1. Einführung
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Spanischen in den USA, dessen historischer Verbreitung und Entwicklung, sowie der heutigen Sprachsituation in den Vereinigten Staaten.
Einen sehr großen Bevölkerungsanteil in den USA stellen die Hispanos. Unter dem Begriff Hispano oder Latino versteht man Menschen mit spanischer Abstammung. Die Hispanos sind die größte Minderheitengruppe auf nordamerikanischem Boden. Außerdem zählen sie zu der am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppe. Man geht davon aus, daß sich ihre heutige Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2050 verzehnfachen wird, was diese Thematik sehr aktuell erscheinen läßt. Die spanische Sprache besitzt, neben Englisch, eine sehr lange Tradition in den USA, was ihr einen besonderen Stellenwert gibt. Durch den immensen Bevölkerungswachstum der Hispanos wird das Spanische auf dem Gebiet der USA immer präsenter. Folglich ist es interessant und auch wichtig sich näher mit der spanischen Sprache in den USA zu beschäftigen.
Zielsetzung dieser Hausarbeit ist es dem Leser einen Überblick zu geben und ihn mit der Sprachsituation der Hispanos in den USA vertraut zu machen.
Zunächst einmal werden grundlegende Informationen zum besseren Verständnis angeführt. Dementsprechend wird die Entstehung des Spanischen in den Vereinigten Staaten näher betrachtet. Darauf folgen aktuelle Fakten zur hispanophonen Bevölkerung und deren Verbreitung in den USA. Als nächstes werden typische Charakteristika des amerikanischen Spanisch und dessen verschiedenen Varietäten aufgeführt. Anschließend wird auf die Sprachsituation der Hispanos eingegangen, indem man den Sprachkontakt und den Sprachkonflikt zum Englischen näher beleuchtet. Zuletzt folgt eine Zusammenfassung der erarbeiteten Ergebnisse und ein Ausblick.
2. Grundlegende Informationen
2.1. Historischer Hintergrund
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Der hispanische Einfluß in den Vereinigten Staaten von Amerika reicht sehr lange Zeit zurück, sozusagen „[weist] [d]ie Präsenz des Spanischen auf dem Gebiet der USA [...] eine Kontinuität auf, die sich punktuell bis ins 16. Jh. zurückverfolgen läßt“ (Noll, 2001: 99). Lange bevor die Briten Nordamerika kolonisierten, gab es bereits spanische Siedlungen. Demzufolge waren, neben den Engländern, vor allem auch Spanier die Grundväter vieler, noch bis heute existierenden Städte und Siedlungen.
Nachdem Christopher Kolumbus 1492 in Amerika landete, entdeckte er zunächst die Karibischen Inseln, Guanahani, Kuba und Haiti. Für die spanische Krone entdeckte und besiedelte er nach und nach immer größere Teile Mittel- und Südamerikas. Trotz der vielen kolonisierten Gebiete im Süden, wollten die Hispanos ihr Herrschaftsgebiet in Richtung Norden ausstrecken. Anfang des 16. Jh. betrat Juan Ponce de León als erster Spanier nordamerikanischen Boden und entdeckte Florida im Jahre 1513. (vgl. Noll, 2001: 99) 1540 drang Francisco Vázquez de Coronado von Mexiko aus bis zum Grand Canyon vor und erkundete Teile der heutigen Staaten Arizona, Texas, Colorado und New Mexiko. (vgl. Noll, 2001: 99) Von der Ostküste aus erschloß Hernando de Soto viele Gebiete bis hin zum Mississippi. (vgl. Noll, 2001: 99) Einige Jahre lang versuchten Franziskanermönche Gebiete in Nordamerika zu kolonisieren und gründeten 1565 schließlich die erste spanische Kolonie in San Augustía an der Ostküste. (vgl. Noll, 2001: 99) Bis dahin erstreckte sich der Einfluß der Hispanos an der Ostküste bis hin nach Virginia, und im Südwesten bis zum Grand Canyon. Ende des 16. Jh. und Anfang des 17. Jh. wurden die ersten großen Siedlungen gegründet. 1598 errichtete Juan de Oñate die Stadt San Gabriel, das heutige Chamita, in New Mexiko. (vgl. Noll, 2001: 99) Ebenfalls in New Mexiko wurde 1609 Santa Fee gegründet. (vgl. Noll, 2001: 99) Im 17. Jh. wurden weite Territorien im Südwesten, vor allem in Arizona, Colorado und Texas erschlossen. Das Spanische wurde in den dortigen Gebieten zur Prestigesprache erklärt. „[...] [E]l español pasó a ser la lengua de prestigio y continuó siéndolo por un período de entre dos y tres siglos (desde la mitad del siglo diecisiete hasta la primera mitad del siglo diecinueve).“ (Silva- Corvalán, 2001: 298) Im 18. Jh. drangen die Hispanos bis an die Westküste vor. Somit besiedelten sie das heutige Kalifornien. (vgl. Noll, 2001: 99) Außerdem erweiterten die Hispanos ihr Herrschaftsgebiet, indem sie Lousiana von den dort ansässigen Franzosen abkauften. (vgl. Noll, 2001: 99) Zu diesem Zeitpunkt war weitgehend der gesamte Südwesten, über Louisiana, bis hin zu weiten Teilen der Westküste in hispanophoner Hand. Nicht nur die Hispanos, sondern auch die Engländer und die dort ansässigen anglophonen Siedler wollten Nordamerika für sich erobern. Das Ziel der anglophonen Siedler war es ein
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neues und unabhängiges Land, die USA, zu schaffen und erreichten dies 1776. Demzufolge kam es im 19. Jh. zu grundlegenden Veränderungen. 1803 fiel Louisiana an die USA, 1819 ebenfalls Florida. (vgl. Noll, 2001: 99) Im Jahr 1836 wurde Texas unabhängig von Mexiko, doch fiel 1845 auch an die USA. (vgl. Noll, 2001: 99) Um ihr Territorium auszuweiten, drangen Truppen der USA immer weiter in die Herrschaftsgebiete der Hispanos vor, worauf der zweijährige Mexikanisch- Amerikanische Krieg folgte. (vgl. Noll, 2001: 99) Nachdem die Truppen de USA Mexiko Stadt überrannten, regelte der Tratado de Guadelupe- Hilgaldo die weitere Flächenverteilung der Staaten. Die Hispanos verloren einen sehr großen Teil ihres Herrschaftsgebietes, da Kalifornien, Arizona, New Mexiko, Nevada, Utah und Colorado nun den USA zugesprochen wurden. (vgl. Noll, 2001: 99) Dementsprechend wurde in diesen Gebieten das Spanische durch das Englische abgelöst, welches fortan als alleinige offizielle Sprache anerkannt war. (vgl. Silva- Corvalán, 2001: 299) Zuletzt fielen im Jahre 1898 nach dem Spanisch- Amerikanischen Krieg Kuba, Puerto Rico, Hawaii und die Philippinen vorübergehend in amerikanische Hand. (vgl. Noll, 2001: 99)
2.2. Überblick und aktuelle Fakten
Wie schon bereits erwähnt, lassen sich spanische Einflüsse seit dem 16. Jh. in Nordamerika nachweisen. Durch den spanischen Eroberungsfeldzug wurden, vor allem im Südwesten, viele Städte gegründet, die bis heute bestehen und den ursprünglichen Namen tragen, z.B. Los Angeles, Las Vegas oder San Francisco. Nicht nur Städte, sondern auch Flüsse, Berge und Wüsten tragen Namen spanischen Ursprungs, z.B. der Río Grande oder die Sierra Nevada. (vgl. Silva- Corvalán, 2001: 300) Bis heute prägt immer noch die spanische Kultur und deren Sprache viele Gebiete der heutigen USA. „La presencia hispana en los territorios que actualmente forman parte de los Estados Unidos ha perdurado en muchos de estos asentamientos por tener sus propias instituciones culturales, como religión, idioma y modos de vivir.“ (Ramírez, 1992: 18) In den USA ist die spanische Sprache, nach der englischen, die häufigste gesprochene Sprache. Die Gemeinschaft der hispanophonen Sprecher in den USA vergrößerte sich im 20. Jh. immens durch massive Einwanderungswellen aus Mexiko, Puerto Rico, Kuba und anderen lateinamerikanischen Ländern. (vgl. Noll, 2001: 99) Dies verfestigte natürlich den spanischen Einfluß in den Vereinigten Staaten. Die Ergebnisse der Volkszählung im Jahr 2000 durch das U.S. Census Bureau waren sehr überraschend. Demzufolge lebten im Jahr 2000 35,3 Millionen Hispanos in den USA, was bei einer Gesamtbevölkerung von 281 Millionen Einwohnern ungefähr 12,5% ausmacht. Obwohl diese
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Arbeit zitieren:
Katrin Appenzeller, 2006, Das Spanische in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
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