2.Die Absprünge
-Die Absprünge sind die wichtigste und wohl schwierigste Phase des Dreisprungs. Beim „ersten“ Absprung zum „Hop“ sollte eine möglichst weite Flugkurve des Körperschwerpunktes, bei Erhaltung höchster horizontaler Geschwindigkeit erreicht werden; d.h. ein möglichst weiter Sprung bei geringem Geschwindigkeitsverlust. Hierbei wird das Weitenverhältnis der einzelnen Sprünge zueinander festgelegt. Hier gibt es zwei unterschiedliche Auffassungen was die Teilweitenverhältnisse anbelangt. Bei der Steilsprungtechnik 38 % Hop, 29% Step und 33% Jump Teilweite; bei der Flachsprungtechnik 35% / 30% / 35% Teilweite. Die Ursachen hierfür liegen in der physischen Beschaffenheit der Springer: Sportler mit guter Sprungkraft neigen zur Steilsprungtechnik, während der sprintschnelle Springer die Flachsprungtechnik bevorzugen wird.
a) Hop
Beim Hop muss wie beschrieben der Verlust an Horizontalgeschwindigkeit möglichst klein gehalten werden. Zusätzlich muss der Springer die Landung und den Absprung zum Step vorbereiten und dabei das Gleichgewicht beibehalten.
Im letzten Schritt des Anlaufs wird der Oberschenkel des Sprungbeines nach vorn-oben bis zur Waagerechten gebracht. Mit dem Vorschwingen des Unterschenkels senkt sich der Oberschenkel, und das fast gestreckte Bein setzt aktiv mit der ganzen Fußsohle auf dem Balken auf. Die Zeit des Absprungs verkürzt sich und der Verlust an Geschwindigkeit ist gering. Wichtig in der letzten Phase des Absprungs ist eine vollständige Streckung des Hüft-, Knie- und Fußgelenks. Das Schwungbein wird bis zur Waagerechten eingesetzt wobei die Arme die Schwungbewegung wechselseitig unterstützen (die Mehrzahl der Weltklassespringer bevorzugen im Hop einen wechselseitigen Armeinsatz, beim Step und Jump den Doppelarmeinsatz. In der Flugphase erfolgt ein Beinwechsel. Das Sprungbein wird nach vorn oben gebracht (Oberschenkel etwa bis zur Waagerechten), das Schwungbein wird dabei zurück geführt. Nun beginnt die Vorbereitung zum Step.
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b) Step
- Der Step erfüllt grob die gleichen Ziele wie der Hop. Der Absprung wird jedoch anders wie am Balken durchgeführt. Ebenso wie später beim Jump soll hier ein aktiver, greifender Absprung durchgeführt werden d.h. das Sprungbein soll fast gestreckt vor dem Körper aufsetzen und aktiv mit ganzer Sohle greifen. Je schneller der Springer sich dabei horizontal bewegt, desto weiter vorn kann bzw. muss der Sprungbeinfuß aufgesetzt werden. Je aktiver und schneller die Landung ist, desto geringer ist die Bremswirkung und damit der Verlust der Horizontalgeschwindigkeit. Wichtig ist danach die Absprungstreckung wie beim Hop. Die Absprungstreckung und die Bewegungen des Sprungbeines müssen zeitlich gut koordiniert sein. Der Schwungbeineinsatz erfolgt im Step mit etwas größerem Oberschenkel-Unterschenkelwinkel wieder etwa bis zur Waagerechten. In der folgenden Flugphase wird die für Dreispringer typische Step-Haltung sichtbar (siehe Abbildung) , aus der wiederum eine aktive Landung möglich wird.
c) Jump
- Trotz aller Bemühungen des Springers seine Geschwindigkeit beizubehalten, muss der dritte Sprung mit relativ geringer Horizontalgeschwindigkeit ausgeführt werden. Der aktiv greifende Fußaufsatz erfolgt deshalb nur wenig vor dem Körper. Um trotzdem eine große Sprungweite erreichen zu können, sollte nun der Absprungwinkel vergrößert werden um. So wird die Geschwindigkeit nach oben erhöht und die Flughöhe größer. Bei der technischen Ausführung des dritten Sprunges sind alle Weitsprungtechniken möglich, wobei die Flugkurve möglichst gut ausgenutzt werden muss, um den Weitenverlust bei der Landung gering zu halten. Auch beim Jump ist die Streckung des Absprungbeines wichtig. Der Oberkörper sollte aufrecht und der Schwungbeineinsatz bis zur Waagerechten sein.
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Arbeit zitieren:
Markus Otto, 2001, Der Dreisprung, München, GRIN Verlag GmbH
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