Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Diplomarbeit
zum Thema
Implementierung einer Kompetenzspitze versus
Einschaltung einer Kreditfabrik im Kreditgeschäft
für Privat- und Geschäftskunden
- ein theoretisch-empirischer Systemvergleich -
vorgelegt zur Erlangung des akademischen Grades eines Diplom-Kaufmanns (FH)
am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften I der
Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
von
Marco Jetschin
Studiengang:
Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Banken
Datum der Abgabe:
1. Juni 2005
Verzeichnisse II
Gliederung
GLIEDERUNG... II
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ...VII
ABBILDUNGSVERZEICHNIS...VIII
1
EINLEITUNG ... 1
1.1
Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit ...1
1.2
Gang der Untersuchung...2
2
GRUNDLAGEN DER KREDITGESCHÄFTSPROZESSE ... 4
2.1
Begriffsabgrenzungen ...4
2.1.1
Zum Kreditgeschäft in Banken...4
2.1.2
Kundengruppen im Kreditgeschäft...5
2.1.2.1
Wirtschaftlich unselbständige Kunden ...7
2.1.2.2
Wirtschaftlich selbständige Kunden ...8
2.1.2.2.1
Geschäftskunden...9
2.1.2.2.2
Firmenkunden...10
2.1.2.2.3
Juristische Personen des öffentlichen Rechts ...11
2.1.2.3
Zusammenfassung der erläuterten Kundengruppen ...12
2.1.3
Definition der zu diskutierenden Organisationsformen...14
2.1.3.1
Kompetenzspitze im Kreditgeschäft ...14
2.1.3.2
Kreditfabrik...15
2.2
Zur Kreditvergabe im deutschen Bankensystem ...15
2.2.1
Abriss über das Bankensystem in Deutschland ...16
2.2.1.1
Übergeordnete Institutionen des deutschen Kreditwesens...17
2.2.1.1.1
Zentralbankorganisation in Deutschland und Europa...17
2.2.1.1.1.1
Zur Europäischen Zentralbank...18
2.2.1.1.1.2
Zur Deutschen Bundesbank ...20
2.2.1.1.2
Zur Finanzdienstleistungsaufsicht ...21
Verzeichnisse III
2.2.1.1.3
Zur Zusammenarbeit zwischen Bundesbank und BaFin im Rahmen der
Finanzdienstleistungsaufsicht ...22
2.2.1.2
Zur Typisierung deutscher Kreditinstitute ...23
2.2.1.2.1
Universalbanken ...23
2.2.1.2.1.1
Sparkassen und Landesbanken...24
2.2.1.2.1.2
Genossenschaftsbanken und deren Dachinstitute ...25
2.2.1.2.1.3
Geschäftsbanken bzw. Großbanken...26
2.2.1.2.2
Spezialkreditinstitute und Unternehmen mit bankverwandtem
Dienstleistungsangebot...27
2.2.2
Zu den Besonderheiten des deutschen Bankensystems ...28
2.2.2.1
Zum Hausbankprinzip...30
2.2.2.2
Zum Universalbankprinzip ...32
2.2.2.3
Zur Fremdkapitaldominanz bei der Investitionsfinanzierung von Unternehmen in
Deutschland...33
2.2.3
Zum Ertragsproblem deutscher Banken ...37
2.2.3.1
Schwache Konjunkturentwicklung und Aktienmarktschwäche als Auslöser ...39
2.2.3.2
Fehlende Konzentration im Bankensektor als Auslöser...40
2.2.4
Zu den Herausforderungen von Basel II...41
2.2.4.1
Einflüsse auf die Kreditvergabepolitik...41
2.2.4.2
Problematik der Anpassung der Kreditvergabeprozesse...43
2.2.4.2.1
Herausforderungen bei der Analyse quantitativer Kriterien ...44
2.2.4.2.2
Herausforderungen bei der Analyse qualitativer Kriterien ...46
3
THEORIEN UND KONZEPTE DER KREDITVERGABE UND
KREDITENTSCHEIDUNGSPROZESSE... 48
3.1
Allgemeine Organisation des Kreditgeschäfts ...48
3.1.1
Makro-Organisation des Kreditgeschäftes auf der strategischen Ebene...49
3.1.2
Organisation des Kreditgeschäftes auf der operativen Ebene...52
3.2
Wertschöpfungskette des Kreditgeschäfts ...53
3.2.1
Zum Konzept der Value-Chain...54
3.2.2
Heute verbreitete Konfiguration der Wertschöpfungskette im Kreditgeschäft...55
3.2.3
Möglichkeiten zur alternativen Gestaltung der Kreditwertschöpfungskette...58
3.3
Kreditlebenszyklus...61
3.3.1
Zur Entscheidungsfindung...62
3.3.1.1
Grundsätze der Kreditentscheidung ...62
3.3.1.2
Zum Kompetenzwesen im Kreditgeschäft ...63
Verzeichnisse IV
3.3.1.3
Zu den Risikoquellen im Kreditgeschäft...65
3.3.1.4
Zur Kreditwürdigkeitsprüfung von Kreditnehmern ...66
3.3.1.4.1
Zur Quantitativen Analyse der Vermögensverhältnisse ...68
3.3.1.4.2
Bewertung der qualitativen Aspekte von Kreditnehmern...69
3.3.1.4.3
Zum Einfluss von Kreditsicherheiten auf die Kreditentscheidung ...71
3.3.1.4.4
Zum Einsatz von Kreditentscheidungsverfahren ...72
3.3.2
Kreditbearbeitung ...74
3.3.3
Kreditüberwachung ...75
3.3.3.1
Zur präventiven Funktion der Kreditüberwachung ...75
3.3.3.2
Zur Behandlung notleidender Kredite...77
3.3.4
Beendigung eines Kreditengagements...79
4
DISKUSSION ALTERNATIVER ORGANISATIONSFORMEN IM
KREDITGESCHÄFT FÜR PRIVAT- UND GESCHÄFTSKUNDEN ... 80
4.1
Überblick der zu diskutierenden Organisationsformen im Marktbereich des
Kreditgeschäftes ...80
4.1.1
Zur aktuell üblichen Konfiguration der Kreditprozesse ...81
4.1.2
Kompetenzspitze im Kreditgeschäft...82
4.1.2.1
Begriff der Kompetenzspitze im Allgemeinen...82
4.1.2.2
Besondere Kompetenzen von Mitarbeitern im Kreditgeschäft ...83
4.1.2.3
Organisatorische und prozessuale Integration einer Kompetenzspitze ...84
4.1.2.4
Leistungskatalog einer Kompetenzspitze...85
4.1.3
Kreditfabrik ...86
4.1.3.1
Zur Erscheinungsform der Kreditfabrik im Allgemeinen ...87
4.1.3.2
Prozessuale Integration einer Kreditfabrik...87
4.1.3.3
Leistungskatalog einer Kreditfabrik...88
4.1.3.4
Kreditfabriken in der deutschen Kreditwirtschaft...92
4.1.3.4.1
VR Kreditwerk Hamburg-Schwäbisch Hall AG...93
4.1.3.4.2
Aareal Hypotheken-Management GmbH ...94
4.1.3.4.3
Prompter AG ...94
4.1.3.4.4
Stater Deutschland GmbH & Co. KG...95
4.1.3.4.5
Initiativen in der Sparkassenorganisation ...96
4.1.4
Zusammenfassung der alternativen Organisationsformen...98
4.2
Analyse der Problemfelder bei der Reorganisation der Kreditprozesse ...99
4.2.1
Zu den Kernrisiken des Outsourcings...99
4.2.1.1
Strategisches Risiko (Strategic Risk) ...101
4.2.1.2
Reputationsrisiko (Reputation Risk) ...102
Verzeichnisse V
4.2.1.3
Risiken bei der Durchführung des Tagesgeschäftes (Operational Risk)...103
4.2.1.4
Beendigungs- und Veränderungsrisiken (Exit Risk)...104
4.2.1.5
Controlling der Kernrisiken des Outsourcings als risikopolitisches Instrument ...105
4.2.2
Organisationstheoretische und effizienzbestimmende Problemdimensionen...107
4.2.2.1
Organisatorische Herausforderungen der Integration in die Gesamtorganisation...107
4.2.2.1.1
Zur Kommunikation zwischen den Prozessteilnehmern...111
4.2.2.1.2
Zur Führung der Processing-Einheit...112
4.2.2.1.3
Zum Controlling der Organisationseinheiten...114
4.2.2.1.4
Zur Objektivität der Kreditentscheidung ...117
4.2.2.2
Zur Einhaltung gesetzlicher Mindestvorschriften ...118
4.2.2.2.1
Aufsichtsrechtliche Komponenten...118
4.2.2.2.2
Einflüsse aus sonstigen Rechtsbereichen...121
4.2.2.2.2.1
Datenschutz und Bankgeheimnis ...121
4.2.2.2.2.2
Umsatzsteuerbelastung von Kreditservicedienstleistungen ...123
4.2.2.3
Effizienz- und leistungsbestimmende Faktoren ...125
4.2.2.3.1
Economies of Scale ...125
4.2.2.3.2
Reduktion der Kapitalbindung...127
4.2.2.3.3
Verbesserung der Bearbeitungs- und Entscheidungsqualität...127
4.2.2.3.4
Transaktionskosteneffekte ...129
4.2.3
Personalpolitische Problemdimensionen ...134
4.2.3.1
Arbeitsrechtliche Herausforderungen ...135
4.2.3.1.1
Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte des Betriebsrates...135
4.2.3.1.2
Besondere arbeitsrechtliche Gegebenheiten des Outsourcing ...136
4.2.3.1.2.1
Übergang des Arbeitsverhältnisses ...137
4.2.3.1.2.2
Transformationswirkung von tarifvertraglichen Rechten und Pflichten ...138
4.2.3.1.3
Zusammenfassung der arbeitsrechtlichen Herausforderungen im Lichte der
Veränderung der Kreditprozesse ...139
4.2.3.2
Entgeltbemessung und Gehaltsgefüge ...139
4.2.3.3
Zusammenfassung zur Problemdimension Personal...142
4.2.4
Technische Problemdimension...143
4.3
Zusammenfassung der Alternativendiskussion ...146
5
PRAXISBEISPIELE DER ANALYSIERTEN
ORGANISATIONSFORMEN... 149
5.1
,,Spezialberatung Finanzierung" als Kompetenzspitze im Kreditgeschäft der
Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG ...149
5.1.1
Aufstellung und Organisation der Spezialberatung Finanzierung ...150
Verzeichnisse VI
5.1.2
Leistungsangebot und strategische Ziele der Spezialberatung Finanzierung ...152
5.1.3
Prozessuale Integration der Spezialberatung Finanzierung ...154
5.1.3.1
Einbindung bei der Vergabe von Darlehen ...155
5.1.3.2
Einbindung in die Kreditüberwachung und Bearbeitung ...156
5.1.4
Zusammenfassung zur Spezialberatung Finanzierung...157
5.2
,,Prompter AG" als Kreditfabrik für Deutsche Banken ...158
5.2.1
Zur strategischen Ausrichtung der Prompter AG ...159
5.2.2
Leistungsspektrum der Prompter AG ...159
5.2.3
Zusammenfassung und Ausblick zur Prompter AG ...162
6
SCHLUSSFOLGERUNGEN UND EMPFEHLUNGEN ... 164
6.1
Empfehlung für Großbanken...168
6.2
Empfehlung für Sparkassen und Genossenschaftsbanken...170
6.3
Empfehlung für Spezialkreditinstitute, Versicherungen und Bausparkassen...172
LITERATURVERZEICHNIS ... I
Verzeichnisse VII
Abkürzungsverzeichnis
ABS
Asset
Backed
Securities
AktG
Aktiengesetz
BaFin
Bundesanstalt
für
Finanzdienstleistungsaufsicht
BAKred
Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen
BDSG
Bundesdatenschutzgesetz
BGB
Bürgerliches
Gesetzbuch
BetrVG Betriebsverfassungsgesetz
DBB
Deutsche
Bundesbank
DB AG
Deutsche Bank AG
DB PGK
Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG
e.G.
eingetragene
Genossenschaft
EStG
Einkommensteuergesetz
ESZB
Europäisches System der Zentralbanken
EZB
Europäische
Zentralbank
GuV
Gewinn-
und
Verlustrechnung
HGB
Handelsgesetzbuch
KF
Kreditfabrik
KMU
Kleine
und
mittlere
Unternehmen
KS
Kompetenzspitze
(im
Kreditgeschäft)
KSchG
Kündigungsschutzgesetz
KWG
Gesetz
über
das
Kreditwesen
MaK
Mindestanforderungen
an
das
Kreditgeschäft
OSGV
Ostdeutscher Sparkassen- und Giroverband
SBF
Spezialberatung
Finanzierung
Verzeichnisse
VIII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Mögliche Merkmale zur Klassifizierung von Kundengruppen im Kreditgeschäft
(beispielhafte Auflistung) ...6
Abbildung 2: Einordnung der Kundengruppen ...12
Abbildung 3: Engagementkomplexität der Kreditnehmergruppen im Überblick ...13
Abbildung 4: Aufgaben der Europäischen Zentralbank ...19
Abbildung 5: Schema der Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland ...23
Abbildung 6: Verteilung der Anzahl der Bankverbindungen aktuell und vor drei Jahren ...31
Abbildung 7: Anteil der Unternehmen mit Hausbank...31
Abbildung 8: Unterschiedliche Inanspruchnahme der Bondsmärkte nach Ländern (Stand 2003) ...35
Abbildung 9: Struktur der Verbindlichkeiten deutscher Unternehmen 1990 und 1996...36
Abbildung 10: Auswirkungen einer ausgeprägten Fremdkapitalfinanzierung durch Banken...36
Abbildung 11: Eigenkapitalrentabilität deutscher Bankengruppen (in %) ...37
Abbildung 12: Return on Assets und Cost-Income-Ratio im internationalen Vergleich ...38
Abbildung 13: Finanzierungskostenverteilung vor und nach Basel II...42
Abbildung 14: Die drei Säulen von Basel II und ihr Zusammenhang ...43
Abbildung 15: Anforderungen der MaK und Basel II im Vergleich ...50
Abbildung 16: Organisation des Kreditgeschäftes ...51
Abbildung 17: Das Konzept der Wertschöpfungskette nach Michael Porter ...55
Abbildung 18: Wertschöpfungskette des Kreditgeschäftes ...56
Abbildung 19: Alternative Wertschöpfungsketten-Architekturen nach Heuskel...59
Abbildung 20: Einsatz von Schichtenspezialisten im Kreditprozess...60
Abbildung 21: Kreditlebenszyklus ...61
Abbildung 22: Risikoquellen im Kreditgeschäft ...65
Abbildung 23: Beurteilungsbereiche der Kreditwürdigkeitsprüfung...67
Abbildung 24: Bestimmungsfaktoren der persönlichen Kreditwürdigkeit...70
Abbildung 25: Lebenszyklus von Managementkonzepten...86
Abbildung 26: Beispielhafter Kreditprozess (schematisch) unter Einschaltung eines Processing-
Dienstleisters ...88
Abbildung 27: Produktkategorien von Kreditfabriken ...89
Abbildung 28: Mögliches Leistungsangebot einer Kreditfabrik...90
Abbildung 29: Übersicht über das Dienstleistungsangebot einer Kreditfabrik im Neu- und
Bestandsgeschäft...91
Abbildung 30: Interne und Externe Wertschöpfungsanteile im Kreditprozess ...92
Abbildung 31: Überblick Kompetenzspitze versus Kreditfabrik...98
Abbildung 32: Schlüsselrisiken des Outsourcing ...100
Abbildung 33: Relevante Bereiche einer Kreditprozess-Optimierung...108
Verzeichnisse IX
Abbildung 34: Regionale und Organisatorische Eingliederung einer Kompetenzspitze...109
Abbildung 35: Zielgrößen des Controllings einer Kompetenzspitze im Kreditgeschäft ...115
Abbildung 36: Zielgrößen des Controllings einer Kreditfabrik...116
Abbildung 37: Erfahrungskurve und Fixkostendegression (schematisch)...126
Abbildung 38: Koordinationsmechanismen in der Transaktionskostentheorie ...133
Abbildung 39: Gehaltsklassenverteilung bei deutschen Kreditfabriken...140
Abbildung 40: Gehaltstabelle Banken seit 09/2004 mit integrierter Gehaltsverteilung von
Arbeitnehmer in deutschen Kreditfabriken ...141
Abbildung 41: Risiko- bzw. Aufwands- und Nutzenbewertung der Alternativen im Kreditprocessing 147
Abbildung 42: Organisationsgrafik Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG inkl.
Spezialberatung Finanzierung ...151
Abbildung 43: Leistungskatalog der Spezialberatung Finanzierung auf Basis der
Kreditwertschöpfungskette...153
Abbildung 44: Strategische Ziele bei der Einführung der Spezialberatung Finanzierung...154
Abbildung 45: Leistungskatalog der Prompter AG auf Basis der Kreditwertschöpfungskette...160
Abbildung 46: Strategische Ziele bei der Einschaltung einer Kreditfabrik...161
Abbildung 47: Alternative Kreditwertschöpfungsketten im Überblick ...167
Abbildung 48: Empfohlenes Modell der Kreditprozesse für Großbanken...169
Abbildung 49: Empfohlenes Modell der Kreditprozesse für den Sparkassen- und
Genossenschaftssektor ...172
Abbildung 50: Empfohlenes Modell der Kreditprozesse für Spezialkreditinstitute, Versicherungen und
Bausparkassen ...174
Einleitung
1
1
Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
Effektiv arbeiten bedeutet, die richtigen Dinge zu tun. Effizient arbeiten hingegen
bedeutet, die Dinge richtig zu tun.
Im sich weiterhin konsolidierenden deutschen Banken- und Finanzdienstleistungs-
markt liegt ein besonderes Augenmerk auf der effizienten Erfüllung des Tagesge-
schäftes. Standardisierung und Spezialisierung sollen dabei eine Konzentration auf
Kernkompetenzen fördern, den Kundenfokus in den Vordergrund stellen und zeitli-
che Freiräume für Vertriebs- und Akquisitionsaktivitäten schaffen.
Besonders das Kreditgeschäft mit kleinen und mittleren Kunden ist dabei durch ein
im Verhältnis zum Ertrag hohes Niveau an Administration, und damit an Aufwand,
verbunden. Der Weg vom Kreditantrag über die Prüfung und die abschließende Ent-
scheidung, die korrekte Sicherheitenstellung, die Auszahlung des Kreditbetrages bis
hin zur Rückzahlung - im Regelfall erst Jahre später - ist umsäumt von gesetzlichen
Regulierungen, selbst auferlegten Richtlinien und Prinzipien. Nicht zuletzt wirken
darüber hinaus wirtschaftliche und andere Variablen auf die Beteiligten ein, die ein-
malig oder dauerhaft auf das Kreditengagement Einfluss haben.
Diese Einflussfaktoren, und speziell die Ungewissheit ihres Auftretens, machen das
Kreditgeschäft von Finanzdienstleistern zu einem komplexen Geschäftsfeld. Durch
kleinere Losgrößen bei kleineren und mittelgroßen Kreditkunden erhöht sich hierbei
als logische Konsequenz tendenziell der relative Aufwand für das kreditgebende In-
stitut je Kunde.
Mögliche Antworten auf die oben beschriebenen Hindernisse sind in der Spezialisie-
rung und Standardisierung von Geschäftsprozessen zu suchen. Bestimmte Dienstleis-
tungen in der Wertschöpfungskette der Kreditinstitute lassen sich heute auf Grund
der fortgeschrittenen Technisierung recht einfach standardisieren. Dazu gehören ins-
besondere solche, die in verhältnismäßig großen Mengen und darüber hinaus regel-
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