Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Ökonomische Rahmenbedingungen in der Versicherungswirtschaft. 2
3. Wertschöpfung einer Versicherung 2
3.1 Wertschöpfungskette der Versicherungen. 3
3.2 Kernkompetenzen und die effiziente Firmengrenze 4
4. Kooperationspotenziale entlang der Wertschöpfungskette. 6
4.1 Produktentwicklung 8
4.2 Underwriting. 9
4.3 Risikotragung/-transformation. 10
4.4 Asset-Management. 11
4.5 Schadenmanagement. 12
4.6 Marketing 14
4.7 Vertrieb/Beratung/Kundenbetreuung. 15
5. Fazit. 16
6. Literaturverzeichnis 18
I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Wertschöpfungskette einer Versicherung.
Abbildung 2: Kernkompetenzen und die effiziente Firmengrenze
II
1. Einleitung
Die Rahmenbedingungen der Versicherungswirtschaft haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch verändert. Die Veränderung relevanter ökonomischer Faktoren führt dazu, dass Versicherungen ihre Wertschöpfung optimieren müssen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Traditionell erfolgt diese mit einer hohen Fertigungstiefe. Die Fertigungstiefe drückt aus, in welchem Ausmaß die Versicherung am gesamten Fertigungsprozess für die angebotene Leistung beteiligt ist. Eine Studie der Unternehmensberatung accenture aus dem Jahr 2003 hat ergeben, dass 59% der befragten Unternehmen verschiedene Tätigkeiten auslagern. Diese hohe Prozentzahl relativiert sich allerdings wieder, wenn betrachtet wird, dass der Gesamtanteil der Auslagerungen nur 12% ausmacht und somit immer noch 88% im Unternehmen verbleiben. Damit ist die Fertigungstiefe deutlich höher als bei anderen Branchen, beispielsweise der Automobilindustrie mit ca. 25-30%. 1 Die veränderten Rahmenbedingungen und die Zunahme des Wettbewerbs führen daher zu Überlegungen die Fertigungstiefe zu verringern indem bspw. Wertschöpfungsaktivitäten mit relativ hohen Kosten und geringer Wertschöpfung ausgelagert werden. Neben den klassischen Optionen ‚Make and Buy’ spielen bei diesen Überlegungen auch Kooperationen eine große Rolle. 2 Im Folgenden sollen nun die Kooperationspotenziale der Versicherungsunternehmen systematisch dargestellt werden. Kapitel 2 umreißt kurz welche Faktoren eigentlich für die veränderten Rahmenbedingungen und die höhere Wettbewerbsintensität verantwortlich sind. In Kapitel 3 wird dann eine mögliche Wertschöpfungskette eines Versicherungsunternehmens dargestellt und auf den Kernkompetenzansatz als Analyseinstrument für die Beurteilung von Kooperationen eingegangen. Kooperationspotenziale auf den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette werden in Kapitel 4 erläutert. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein abschließendes Fazit erfolgt in Kapitel 5.
1 Vgl. Catellani et al. (2003), S. 8. Die Studie wurde von Juni bis Oktober 2003 an 110
großen und mittelgroßen Erstversicherungsunternehmen in Deutschland, der Schweiz und
Österreich mit einer Rücklaufquote von 40% durchgeführt.
2 Vgl. Köhne (2004), S 12.
1
2. Ökonomische Rahmenbedingungen in der Versicherungswirtschaft
Die Versicherungswirtschaft wurde in den letzten zwei Jahrzehnten vor eine Vielzahl von Herausforderungen gestellt. Neben der Veränderung politischer Rahmenbedingungen, dem technologischem Fortschritt sowie wirtschaftlichen Entwicklungen hatten vor allem die Deregulierung und die Veränderung des Kundenverhaltens einen unmittelbaren Einfluss auf die ökonomischen Rahmenbedingungen der Versicherungsunternehmen. Die Veränderung des Konsumverhaltens führt zu erhöhtem Kostendruck und zunehmender Wettbewerbsintensität. Einer Studie zufolge prognostizieren 87 % der Befragten eine erhöhte Preissensitivität der Kunden. Damit einher geht die Einschätzung, dass in Zukunft vermehrt standardisierte und preisgünstige Produkte verlangt werden und die Kundenloyalität abnimmt. 3 Die Deregulierung des Industriegeschäfts 1990 sowie die Reduzierung des Versicherungsaufsichtssystems auf eine Finanz- und Rechtsaufsicht im Jahre 1994 führte zudem dazu, dass die Kontrolle und Genehmigung von Preisen und Produkten durch den Staat wegfiel und auch Vertriebssysteme und interne Geschäftsprozesse von den Unternehmen frei gestaltet werden konnten. 4 Zudem wurde am 1.7.1994 die Einführung eines europäischen Binnenversicherungsmarktes vollzogen, was Vertragsabschlüsse über Landesgrenzen hinweg ermöglichte. 5 Diese beiden Tatsachen führen zu einem höheren Wettbewerbsdruck für die Versicherer aufgrund von größerer Konkurrenz auf jeder Wertschöpfungsstufe.
3. Wertschöpfung einer Versicherung
Um Kooperationspotenziale zur Optimierung der Wertschöpfung der Versicherungsunternehmen zu identifizieren soll nun vorweg eine typische Wertschöpfungskette eines Erstversicherers dargestellt werden. Anschließend wird das Konzept der Kernkompetenzen erläutert.
3 Vgl. Ackermann et al. (2005), S. 6.
4 Vgl. Farny (1998), S. 9 f.
5 Vgl. Farny (2001), S. 47.
2
3.1 Wertschöpfungskette der Versicherungen
Porter entwickelte das Konzept der Wertkette. Demnach dient die Wert(schöpfungs)kette der Gliederung eines Unternehmens in seine strategisch relevanten Tätigkeiten. Es dient zudem als Grundinstrument der Diagnose von Wettbewerbsvorteilen. Die Zusammenfassung der einzelnen Wertaktivitäten führt zur Entstehung von Wertschöpfungsstufen. Aufgeteilt wird die Kette in primäre Wertschöpfungsaktivitäten welche der physischen Erstellung und der Distribution des Versicherungsproduktes dienen und diese unterstützende Aktivitäten (sekundäre Wertschöpfungsaktivitäten). 6 Abbildung 1 stellt eine mögliche Wertschöpfungskette aus der Sicht eines Erstversicherers dar. Dabei bilden die in Pfeilen dargestellten Tätigkeiten die primären Wertschöpfungsaktivitäten ab. Diese Wertkette soll Grundlage der weiteren Betrachtung sein.
Abbildung 1: Wertschöpfungskette einer Versicherung
Diese generische Wertschöpfungskette lässt sich sowohl auf verschiedene Versicherer sowie die verschiedenen Versicherungssparten anwenden. Im Fokus der weiteren Betrachtungen sollen vor allen Dingen die Kooperationspotenziale innerhalb der primären Wertschöpfungsaktivitäten des Versicherers stehen.
6 Vgl. Porter (2000), S. 63 f.
3
Arbeit zitieren:
Diplom-Volkswirt Benedikt Hüppe, 2007, Kooperationen in der Versicherungswirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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