II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis IV
A. Einleitung 1
B. Demografische Entwicklung 1
I. Phase 1: Geburtenstarke Jahrgänge arbeiten 1
II. Phase 2: Geburtenstarke Jahrgänge gehen in Rente 2
III. Phase 3: Geburtenstarke Jahrgänge verschwinden. 2
C. Auswirkungen der Demografie auf das Privatkundengeschäft der Kreditinstitute 2
I. Zielgruppe Generation 50 plus 3
II. Demografieauswirkungen auf die Produktpalette der Kreditinstitute 3
a) Klassische Bankprodukte 4
b) Neue Produkte 4
1. Rückwärtshypothek 4
2. Spezielle Versicherungen 4
3. Assistance-Leistungen 5
c) Produkte zur privaten Altersvorsorge. 5
d) Produkte zur betrieblichen Altersvorsorge 5
III. Demografieauswirkungen auf die Kundenansprache der Kreditinstitute. 6
a) Multi-Kanal-Banking 6
b) Zeitpunkt der Kundenansprache. 7
D. Auswirkungen der Demografie auf das Firmenkundengeschäft der Kreditinstitute 7
I. M A-Geschäft 7
II. Kreditgeschäft. 7
a) Gewinnerbranchen. 8
b) Verliererbranchen 8
III. Existenzgründungsgeschäft 8
IV. Unternehmensnachfolgeberatung 8
III
E. Auswirkungen der Demografie auf die Mitarbeiter der Kreditinstitute 9
I. Schwächen älterer Mitarbeiter. 9
II. Stärken älterer Mitarbeiter. 9
III. Anpassungen der Personalpolitik 10
a) Knowledge-Management. 10
b) Employability 10
F. Zusammenfassung 11
Anhang V
Literaturverzeichnis XVII
IV
Abkürzungsverzeichnis
a. A. anderer Ansicht EUR Euro KWG Kreditwesengesetz M & A Mergers & Acquisitions MBI Management-Buy-In MBO Management-Buy-Out
1
A. Einleitung
Das Wort: „Demografie“ (Bevölkerungsstatistik) ist in aller Munde und zu einem Schlagwort geworden. Die Deutschen werden immer älter - eigentlich eine gute Nachricht. Gleichzeitig werden jedoch zu wenige Kinder geboren, infolgedessen steigt der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung. 1 Die demografische Entwicklung ist zu einem „Mega-Trend“ 2 für die Kreditinstitute 3 geworden. Das liegt daran, dass sich die Demografie sowohl auf das Kundengeschäft, als auch auf die Mitarbeiter der Kreditinstitute auswirkt. Nachfolgend soll zunächst die demografische Entwicklung im Allgemeinen erörtert werden. Im Speziellen werden anschließend die Auswirkungen der Demografie auf das Privatkundengeschäft der Kreditinstitute besprochen. Dies stellt den Schwerpunkt dar, da dort mit den meisten Veränderungen zu rechnen ist. Wie sich die Demografie auf das Firmenkundengeschäft der Kreditinstitute auswirkt, zeigt Kapitel D. Des Weiteren sind auch die Mitarbeiter der Kreditinstitute und damit die Personalpolitik von der Demografie betroffen, was zum Schluss betrachtet wird.
B. Demografische Entwicklung
Die Entwicklung der Demografie wirkt sich auf die Bevölkerungsgröße und den Altersaufbau eines Landes aus (siehe Anhang 1). Die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt (siehe Anhang 2) bei sinkender Anzahl von Neugeborenen. Folglich steigt zunächst der Anteil der Älteren an der Bevölkerung, bevor diese schließlich schrumpft. Falls nicht mehr Kinder ge-boren werden, wird die demografische Entwicklung in folgenden drei Phasen ablaufen. 4
I. Phase 1: Geburtenstarke Jahrgänge arbeiten
Die 1. Phase begann zwischen 1955-1970 und dauert bis 2010-2015 an. Die „Baby-Boomer-Generation“ umfasst besonders geburtenstarke Jahrgänge, verfügt über ein hohes Arbeitskräfte- und Sparpotenzial und erzeugt so eine große Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Folglich entsteht ein hohes Wachstumspotenzial für die deutsche Wirtschaft. 5
1 Vgl. Koetzner, Nicole: Je älter man wird, desto länger kann man sparen, in: Die SparkassenZeitung 48/2007, S. 8
2 Wienecke, Herbert: Unternehmerischer Mut versus Vorsichtsprinzip, in: Betriebswirtschaftliche Blätter 12/1999, S. 568
3 Kreditinstitute sind gemäß § 1 Absatz 1 Satz 1 KWG Unternehmen, welche Bankgeschäfte gemäß § 1 Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 bis 12 betreiben (Banken und Sparkassen)
4 Vgl. Gruber, Karin: Demografie und Bankgeschäft: Internationalisierung als Lösung, in: Schneider, Stefan (Hrsg.): Deutsche Bank Research, Nr. 269, Frankfurt 2003, S. 4
5 Vgl. Gruber, Karin: a.a.O., S. 4
2
II. Phase 2: Geburtenstarke Jahrgänge gehen in Rente
Die zweite Phase läuft von 2010-2015 bis 2025-2030. Die Bevölkerungszahl geht zwar nur leicht zurück, gleichzeitig sinkt jedoch der Anteil der Personen, welche ihre Arbeitskraft anbieten (Erwerbspersonenpotenzial) am Anteil der Gesamtbevölkerung. Korrespondierend dazu steigt der Anteil der Personen im Ruhestand gegenüber den Personen im Erwerbsalter (siehe Anhang 3). Somit geht das Angebot an Arbeitskräften insgesamt zurück. 6
III. Phase 3: Geburtenstarke Jahrgänge verschwinden
Ab 2030 wird die dritte Phase beginnen: Die Bevölkerung schrumpft auf nur noch 69 Millionen Menschen im Jahr 2050 7 . Davon werden 27 Millionen 60 Jahre oder älter sein. 8
Aufgrund der demografischen Entwicklung ist des Weiteren künftig mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum zu rechnen, da das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft von aktuell 1,25 % p. a. auf nur noch 0,25 % p. a. im Jahr 2050 sinken wird. 9
Welche Auswirkungen die demografische Entwicklung auf die Kreditinstitute hat, zeigen die folgenden Abschnitte.
C. Auswirkungen der Demografie auf das Privatkundengeschäft der Kreditinstitute
Gemäß einer Studie werden die Zins- und Provisionsüberschüsse im Privatkundengeschäft der deutschen Banken von EUR 41,6 Milliarden im Jahr 2005 auf EUR 31,5 Milliarden im Jahr 2045 sinken. Das entspricht einem Rückgang um ca. 24 %. Um diesen Rückgang aufzufangen, sind Anpassungen der Produkte und der Kundenansprache nötig. 10 Die „Generation 50 plus“ wird zur größten Zielgruppe der Kreditinstitute 11 . Diese Zielgruppe ist wenig wechselwillig, folglich wird das Geschäft mit Neukunden zukünftig eine geringere
6 Vgl. Gruber, Karin: a.a.O., S. 4
7 Vgl. Internet-Recherche vom 13.12.2007, http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet /DE/Presse/pk/2006/Bevoelkerungsentwicklung/bevoelkerungsprojektion2050,property=file.pdf, Bevölkerungsentwicklung
8 Vgl. Gruber, Karin: a.a.O., S. 4
9 Vgl. Gräf, Bernd/Schattenberg, Marc: Die demografische Herausforderung, in: Schneider, Stefan (Hrsg.): Deutsche Bank Research, Nr. 343, Frankfurt 2006, S. 9
10 Vgl. Hoock, Reiner/Weiss, Hans: Booz Allen Hamilton Studie „Vermögensberatung“, in: Vermögen & Steuern 7/2006, S. 12
11 Vgl. Buhr, Andreas: Generation 50 Plus: „Ausgewachsene“ Zielgruppe mit ausgewachsenen Ansprüchen, in: Bankvertrieb 2/2007, S. 2; Es existieren verschiedene Bezeichnungen für diese Zielgruppe, z. B. „Silver Surfer“, „Golden Generation“, „Best Ager“ und „Silver Economy“
3
Bedeutung haben 12 . Daher müssen die Kreditinstitute ihren Fokus einerseits auf die Kundenbindung und andererseits auf das „Cross-Selling“ 13 legen 14 . Die Generation 50 plus kann wie folgt charakterisiert werden:
I. Zielgruppe Generation 50 plus
Diese Zielgruppe ist nicht homo- sondern heterogen 15 . Sie lässt sich folgendermaßen nach dem Alter einteilen: 1. Gruppe: 50-60 Jahre, 2. Gruppe: 60-70 Jahre, 3. Gruppe: > 70 Jahre. Menschen der ersten Gruppe sind meist noch berufstätig. Sie verfügen häufig über ein hohes Vermögen, da die Immobilienfinanzierung (beinahe) beendet ist, die Lebensversicherung ausgezahlt wird und in dieser Gruppe vielfach Erben vorhanden sind. Menschen der zweiten Gruppe sind in der Mehrzahl in Rente, nutzen ihr Vermögen zu Konsumzwecken und verschenken es zum Teil an Kinder und Enkel.
Die dritte Gruppe umfasst Menschen, die sich erst jetzt zu den Senioren zählen und wieder mehr sparen. Sicherheit und Vorsorge stehen für diese Personen im Vordergrund. 16
Ganz wichtig ist es, dass sich die Kreditinstitute nicht nur auf diese Zielgruppe konzentrieren - die heutigen 40jährigen gehören in zehn Jahren auch dazu! Daher sollten alle Kunden gleichermaßen aktiv angesprochen und an das Kreditinstitut gebunden werden. 17
II. Demografieauswirkungen auf die Produktpalette der Kreditinstitute
Aufgrund der demografischen Entwicklung sind die Kreditinstitute gezwungen, ihre Produkte zu verändern und gegebenenfalls neue Produkte in ihr Angebot aufzunehmen, da sowohl der Verkauf, als auch der Bestand an klassischen Bankprodukten zukünftig zurückgehen wird. Der Verkauf von Produkten zur Altersvorsorge und neuer Produkte kann helfen, den Rückgang bei den klassischen Produkten aufzufangen. 18
12 Vgl. Rensch, Peter: Demografie im Wandel, in: Bankmagazin 1/2007, S. 20, a. A. Müller, Anja: Generation 55plus - die Zielgruppe der Zukunft?: Eine aktive Ansprache ist das wichtigste Gut, in: Die SparkassenZeitung 20/2006, S. 17, die davon ausgeht, dass die Wechselbereitschaft der Kunden in den letzten Jahren gestiegen ist
13 Unter Cross-Selling versteht man den Verkauf zusätzlicher Leistungen an den Kunden des Kreditinstitutes, z. B. Versicherungen, vgl. Büschgen, Hans E.: Das kleine Bank-Lexikon, 3. Auflage, Stuttgart 2006, S. 246
14 Vgl. Müller, Anja: a.a.O., S. 17
15 Vgl. Büschgen, Hans E./Büschgen, Anja: Bankmarketing, 2. Auflage, Düsseldorf 2002, S. 81
16 Vgl. Buhr, Andreas: a.a.O., S. 3
17 Vgl. Müller, Anja: a.a.O., S. 17
18 Vgl. Rensch, Peter: a.a.O., S. 19
4
a) Klassische Bankprodukte
Klassische Bankprodukte wie Darlehen zur Baufinanzierung, Konsumentenkredite und das Sparbuch werden in Zukunft weniger nachgefragt werden. Denn die Generation 50 plus hat bereits die Baufinanzierung abgeschlossen bzw. ein Darlehen aufgenommen. Des Weiteren wird ihr Konsum nicht über einen Ratenkredit finanziert, sondern über die (zumindest teilweise) Auflösung von Sparguthaben. 19
b) Neue Produkte
Diese neuen Produkte werden speziell auf die Bedürfnisse der älteren Generation zugeschnitten und gewinnen zukünftig an Bedeutung:
1. Rückwärtshypothek
Die Rückwärtshypothek wird auch „reverse mortgage” genannt und ist vor allem in den USA verbreitet. Dabei wird die eigene Immobilie an ein Kreditinstitut gegen Zahlung einer lebenslangen Rente und unter Einräumung eines lebenslangen Wohnrechtes verkauft. Da die ältere Generation in Deutschland über ein relativ hohes Immobilienvermögen verfügt (siehe Anhang 4), gleichzeitig aber die laufenden Einnahmen der staatlichen Rente immer niedriger werden 20 , könnte die Rückwärtshypothek helfen. Jedoch bleibt abzuwarten, ob diese sich hierzulande durchsetzt, da die Erben in diesem Fall leer ausgehen würden und das Thema Erben und Vererben in Deutschland einen hohen Stellenwert genießt. 21
2. Spezielle Versicherungen
Gerade die ältere Generation hat einen erhöhten Absicherungsbedarf, daher eröffnen insbesondere folgende Versicherungen „Cross-Selling-Potenzial“: Da die Leistungen der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung oftmals nicht ausreichen, werden private Pflege- und Krankenzusatzversicherungen angeboten. Dabei wird der Pflegebedarf im Alter abgesichert und zusätzliche Leistungen wie Sehhilfen und Heilpraktikerbehandlungen angeboten. Die Kosten der eigenen Beerdigung können mit einer Sterbegeldversicherung abgedeckt werden. 22
19 Vgl. Bernet, Beat: Die Demografie fordert die Finanzbranche heraus, in: GDI Impuls 1/2005, S. 27
20 Vgl. Rensch, Peter: a.a.O., S. 20
21 Vgl. Internet-Recherche vom 13.12.2007, http://www.zeit.de/2006/08/G-Leibrente?page=all, Rückwärtshypothek
22 Vgl. Buhr, Andreas: a.a.O., S. 6
Arbeit zitieren:
Sebastian Thamm, 2008, Auswirkungen der Demografie auf die Kreditinstitute, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Demographischer Wandel und Konsequenzen für die Marktbearbeitung im Re...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Diplomarbeit, 94 Seiten
Venture Capital und Risikomanagement in Deutschland
Vertragliche und alternative M...
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Studienarbeit, 72 Seiten
Unternehmensstrategien im Umgang mit dem demografischen Wandel in eine...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Diplomarbeit, 114 Seiten
Projektfinanzierung vs. traditionelle Finanzierungsformen - eine Analy...
Charakteristika und Einsatzgeb...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 46 Seiten
Venture Capital - Chancen und Risiken
Wagniskapital
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 24 Seiten
Fusionen & Akquisitionen bei Banken - Ursachen und Wirkungen im in...
BWL - Investition und Finanzierung
Diplomarbeit, 94 Seiten
Der Demographische Wandel in Deutschland
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Studienarbeit, 12 Seiten
Individuelle und teamorientierte variable Vergütung im Banken-Vertrieb
BWL - Personal und Organisation
Diplomarbeit, 64 Seiten
Eigenkapital - Ausweis bei Banken in Abhängigkeit von der Rechtsform (...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Seminararbeit, 33 Seiten
Darstellung und Analyse der Akteure des Marktes für Logistikimmobilien
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 29 Seiten
Prozesseffizienzmessung mit Kennzahlen und Kennzahlensystemen
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Die Bewertung kommunaler Handlungsfähigkeit durch Rating Agenturen und...
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Das geldpolitische Instrumentarium von EZB und FED - Eine vergleichend...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 25 Seiten
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Diplomarbeit, 98 Seiten
Kreditvergabe - Entscheidung nach dem Risikohorizont
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 19 Seiten
Wahl der Absatzmethode im Immobilienvertrieb
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 28 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sebastian Thamm gefällt Auswirkungen der Demografie auf die Kreditinstitute
Sebastian Thamm gefällt Auswirkungen der Demografie auf die Kreditinstitute
Sebastian Thamm gefällt Auswirkungen der Demografie auf die Kreditinstitute
Das Finanzmarktstabilisierungsgesetz und seine Auswirkungen auf Aktion...
Eine Untersuchung der aktien- ...
Thomas Krüger
Rationales Herdenverhalten und seine Auswirkungen auf Investitionsents...
Eine Analyse des durch Informa...
Binyu Zhu
Die Begriffsbestimmung des Versuchs und ihre Auswirkung auf den Versuc...
Luis C. Rey-Sanfiz
Reform der Pflegeversicherung - Auswirkungen auf die Pflegebedürftigen...
Gerhard Igl, Gerhard Naegele, Silke Hamdorf
Kontaktaufnahme mit der Wahrnehmungswelt des Kindes: (Unerkannte) Stör...
Theorie und Praxis für pädagog...
Eva Rass
0 Kommentare