damals unmöglich einen derer Ahnen als Mörder enttarnen. Macbeth wurde zum nachfolgenden König gekrönt und regierte siebzehn Jahre lang. Schwierig war es in dieser Periode für den einfachen Bürger, die ständigen Führungswechsel und die Regierungspolitik nachzuvollziehen, jedoch wurde Macbeth wegen seiner strengen und weisen Herrschaft respektiert.
Auf Macbeth folgte nach Malcolm III., König David I., Sohn Malcolms III aus zweiter Ehe. Während Davids Amtszeit gingen viele angelsächsische Edelmänner und sogar einige normannische Ritter in den Norden und überzeugten David I., England zu erobern. So rächte sich David I. für das, was William der Eroberer den Schotten zuvor angetan hatte. Die schottischen Truppen trieben englische Truppen zurück bis Northallerton in der Region von Yorkshire. Aber sie wurden bezwungen durch die Streitkräfte des Bischofs von York. Im Anschluss an diesen Misserfolg zogen sie sich bis ans nördliche Ufer des Tyne River zurück. 4 Die Niederlage war selbstredend schlecht für die Entschlossenheit der Schotten. Eine weitere, bittere Niederlage folgte jedoch, als William I. König der Schotten wurde. Er nahm vereint mit den Söhnen Henry II. aus Frankreich den Kampf gegen die Engländer wieder auf. Am Ende wurde er von den Engländern unter Arrest gesetzt und die schottische Kirche gelangte unter englische Kontrolle. Nach Zahlung eines hohen Lösegeldes von 10.000 Silbermark wurde William freigelassen.
1286 starb König Alexander III. als letzter der Monarchen aus dem Stamm der Mac Alpines. Weil er keine noch lebenden Abkömmlinge hatte, meldeten nicht weniger als neun nahe Verwandte ihren Anspruch auf den Thron an. Um einen von Ihnen zum Nachfolger bestimmen zu lassen, wandten sie sich an den englischen König Edward I. Dieser wählte Jean Ballieul, einen Nachkommen Davids I., den die Schotten John Balliol nannten. Edward I. dachte, dadurch mehr Kontrolle über Schottland bekommen zu können, aber John Balliol erfüllte seine Erwartungen nicht. Edward I. wurde darüber sehr wütend und hatte keine größeren Schwierigkeiten, als er mit seinen Truppe in Schottland einfiel, weil es dort nur wenige starke Schlösser gab. Als Demonstration ihrer Macht raubten die Truppen den „Krönungsstein des Scone“ 5 . John Balliol wurde festgenommen und im Turm Londons unter Arrest gesetzt. 1314 starb er in der Heimat, während sein von England unterstützter Sohn nach Schottland entsandt, dort von seinen Landsmännern aber niemals akzeptiert wurde. Mit dessen Tod 1364 war auch diese Dynastie zu Ende. 6
4 Vgl. Jansen 2001
5 Altar eines keltischen Missionars, nach Scone gebrachts durch Kenneth I. in Gedenken an seinen Sieg gegen die Pikten.Der Stein wurde 1950/51 geraubt.
6 Vgl. Jansen, 2001
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Der nächstgrößere Streit begann, als die Schotten gegen ihren südlichen Nachbarn rebellierten. Sir William Wallace als wahrer Patriot war der Anführer dieser Revolution und hatte die Unterstützung vieler Edelmänner. Am 11. September 1297 errang Wallace einen großen Sieg gegen englische Truppen in der Region um Stirling. Fortan glaubten die Schotten an ihn und man nannte ihn „den Retter Schottlands“. Er wurde zum Nationalhelden. Dennoch gelang es den Engländern, ihn acht Jahre später in Robroyston in der Nähe von Glasgow festzunehmen. Von dort wurde er nach London gebracht und exekutiert. Nach Wallace I. nahm Robert Bruce (1274-1329), ältester Sohn des Lord von Anahndahle, seinen Platz ein und bestieg 1309 den Schottischen Thron als Robert I. Er ernannte noch im selben Jahr sein erstes Parlament in St. Andrews. Fünf Jahre später focht er in der berühmten Schlacht von Bannockburn, in der England verheerend geschlagen wurde. Schließlich wurde Schottland unabhängiges Königreich im Jahre 1327 7 . 8 So waren diese Jahre eine Zeit größerer Erfolge des immerwährenden Kampfes gegen den englischen Rivalen und stärkten das Nationalbewusstsein vieler Schotten.
Nach dieser Zeit unterschiedlichster Regentschaften war die Ära der Stuarts angebrochen. Der erste bekannte Stuart war Stewart des Erzbischofs von Dol-de-Bretagne, mit Namen Alan, der sich dafür entschied nach England zu gehen, als eine größere Zukunft in Dol nicht zu erwarten war. Dort heiratete er die Tochter von Arnulf de Hesdin und ließ sich als Engländer in Clun nieder. Ein Nachkomme Alans, Walter Fitzalan, ging zum schottischen Gericht des Königs Malcolm IV. 1163 wurde er zu seinem Stewart und bekam auch die Grafschaft von Renfrewshire zugeteilt, die im Südwesten Schottlands liegt. Etwa zweihundert Jahre später gelangten die Stuarts bei Gericht zu einiger Macht. Dies geschah, als David II. starb, ohne Nachkommen zu hinterlassen. So wurde Robert Stuart, ein Enkelkind Roberts I., zum König gewählt. Von diesem Zeitpunkt an bildeten die Stuarts die letzte königliche Linie in Schottlands Geschichte. 9
Mit Beginn des 15. Jahrhunderts sandte König Robert III. seinen Sohn Jacob nach Frankreich. Unglücklicherweise wurde er auf seinem Weg von den Engländern festgenommen und inhaftiert. Aber er erhielt so auch die beste Ausbildung, die man in jener Zeit überhaupt erwarten konnte. Nach Zahlung eines Lösegeldes kam er frei, kehrte nach Schottland zurück und folgte seinem Vater als James (Jacob) I., König von Schottland. Er wurde am 21. Februar 1437 ermordet. 10
7 Abkommen von York, das Schottland unabhängig erklärte. Als Zeichen heiratete David, der Sohn Roberts I. die Tochter Edwards II., König von England.
8 Vgl. http://www.scotlandinargentina.com.ar/scottishkingandqueens.htm, s.a. Jansen, 2001
9 Vgl. Jansen, 2001
10 Vgl. Jansen, 2001
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Arbeit zitieren:
Sonja Wendel, 2008, Essay Social History, München, GRIN Verlag GmbH
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