Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Theoretische Grundlagen 4
2.1 Der theoretische Standpunkt 4
2.2 Zentrale Begriffe der Lerntheorie 4
2.3 Assoziationismus und Empirismus als historische Quellen der
Lernforschung. 5
3. Die behavioristischen Lerntheorien 7
3.1 Pawlows Theorie des klassischen Konditionierens. 7
3.1.1 Die Ausgangsüberlegungen Pawlows 7
3.1.2 Der Versuchsaufbau und -ablauf. 8
3.1.3 Abschließende Betrachtung des klassischen Konditionierens. 9
3.2 Watson und seine Programmatik des Behaviorismus 10
3.2.1 Die Ausgangsüberlegungen Watsons. 10
3.2.2 Das Albert-Experiment als Beispiel für emotionales
Konditionieren 11
3.2.3 Abschließende Betrachtung von Watsons Theorie. 11
3.3 Instrumentelles Lernen nach Thorndike. 12
3.3.1 Die Ausgangsüberlegungen Thorndikes. 12
3.3.2 Thorndikes Problemkäfig. 13
3.3.3 Abschließende Betrachtung der Theorie Thorndikes. 14
3.4 Operantes Konditionieren nach Skinner 15
3.4.1 Die Ausgangsüberlegungen von Skinner. 15
3.4.2 Skinners Versuch 16
3.4.3 Abschließende Betrachtung von Skinners Theorie. 17
4. Schlußbetrachtung. 18
5. Literaturverzeichnis 20
2
1. Einleitung
Lernen geschieht ständig und überall. Es ist ein wichtiger Prozeß nicht nur in der Sozialisation, sondern auch im gesamten Leben eines Individuums. Hierdurch wird aus einem Neugeborenen erst ein in einer Gesellschaft handlungsfähiges Subjekt, da durch verschiedene Lernprozesse Kenntnisse und Fähigkeiten erworben werden, die nicht nur für ein weitestgehend reibungsloses miteinander l eben nötig sind, sondern auch für das eigene Überleben.
In dieser Hausarbeit werden einige Aspekte der in der letzten Jahrzehnten sehr komplex gewordenen Lern- und Verhaltenstheorie dargestellt. Ich beschränke mich hierbei auf die klassischen Vertreter der behavioristischen Lerntheorie, da diese mit ihren Forschungsergebnissen weitreichend die spätere Entwicklung beeinflußten. Ihnen ist dabei gemeinsam, daß sie alle ein weitgehend mechanistisches Menschenbild zugrunde legen, in dem der Mensch durch äußere Umweltbedingungen beeinflußt wird und lernt. Dies erschien mir daher auch ein sinnvoller Schnitt für die Festlegung der in dieser Arbeit dargestellten Klassiker zu sein.
Zum besseren Verständnis wurde den Vertretern des Behaviorismus noch ein Kapitel vorangestellt, welches den theoretischen Standpunkt der Lerntheorien näher beschreibt. Des weiteren werden hier die Begriffe Verhalten und Lernen erläutert und einige historische Vorbemerkungen zu Konzepten von Aristoteles und englischen Empirikern der Vergangenheit aufgezeigt, um zu veranschaulichen, daß man sich auch schon früher als am Anfang behavioristischer Forschung manch wertvollen Gedanken in dieser Richtung gemacht hat.
Danach werde ich vier Konzepte vorstellen, und zwar die von Watson, Pawlow, Thorndike und Skinner. Am Schluß der Arbeit fasse ich die Ergebnisse dann noch in Hinsicht auf die Sozialisation zusammen. Allerdings erhebt diese Arbeit dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier aufgezeigten Theorien sind zu komplex, um in dem Umfang einer Seminararbeit jeden bedeutenden Aspekt hervorzuheben.
3
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Der theoretische Standpunkt
Die Lerntheorie ist als ein individualistischer Erklärungsansatz zu verstehen: der einzelne Mensch steht im Blickpunkt des Interesses. Die Vertreter dieser Theorie gehen davon aus, „[...] daß sämtliche dauerhaften Veränderungen des menschlichen Verhaltens Folgen identifizierbarer, externer Ursachen sind [...]“ (Veith 1996, S. 221). Diese externen Ursachen sollen mit Hilfe „kausaler Gesetze“ erschlossen werden. Hierunter versteht Reimann eine regelmäßige Verbindung von wenigstens zwei Ereignis- oder Sachverhaltsklassen: jedesmal wenn ein Element einer Sachverhaltsklasse auftritt, erscheint auch ein Element der jeweils anderen Sachverhaltsklasse. Kausal an dieser Stelle bedeutet, daß die Kombination beider Klassen eine gewisse Notwendigkeit besitzt. Entscheidend ist hierbei, daß jede Analyse des Verhaltens einer anderen Person den Verhaltenstheoretiker in die Rolle eines externen Beobachters hineinversetzt, der Annahmen über ein Individuum aufstellt, in denen sich dasselbe nicht unbedingt wiedererkennt. Darin liegt aber auch eine Trennung zwischen der Verhaltenstheorie und der ansonsten stark verwandten Handlungstheorie: die Behandlung der zu erklärenden Verhaltensweisen als externe Daten 1 (vgl. Reimann, 1985, S. 102f.).
Die durch die Beobachtung gewonnenen Gesetzmäßigkeiten des Lernens sollen gleichzeitig die notwendigen und die hinreichenden Grundprinzipien über den Aufbau und die Steuerung von Verhalten darstellen. Lernen wird hierbei als Grundelement menschlichen Daseins zur „[...] Anpassung an und Aneignung von Umwelt [...]“ verstanden (Ulich 1980, S. 71). Die soziale Umwelt wird aus lerntheoretischer Sicht in Kategorien experimenteller Lernforschung verstanden. Interaktion zählt als Verbindung zwischen Reiz und Reaktion, Verhalten und Verstärkung (vgl. Tillmann 2001, S. 80).
2.2 Zentrale Begriffe der Lerntheorie
„Lernen kann als der Prozeß beschrieben werden, durch den ein Organismus sein Verhalten als Resultat
von Erfahrung ändert“ (Gage 1986, S.260).
1 Die Handlungstheorie geht von einem sinnorientierten, zielgerichteten und aktiven Handeln sozialisierter
Menschen aus. Dieser wird auch nicht als reflexartig reagierender Organismus gesehen, wie es einige der
Lerntheorien tun, sondern als eine Persönlichkeit, die anhand gemeinsamer symbolischer Orientierungssysteme
mit anderen interagiert (vgl. Hillmann 1994, S. 319).
4
Die Begriffe Prozeß und Änderung in dieser Definition drücken aus, daß Lernen Zeit benötigt. Zentral ist auch die Annahme, daß es sich um eine Änderung im Verhalten handelt und nicht etwa um einen Wandel bei physischen Eigenschaften. Sobald also ein Verhalten zu zwei Zeitpunkten unter ähnlichen Bedingungen der Umgebung verschieden ist, kann man sagen, daß Lernen erfolgt ist. Der letzte Satz muß jedoch noch um das Element der Erfahrung erweitert werden. Nur aufgrund dieser kann ein Lernprozeß erfolgen. Dies soll an einem Beispiel deutlich werden: Ein Mensch hebt immer wieder ein sehr schweres Gewicht. Mit der Zeit wird er in diesem Vollzug natürlich langsamer. Dies ist allerdings nicht auf Erfahrung zurückzuführen, sondern vielmehr auf Ermüdungserscheinungen. Obwohl eine Änderung des Verhaltens eingetreten ist, läßt sich in diesem Fall natürlich nicht von Lernen sprechen. Ein Mensch dagegen, der bei Rot über eine Ampel läuft und fast von einem Auto überfahren wird, ist in Zukunft vorsichtiger. Hier spielt die Erfahrung eine große Rolle (vgl. Gage 1986, S. 260f.)
Grundsätzlich können zwei verschiedene Richtungen unterschieden werden, um sich dem Prozeß des Lernens verstehend zu nähern. Zum einen kann man von einem behavioristischen Standpunkt aus sich auf das direkt wahrnehmbare Verhalten konzentrieren. Zum anderen kann man aus diesem beobachtbaren Verhalten auch auf die Prozesse im menschlichen Gehirn schließen, was die kognitivistische Auffassung darstellt (vgl. Gage 1986, S. 260). Weitere Beachtung findet an dieser Stelle der Begriff des Verhaltens. Er bezeichnet die Gesamtheit aller möglichen Aktivitäten eines Organismus. Man kann dabei zwischen offenem und verdecktem Verhalten unterscheiden. Auslöser für Verhalten sind entweder äußere oder innere Reize (vgl. Wiswede 1998, S. 44).
2.3 Assoziationismus und Empirismus als historische Quellen der Lernforschung
Die Annahme, daß zwischen den Gegebenheiten, die ein Individuum in der Umwelt vorfindet und seinen spezifischen Verhaltensweisen ein Zusammenhang besteht ist nicht erst durch die Behavioristen entdeckt worden. Schon Aristoteles (384 - 324 v. Chr.) hatte behauptet - wenn auch nur auf die menschliche Psyche bezogen - „[...] daß zwischen den durch Erfahrungen erworbenen Ideen üblicherweise dann Verbindungen oder Assoziationen entstehen, wenn eine
5
enge zeitliche Beziehung zwischen den einzelnen Elementen besteht.“ (Veith 1996, S. 223). Seine Entdeckungen unterstützten ihn bei der Ausarbeitung dreier Gesetze, die in dieser Form bis heute Gültigkeit beanspruchen können.
Aristoteles Gesetz der Ä hnlichkeit hält die Tatsache fest, daß es immer dann zu einer Verknüpfung unterschiedlicher Ideen kommt, sobald zwischen ihnen vergleichbare, mit den Sinnen erfaßbare oder auch funktional-gegenständliche Verweisungsbeziehungen bestehen. Das Gesetz des Kontrastes zeigt auf, daß auch bei gegensätzlichen Ideen Verbindungen entstehen können. Schließlich beinhaltet das Gesetz der Kontiguität, daß vor allem dann Verbindungen entstehen, wenn die Ideen in einem geringen zeitlichen Abstand aufeinander folgen oder auf solche Gegenstände bezug nehmen, die räumlich gesehen sehr nah zueinander stehen (vgl. Veith 1996, S. 223).
Diese Auffassung, daß die Entstehung vielschichtiger Vorstellungskomplexe aus der obligatorischen Kombination von einzelnen sinnlichen vermittelten Elementen erfolgt, fand im 17. und 18. Jahrhundert erneut Einklang in die Diskussion. Die Hauptfragen waren hiermit Anlehnung an die Theorien von Thomas Hobbes und John Locke - ob die Verknüpfungen tatsächlich neuartig sind und wann bzw. warum ein von Aristoteles postuliertes Gesetz bei der Entstehung einer Verbindung wirksam wird.
James Mill (1773 - 1836) behauptete, daß komplexe Ideen nur additive Zusammensetzungen von einfacheren Ideen sind. Dies wurde von David Hartley (1705 - 1757) und Thomas Brown (1778 - 1820) keineswegs so einfach gesehen. Für sie konnten die bei Assoziationen neu entstehenden Eigenschaften nicht so einfach als additive Verbindung Geltung finden. Vielmehr sind komplexe Ideen eigenständige Synthesen mit gänzlich neuen Qualitäten (vgl. Veith 1996, S. 223). Dies führte auch dazu, daß Brown die aristotelischen Gesetze um eine Reihe von „sekundären Verknüpfungsprinzipien“ ergänzte. In diesen erklärt er, daß in jedem Fall, in dem eine der Assoziationsregeln Anwendung findet, auch noch andere Einflüsse eine Rolle spielen. Nach Browns Frequenzprinzip treten dann nur diese Verknüpfungen in Kraft, die schon in der Vergangenheit vermehrt auftraten. Falls dieses Prinzip nicht greift sorgt das Rezenzprinzip dafür, daß nur die Ideen verbunden werden, die einen größeren Stellenwert besitzen. Greift keine dieser beiden Regeln tritt das Intensitätsprinzip in Kraft, welches besagt, daß die Gedanken verknüpft werden, die für ein Individdum eine hohe emotionale Bedeutung besitzen (vgl. Veith 1996, S. 223f.).
6
Arbeit zitieren:
Daniel Hans, 2002, Die klassischen Vertreter der behavioristischen Lerntheorie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Strukturfunktionalismus von Talcott Parsons - Von der Handlungsthe...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 21 Seiten
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 14 Seiten
Lobbyismus in Deutschland - Zeit der Veränderung
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 23 Seiten
Aktuelle Studien zur Werbewirkung
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit, 24 Seiten
George Herbert Mead - Symbolischer Interaktionismus
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Seminararbeit, 12 Seiten
Berufsfindung als zentrale Aufgabe von Jugendlichen und jungen Erwachs...
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Seminararbeit, 24 Seiten
Werbewirkungsmodelle und Theorien zur Rezipientenaktivierung
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 19 Seiten
Politikberatung durch Politische Stiftungen
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Nachhaltiges Personalmanagement als Chance in einer sich wandelnden Ar...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Studienarbeit, 41 Seiten
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 21 Seiten
Homo Sociologicus vs. Rollen-Set - Welches Modell ist besser geeignet ...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 16 Seiten
Motivation von Mitarbeitern -Motivationstheorien-
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Unterstützung der Unternehmensführung durch Personalentwicklung - ...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 19 Seiten
Ethnomethodologie - Theorie und Empirie
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 17 Seiten
Lebenslanges Lernen und Integration von Bildung und Arbeit
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 24 Seiten
Daniel Hans hat den Text Die klassischen Vertreter der behavioristischen Lerntheorie veröffentlicht
Daniel Hans hat einen neuen Text hochgeladen
Urkunden und Urkundenformulare im Klassischen Altertum und in den orie...
Raif Georges Khoury
Jugendsoziologische Sozialisationstheorien
Impulse für die Jugendforschun...
Dagmar Hoffmann, Hans Merkens
Der Vertreter der Länder im Rat der Europäischen Gemeinschaften
Gemeinschaftsrechtliche und ve...
Wiland Tresselt
Verträge für angestellte Ärzte und Vertreter
Musterverträge und Erläuterung...
Rolf Schallen, Jan Kleinheidt
0 Kommentare