Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 6
2 Allgemeines 9
2.1 Geographie 9
2.2 Bevölkerung 10
2.3 Staatsstruktur 11
2.4 Internationale Organisationen 13
2.5 Wirtschaft 14
2.6 Infrastruktur 17
3 Rohstoffproduktion 20
4 Bedeutung des bulgarischen Bergbaus 21
5 Rohstoffwirtschaft 24
5.1 Aluminium 24
5.2 Kupfer 24
5.3 Blei und Zink 26
5.4 Eisen und Stahl 27
5.5 Mangan 28
5.6 Gold und Silber 29
5.7 Industrieminerale und Zement 29
5.8 Energierohstoffe 30
5.9 Rohstoffpotential 31
6 Rohstoffpolitische Ansätze 32
7 Investment 34
8 Rohstoffrelevante Gesetze 42
9 Normative Grundlagen 43
2
10 Rohstoffgruppen und Mineralrechte 47
11 Erteilung von Genehmigungen 51
12 Behördliche Kontrollen 55
13 Abgaben und Förderzinse 57
14 Anhang: Infrastruktur 58
15 Literaturverzeichnis 61
3
Verzeichnis der Abbildungen
Abbildung 1: Geographie Bulgariens
Abbildung 2: Physische Karte Bulgariens
Abbildung 3: Bezirke Bulgariens
Abbildung 4: Aufteilung der Gemeinden in Bulgarien
Abbildung 5: Wirtschaftswachstum Bulgariens
Abbildung 6: Verteilung des BIPs und der Arbeitskräfte auf Wirtschaftssektoren
Abbildung 7: Wachstumsrate der Industrieproduktion
Abbildung 8: Entwicklung der bulgarischen Exporte und Importe seit 2001
Abbildung 9: Lagerstätten Bulgariens
Abbildung 10: Bulgarischer Kupfertagebau der Elatsite AD
Abbildung 11: Kupferraffinerie der Cumerio S.A.
Abbildung 12: Stomana AD
Abbildung 13: Entwicklung der bulgarischen Manganproduktion
Abbildung 14: Zementwerk Devnja
Abbildung 15: Regionen mit erhöhter Arbeitslosigkeit
Abbildung 16: Entwicklung des Inflows von FDI in Bulgarien
Abbildung 17: Entwicklung des bulgarischen FDI Inflows
Abbildung 18: Gerichtliche Infrastruktur in Bulgarien
Abbildung 19: Karte der Autobahnachse Igoumenitsa/Patras-Athen-Sofia-
Budapest
Abbildung 20: Karte der Binnenwasserstraße Rhein/Maas Main - Donau
Abbildung 21: Eisenbahnachse Athen-Sofia-Budapest-Wien-Prag-
N ürnberg/Dresden
Abbildung 22: Paneuropäische Verkehrskorridore
4
Verzeichnis der Tabellen
Tabelle 1: Produktionsdaten Bulgarien 20
Tabelle 2: Legende der Lagerstättenkarte 22
Tabelle 3: Bulgarische Rohstoffexporte 22
Tabelle 4: Bulgarische Rohstoffimporte 23
Tabelle 5: Bulgarisches Rohstoffpotential 31
5
1 Einleitung
Bulgarien ist einer der größeren Staaten auf der Balkanhalbinsel. Bis in die 1990er Jahre war Bulgarien ein von Kommunismus geprägtes Land. Nach dem vollzogenen Strukturwandel und einer enormen Entwicklung der bulgarischen Wirtschaft konnte Bulgarien zusammen mit Rumänien im Jahr 2007 der Europäischen Union beitreten. Diese Erweiterung der EU stellt nach 1981 mit Griechenland die erste Aufnahme von Staaten in Südosteuropa dar. Bulgarien und Rumänien sind zwei rohstoffreiche Staaten Europas. Die europäische Wirtschaft erhält seit 2007 somit einen erleichterten Zugang zu diesem Rohstoffpotential. Bulgarien, welches eine geringere Rohstoffvielfalt als Rumänien aufweist, nutzt derzeit seine Lagerstätten für die Verwendung in der heimischen Industrie. In den letzten Jahren setzen verstärkt
Investitionstätigkeiten aus dem Ausland ein. Auch der Mineralrohstoffsektor Bulgariens entwickelt sich mit der Hilfe ausländischer Unternehmen weiter. Im Vergleich zu anderen Industrie- bzw. Dienstleistungszweigen hält der Rohstoffsektor in Bulgarien nur einen geringen Anteil am nationalen Foreign Direct Investment Inflow.
Obwohl Bulgarien weiterhin mit sozialen und teilweise wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat (siehe u.a. Kapitel 7 des Buches) hat sich das bulgarische Investitionsklima in den letzten Jahren stark verbessert, nicht zuletzt durch den Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union. Neben einer Vielzahl an Investitionsanreizen und ²förderungen ist die Invest Bulgaria Agency, die staatliche Investitionsagentur, bemüht Investitionen zu fördern und unterstützt zu diesem Zweck ausländische Investoren. Im Mineralrohstoffsektor wurde verstärkt der Zementsektor beworben. Viele ausländische Unternehmen, darunter Italcementi und Holcim, nutzten die positive Entwicklung in Bulgarien für deren Einstieg am bulgarischen Markt. Der Eisen- und Stahlsektor sowie die Buntmetall- und Edelmetallindustrie findet bei der Invest Bulgaria Agency keinen Anklang. Investitionen in diesem Sektor, obwohl sie nicht beworben werden, sind ebenfalls getätigt worden. Das größte Stahlwerk der
Balkanhalbinsel, welches in den 2000er Jahren stark verschuldet auf Finanzspritzen des Hauptaktionärs Global Steel Holdings Limited angewiesen ist, trägt einen bedeutenden Anteil zum bulgarischen Bruttoinlandsprodukt, zur Industrieproduktion sowie zur Handelswirtschaft bei. Die bulgarische Eisenproduktion kam aufgrund von unzureichenden heimischen Reserven zum Erliegen, wodurch Bulgarien erhöht importabhängig wurde. Neben Eisen finden sich Vorkommen des wichtigen Stahlveredlers Mangan. Vor allem britische und kanadische Unternehmen sind im Explorationssektor von Mangan, aber ebenso Kupfer, Gold und Silber tätig. Die vermehrten geologischen Erkundungen könnten mittel- und langfristig zur Entwicklung neuer Bergbauprojekte in Bulgarien führen. Eine Zunahme der Nutzung europäischer Lagerstätten kann einen positiven Beitrag zur europäischen Wirtschaft leisten und deren Importabhängigkeit v.a. bezüglich Metalle reduzieren. Dieses Buch nimmt es sich als Ziel, einen Überblick über investitionsrelevante Grundlagen in Bulgarien zu vermitteln. Diese sind notwendig, um einerseits bereits bestehende Bergwerke zu modernisieren als auch um neue Bergbauprojekte zu entwickeln. Dabei wird auf folgende grundlegende Parameter eingegangen:
N Eine Vielzahl kleinerer Faktoren bestimmt das Investitionsklima grundlegend, darunter die Staatsstruktur, die Mitwirkung an internationalen Organisationen, Bevölkerung, Sprache, Infrastruktur, etc.; Ein kurzer Überblick dieser Parameter wird in Kapitel 2 vermittelt. N Grundlegende Verfügbarkeit von Rohstoffen: Investitionen im Bergbausektor erfordern das Vorhandensein von Lagerstätten bzw. Vorkommen mineralischer Rohstoffe. Dieses Buch behandelt in Kapitel 3 ² 5 das Rohstoffpotential Bulgariens wie auch die bulgarische Rohstoffindustrie.
N Die Kapitel 6 und 7 behandeln vor allem Grundlagen, welche den Umgang mit Investoren als auch die nationale Investitions- und Rohstoffpolitik betreffen.
N Rechtliches Rahmenwerk: Neben allgemeinen rechtlichen Aspekten wie Arbeitsrecht, Verwaltungsverfahrensrecht, etc. spielen für den Mineralrohstoffsektor vor allem die geltenden Bergbaugesetze, Konzessionsgesetze und Investitionsgesetze eine tragende Rolle. Die rechtlichen Grundlagen stellen einen der wichtigsten Faktoren des Investitionsklimas dar. Insbesondere wird auf das bulgarische Mineralrohstoffgesetz (Kapiteln 10 ² 13) und auf Bestimmungen der bulgarischen Investitionsgesetze eingegangen (Kapitel 7). Die Kapitel 8 und 9 vermitteln einen ergänzenden Überblick über weitere bergbaurelevante Gesetze und Verordnungen.
2 Allgemeines
2.1 Geographie
Bulgarien ist mit 110.994 km 2 nach Rumänien und Griechenland der drittgrößte Staat Südosteuropas. Bulgarien liegt im Osten der Balkanhalbinsel und grenzt an das schwarze Meer (siehe Abbildung 1). Die Grenzlinie von 1.808 km teilt sich Bulgarien mit Griechenland (494 km), Mazedonien (148 km), Rumänien (608 km), Serbien (318 km) und mit der Türkei (240 km). Die Küstenlinie am Schwarzen Meer ist 354 km lang (CIA, 2008).
Bulgarien weist ein vielseitiges Relief auf (siehe Abbildung 2). Das Land besteht zu mehr als zwei Drittel aus hügeliger Landschaft. Im Norden des Landes liegt die Donauebene und im Süden die Thrakische Ebene. Zwischen diesen zwei flachen Gebieten erstreckt sich das Balkangebirge. Noch weiter südlich liegen die Rhodopen, zu welchen ebenfalls die zwei kleineren Gebirgsketten Pirin und Rila gezählt werden (Platzhalter1). Bulgariens höchste Erhebung, der Mt. Musala mit 2.975 m, befindet sich im Rilagebirge (CIA, 2008).
Die nationalen erneuerbaren Wasserreserven belaufen sich auf 19,4 Kubikkilometer Wasser. Der jährliche Wasserverbrauch liegt bei 6,92 Kubikkilometer Wasser, wovon 78% von der Industrie in Anspruch genommen werden (CIA, 2008).
2.2 Bevölkerung
Mit 7.693.000 Einwohnern belegt Bulgarien den 93. Weltrang. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 69 Einwohner je Quadratkilometer (Fischer Weltalmanach, 2008). Die ethnische Zusammensetzung wird mit 83,9% deutlich von Bulgaren dominiert. Weitere größere Bevölkerungsgruppen sind Türken (9,4%) und Roma (4,7%). Die restlichen 2% beinhalten Mazedonier, Armenier, Tartaren und Tscherkessen (CIA, 2008). Die Mehrheit der Bevölkerung (68,6%) ist zwischen 15 und 64 Jahre alt. Das generelle Durchschnittsalter liegt bei 41,1 Jahren. Im Jahr 2008 betrug das Bevölkerungswachstum -0,813% (CIA, 2008). Betrachtet man die Aufteilung der Ethnien lassen sich ebenfalls die Religionszugehörigkeit veranschaulichen. 82,6% der Bevölkerung sind
bulgarisch-orthodox, gefolgt von 12,2% Muslime, 1,2% Christen anderer Konfession und 4% Sonstige (CIA, 2008). Die Amtssprache ist Bulgarisch, welche in kyrillischer Schrift gehalten wird.
Die Hauptstadt Bulgariens ist Sofia. Weitere große Städte sind Plovdiv, Varna, Burgas, Ruse, Stara Zagora, Pleven, Sliven und Dobric. Sofia ist mit über 1,2 Millionen Einwohnern zugleich die einzige Stadt mit über 350.000 Einwohnern. Bulgarien gibt 4,5% seines Bruttoinlandproduktes für Bildungszwecke aus. Die Literalität der Gesamtbevölkerung liegt bei 98,2%. Als wichtigste universitäre Einrichtungen seien an dieser Stelle repräsentativ die St.-Kliment-Ohridski-Universität Sofia, die Universität für National- und Weltwirtschaft Sofia und die St. Iwan-Rilski-Universität für Bergbau und Geologie sowie die Technische Universität Sofia angeführt.
2.3 Staatsstruktur
Bulgariens Staatsform ist laut §1 der bulgarischen Verfassung aus dem Jahr 1991 eine Republik. In Kapitel 3 der Verfassung wird ein Parlament (bul. û (, Narodno Sobranie) mit 240 Mitgliedern festgelegt. Die Abgeordneten des Parlaments werden alle vier Jahre gewählt. In §2 der Verfassung wird erstmals auf das Staatsgebiet eingegangen. Es wird festgelegt, dass der bulgarische Staat ein einheitliches Gebilde mit lokaler Selbstverwaltung ist. Das Bestehen von autonomen Gebieten ist daher nicht zulässig. Die territoriale Integrität Bulgariens ist unantastbar. Die Struktur des Staates setzt sich aus 28 Distrikten (bul. , Oblasti; siehe Abbildung 3) zusammen, in welchen wiederum Städte und Gemeinden (bul. ' obshinta; siehe Abbildung 4) enthalten sind. Jeder der 28 Distrikte hat, wie in §143 der Verfassung erörtert, einen eigenen Gouverneur.
2.4 Internationale Organisationen
Bulgarien ist in zahlreichen internationalen Organisationen vertreten. Nachfolgende Auflistung soll eine Auswahl der für dieses Buch relevantesten Organisationen geben (CIA, 2008): N Agence de Coopération Culturelle et Technique (ACCT) N Black Sea Economic Cooperation (BSEC) N Communauté Européenne (EC) N Zentraleuropäische Initiative (CEI) N European Organization for Nuclear Research (CERN) N Euro-Atlantischer Partnerschaftsrat (EAPC) N Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) N Europäische Investmentbank (EIB) N Europäische Union (EU)
N Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) N International Bank for Reconstruction and Development (IBRD) N International Criminal Court (ICC or ICCt) N International Red Cross and Red Crescent Movement (ICRM) N International Finance Corporation (IFC)
N International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRCS) N Internationale Währungsfonds (IWF) N International Maritime Organization (IMO) N Interpol
N International Organization for Standardization (ISO) N International Trade Union Confederation (ITUC) N Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA; Teil der Weltbank) N North Atlantic Treaty Organization (NATO) N Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) N United Nations (UN)
N United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD)
Arbeit zitieren:
Thomas Heise, 2009, Investitionsrelevante Grundlagen zur Durchführung von Bergbautätigkeiten in Bulgarien, München, GRIN Verlag GmbH
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