Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Traueranalyse 3
2.1 Analyse der Trauer nach Sigmund Freud 3
2.2 Trauerarbeit 5
3. Melancholie 6
3.1 Melancholie nach Sigmund Freud 6
3.2 Klagen werden Anklagen - Melancholiearbeit 7
4. „Vertigo - Aus dem Reich der Toten“ von Alfred Hitchcock 9
4.1 Inhaltszusammenfassung des Films „Vertigo - Aus dem Reich der Toten“ von
Alfred Hitchcock 9
4.2 Filmanalyse im Hinblick auf die Aspekte der Trauer- bzw. Melancholiearbeit 10
5. Fazit 12
6. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Was geschieht mit einem Menschen, der einen schrecklichen Verlust erleiden muss? Kann man das Geschehene verarbeiten und erlebt man die Situation bewusst? Oder ist es so, dass diese Person ihren Schmerz nicht verarbeiten kann, ohne fremde Hilfe anzunehmen? Es gibt viele unterschiedliche Szenarien, die ein Trauernder durchleben kann. In dieser Hausarbeit versuche ich herauszufinden, was genau in einem Menschen vorgeht, der eine geliebte Person verloren hat. Ob sich die Trauer zu Melancholie entwickelt und welches Verhalten einen Trauernden bzw. einen Melancholiker charakterisiert. Dabei stütze ich mich hauptsächlich auf den Text „Trauer und Melancholie“ von Sigmund Freud. Es geht dabei auch um die Vermischung von Bewusstem und Unbewusstem und die libidinöse Bindung zu einem geliebten Objekt. Das bedeutet, dass der Trauerschmerz sehr stark davon abhängig ist, wie sehr man eine bestimmte Person liebt und wie stark die emotionale Bindung zu ihr ist. Ich beginne zuerst damit, die Begriffe Trauer und Melancholie nach Freud genau zu definieren und konzentriere mich dabei auch auf die Verhaltensmuster von Trauernden bzw. Melancholikern. Danach werde ich anhand des Filmes „Vertigo - Aus dem Reich der Toten“ von Alfred Hitchcock genau dieses vorher erläuterte theoretische Verhalten auf die Situation im Film übertragen. Ich weise die Merkmale eines Melancholikers an dem Protagonisten „Scottie“ nach.
2. Traueranalyse
2.1 Analyse der Trauer nach Sigmund Freud
Nach Sigmund Freud ist Trauer „[...] regelmäßig die Reaktion auf den Verlust einer geliebten Person oder einer an ihre Stelle gerückten Abstraktion wie Vaterland, Freiheit, ein Ideal [...]“ (Freud 1917, 429). Bei manchen Menschen ist es allerdings so, dass an die Stelle der Trauer die Melancholie rückt. Wobei man bedenken muss, dass Freud mit dem Begriff Melancholie die Depression meint. Heute betrachtet man die Melancholie eher als einen Gemütszustand und nicht als eine Krankheit. Daran kann man auch erkennen, dass sich im Laufe der Jahre die Begriffe grundlegend verändert haben. Nun erläutere ich kurz, wie nach Freud die Trauer entsteht und welche Forderungen er an den Trauernden stellt, um wieder in die Zukunft blicken zu können. Die Ursache von
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Trauer ist der Verlust eines geliebten Objekts, wobei ich vorhin schon erwähnt habe, was alles ein Objekt sein kann. Ich werde es meist in Hinsicht auf den Verlust eines geliebten Menschen beziehen. „Der sich in diesem Vorgang freisetzende Schmerz figuriert als Trauer“ (Ludger Heidbrink/ Alfred Hirsch/ Michael Pauen et al., 1997,234). Es wird nun die Aufforderung an die Person gestellt, alle Libido von dem Objekt abzuziehen (Freud, 1917, 430). Libido bedeutet eine enge Verbundenheit mit diesem geliebten Menschen zu teilen. Man empfindet eine innere Zusammengehörigkeit, eine Begierde nach der Person. Das Problem bei der Forderung ist, dass ein Mensch nicht gern eine Libidoposition verlässt. Das heißt, dass er sich so an diesen geliebten Menschen gebunden hat, dass es schwer ist, sich von ihm zu lösen. „Die Libido, verstanden als Suche nach der Lust, wird derart zur fundamentalen Kategorie der Trauer und somit als Lusthemmung bestimmt“ (Ludger Heidbrink/ Alfred Hirsch/ Michael Pauen et al., 1997, 234). Diese Situation führt dazu, dass der Trauernde mit aller Macht an dem Objekt festhalten will. Dabei kann es auch zu Wunschpsychosen kommen. Man kann den Verlust nicht realisieren und klammert sich an die Erinnerungen an diese geliebte Person. Die Trauerarbeit benötigt daher genügend Zeit und auch viel Energie. „Tatsächlich wird aber das Ich nach Vollendung der Trauerarbeit wieder frei und ungehemmt“ (Freud, 1917, 430). Das heißt, wenn man den Schmerz überwunden hat, kann man sich wieder seinem eigenen Leben zuwenden und sich auf neue Aufgaben einlassen. Bei der Trauer entstehen beim Betroffenen viele seelische und körperliche Störungen.. Man sucht zum Beispiel nach dem Sinn des Geschehenen, hat Angst vor der Zukunft und ist völlig ratlos. Es kann zu Identitätsstörungen und Verwirrtheit kommen. Andernfalls kann es sein, dass sich jemand völlig isoliert und aus dem Leben zurückzieht. Wieder Andere leiden an Schlaf- und Appetitlosigkeit. Man fühlt sich einsam und alleingelassen. Es entsteht dadurch auch ein Gefühl von Wut und Ärger auf gerade die Person, die man verloren hat. Man kann nicht genau erklären, was in einem Menschen vorgeht, der eine solch schwierige Erfahrung durchstehen muss. Jeder Mensch reagiert individuell auf eine solche Situation. Den Unterschied zwischen Trauer und Melancholie beschreibt Freud folgendermaßen: „Bei der Trauer ist die Welt arm und leer geworden, bei der Melancholie ist es das ich selbst“ (1917, 431).
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Arbeit zitieren:
Josephine Königshausen, 2007, Trauer und Melancholie, München, GRIN Verlag GmbH
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