Abkürzungsverzeichnis
AIDS Acquired immunodeficiency syndrome
CO 2 Kohlendioxid
etc. et cetera
EU Europäische Union
europ. europäisch
gem. gemäß
Jh. Jahrhundert
Mrd. Milliarden
PKW Personenkraftwagen
US$ Amerikanische Dollar
z.B. zum Beispiel
2
1. Einleitung
Es wird keine wirkliche Verbesserung der Umweltsituation und keine zukunftsträchtige ökologische Modernisierung geben, solange die gegenwärtig praktizierte bürokratische Umweltpolitik vorherrschend bleibt. 1
Gerade die aktuelle Umweltkatastrophe in Birma zeigt, dass Probleme und Katastrophen in weit abgelegenen Regionen der Erde enorme Auswirkungen auf die Politik in der ganzen Welt haben. Durch die heutige globale Vernetzung betrifft eine solche Katastrophe die ganze Welt und nicht nur die betroffene Region.
Eingriffe in das Ökosystem durch die Menschheit und Naturkatastrophen führen zu immer komplexeren Wechselwirkungen.
Durch das vorherrschende Bestreben der heutigen und auch früheren Gesellschaft nach Gewinnmaximierung, Leistungssteigerung und Produktionswachstum, ohne Rücksicht auf Verluste und negative Auswirkungen, liegt heute ein komplexes Wirkungssystem mit immer weiteren Folgeschäden und Abhängigkeiten vor.
„Gier und Spekulation können sich ungehemmt ausleben und die Folgen sind alarmierend. Die Welt gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht.
Eine der Folgen ist der bereits eingetretene Klimawandel als Folge einer hemmungslosen Belastung der Atmosphäre. Daraus resultiert ein unerträglich unfairer globaler Wettbewerb mit immer stärkerem Druck auf Arbeitnehmer und die regional gebundenen Unternehmen. Jene Bereiche der Wirtschaft mit den allergrößten Gewinnen (transnationale Konzerne und global agierendes Kapital) können sich der Steuer- und Abgabenpflicht weitgehend entziehen, was eine der Ursachen für die zunehmende Finanznot in den öffentlichen Haushalten und die Finanzierung der Gemeinwohlleistungen (Sozial-und Gesundheitssysteme, Bildung, Infrastruktur etc.) ist.“ 2
Das bestehende komplexe Gesellschaftssystem muss als Ganzes betrachtet werden. Es ist schwer geworden, Reaktionen und Verhaltensweisen nur noch auf Einzelkomponenten zu beziehen.
1 Huber J., Unternehmen Umwelt, 1991, S.13.
2 Vgl. Riegler J., KAB-Kongress, 2006, S.3, http://files.globalmarshallplan.org/nitra.pdf, abgerufen am
20.05.2008.
3
Dem versucht die Theorie der ökosozialen Marktwirtschaft entgegen zu wirken, indem Einzelkomponenten wie z.B. Politik, Volkswirtschaft, Verkehrswesen und Umwelt als Gesamtheit betrachtet werden müssen, mit starken gegenseitigen Wechselwirkungen. Ökonomie und Ökologie müssen interagieren, um Lösungsansätze zur Verhinderung von Katastrophen zu finden. Den Unternehmen muss bewusst werden, dass, wenn sie sich an der Natur bedienen, sie auch Rechnung für die entstehenden Folgeschäden tragen müssen.
Um auch zukünftig entstehende ökologische Probleme zu bewältigen, ist die ökosoziale Marktwirtschaft, welche Thema dieser Seminararbeit ist, ein interessanter Lösungsansatz, welcher sich an dem bestehenden Gesellschaftsmodell der sozialen Marktwirtschaft orientiert und in diese integriert werden soll. 3
Im ersten Kapitel dieser Seminararbeit befasse ich mich mit dem Gleichgewicht in der Natur und welche Auswirkungen das Eingreifen und Ausbeuten der Menschheit für den Kreislauf der Natur hat. Wie muss die zukünftige Entwicklung des Umweltschutzes aussehen, um eine Katastrophe zu verhindern.
Im zweiten Kapitel gebe ich einen Überblick über die Voraussetzungen, Auswirkungen und Folgen von Globalisierung.
Das dritte Kapitel widmet sich dem Hauptthema dieser Seminararbeit, der ökosozialen Marktwirtschaft, ihren Grundgedanken und Zielsetzungen.
Kapitel vier ist die Beschreibung der Grundprinzipien einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft.
Kapitel fünf gibt einen Überblick über die Umsetzung der ökosozialen Marktwirtschaft im Rahmen des Global Marshall Plan.
Im Fazit fasse ich in kurzen Worten noch einmal zusammen, um was es in diesem Modell geht und welche Schwierigkeiten in der praktischen Durchführung dieses Lösungsansatzes entstehen können.
3 Vgl. Hölzel Ed., Was ist ökosoziale Marktwirtschaft, 2005, www.hoelzel.at, abgerufen am 19.05.2008.
4
2. Das Gleichgewicht in der Natur
Dieses Kapitel soll Aufschluss darüber geben, welche immensen Schäden die Menschheit verursacht und somit das Gleichgewicht der Natur aus den Fugen gerät.
„Sozialer Fortschritt und wirtschaftlicher Wohlstand rühren oft von Tätigkeiten her, bei denen der Mensch zu wenig an die natürlichen Lebensgrundlagen denkt und seine Umwelt belastet. Bislang konnte die Natur aufgrund ihrer Regenerationsfähigkeit diesen Belastungen standhalten. In den vergangenen 20 Jahren sind allerdings eine steigende Zahl von Naturkatastrophen, ein Fortschreiten des Waldsterbens sowie die Verknappung natürlicher Ressourcen zu beobachten. Daher setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die Leistungsfähigkeit des Ökosystems begrenzt ist. Soziales und wirtschaftliches Handeln muss deshalb in Zukunft so organisiert werden, dass die natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde erhalten bleiben.“ 4
2.1 Grundgedanken des Umweltschutzes Unsere Welt bringt seit Milliarden von Jahren immer neue Lebensformen hervor. Die Natur kennt dabei keine Rohstoffprobleme.
Das Geheimnis dieses Langzeiterfolgs liegt in zwei Prinzipien.
Erstens:
Die Sonne als zentraler Energiespender versorgt die Erde beständig mit Licht- und Ultraviolettstrahlen. Solange die Sonne scheint, ist Leben auf der Erde möglich. Die Erde wird mindestens noch 3 Milliarden Jahre lang von der Sonne mit Energie versorgt werden.
Zweitens:
Die grünen Pflanzen bauen mit Hilfe des Sonnenlichtes aus energiearmen Stoffen (Wasser, Kohlendioxid, Nährsalze) energiereiche Stoffe (Zucker, Stärke, Proteine, Fette und vor allem Sauerstoff) auf.
Menschen und Tiere entnehmen den grünen Pflanzen die Nahrungs- und Sauerstoffenergie und verwenden diese zum Leben.
Bakterien und Pilze führen tote Stoffe wieder zurück in ihre Ursprungsmaterialien (Prinzip der Kompostierung).
4 Eichhorn P., Ökologie und Marktwirtschaft, 1996, S.5.
5
Pflanzen nennt man in der Biologie Produzenten, weil sie energiereiche Stoffe erzeugen. Menschen und Tiere nennt man Konsumenten, weil sie die produzierten Stoffe verbrauchen. Bakterien und Pilze nennt man Reduzenten, weil sie nicht mehr benötigte Stoffe in ihre Grundsubstanzen zurückführen.
Dieses System bildet einen Kreislauf der Stoffe.
Daher kann es theoretisch so lange funktionieren, wie die Sonne Energie liefert. Energie kann nicht wieder verwendet werden, sie muss ständig geliefert werden.
Die Menschen drohen nun dieses System zu zerstören, indem sie die Methode des Kreislaufs verlassen.
Überdies erzeugt unsere Zivilisation Stoffe, die in der Natur nicht mehr natürlich abgebaut werden können. Durch die Zerstörung des Kreislaufsystems zerstören wir uns selbst unsere immens wichtige Lebensgrundlage. Dies muss den Menschen endlich bewusst werden.
Aus ökonomischer Sicht hat die Umwelt im Wesentlichen zwei Funktionen. Einerseits stellt sie erneuerbare und nicht erneuerbare Ressourcen bereit, die in Produktions- und Konsumtionsprozesse eingehen.
Andererseits dient sie als Aufnahmemedium für Rückstände und Reststoffe aus diesen Prozessen. Sie umfasst beide Funktionen Ökonomie und Ökologie. Umweltschutz umfasst alle Maßnahmen zur Aufrechterhaltung dieser Funktionalität der Umwelt. Im Hinblick auf die Grenzen der Ressourcenverfügbarkeit und der Assimilationsfähigkeit des ökologischen Systems wird die Weiterentwicklung, z.B. der Abfallwirtschaft, als entscheidender Schritt zur nachhaltigen Sicherung der Umweltfunktion gesehen. 5
2.2 Zukunftsfähige Entwicklung des Umweltschutzes „Zukunftsfähige Entwicklung ist ein Prozeß der Veränderung, in dem die Nutzung der Ressourcen, die Struktur der Investitionen, die Art des technischen Fortschritts und die institutionellen Strukturen in Übereinstimmung gebracht werden müssen mit den zukünftigen und mit den gegenwärtigen Bedürfnissen.“ 6 Zukunftsfähigkeit und Umweltschutz sind keine leicht zu definierenden Zustände der Harmonie zwischen Ökonomie und Ökologie, sondern vielmehr ein komplizierter
5 Vgl. Ihde G. u. Eckart D., Kreislaufwirtschaft, 1996, S.123.
6 Van Hauff M., Schmid U., Ökonomie und Ökologie, 1992, S. 294.
6
Prozess des politischen und institutionellen Wandels, in dem bestimmte Positionen aufgegeben und erworbene Privilegien abgebaut werden müssen.
Umweltschutz heißt also, unsere Lebensweise so zu ändern, dass sie dem System der Natur möglichst nahe kommt. Dies bedeutet nicht einen Rückfall in die Steinzeit, sondern ganz im Gegenteil eine gewaltige Herausforderung an uns alle. Es erfordert den Einsatz aller geistiger Mittel um unsere Zivilisation, insbesondere aber unserer Industrie, wieder Natur näher (sparsamer Umgang mit Energie, Wiederverwertung von Abfällen, keine Produktion hochgiftiger Stoffe etc.) zu gestalten. Ansonsten manövriert sich die Menschheit selbst sehr schnell ins Abseits.
Angesichts der wachsenden Umweltproblematik kann eine rein ökonomische Steuerung von Angebot und Nachfrage nicht genügen.
Es stellt sich die Frage nach der Weiterentwicklung der marktorientierten Wirtschaftsordnung. Nach der sozialen gilt es, auch die ökologische Dimension in das Konzept der Marktwirtschaft zu integrieren. Umweltqualität als Element der individuellen und gesellschaftlichen Wohlfahrt sollte mehr ins Zentrum ökonomischer Mechanismen treten.
Die Komplexität der ökologischen Herausforderung für die Marktwirtschaft erfordert eine gründliche Ursachenforschung, um ganzheitliche Lösungen zu entwickeln. Nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen in Theorie und Praxis kann eine ökologische Gestaltung der Marktwirtschaft zufrieden stellend gelingen. 7
Unser Interesse muss sich auf die Veränderungen des Ökosystems zu unseren und ganz besonders zu Gunsten der Umwelt richten.
Um dies zu erreichen, ist das Konzept der ökosozialen Marktwirtschaft einer von vielen Lösungsansätzen.
7 Vgl. Eichhorn P., Ökologie und Marktwirtschaft, 1996, S. 5.
7
Arbeit zitieren:
Andreas Berndt, 2008, Ökosoziale Marktwirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Handelsmarketing: Gegenstand und Besonderheiten am Beispiel von Edeka
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 16 Seiten
Business Deconstructed Assignment "Glaxo Smith Kline"
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 29 Seiten
Bericht zum Unternehmensplanspiel TOPSIM General Management II
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Hausarbeit, 18 Seiten
Entwicklungstendenzen der Umweltpolitik und der Ökologiebewegung in De...
Seminararbeit, 15 Seiten
Die neue (soziale) Marktwirtschaft und deren Ordnungselemente
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Andreas Berndt's Text Ökosoziale Marktwirtschaft ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Andreas Berndt hat den Text Ökosoziale Marktwirtschaft veröffentlicht
Andreas Berndt hat einen neuen Text hochgeladen
Historie, Programm und Perspek...
Franz Josef Radermacher, Hubert Weiger, Josef Riegler
Ökosozial oder katastrophal - Die Politik hat die Wahl
Die Politik hat die Wahl
Walter Meier-Solfrian
Verantwortung als marktwirtschaftliches Prinzip
Zum Verhältnis von Moral und Ö...
Ludger Heidbrink, Alfred Hirsch
60 Jahre Soziale Marktwirtschaft
Illusionen und Reinterpretatio...
Michael S. Aßländer, Peter Ulrich
0 Kommentare