Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
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2. Definition: Familie 6
Der rechtliche Familienbegriff 6
Der psychologische Familienbegriff 6
Der soziologische Familienbegriff 7
R ömisch-katholische Kirche 7
Blutsverwandtschaft 7
3. Funktionen der Familie 8
Biologischer Aspekt der Familie 8
Soziale Funktionen der Familie 9
4. Heutige Familienformen 10
Ehe ähnliche Lebensgemeinschaft 12
Wohngemeinschaft 12
Eingetragene Lebensgemeinschaft ( homosexuelle Lebenspartnerschaft) 13
"Patchworkfamilien" t Meine, Deine, unsere Kinder 14
Polyamore Familien 15
5. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Der Mann ist der Ernährer und der Herr im Haus, die Frau kümmert sich hingebungsvoll um das leibliche Wohl von Gatte und Kindern. Die lieben Kleinen streben danach, den in sie gesetzten Erwartungen gerecht zu werden, und natürlich haben sich alle lieb. So stellen wir uns eine traditionelle, richtige Familie vor. Aber worauf basieren diese Vorstellungen? Denn dieses "traditionelle" Familienbild ist gar nicht so traditionell. Das was wir heute im westlichen Kulturkreis unter Familie verstehen, begann sich erst langsam im 18. Jahrhundert herauszubilden. Durch den raschen gesellschaftlichen Wandel im 19. Jahrhundert auf Grund der industriellen Revolution, hat sich die Kernfamilie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind, herausgebildet. Hierbei darf GLHÄ.HUQIDPLOLH³ nicht mit der Ä.OHLQIDPLOLH³ YHUZHFKVHOW ZHUGHQ GLH ZHQLJe Mitglieder umfasst (HLQH Ä.HUQIDPLOLH³ PLW ]Z|OI HKHOLFKHQ .LQGHUQ LVW NHLQH Ä.OHLQIDPLOLH³). Bevor man diese Gemeinschaft Familie nannte, sprach mDQYRPÄJDQ]HQ+DXV³Peuckert 1996, S.21).
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Die ursprüngliche Bedeutung des lateinischen Wortes familia LVWÄGLH+DXVJHPHLQVFKDIW³. Familia ist abgeleitet vom lateinischen famulus (der Haussklave), bezeichnete den Besitz eines Mannes (des pater familias), den gesamten Hausstand: seine Ehefrau, Kinder, Sklaven und Freigelassene sowie das Vieh. Familia und Pater waren keine Verwandtschafts-, sondern Herrschaftsbezeichnungen. Der biologische Erzeuger (Vater) hieß genitor. Der Vater hatte absolute Gewalt über die Kinder und konnte sie nach Gutdünken bestrafen. Diese patria potestas endete normalerweise erst mit dem Tod des Vaters. Töchter konnten bei der Heirat zwar der väterlichen Gewalt entkommen, aber nur, wenn sie sich dafür in die Hand des Ehemanns begaben. Ehen waren auch nur bedingt für die Ewigkeit gemacht. Paare konnten sich ohne Umstände vermählen und genauso leicht wieder scheiden lassen. Dann nahmen beide Parteien die eingebrachten Güter wieder mit. Dies änderte sich im Mittelalter, als die Kirche zunehmend versuchte, ihren Einfluss auf das anfänglich vom römischen System geprägte Eherecht auszudehnen. Die Kirche verkündete die Unauflöslichkeit der Ehe und gab auch neue Regelungen zur Eheschließung heraus. Ehen mussten von einem Priester und vor einem Kirchentor geschlossen werden. In den Zeiten der Reformation, um 1563, instrumentalisierten die Theologen die Ehe als Machtmittel. Sie wurde zum heiligen Sakrament verklärt, und nur noch eine Trauung im
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Inneren des Gotteshauses besaß Gültigkeit. Mit dieser Entwicklung ging auch eine Verteufelung der vor- und außerehelichen Sexualität einher. Doch mit ihrer Vorstellung, dass die Sexualität auf die Ehe beschränkt sein sollte, konnte sich die Kirche nicht durchsetzen. Freizügige Badehäuser und Bordelle hatten in den Städten weiterhin reichlich Zulauf. Auf dem Land waren "Probenächte" und "Fensterln" üblich. Meistens waren es nämlich keine Liebesheiraten, da die Eheschließung innerhalb des eigenen Standes stattfinden mussten - und so holte man sich die Sinnenfreuden außerhalb der Ehe. $XFK W\SLVFK IU GDV 0LWWHODOWHU GLH 3DWFKZRUNIDPLOLH³ 'XUFK GLH KRKH 6WHUEOLFKNHLW insbesondere von Müttern und Kindern, wohnten in den meisten Haushalten Stiefeltern, Halb- und Stiefgeschwister. Die hohe Sterblichkeit war auch dafür verantwortlich, dass die Großfamilie, wie wir sie uns heute vorstellen, mit vielen Kindern und drei Generationen in einem Haus eher die Ausnahme war. Stattdessen herrschten Kleinfamilien mit vier bis fünf Personen und unvollständige Familien vor.
Besonders für die Bauern- und Handwerkerfamilien war diese Lebensform charakteristisch. Hierzu zählte man nicht nur die zur Familie gehörenden Personen, sondern auch das Gesinde beziehungsweise die Gesellen. Diese Art des Zusammenlebens ermöglichte es, die Produktion und das Familienleben zu verbinden. Gesinde und Gesellen bildeten mit der eigentlichen Familie eine Gemeinschaft, die zusammen lebte und arbeitete. Durch die fehlende Intimität und Privatsphäre herrschten gefühlsarme Beziehungen. Dies galt nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern betraf auch das Verhältnis zu den Kindern.
Jeder Familienzugehörige hatte eine bestimmte Position und Rolle, wobei der Familienvater die höchste Stellung hatte und die anderen zur Familie gehörenden Personen sich ihm unterordnen mussten. Die Nachkommen einer Familie waren gleichzeitig auch die Erben, ihre Arbeitskraft war für die Familie sehr wichtig, außerdem hatten sie die Pflicht, ihre Eltern im Alter zu versorgen. Die Auswahl des Partners richtete sich nach bestimmten Kriterien. Diese waren vorwiegend der gesundheitliche Zustand, die Arbeitsfähigkeit sowie die Besitztümer des zukünftigen Partners. Eine Ehe beruhte demnach weniger auf Emotionalität als auf ökonomischen Nutzen. Der Einfluss der Eltern war dabei sehr wichtig. Eine Heirat stellte keine Selbstverständlichkeit dar, da sie einem Großteil der Bevölkerung rechtlich verboten wurde oder finanzielle Bedingungen nicht ausreichend waren.
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Die Familien der Bauern und der Handwerker des 18. Jahrhunderts bestanden meist aus zwei Generationen. Die Kinderzahl wurde durch die hohe Säuglingssterblichkeit gering gehalten, so dass die meisten Familien nicht mehr als drei Kinder hatten. Durch die einsetzende Industriealisierung im 19. Jahrhundert änderte sich die
Familienstruktur im gehobenen Bürgertum in einem solchen Maß, das sie dem heutigen Bild von Familie sehr nahe kommt. Diese Veränderung konnte in der gebildeten und wohlhabenden Gesellschaftsschicht stattfinden, da hier die Familien nicht auf die Erwerbstätigkeit der Frauen und Kinder angewiesen waren. Das Leben in einer bürgerlichen Familie lässt sich dabei deutlich von dem im Äganzen Haus³ unterscheiden. Ein wichtiges Merkmal ist dabei die Trennung von Beruf und Familie, die durch den Übergang zur Lohnarbeit erzielt wurde. Angestellte wurden nicht mehr als zur Familie gehörende Personen gezählt, weshalb sich auch eine räumliche Trennung zwischen ihnen und den Familienmitgliedern vollzog. Dies betraf auch die zu einer Familie gehörenden Personen, die nicht mehr innerhalb der Familie tätig waren. Die Familie als Produktionsgemeinschaft war daher rückläufig.
Ä,QIROJH GHU 7UHQQXQJ GHU %HUHLFKH YRQ Produktion und Konsumtion wurde die Familie privatisiert, und dieser neue Bereich des Privaten wurde zugleich intimisiert und HPRWLRQDOLVLHUW³ +HUUPDQQ 6 'LH emotionale Verbundenheit der Ehepartner rückte immer mehr in den Vordergrund. Zudem veränderten sich die Beziehungen gegenüber den Kindern. Die Kindheit wurde als eigener Lebensabschnitt anerkannt. Somit schwand der Stellenwert der Kinder als Erben und Arbeitskräfte. Ihre Erziehung gewann zunehmend an Bedeutung und wurde zur wichtigsten Bestimmung der Frau. Meist erhielten jedoch nur die Jungen eine Schul- und Berufsausbildung, da es für sie als spätere Ernährer einer Familie als notwendig angesehen wurde. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde schließlich der Begriff des Äganzen Hauses³ von dem der Familie abgelöst. Die bürgerliche Familie war entstanden, geprägt von dem gehobenen Bürgertum. Im Gegensatz zu Bauern- und Handwerkerfamilien trat diese Gesellschaftsschicht nur vereinzelt auf. Das Bürgertum war nicht an Stände und Zünfte gebunden und war so weniger abhängig und mehr für sich selbst verantwortlich. Die Familie entwickelte sich von einem öffentlichen zu einem privaten Ort.
Das Ideal einer bürgerlichen Familie konnte jedoch von vielen auf Grund der ökonomischen Lage so nicht verwirklicht werden. Für Arbeiterfamilien war diese Lebensweise unmöglich, da wegen der schlechten finanziellen Situation, die Frauen und
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Arbeit zitieren:
Martin Gehres, 2008, Kindheit und Jugend im Wandel: Die Familie, München, GRIN Verlag GmbH
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