) und Unterzentren, die der Grundversorgung die-Das Leitbild verfolgt in seiner Konzeption zwei nen (vgl. ebd.).
wesentliche Ziele. Zum einen beinhaltet es Strate- DieAusgangssituation gien für die Entwicklung der ländlich peripheren Räume. Dabei werden Fördermaßnahmen und Entwicklungsaktivitäten auf die größten zentra-Zu Beginn der 90er Jahre stellte die Planung in len Orte einer Region gerichtet. Diese sogenan-Anbetracht attestierter Fehlentwicklungen die ten Entwicklungszentren werden aufgrund ihrer Zweckmäßigkeit bestehender raumordnerischer räumlichen Bedeutung mit besonderen Versor-Instrumente in Frage. Die Tendenzen einer sich gungsfunktionen bedacht. Ferner sollen von ihnen globalisierenden und entgrenzenden Welt zeich-Wachstumsimpulse auf die sie umgebende Region neten sich bereits in einzelnen Teilräumen der ausgehen. (vgl. BBR 2000, S. 311). Bundesrepublik ab. Dabei standen sich boomende Zum Zweiten ordnet man den ausgesuchten zen-Stadtregionen und die von Deindustrialisierungtralen Orten in großen Verdichtungsräumen Entprozessen betroffenen Randregionen scheinbar lastungs- und Ordnungsfunktionen zu (vgl.ebd.). diametral gegenüber. Differenzierter betrachtet Die sogenanten Entlastungsorte, die „in bevorzuggalt es aus Sicht der Raumplanung, für die florieten Raumlagen am Rand oder im weiteren Umrenden Agglomerationsräume der alten Bundes-land der Verdichtungsräume“ zu verorten sind, länder ein zukunftsfähiges Entwicklungsmodell übernehmen dabei die Funktion der Ordnung und zu erarbeiten, mit deren Hilfe die Folgeerschei-Entlastung des engeren Verflechtungsraums. Sonungen von „Wachstum und Expansion“ zielgemit sollen sie einer unkoordinierten und dispersen richtet kanalisiert werden konnten. Siedlungsentwicklung um den Kernstadtbereich Des Weiteren sah es die Planung als ihre Pflicht der Region entgegen wirken (vgl. ebd.). an, einen Beitrag zum Abbau bestehender räumlicher Disparitäten zu leisten. Dem Sozialstaats- Berlin-Brandenburg- prinzipentsprechend sollte weiterhin die „Her- Charakteristikder Region stellung gleichwertiger Lebensverhältnisse“ (GG 1949, Artikel 72 Satz 2) angestrebt und gemäß Die Länder Berlin und Brandenburg verstehen den Grundsätzen der Raumordnung bei der Entsich seit ihrer Neugründung im Jahre 1990 als wicklung einer ausgewogenen „Siedlungs- und ein gemeinsamer Planungsraum. Dieser Tatsache Freiraumstruktur“ das Entstehen ausgeglichener Rechnung tragend, verständigten sich der Senawirtschaftlicher, infrastruktureller sozialer, ökolo-tor für Stadtentwicklung und Umweltplanung gischer und kultureller Verhältnisse in allen Teilder Stadt Berlin und der Brandenburger Minisräumen gefördert werden (ROG 1997, §1 Abs. 2 ter für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung Satz 1).
Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins s emberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en-ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
Daniel Kulus und Matthias Müller Bachelor-Thesis Stadtplanung HafenCity Universität Hamburg
bereits 1991 - zunächst auf in-
formeller Basis - auf eine länderübergreifende, dauerhafte Zusammenarbeit bei Belangen der Landesplanung (vgl. Holzhauer; Legenstein 2001, S. 81) Nach dem Abschluss der Verwaltungsvereinbarung die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsstelle und Planungskonferenz“ im August 1993 folgte im April 1995 der Staatsvertrag über die gemeinsame Landesplanung (vgl. ebd. S. 82). Zu Beginn des Jahres 1996 erfolgte die Einsetzung der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung (GL) mit Sitz in Potsdam (vgl. ebd.). Hauptaufgabe der Landesplanungsabteilung ist es, „Landesentwicklungspläne auf der Grundlage des Landesent-2004, S.143). Der Landesentwicklungsplan Branwicklungsprogramms zu erarbeiten, aufzustellen, denburg Zentralörtliche Gliederung (kurz LEP 1) zu ändern und fortzuschreiben“ (MLUR Brantrat im Jahr 1995 in Kraft (MLUR Brandenburg; denburg; SENStadt Berlin (d) 2004, S.142). Die SENStadt (d) Berlin 2004, S.143). Der LEP 1 gilt Gemeinsame Landesplanungsabteilung versteht ausschließlich für das Land Brandenburg und sich dabei als Interessenausgleichsinstrument der wurde als sachlicher Teilplan zur Darstellung der Länder Berlin und Brandenburg. Siedlungsstruktur erarbeitet. „Mit diesem Instru-Gemäß den Vorgaben des Bundesraumordnungsment sollen Voraussetzungen für gleichwertige gesetzes zur Aufstellung eines „zusammenfassen-Lebensverhältnisse in allen Teilen des Landes geden und übergeordneten Plan[s]“ konkretisiert schaffen und eine ausgewogene Siedlungsstruktur die Gemeinsame Landesplanung mit dem Lansichergestellt werden“ (ebd.). desentwicklungsprogramm (LEPro) „weitere für Um den räumlich-strukturellen Besonderheiten im [...] den gemeinsamen Planungsraum [...] geeigberlinnahen Raum zu entsprechen, verständigten nete Grundsätze und Ziele“. Das LEPro wurde sich die beiden Länder Berlin und Brandenburg am 07.08.1997 als Staatsvertrag vereinbart und über die Erarbeitung des Landesentwicklungstrat im März des darauffolgenden Jahres in Kraft. plans engerer Verflechtungsraum (LEP eV). Die-Das dem LEPro zugrunde liegende Leitbild der ser trat im März 1998 in Kraft. Das vordringlichste Dezentralen Konzentration verfolgt in seiner Ziel des LEPeV ist es, „die Entwicklungsdynamik Umsetzung das Ziel der „Schaffung gleichwertiim engeren Verflechtungsraum an räumlich verger Lebensverhältnisse für die Menschen in allen trägliche Orte zu lenken“ (ebd. S.144). Teilräumen des gemeinsamen Planungsraums“ (MLUR Brandenburg; SENStadt Berlin (d)
r rstädt rstädt Karstädt arstäd arstädt rstädt chwedt c Sc Sc rleberg erg erg b b Pe Per Per r Neuruppin rupp rupp Eberswalde a 9 enberge e erge ge Witte e Oranien Oranien Oranien- ranien-Oranien burg b bur burg ten n n V V Velt V t gs- g gs-ennig ennig ennig H He g dorf f Fürsten- rs Für Fürs ankfurt/ a Fra Fra r am am ot t Po o P d d otsda otsda Branden nbu bu nbu nbu en rg g burg burg nefeld Schö hö Schö hö Schö S ö walde/ ald wald wald a.d. H Have e H el e Oder O O O Spree Sp S Sp ildau ilda ld ilda W W W W W W W Königs- Kön Kön s wigs-Lu u ud udwigs udwigs senhütten-Eis s is Eisestadt Wuster- W W W ste Wt Wuster felde fe felde f felde hausen ha ha ha ausen Luckenwalde L L Lu en ken Cottbus Cottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins remberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
und Regionalplanung“ unter der Maßgabe der Zu Beginn der 1990er-Jahre prophezeite man der „Herstellung möglichst gleichwertiger Lebensverdesignierten Bundeshauptstadt und dem sie umhältnisse in allen Teilräumen“ das übergeordnete gebenden Brandenburger Teil des Verflechtungs-Leitbild der Dezentralen Konzentration (Holtraums einen Bevölkerungszuwachs von 9,5% man 2005, S. 66). Die Ziele und Inhalte der ausausgehend von 4.292.100 Einwohnern (1991) gearbeiteten Handlungsanweisungen fanden im auf 4.700.300 Einwohner für das Jahr 2010 (vgl. weiteren Verlauf ihre Berücksichtigung im nach-BMRBS 1996, S.22). folgend erarbeiteten gemeinsamen Landesent-Auf Grundlage dieser prognostizierten Wachswicklungsprogramm (LEPro). Mit dem Abschluss tumsschübe sollte ein leistungsfähiges, länderüdes Staatsvertrages über die gemeinsame Lanbergreifendes raumordnerisches Handlungskondesplanung und der Vorlage des Landesentwickzept erarbeitet werden. Dabei orientierte man lungsprogramms wurde gleichfalls das Leitbild sich zunächst an den „Stadterweiterungsmodellen der Dezentralen Konzentration verbindlich fixiert prosperierender Metropolen wie London und (vgl. Hartmann/ Herten/ Schroeder 1996, S. 104) Paris“ (Kühn 2003, S.8). Jedoch erwies sich eine bloße Übertragung der Leitkonzepte aufgrund Anwendung der Dezentralen Konzentration der räumlich-strukturellen Besonderheiten als in Brandenburg schwierig. Prägnantestes Merkmal stellt dabei das große Bevölkerungsgefälle zwischen metropolitanem und ländlichem Raum dar. So leben Dem ursprünglichen Gedanken des Leitbildes beispielsweise knapp 70% der gesamten Bevölder Dezentralen Konzentration folgend, also den kerung beider Länder im engeren Verflechtungs-Entlastungs-, Ordnungs- sowie Entwicklungsprinraum (18 % der Gesamtfläche beider Länder). zipien entsprechend stellte es in seiner gesamten Jedoch sollte -insbesondere- der ländliche Raum Konzeption ein langfristig angelegtes Handlungsvon der erwarteten Entwicklung Berlins nicht ausinstrument dar (vgl. Holzhauer/ Legenstein 2001, geschlossen werden (vgl. Holzhauer/ Legenstein S.82). Ferner sollte das Leitbild gemäß §3 LEPro 2004, S.83). den „Interessenausgleich zwischen Berlin, dem Brandenburger Teil des engeren Verflechtungs-Unter Berücksichtigung der genannten Konzepraumes (eV) sowie dem äußeren Entwicklungstion beschrieb Stroschein in einem Beitrag in raum“ gewährleisten (LEPro 1998, S.10). der Fachzeitschrift Stadtbauwelt 1991 ein polyzentrisches Entwicklungsmodell für die Region Das „Rückrat“ dieser Konzeption, dass sich an Berlin Brandenburg, das im Glauben an einen dem bereits beschriebenen Modell Stroscheins Bedeutungszuwachs des gesamten Raumes der orientierte bilden die in 60-100 km Entfernung zu unkontrollierten Zersiedelung vorbeugen sollte Berlin gelegenen so genannten Regionalen Ent(Stroschein 1991, S. 2586). Kernziel war es, einen wicklungszentren (REZ) (Holtman 2005, S.112). städtischen „Entwicklungsgürtel“ in 60-80 km um Diesen wurden auf Basis ihrer zentralörtlichen Berlin festzulegen, der als sogenannter „dritter Stufung raumbedeutsame Funktionen übertragen. Ring“ einen wesentlichen Entlastungsbeitrag für So unterscheidet das LEPro zwischen Regionalen die Metropole Berlin aber auch Entwicklungsas-Entwicklungszentren des Städtekranzes, REZ pekte für den ländlichen Raum beinhaltet (Strodes äußeren Entwicklungsraumes, Zentren des schein 1993, S. 30). engeren Verflechtungsraums, industriell gewerb-Im Folgenden erarbeitete die von den Landeslichen Entwicklungsstandorten im äußeren Entregierungen eingesetzte Arbeitsgruppe „Landeswicklungsraum und Orten mit besonderem Hand-
CottbusCottbus Cottbus en en en en he h Großräsche Großräsche G G Großräs e ster- er- er-Fins s emberg berg remberg Spremb Spremb alde de de wa a en- en-ft ft Senft nft t Lauc au uch- uch ch ch L Lamm berg be be ber m mmer mmer ha a Schwarz- Schwarz eide heide heide (Gebietsstand 2002)
Arbeit zitieren:
Dipl. Ing. Daniel Kulus, Matthias Müller, 2006, Neuausrichtung der Regional- und Förderpolitik in Brandenburg, München, GRIN Verlag GmbH
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