Inhaltsverzeichnis Seite
1 Einleitung 2
2 Das 4CID-Modell und seine praktische Anwendung 3
2.1 Die Hierarchische Analyse der Kompetenz 6
2.2 Das Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen 7
2.3 Der Entwurf von Lernaufgaben 9
2.4 Die Unterstützung des Lernenden durch Informationen 11
2.4.1 Beispiele für Unterstützende Informationen
2.4.2 Beispiele für Just-in-Time-Informationen
3 Mediendidaktische Überlegungen zum 4CID 13
3.1 Lerntheoretische Überlegungen 13
3.2 Das Situierte Lernen 15
3.3 Geeignete Didaktische Szenarien 15
3.4. Medien zur Unterstützung des Blueprints 17
4 Zusammenfassung und Ausblick 18
Literatur 19
1
1 Einleitung
„Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ (WHO, 1948; zitiert nach BMGFJ, 2008)
Gesundheit wird oft als unser höchstes Gut bezeichnet. Sie gilt als wichtiger Schlüssel zu Arbeitsfähigkeit, Erfolg und Lebensqualität. Gesundheit betrifft aber nicht nur den Einzelnen, sondern stellt auch einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor dar. Durch Krankheit entstehen neben direkten Ausfallkosten für den Arbeitgeber auch hohe gesamtgesellschaftliche Kosten für steigende Gesundheits-und Rehabilitationsmaßnahmen. Gesundheitserziehung und -förderung, die den Menschen zum Beispiel durch Aufklärung zum Erhalt, zu Stärkung oder Rückgewinnung seiner Gesundheit befähigen sollen, haben folglich einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen.
Die Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1986 betont den entscheidenden Einfluss der Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit jedes Arbeitnehmers. Dementsprechend sollten diese sicher, angenehm und gesundheitsförderlich gestaltet werden. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) verfolgt genau diesen Zweck. „BGF ist eine moderne Unternehmensstrategie und zielt darauf ab, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen (einschließlich arbeitsbedingter Erkrankungen, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Stress), Gesundheitspotentiale zu stärken und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern.“ (Luxemburger Deklaration, 2008).
Diese Arbeit beschäftigt sich anhand der Entwicklung eines Lehrplanentwurfs für den Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung, hier speziell in der Betrieblichen Gesundheitsförderung, mit dem Modell des Four Component Instructional Design (4CID). Dabei werden in Kapitel 2 die ersten drei Komponenten dieses lernerzentrierten Modells Situierten Lernens am Beispiel veranschaulicht und in Kapitel 3 entsprechende lern-theoretische Überlegungen angestellt. Kapitel 4 bildet mit einem kurzen Ausblick auf künftige Entwicklungen den Abschluss.
Personenbezogene Bezeichnungen werden der besseren Lesbarkeit halber in männlicher Form verwendet, meinen aber Personen beiden Geschlechtes.
2
2 Das 4CID-Modell und seine praktische Anwendung
Heutzutage werden immer mehr Routine-Aufgaben von Maschinen übernommen und die komplexen kognitiven Aufgaben, die nur durch Menschen auszuführen sind, rücken in den Vordergrund (Van Merriënboer & Kirschner, 2007, S.4), damit nimmt auch die Bedeutung von Modellen des Komplexen Lernens zu. Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell (engl. Four Componen Instructional Design Model (4CID)) von Jeroen J.G. van Merriënboer gehört im Bereich des Komplexen Lernens derzeit international zu den wichtigsten Modellen. Van Merriënboer veröffentlichte es erstmals 1997 in seinem Erfolgsbuch „Training for Complex Cognitive Skills“. Wie der Titel andeutet, handelt es sich beim 4CID um ein Modell zur Entwicklung von Lehrplänen für das Training von komplexen kognitiven Fähigkeiten anhand authentischer Lernaufgaben. Darüberhinaus gibt es systematische Empfehlungen für den Entwurf von Lernmaterialien. Instructional Design-Modelle zeichnen sich vor allem durch ihre Lernerzentriertheit, ihre Zielorientierung und die „*authentic learning tasks* based on real lifetasks“ (Van Merriënboer & Kirschner, 2007, S.4), also möglichst authentische und ganzheitliche Lernsituationen, aus, die den schnellen Transfer des Gelernten auf komplexe reale Probleme ermöglichen sollen. „Complex learning is always involved with a learner acquiring integrated sets of learning goals. Its ultimate aim is the integration of knowledge, skills and attitudes in one rich, interconnected knowledge base. If people encounter a new and thus unfamiliar situation, such an interconnected knowledge base allows them to activate many different kinds of knowledge that may possibly help them to solve the problem.“ (van Merriënboer & Kirschner, 2007, S. 15). Dies sei gerade in unserer schnelllebigen Arbeitswelt, in der Informationen so rasch veralteten, wichtig. Nach Van Merriënboer kann die komplexe Lernumgebung immer anhand der 4 Komponenten seines 4CID beschrieben werden (siehe auch Abb.1, S.4): (1) Learning tasks. Diese ganzheitlichen Lernaufgaben sollen (wieder-
(2) Supportive information. Die Unterstützenden Informationen sind für
(3) Procedural information. Diese werden auch als „Just-in-time-Informa-
(4)Part-task practice. Bei diesen eingeschobenen Teilaufgaben handelt es
Abb. 1: Schematische Übersicht des 4CID-Modells
(Quelle: van Merriënboer & Kirschner, 2007, S. 14 + eigene Ergänzungen)
4
Arbeit zitieren:
Susann Pfeil, 2009, Das 4CID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für den Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung, München, GRIN Verlag GmbH
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