2.1) Nomenflexion
Der Numerus am Nomen wird in Laut- und Gebärdensprachen markiert. In einer Lautsprache wie dem Deutschen oder Englischem bspw. haben wir durch Affigierung eine Pluralmarkierung. Dem gegenüber finden wir in DGS und anderen Gebärdensprachen die gleiche Merkmalsmarkierung durch Reduplikation oder Quantoren/ Determinatoren, Dual, Paukal oder Klassifikatoren. Der Typ der Gebärde spielt dabei eine große Rolle (Körper- vs. Raumgebärde). Wird sie am Körper gebärdet, so kann sie nicht redupliziert werden (Bsp. für DGS/ LIS: FRAU -> Plural durch Quantor/ Determinator ausgedrückt: DGS: ZWEI FRAU oder LIS: FRAU VIELE). Daher ist bei den Körpergebärden eine direkte Flexion am Nomen so nicht möglich. Des Weiteren kann bei Personen auch die Gebärde „PAM“ (entspricht der Bedeutung PERSON) den Plural markieren. Sie folgt nach dem Nomen als freies Morphem und wird redupliziert. Dies sind manuelle Markierungen. Es gibt auch Gebärdensprachen, wie die Italienischen Gebärdensprache (LIS), in denen eine nicht-manuelle Markierung für Numerus an Körper artikulierenden Nomen möglich ist. Diese Markierungen werden über Kopfbewegungen bzw. Kopfnicken ausgedrückt.
Die Eigenschaften der Nomen (Numerus etc.) wirken sich auf das Verb aus. In einer Lautsprache wie Deutsch ist das Verb kongruent mit dem Nomen und dies geschieht in einer „einheitlichen Art und Weise“,d.h. unabhängig um welches Verb es sich handelt. Gegensätzlich dazu ist die Verbklasse in den Gebärdensprachen von großer Bedeutung. 2.2) Verbflexion
In den Gebärdensprachen finden wir wie in den Lautsprachen verschiedene Verbklassen. Jedoch sind diese sehr unterschiedlich aufgebaut. So finden wir im Deutschen starke va. schwache Verben, was jedoch keinen Einfluss auf die Affigierungen (z.B. bei Markierung der Person oder des Numerus) hat. In den Gebärdensprachen beobachten wir etwas anderes. Denn der morphologische Prozess, wie zum Beispiel die Kongruenz oder Numerusmarkierung, hängt von der Verbklasse ab, welcher das Verb angehört.
Plural wird in Gebärdensprachen häufig durch Reduplikation des Verbs ausgedrückt, je nach Verbklasse. Denn zum Beispiel werden in DGS einfache Verben wie „ESS“ nicht redupliziert. Der Numerus wird bei dieser Verbklasse durch Quantoren/ Determinatoren am Nomen markiert. Allerdings gibt es auch Ausnahmen wie „KAUF“. Diese Gebärde gehört zwar auch der Klasse der einfachen Verben an, kann jedoch trotzdem redupliziert werden. In anderen Gebärdensprachen finden wir ebenso Numerusmarkierungen durch Reduplikation und Quantoren/ Determinatoren, bspw. ASL. Bei Objekt- und Subjekt-Objekt-kongruenten Verben finden wir die Pluralmarkierung in den Anfangs- und/ oder Endpunkten der Verbgebärde. Gibt jemand drei Menschen Blumen, so wird „GEB“ in DGS dreifach gebärdet, jedoch mit jeweils verschiedenen Endpunkten.
Auch bei den Verben kann der Klassifikator den Plural markieren. Ich kann bspw. eine Blume geben (DGS: F-Handform) oder einen Strauß (DGS: C-Handform). In ASL tritt noch eine optionale zusätzliche nicht-manuelle Kongruenzmarkierung auf, die Blickrichtung und ein Kopfnicken des Signers, um zu markieren was Objekt und was Subjekt ist. „ASK“ amrkiert die Argumente des Verbs manuell, kann jedoch durch die genannte nicht-manuelle Komponente unterstützt werden.
Person wird in DGS beispielsweise bei Subjekt-Objekt-kongruenten Verben markiert. Da ich die Gebärde „GEB“ verändere, je nachdem, ob ich jemandem etwas gebe oder mir etwas von jemandem gegeben wird.
Tempus wird in DGS bspw. am Diskurs-/ Satzanfang durch eine Einführung der Zeit mittels einer Zeitgebärde markiert. Das Verb verändert sich nicht. Im Deutschen findet die Tempusmarkierung am Verb statt. In ASL markiert man bspw. die Zukunft mithilfe der Gebärde „WILL“ oder „TOMORROW“.
Ein weiterer wichtiger Punkt in den Gebärdensprachen ist die Aspektflexion als typisches Merkmal, welche dort gegenüber Lautsprachen wesentlich häufiger zu finden ist. Aspektuelle
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Arbeit zitieren:
B.A. Beate Bergmann, 2007, Vergleich der morphologischen Eigenschaften von Laut- und Gebärdensprachen, München, GRIN Verlag GmbH
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