Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abk ürzungen V
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Kurzfassung VIII
Abstract IX
1 Einleitung 1
2 Klimawandel aus wissenschaftlicher Sicht 4
2.1 Institutionelle Gestaltung des UNO-Weltklimarats IPCC 4
2.2 Wissenschaftliche Fakten zum Klimawandel 6
2.2.1 Änderung der Umwelteffekte 6
2.2.2 Anthropogener Klimawandel 8
2.3 Prognosen zur Klimaentwicklung im 21. Jahrhundert 10
2.3.1 Heterogene Möglichkeiten der Weltentwicklung 11
2.3.2 Der anthropogene Treibhauseffekt als globales Umweltproblem 13
2.3.2.1 Prognose der zukünftigen Treibhausgasemissionen 13
2.3.2.2 Globale Erdoberflächenerwärmung 14
2.3.2.3 Wasserressourcen und Wassergefahren 16
3 Politische Ansätze zur Begrenzung des Klimawandels 19
3.1 Europäischer und russischer Klimaschutz 19
3.1.1 Ausgangspunkt und Fortsetzung der Klima-Rahmenkonvention 20
3.1.2 Das Kyoto-Protokoll als aktive gemeinsame Klimapolitik 21
3.1.2.1 Hauptverantwortliche Akteure 21
3.1.2.2 Zielsetzung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen 23
3.1.2.3 Prognose der THGE und übernommene Verpflichtungen 24
3.1.3 Flexible Mechanismen des Kyoto-Protokolls 27
3.1.3.1 Prinzip der flexiblen Mechanismen 27
3.1.3.1.1 Finanzielle Belastung durch den Emissionshandel 28
3.1.3.1.2 Russische Perspektiven durch den Emissionshandel 29
3.1.3.2 Einheitlicher Technologie-Transfer durch Klimaprojekte 32
3.1.3.2.1 Gemeinsame Emissionsreduzierung der Vertragsstaaten 32
II
3.1.3.2.2 Weltweite kostengünstige Entwicklung klimaverträglicher Technologien 33
3.2 US-amerikanischer Klimaschutz 34
3.2.1 Ökologische Technologien als Schlüssel zum Klimaproblem 34
3.2.1.1 Entwicklung der klimafreundlichen Technologien 34
3.2.1.2 APP - Politischer Ansatz zum Klimaschutz 35
3.2.2 Effizienter Klimaschutz aus Sicht der USA 38
3.2.2.1 US-amerikanische Argumente als Kyoto-Gegner 38
3.2.2.2 Abwägung von Kosten, Nutzen und Machbarkeit 39
3.3 Politisches Problem: Fehlendes globales System für den Klimaschutz41
4 Ökonomische Folgen des Klimawandels für die USA , die EU und
Russland 43
4.1 Investitionen in den Klimaschutz statt enormer Kosten des
Klimawandels 44
4.1.1 Kostenvergleich zwischen Klimaschutz und Klimaschäden 45
4.1.2 Globale THGE-Steuer für ökologische Entwicklung 46
4.1.2.1 Szenarien der Treibhausgasemissionssteuer 47
4.1.2.2 Steuergelder für die Klimaschutzpolitik 50
4.1.3 Naturkatastrophenproblematik für die Versicherungsbranche 51
4.1.3.1 Zunahme der Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels 52
4.1.3.2 Vergleich der versicherten und unversicherten Naturkatastrophen 54
4.2 Folgen des Klimawandels für klimarelevante Wirtschaftszweige 56
4.2.1 Für den Klimawandel hauptverantwortliche volkswirtschaftliche Sektoren 57
4.2.1.1 Anpassungsmaßnahmen in der Energieversorgung 57
4.2.1.1.1 US-amerikanische Entwicklung erneuerbarer Energien 60
4.2.1.1.1.1 Investitionen 60
4.2.1.1.1.2 US-amerikanisches solare Energieprojekt 61
4.2.1.1.2 Europäische Implementierung erneuerbarer Energie 62
4.2.1.1.3 Potential klimaschonender Energien in Russland 64
4.2.1.2 Verkehrssektor - Mitverursacher des Klimawandels 66
4.2.2 Vom Klimawandel betroffene Sektoren: Darstellung der Gewinner und Verlierer
durch den Klimawandel 68
4.2.2.1 Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Landwirtschaft 68
4.2.2.1.1 Klimabedingte Auswirkungen auf die Ernten 68
4.2.2.1.2 Permafrostböden - russische und amerikanische Gefahren 70
4.2.2.2 Ökonomische Konsequenzen des Klimawandels für den Tourismussektor 72
4.2.2.2.1 Weltweite Auswirkung der globalen Erwärmung auf den Tourismus 72
4.2.2.2.2 Gewinner- und Verlierer-Staaten 73
5 Fazit 75
III
Anhang _____________________________________________________ 78
Quellenverzeichnis____________________________________________ 85
IV
Abkürzungen
Asia-Pacific Partnership APP Bruttoinlandsprodukt BIP
Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF Bundesministerium für Umwelt BMU
Brasilien, Russland, Indien und China BRIC
Brasilien, Russland, Indien, Indonesien, China und Südafrika BRIICS Clean Development Mechanism CDM Certified Emission Reduction CER Conference of the Parties COP
Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde DGO
Environmental Science Published for Everybody Round the Earth ESPERE Europäische Union EU
International Emission Trading IET Joint Implementation JI
Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC
Organisation for Economic Cooperation and Development OECD parts per million ppm Rest of World ROW
Special Report on Emissions Scenarios SRES Treibhausgas THG Treibhausgasemissionen THGE Umweltbundesamt UBA United Nations Organization UNO
United Nations Environmental Program UNEP
United Nations Framework Convention on Climate Change UNFCCC United States of America USA Wissenschaftlicher Beirat Globale WBGU der Bundesregierung Umweltveränderungen World Meteorological Organization WMO
V
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Zusammenhänge von Emissionsminderung und Anpassung an die Folgen des
Klimawandels
Abbildung 2: Änderungen von Temperatur, Meeresspiegel und nordhemisphärischer
Schneebedeckung
Abbildung 3: Strahlung und Treibhausgase in der Erdatmosphäre
Abbildung 4: Bewertung der Klimaszenarien
Abbildung 5: Weltweite THG-Emissionen für die Jahre 2000, 2030 und 2100
Abbildung 6: Prognosen der Erwärmung an der Erdoberfläche durch globale Atmosphären-
Ozean -Zirkulationsmodelle
Abbildung 7: Meeresspiegelanstieg
Abbildung 8: CO 2 - Reduktionsverpflichtungen nach Kyoto-Protokoll und UNFCCC-Prognose
Abbildung 9: Treibhausgasentwicklung und Einnahmen durch Emissionszertifikatehandel
Abbildung 10: Die APP-Staaten
Abbildung 11: Kosten des Nichthandelns und Handels im Klimaschutz bei technologischem
Wandel
Abbildung 12: Entwicklung der globalen Treibhausgasemissionen: Basisszenario und
Reduktionsszenarien bis 2050 im Vergleich zu einem Stabilisierungsszenario bis 2100
Abbildung 13: Ökonomische Kosten der THGE-Stabilisierung nach Ländergruppen und
m öglichen sechs Szenarien
Abbildung 14: Wetterbedingte Naturkatastrophen in den Jahren 1950-2001
Abbildung 15: Große Naturkatastrophen 1950-2000
Abbildung 16: Veränderung des globalen Energiemix bis 2050 und 2100
Abbildung 17: Wie der Klimawandel den Tourismus beeinflusst
Abbildung 18: Gewinner weniger als Verlierer des Klimawandels (bis 2030)
VI
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Treibhausgase und Bevölkerungszahl von USA, EU und Russland_____________ 22 Tabelle 2: Der falsche Weg vs. richtiger Weg aus Sicht der USA _______________________ 40 Tabelle 3: Kosten des Klimaschutzes und der Klimaschäden in Milliarden US-Dollar bei Klimaschutzbeginn in den Jahren 2005 und 2025 ___________________________________ 46 Tabelle 4: Szenarienvergleich mit Ausgangsniveau, globale Temperaturänderung, 2000-2050 THGE-Änderungen in Prozenten in Vergleich zu 2000 bis 2050________________________ 49 Tabelle 5: Potential erneuerbarer Energiequellen in Russland (Steinkohleneinheiten in Millionen Tonnen pro Jahr) ____________________________________________________________ 65 Tabelle 6: Erwartete persönliche Transportnutzung nach Regionen bis 2050, im Durchschnitt der Jahreswachstumsrate _____________________________________________________ 66 Tabelle 7: Weltgetreideernten bei Klimawandel 1990 bis 2080 (Veränderungen in Prozenten) 69
VII
Kurzfassung
Autorname: Irina Drozdzynski
Titel der Arbeit: Politische und ökonomische Folgen des Klimawandels - Eine Problemanalyse aus Sicht der USA, EU und Russlands -
Erstellungsjahr: 2008
Studienfach: Weltwirtschaftliche Steuerungsstrategien
Das Thema der vorliegenden Arbeit ist hochaktuell und in ständiger Bewegung und Veränderung. Daher kann diese Arbeit nur ein zeitnahes Zwischenergebnis der derzeitigen Situation bezüglich des Klimawandels aufzeigen.
Die Entscheidungsgrundlage ist eine Problemanalyse aus der Perspektive verschiedener Staaten auf politische und ökonomische Folgen des Klimawandels. Verantwortliche Staaten können wesentlich zum Klimaschutz beitragen. Allerdings sind diese Länder unterschiedlich vom Klimawandel betroffen, haben unterschiedliche Einstellungen gegenüber ihrer Verantwortung und verfolgen unterschiedliche Wege zur Klimastabilisierung. Wird unser Planet durch diese Staaten gemeinsam geschützt?
Diese Arbeit ist theoretisch. Als methodische Vorgehensweise wurden die benötigten Informationen zum großen Teil über Webseiten und anderen Teil über Primärliteratur gewonnen.
VIII
Abstract
Author: Irina Drozdzynski
Title of the work: Political and economic effects of the climate change - Analysis of problems from the point of view of the USA, EU and Russia -
Yearof issue: 2008
Course of studies: World economic control strategies
The theme of the present work is a burning issue and subject to permanent modifications. Therefore this work can present only an intermediate result relevant to the current situation regarding the climate change.
The basis for the decision is an analysis of problems from the point of view of different countries regarding the economic and political effects of the climate change. Some definite responsible countries could make a great contribution to the climate protection. However, these countries are differently affected by the climate change, have different attitudes to their responsibility and follow different ways regarding the climate stabilization. Will our planet be protected by these powerful countries by means of their cooperation?
This work is theoretical. Regarding the methodical approach, due to the time and economic constraints the great part of information was gained from the web sides. A definite part of information is, however, based on the primary literature.
IX
1 Einleitung
„The Era of Procrastination, of Half-Measures, of Soothing and Baffling Expedients, of Delays, is coming to its Close. In ist Place We are Entering a Period of Consequences.“ Sir Winston Churchill, 12.11.1936
Der globale Klimawandel ist eine Bedrohung, dessen negative Auswirkungen auf Mensch und Natur bereits heute zu spüren sind. Die vollständige Verhinderung dieser Entwicklung ist nicht mehr gänzlich möglich. Allerdings können durch Zusammenarbeit der Staatengemeinschaft und durch nationale Anstrengungen die CO 2 -Konzentration stabilisiert und so die
schwerwiegendsten Klimaveränderungen verhindert werden. In den nächsten Jahrzehnten wird die Ausgestaltung des internationalen Klimaregimes eine drängende Aufgabe für die Politik bleiben. 1 Die Staaten werden aufgrund des Klimawandels prinzipiell zielorientierte Ansätze verfolgen. Diese Ziele lassen sich in zwei Gruppen einteilen: in Emissionsziele und in finanzielle Ziele, die in vorliegender Arbeit beschrieben sind. 2
Das zweite Kapitel beschreibt naturwissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel. Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) erfasst den aktuellen Wissensstand zu den unterschiedlichen Aspekten der Klimaproblematik. Diese Organisation schätzt die Folgen des Klimawandels für Umwelt und Gesellschaft und demzufolge realistische Vermeidungs- oder Anpassungsstrategien ab. 3 Die dargelegten Beobachtungen und Messungen lassen keinen Zweifel an einem Klimawandel. Der globale Erwärmungsanstieg und der Meeresspiegelanstieg haben sich ebenso beschleunigt wie das Abschmelzen der Gletscher und Eiskappen. Die Folgen des Klimawandels kommen schneller und heftiger, als die Wissenschaft noch vor wenigen Jahren prognostiziert hat. 4 Hauptverantwortliche Akteure für die schädlichen
1 Vgl. WBGU (2003), S. 1
2 Vgl. Bardt, H., Selke, J.-W., (2007), S. 30
3 Vgl. Gore, A. (2008)
4 Vgl. IPCC (2007): Climate Change 2007, S. 30 ff.
1
Treibhausgasemissionen sind hauptsächlich die USA, die EU und Russland. Diese Staaten haben unterschiedliche Positionen im Hinblick auf das Klimaproblem. Die regelmäßig erstellten Zusammenfassungen der aktuellen Forschungsergebnisse dienen als Unterstützungsmaßnahmen für die Politik bei der Begrenzung des künftigen Klimawandels. Dazu gehören detaillierte Klimamodelle bis zum Jahr 2100.
Das dritte Kapitel behandelt die politischen Maßnahmen und Ansätze für die EU, Russland und die USA. Die Europäische Union und Russland setzen auf das Prinzip des market pull mit festgelegten Zielen zur Emissionsreduzierung. Die USA verfolgt das Prinzip des technology push. 1 Das Kyoto-Protokoll beinhaltet politische und ökonomische Aspekte. Es kann zur Entwicklung eines neuen Sektors auf dem globalen Markt beitragen und für einige Länder interessant und perspektivenreich sein. Das Kyoto-Protokoll kann positive Wachstums-und Struktureffekte aus Energieeinsparungen mittels
Technologisierungsprogrammen schaffen. Die Emissionen sollen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens stabilisiert werden. Die rechtzeitige Stabilisierung der Emissionen erlaubt es den Ökosystemen, sich auf natürliche Weise dem veränderten Klima anzupassen und verhindert damit eine Gefährdung der Nahrungsmittelproduktion sowie einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung. 2 Im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll bezweckt Asia-Pacific Partnership on Clean Development and Climate (APP) die Erforschung klimafreundlicher Technologien. Der Einsatz erneuerbarer Energien soll zur Abmilderung des unabwendbaren Klimawandels und zur Emissionsreduktion beitragen. 3
Das vierte Kapitel setzt sich mit den ökonomischen Folgen des Klimawandels auseinander. Durch den Klimawandel werden extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen zunehmen, die enorme volkswirtschaftliche Schäden verursachen. Aufgrund der Langlebigkeit der Treibhausgase (THG) in der Atmosphäre müssen die verantwortlichen Staaten möglichst schnell mit einer drastischen Emissionsreduktion beginnen. Die Kosten der unvermeidlichen
1 Vgl. Bardt, H., Selke, J.-W., (2007), S. 30
2 Vgl. DGO (2004), S. 3
3 Vgl. Bardt, H., Selke, J.-W., (2007), S. 30
2
Treibhausgasreduktionen könnten bei einer optimalen Kooperation der hauptverantwortlichen Staaten wie USA, EU und Russland minimiert werden. 1
Das Fazit schießt die Arbeit ab.
1 Vgl. BMBF (2004), S. 44-45
3
2 Klimawandel aus wissenschaftlicher Sicht
2.1 Institutionelle Gestaltung des UNO-Weltklimarats IPCC
Das Intergovernmental Panel on Climate Change wurde 1988 von der World Meteorological Organization (WMO) und dem United Nations Environmental Program (UNEP) eingerichtet. Alle Mitgliedstaaten der United Nations Organization (UNO) und der WMO sind auch Mitglieder des IPCC. Der IPCC begutachtet regelmäßig den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel, um die Politik bei der Begrenzung des zukünftigen Klimawandels zu unterstützen. Der Sitz des IPCC-Sekretariats befindet sich in Genf. Die UN-Versammlung ist im Jahre 1988 zum Schluss gekommen, dass die vom Menschen verursachte Gleichgewichtsstörung im globalen Klimasystem eine der Hauptursachen für existierenden und prognostizierten Klimawandel ist. Die Aufgabe des IPCC besteht darin, die Forschungsergebnisse aus wissenschaftlicher, technischer, sozioökonomischer Sicht in verschiedenen Disziplinen zu den Risiken und Auswirkungen des Klimawandels zusammenzutragen und die Handlungsoptionen aufzuzeigen. Die Organisation betreibt selbst keine Wissenschaft.
Abbildung 1 zeigt die Zusammenhänge des Klimawandels. Als Hauptursache wurden die THG-Emissionen festgestellt, die durch erhöhte Investitionen in Forschung und Entwicklung für erneuerbare Energien verringert werden können
4
Abbildung 1: Zusammenhänge von Emissionsminderung und Anpassung an die Folgen des Klimawandels
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an IPCC (2001), S. 3; IPCC (2007): Climate Change 2007, S. 26; Germanwatch (2007): China und der globale Klimawandel: die doppelte Herausforderung, S. 3
Der IPCC arbeitet in vier Gruppen. Arbeitsgruppe I (AG I) stellt den aktuellen Kenntnisstand zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Klimaveränderung dar. Arbeitsgruppe II (AG II) befasst sich mit der Reduzierung der schlimmsten Auswirkungen und Risiken, mit der Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsstrategien an vermeidbare Klimafolgen. Arbeitsgruppe III (AG III) konzentriert sich auf Optionen zur Minderung des Klimawandels, wie z. B. mögliche Emissionsminderungsoptionen für Treibhausgase unter
umweltbezogenen, wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten. Die vierte Gruppe Task Force entwickelt Methodologien und die Standardisierung von Verfahren beispielsweise bei der Erhebung von Emissionsdaten von Treibhausgasen in den einzelnen Ländern. 1 Jede Arbeitsgruppe bringt auch eine Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger heraus.
1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. IV
5
Der UNO-Klimarat IPCC wurde 2007 gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, dem wohl bekanntesten Klimaschützer, für ihre Arbeit und seinen Dokumentarfilm „Die unbequeme Wahrheit“ mit dem Friedensnobelpreis geehrt.
Die IPCC-Ausgaben belaufen sich jährlich konstant auf ca. 3 Mio. Euro. Von 1988 bis einschließlich 2005 betrug das kumulierte Budget 51,7 Mio. Euro. 1
2.2 Wissenschaftliche Fakten zum Klimawandel
Definition des Begriffs Klimawandel gemäß IPCC: „Eine Zustandsänderung des Klimas, die über Änderungen von Mittelwerten und/oder der Variabilität seiner Eigenschaften identifiziert werden kann (z. B. mittels statistischer Verfahren), und die über einen ausgedehnten Zeitraum bestehen bleibt, typischerweise über Jahrzehnte oder länger. Der Ausdruck bezieht sich auf jegliche Klimaänderung im Verlauf der Zeit, sei es aufgrund natürlicher Schwankungen oder als Folge menschlicher Aktivitäten.“ 2 Nach Empfehlung der Weltmeteorologischen Organisation soll das Klima mindestens 30 Jahre berücksichtigt werden, weitergehend dann Jahrhunderte, Jahrtausende usw. bis hin zu Jahrmilliarden.
2.2.1 Änderung der Umwelteffekte
In den letzten achtzehn Jahren ist die globale Temperatur stark gestiegen (vgl. Abbildung 2). Seit dem Jahr 1900 zeigt sich ein globaler
Temperaturanstieg um 0,6 (+/- 0,2) Grad. Die Erwärmungsrate für die letzten 50 Jahre ist fast doppelt so hoch wie die für die vergangenen 100 Jahre. Die Wissenschaftler prognostizieren die weitere weltweite Erwärmung.
1 Vgl. Gore, A. (2008)
2 S. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 4
6
Abbildung 2: Änderungen von Temperatur, Meeresspiegel und nordhemisphärischer Schneebedeckung
Quelle: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 5
Im Einklang mit der Erwärmung steigt der Meeresspiegel. Von 1961 bis 2003 ist der Meeresspiegel durchschnittlich um 1,8 mm jährlich und von 1993 bis 2003 um durchschnittlich etwa 3,1 mm pro Jahr gestiegen. Der beschleunigte Anstieg des Meeresspiegels ist zu etwa 57 Prozent auf die thermische Ausdehnung der Ozeane, zu etwa 28 Prozent auf schmelzende Gletscher und Eiskappen sowie zu 15 Prozent auf den Verlust polarer Eisschilde zurückzuführen.
Seit den 1980er Jahren sind in der Antarktis und Grönland die Temperaturen an der Obergrenze der Permafrostschicht allgemein um bis zu 3 °C gestiegen. Mit der Erwärmung geht auch die Schnee- und Eisbedeckung zurück. Das Antarktische Meereis nimmt nach Beobachtungen seit 1978 2,7 Prozent pro Jahrzehnt ab und im Sommer 2007 beträgt die Abnahme 7,4 Prozent pro
7
Jahrhundert. 1 Wenn Grönland und Antarktis schmelzen würden, könnte der Meeresspiegel um 7 Meter steigen. Nur aufgrund von Gletscher- und Eiskappenschwund stieg der Meeresspiegel zwischen 1961 und 2003 um 0,50 mm jährlich und zwischen 1993 und 2003 um 0,77 mm. 2
2.2.2 Anthropogener Klimawandel
Seit den 1950er Jahren begann Charles Keeling mit kontinuierlichen Messungen der CO 2 -Konzentration auf dem Mauna Loa in Hawaii. In den Jahren 1957/58 wurde nachgewiesen, dass der Anstieg der CO 2 -Konzentration in der Atmosphäre durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht wurde. Fossile Brennstoffe entstehen durch Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Die CO 2 -Konzentration hatte im Jahr 2005 den Rekordwert von 380 ppm (parts per million) erreicht. 3 Das Intergovernmental Panel on Climate schätzt im bestmöglichen Fall eine Veränderung der globalen Kohlendioxidkonzentrationen von über 450 ppm mit einer Temperaturänderung von zwei Grad Celsius und im schlechtmöglichen Fall 590-710 ppm Kohlendioxidäquivalenten mit einem Temperaturanstieg von 5,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 ab. Heute liegt die globale Kohlendioxidkonzentration bereits bei knapp 400 ppm. 4
Die Treibhausgase sorgen für eine durchschnittliche Temperatur von 15 °C auf der Erde. Ohne THG würde auf unserem Planeten eisige Weltraumkälte herrschen. Pflanzen und Tiere atmen Sauerstoff, Bäume ernähren sich von CO 2 , die dann wieder Sauerstoff produzieren (Photosynthese). Jedoch hat sich die Atmosphäre unnatürlich stark erwärmt. Diese stark erwärmte Atmosphäre erklärt sich durch die Erhöhung der Konzentration der Treibhausgase, vor allem das Kohlendioxid. 5
1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 4
2 Vgl. IPCC (2007): Climate Change 2007, Technical Summary, S. 46-48
3 Vgl. Rahmstorf, S. (2007), S. 7-8
4 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 60-61
5 Vgl. BMU: Glossar zum Klimaschutz
8
Die Abbildung 3 stellt Ursachen und Folgen des anthropogenen (durch menschlichen Einfluss verursachten) Treibhauseffektes deutlich dar. Klimagase bzw. Treibhausgase entstehen durch vielfältige menschliche Aktivitäten, die sich in vier Sektoren unterteilen lassen: Energie, Transport (Straßen- und internationaler Flugverkehr), Privathaushalte und Industrie (Produktions-und Baugewerbe). Treibhausgase verringern die
Wärmeabstrahlung von der Erde, wodurch sich die Erdatmosphäre wie in einem Treibhaus aufheizt. Die vielfältigen Folgen dieser unnatürlichen
Erdatmosphäreerwärmung sind die Schmelzung von Gletscher und Polkappen, die Erhöhung des Meeresspiegels, die Ausbreitung von Dürregebieten, eine intensive Wasserverdunstung sowie Wettergeschehen und andere Ereignisse, die als Folgen des Klimawandels genannt werden.
Abbildung 3: Strahlung und Treibhausgase in der Erdatmosphäre
Quelle: Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimawandel 2007, S. 16
9
Neben positiven und negativen Strahlungsantrieben 1 sind es die primär vom Menschen verursachten Faktoren, die zu höheren Temperaturen führen. Positive Strahlungen erwärmen die Erde, andere kühlen sie ab. Den wichtigsten anthropogenen Antrieb bilden bestimmte relativ langlebige Treibhausgase in der Atmosphäre (vgl. Anhang, Tabelle 1). Die schwarzen Fehlerbalken zeigen den Grad der Unsicherheit bei einzelnen Antriebsmechanismen an. Neunzig Prozent beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die Werte innerhalb dieser Balken liegen, da z. B. der Strahlungsantrieb durch die Treibhausgase relativ genau bekannt ist, was bei Aerosoleffekten nicht der Fall ist. Vulkanische Aerosole wurden ausgelassen, weil sie nur gelegentlich auftreten. 2
2.3 Prognosen zur Klimaentwicklung im 21. Jahrhundert
Um eine Lösung für die dargestellte Problematik „Klimawandel“ zu finden, hat der IPCC die Special Report on Emission Scenarios (SRES) zur Modellierung einer möglichen zukünftigen Klimaentwicklung ausgearbeitet. Diese Klimaszenarien sind keine Prognosen, sondern konsistente mögliche Entwicklungen, wie z. B. Weltbevölkerung, erreichter Lebensstandard, wie viel Energie verbraucht werden könnte und welche Energieträger dafür in Frage kommen würden. Ein Szenario ist eine auf einer klaren Logik und einer quantifizierten Handlung basierende Vorausplanung potentieller Zukunft. Die SRES-Szenarien beinhalten keine zusätzlichen Klimainitiativen, die ausdrücklich in der Umsetzung des Rahmenübereinkommens über
1 Unter Strahlungsantrieb eines klimawirksamen Faktors versteht man seine Fähigkeit, die
Energiebilanz der Erde zu ändern.
Ozon ist in Bodennähe ein Schadstoff, doch schützt die Ozonschicht in der Stratosphäre das
irdische Leben vor UV-Strahlung.
Albedo bezeichnet die Reflektivität einer Oberflächenregion. Sie nimmt mit der Helligkeit zu.
Unter Aerosolen versteht man Schwebeteilchen in der Luft. Sie entstehen etwa bei
Waldbränden oder auch beim Verfeuern fossiler Brennstoffe.
Kondensstreifen sind künstliche Wolken, die aus den Abgasen von Flugzeugen entstehen.
Auch sie können das Klima beeinflussen.
Die Troposphäre ist die unterste, rund zwölf Kilometer dicke Schicht der Atmosphäre.
Die Stratosphäre schließt sich an die Troposphäre an und reicht bis in eine Höhe von fünfzig
Kilometern.
2 Vgl. Collins, W., Colman, R., Haywood, J., Manning, M.R., Mote, P. (2007), S. 73-75
10
Emissionszielsetzungen des Kyoto-Protokolls (siehe Punkt 4.1) berücksichtigt wurden. 1
2.3.1 Heterogene Möglichkeiten der Weltentwicklung
In internationalen Gremien hat man sich auf vierzig Szenarien geeinigt. Diese Szenarien werden in vier Familien-Szenarien unterteilt und werden durch sechs Standardszenarien repräsentiert (vgl. Abbildung 4). Die dargestellten sechs Szenarien-Gruppen sollten als gleichermaßen stichhaltig betrachtet werden. Jede Handlung stellt verschiedene demographische, soziale, wirtschaftliche, technologische und Umweltentwicklungen dar, die auf zunehmend irreversible Weise auseinandergehen. 2 In einfacher Hinsicht sind vier Handlungen in zwei Szenarien-Gruppen von divergierenden Tendenzen kombiniert. Die erste Gruppe lässt sich zwischen starken ökonomischen Werten und starken Umweltwerten und die andere Gruppe zwischen wachsender Globalisierung und wachsender Regionalisierung variieren. Die Handlungen werden wie folgt zusammengefasst.
Abbildung 4: Bewertung der Klimaszenarien
1 Vgl. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (2007): Klimaänderung 2007, S. 18
2 Vgl. IPCC (2000)
11
Arbeit zitieren:
Ira Drozdzynski, 2008, Politische und ökonomische Folgen des Klimawandels, München, GRIN Verlag GmbH
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