Kurzbeschreibung
In dieser Arbeit sollen die verschiedenen Komikformen in Wolframs von Eschenbach Parzival und Willehalm analysiert, und ihre Funktionen untersucht werden. Um den Begriff „Komik“ für diese Arbeit definieren zu können, werden zunächst die wichtigsten Komiktheorien vorgestellt. Da der Witz sich in vielen Punkten von der Komik unterscheidet, wird er in einem eigenen Kapitel definiert. Danach folgt ein kurzer Überblick über Lachkultur und populäre Komikmotive des Mittelalters. Die Interpretation der Komik in Wolframs beiden Werken unterteilt sich in Witze, Parodie, Erotik und Gewaltkomik und komische Figuren. Am Ende jeden Kapitels folgt eine kurze Zusammenfassung und ein Vergleich der Werke miteinander.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Komik 5
2.1 Lachen und Komik 5
2.2 Komiktheorien 8
2.2.1 Die Inkongruenztheorie 8
2.2.2 Die Aufwanddifferenz 11
2.3 Komikformen 13
2.3.1 Parodie 13
2.3.2 Satire 14
2.3.3 Ironie 15
2.3.4 Groteske und Gewalt 15
2.4 Zusammenfassung und Diskussion 16
3 Witz 19
3.1 Über den Witz 19
3.2 Witztechniken und -arten 20
3.3 Wirkung des Witzes 24
4 Komik und Lachen im Mittelalter 27
4.1 Lachkultur des Mittelalters 27
4.2 Worüber lachte man? 28
5 Witze bei Wolfram 31
5.1 Harmlose Witze 31
5.1.1 Im Willehalm 31
5.1.2 Im Parzival 33
5.2 Tendenziöse Witze 38
5.2.1 Im Willehalm 38
5.2.2 Im Parzival 40
5.3 Zusammenfassung und Vergleich 44
6 Parodie, Ironie und Seitenhiebe 45
6.1 Im Willehalm 45
6.2 Im Parzival 48
6.3 Zusammenfassung und Vergleich 51
7 Erotik, Groteske und Gewalt 53
7.1 Im Willehalm 53
7.2 Im Parzival 59
7.3 Zusammenfassung und Vergleich 65
8 Komische Figuren 67
8.1 Der junge Parzival 68
8.2 Rennewart 71
8.3 Der Erzähler 73
8.4 Nebenfiguren im Parzival 79
8.4.1 Feirefiz 79
8.4.2 Cundrie 81
9 Schluss 83
10 Literatur 86
1 Einleitung
Dass Wolfram sich besonders durch seine Komik von anderen zeitgenössischen Dichtern abhebt, ist keine neue Erkenntnis. In der Forschung ist sein „Humor“ 1 schon lange Thema. Die Herangehensweisen und Schwerpunkte dabei sind jedoch sehr unterschiedlich. Während Suchomski die Gefahr sieht,
„daß jeder, der [. . . ] sein Verständnis des Phänomens bei der Betrachtung mittelalterlicher Literatur nicht auf das Bewußtsein der damaligen Zeit reduziert, Gefahr läuft, die Intention des mittelalterlichen Autors oder sogar die Qualität einer mittelalterlichen komischen Dichtung zu verkennen“ 2 ,
ist man in der neueren Forschung davon abgekommen, die Autorintention als die einzig denkbare Möglichkeit der Interpretation zu betrachten. 3 Ziel dieser Arbeit soll es sein, das Phänomen der Komik und der Witze in Wolframs von Eschenbach Texten Parzival und Willehalm mit einem modernen Komikbegriff zu analysieren, ohne jedoch zeitspezifische Eigenheiten außer Acht zu lassen. Obwohl sich
„das wissenschaftliche Interesse der germanistischen Mediävistik in den letzten Jahren zunehmend von der unsicheren Größe des Rezipientenlachens abgewandt [hat], um sich auf textinternes (‚erzähltes‘) oder literarisch inszeniertes Lachen zu konzentrieren“, 4
soll hier versucht werden, das Rezipientenlachen in den Vordergrund zu stellen. Textinternes Lachen wird dabei nur dort eine Rolle spielen, wo es als Rezeptionssteuerung gedient haben könnte.
Die These dabei ist, dass die Komik in Wolframs Texten kein reiner Selbstzweck ist (auch wenn die Unterhaltung des Publikums ebenfalls eine Rolle gespielt haben wird). Sie gründet sich zum Einen auf einen Realismusanspruch Wolframs. Dabei
Literatur. In: Bibliotheca Germanica. Bd. 18, Bern/München 1975, S. 8.
3 Vgl. Röcke, Werner: Groteske, Parodie, Didaxe. Aspekte einer Literaturgeschichte des Lachens im Mittelalter. In: Neohelicon. Acta Comparationis Litterarum Universarum XXIII N. 2 (1996), S. 145-166, hier S. 146.
4 Coxon, Sebastian: do lachete die gote: Zur literarischen Inszenierung des Lachens in der höfischen Epik. In: Wolfram-Studien 18 (2004), S. 189-210, hier S. 189.
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werden durch das komische Einbrechen von Realität und Kreatürlichkeit die idealen Helden menschlicher. Zum Anderen aber wird ihre Heiligkeit durch das Herabsetzen des Erzählers oder einiger Nebenfiguren besonders hervorgehoben. Die obszönen Zwischenreden des Erzählers, in die er auch oft das Publikum mit einbezieht, stehen dabei in grellem Kontrast zu Parzivals und Willehalms Auserwähltheit.
Um die Komik im Text analysieren zu können, muss zunächst definiert werden, was Komik ist und wie sie funktioniert. Dazu wird in Kapitel 2 zunächst der Begriff des Lachens von dem der Komik abgegrenzt. Danach werden die wichtigsten Komiktheorien in Kürze vorgestellt und diskutiert, woraus der hier verwendete Komikbegriff gebildet wird. In diesem Kapitel werden außerdem die genauer definierbaren Komikformen Parodie, Ironie und Groteske erläutert. Dabei wird davon ausgegangen, dass es einen ahistorischen Komikbegriff gibt, der lediglich mit zeitspezifischen Inhalten gefüllt wird.
In Kapitel 3 sollen der Witz, seine Formen und seine Wirkung dargestellt werden. Freud 5 unterscheidet dabei zwischen dem harmlosen Wortwitz und dem tendenziösen Witz mit obszönem oder aggressivem Inhalt. Da der Witz sich außerdem in vielerlei Hinsicht von der Komik unterscheidet, wird er in einem eigenen Kapitel behandelt.
Im vierten Kapitel soll ein kurzer Überblick über die häufigsten Motive und die Funktion von Lachen im (adligen) Mittelalter gegeben werden. Hierbei spielt vor allem der Horizont des damaligen Publikums eine Rolle:
„Um die Komik einer historischen Gemeinschaft zu verstehen, muss man berücksichtigen, dass uns fast alle kulturellen und sozialen Bedingungen und die intrinsischen Mechanismen einer sozialen Gruppe fremd sind und wir diese Kontexte der Komik mühsam rekonstruieren müssen.“ 6
Um die Komik dieser Texte vollständig rekonstruieren zu können, bedarf es daher im Grunde „theologischer, aber gerade auch rechtlicher, politischer, moralischer
5 Freud, Sigmund: Der Witz und seine Beziehungen zum Unbewussten. Leipzig 1985.
6 Velten, Hans Rudolf: Text und Lachgemeinschaft. Zur Funktion des Gruppenlachens bei Hofe in der Schwankliteratur. In: Velten, Hans Rudolf u. Werner Röcke (Hrsg.): Lachgemeinschaften: Kulturelle Inszenierungen und soziale Wirkungen von Gelächter im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Berlin 2005, S. 125-143, hier S. 131.
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oder auch alltagspraktischer Kenntnisse“, 7 ebenso wie eine „Kenntnis der sozialen und ökonomischen Verhältnisse [. . . ], des Weltbilds, der Schule und Wissenschaften“. 8 Da eine Erläuterung all dieser Bereiche hier nicht möglich ist, werden sie nur an entsprechender Stelle erwähnt, wenn es für das Textverständnis bestimmter Szenen notwendig ist.
Neben diesem Verständnis ist an einigen Stellen auch das Lachen im Text hilfreich für die Frage, ob eine bestimmte Stelle komisch aufzufassen ist oder nicht. Wenn die Gesprächssituation im Text heiter ist, Pointen erklärt werden und das Lachen des Publikums in Erzählerkommentaren erwähnt wird, dann kann dies auf eine komische Situation hinweisen. 9 „Doch ist vor einer vorschnellen Vereinnahmung von performativen Spuren für die Feststellung von Abbildungsrelationen zu warnen: denn ‚die textuelle Manifestation eines Sprechaktes ist nicht schon mit diesem Akt selbst identisch‘“. 10
Neben dem Problem, dass sich kaum mit Sicherheit sagen lässt, ob das Publikum wirklich an einer bestimmten Stelle lachte, da dessen Reaktion nicht mehr zugänglich ist, sind auch Übersetzungs- oder Übertragungsfehler nicht auszuschließen. Diese können unbeabsichtigt zu einer komischen Wirkung führen, oder die Komik des Originals zerstören.
Diese ersten Kapitel bilden die Grundlagen für die folgende Interpretation. Zunächst soll der Witz, unterteilt in harmloser Wortwitz und tendenziöser Witz, analysiert werden. Danach folgen parodistische Elemente und direkte Seitenhiebe auf andere Dichter. Anschließend geht es um die groteske, die aggressive und die erotische Komik. Den Schluss bilden die „komischen Figuren“: der junge Parzival, Rennewart, der Erzähler und die Nebenfiguren Feirefiz und Cundrie. Ebenso wie die zitierten Textstellen immer nur eine kleine Auswahl jeder Komikform repräsentieren, sind sie nicht immer eindeutig zuordbar. Viele Stellen gehören gleichzeitig zur erotischen Komik, enthalten Witze sowie parodistische Elemente und lassen sich auch noch einer komischen Figur zuordnen. Die Einordnung solcher Stellen in ein konkretes Kapitel ist zwangsläufig subjektiv, eine Begründung hierfür wird
und Lachkultur in Mittelalter und früher Neuzeit. In: Paragrana 10 (2001), S. 157-190, hier S. 176.
an entsprechender Stelle gegeben.
Der Begriff „Humor“ wird hier, obwohl er gern in Zusammenhang mit Wolfram gebracht wird, weggelassen. Dies hängt mit der Definition von Freud und anderen zusammen, die Humor als eine Einstellung betrachten, die nur möglich ist, wenn sich das Subjekt als getrennt von der Welt wahrnimmt. Dies war im Mittelalter nicht der Fall. 11 Da dieser Punkt strittig ist und Humor von vielen in anderer Definition verwendet wird, eine Diskussion darüber an dieser Stelle aber zu weit führt, wird hier auf seine Benutzung verzichtet.
11 Vgl. (u. a.): Fromm, Hans: Komik und Humor in der Dichtung des deutschen Mittelalters. In: DVJS 36 (1962), S. 321-339, hier S. 321; Ritter, Joachim: Über das Lachen. In: Ders. (Hrsg.): Subjektivität. 6 Aufsätze. Frankfurt 1974, S. 62-92, hier S. 90.
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2 Komik
2.1 Lachen und Komik
Seit der Antike, aber vor allem seit dem 17. Jahrhundert, beschäftigen sich unter anderem Philosophen, Anthropologen, Psychologen, Sprach- und Literaturwissenschaftler mit dem Phänomen des Lachens und der Komik. 1 Vergleicht man die dabei entstandenen Theorien miteinander, „so zeigt sich, daß es beinahe soviele Theorien wie Interpreten gibt.“ 2 Einig ist man sich, dass Komik zum Lachen bringt, dass aber andersherum nicht jedes Lachen durch Komik hervorgerufen wird. 3 Lachen kann auch durch Kitzeln oder Verlegenheit entstehen. Helmut Plessner 4 unterscheidet deshalb das erzwungene Lachen, durch Kitzeln beispielsweise, vom „echten Lachen“, hervorgerufen durch Scherz, Komik und Witz. Die Übergänge sind dabei fließend, wenn zum Beispiel der „Mensch seine Kitzligkeit - komisch findet.“ 5 Man lacht nicht nur aus verschiedenen Gründen, sondern auch auf verschiedene Arten:
„So wird im Deutschen durch Präfixierung etwa zwischen ‚anlachen‘, ‚auslachen‘ und ‚verlachen‘, oder durch analytische Hinzufügung von Adverbien wie ‚frech‘, ‚gezwungen‘, ‚herzlich‘, oder ‚spöttisch‘ zum Grundverb ‚lachen‘ zwischen verschiedenen, sich durch Lachen ausdrückenden Haltungen unterschieden.“ 6
Die wichtigste Unterscheidung ist die zwischen Aus- und Mitlachen. Letzteres kann man entweder aus Bewunderung, das heißt im Einverständnis mit dem komischen
Ders.: Strukturen als Schlüssel zur Welt. Kleine Schriften zur Erzählliteratur des Mittelalters. Tübingen 1990, S. 257-274, hier S. 257.
Bern/München 1961, S. 93ff.
und Soziologie des Lachens vom Mittelalter zur Gegenwart. Tübingen 1996, S. 7-20, hier S. 7.
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Helden, 7 oder indem man mit anderen zusammen über als störend wahrgenommene Zwänge und Normen lacht. Im Gegensatz dazu steht das Auslachen derer, die die von den Lachenden als gültig empfundenen Normen verletzen. 8 Dies kann zu einem höchst aggressiven und verletztendem Lachen werden, das den oder die Verlachten aus der Gruppe ausschließt, damit also eine exklusive Funktion hat. Im Mitlachen dagegen versichert man sich gemeinsamer Standards und erneuert so in einem performativen Lachakt seine Zugehörigkeit zur Gruppe. 9 Das inklusive und das exklusive Lachen treten in vielen Fällen gleichzeitig auf, zum Beispiel in der Schadenfreude einer Gruppe über eine andere. 10 Aber auch das Lachen von Einzelpersonen funktioniert ähnlich wie das Gruppenlachen, nur ist es in diesem Fall „die Gesellschaft in uns, der soziale Instinkt“, 11 der hier die Gruppe ersetzt. Lachen ist also vor allem ein soziales Phänomen, ein Mittel zur sozialen Kommunikation. 12 Eine Gemeinschaft, die sich in dem gemeinsamen Lachen konstituiert, kann man als „Lachgemeinschaft“ bezeichnen. 13 Diese Gruppen zeichnen sich dadurch aus, dass sie erst im Moment des Lachens entstehen, performativen Charakter haben und sich ebenso spontan auflösen wie sie entstehen. Sie können ebenso in einer Gruppe von Fremden wie in einer bereits bestehenden Gemeinschaft entstehen, spontan sein oder aus regelmäßigen Treffen hervorgehen. In all diesen Fällen ist das Lachen „die performative Aktualisierung bzw. der Vollzug einer gemeinschaftlichen Verbundenheit, die auch nach außen hin kenntlich gemacht wird.“ 14 Der Unterschied zwischen den lebensweltlichen Lachgemeinschaften und ihren literarischen Pendants besteht vor allem darin, dass letztere konstruiert, allerdings auch „von höherer Dauer und Stabilität gekennzeichnet sind.“ 15
Gelacht wird einerseits über Normverletzungen durch andere, andererseits über die
7 Jauß, Hans Robert: Über den Grund des Vergnügens am komischen Helden. In: Preisendanz, Wolfgang u. Rainer Warning (Hrsg.): Das Komische. München 1976. (= Poetik und Hermeneutik, Bd. 7) S. 103-132, siehe Kap. 8.
8 Vgl. Fietz 1996, S. 19.
9 Vgl. Röcke 1996, S. 145.
10 Röcke, Werner und Hans Rudolf Velten: Einleitung In: Dies. (Hrsg.): Lachgemeinschaften: Kulturelle Inszenierungen und soziale Wirkungen von Gelächter im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Berlin 2005, S. IX-XXXI, hier S. X.
11 Plessner 1961, S. 109.
12 Vgl. Röcke/Velten 2005, S. XIII.
13 Vgl. , auch im Folgenden: Röcke/Velten 2005, Einleitung.
14 Röcke/Velten 2005, S. XIX.
15 Röcke/Velten 2005, S. XXIII.
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Normen selbst. Es bezieht sich also auf „etwas, was aus der Lebensordnung ausgeschlossen, für nichtig erklärt worden ist, das aber insgeheim doch dazu gehört.“ 16 Diese Diskrepanz wird lachend akzeptiert. Ob es sich dabei um ein befreiendes, lebensbejahendes Lachen 17 oder um ein Lachen aus Kapitulation, 18 handelt sei zunächst dahingestellt.
Die ansteckende Kraft des Lachens erklärt Plessner mit der Anonymität, die der direkten Antwort durch das Lachen innewohnt. 19 Diese Kraft wirkt jedoch nur in der Lebenswelt. Auf der Bühne führt Lachen in der Regel nicht dazu, dass das Publikum mitlacht. 20 In der Literatur dient das Lachen einer oder mehrerer Figuren entweder als „Katalysator des Erzählvorgangs“, 21 das heißt, es treibt die Handlung voran, oder es „weist auf Rezeptionssteuerung hin.“ 22 Wichtig für das Lachen ist auch eine gewisse Distanz zum lustigen Geschehen. Je mehr Mitleid man empfindet, desto schwerer fällt es, darüber zu lachen. Wo jedoch diese Grenze liegt, ist subjektiv. Je nach den Werten und Normen der eigenen Persönlichkeit, können verschiedene Menschen ein Ereignis lustig, gleichgültig, beleidigt oder schockiert auffassen.
„Wenn man also unter unterschiedlichen Bedingungen über Unterschiedliches lacht, wenn keine objektiven Gegebenheiten auszumachen sind, die uns unbedingt zum Lachen veranlassen, so fragt man sich, ob das Komische nicht eher beim Lachenden, also auf der subjektiven Seite, dingfest gemacht werden könnte und müßte.“ 23
Die Erkenntnis, dass es nichts objektiv Komisches gibt, bedeutet jedoch nicht, dass man in der Komik keine formale Struktur finden kann. Zwar mögen die Themen, über die bestimmte Menschen lachen, sehr unterschiedlich sein, dennoch könnten
und dem Makabren. In: Fietz, Lothar (Hrsg.): Semiotik, Rhetorik und Soziologie des Lachens vom Mittelalter zur Gegenwart. Tübingen 1996, S. 49-64, hier S. 63.
sich formale Entsprechungen finden, die nur mit verschiedenen Inhalten gefüllt werden. Klar geworden ist, „daß das Verhältnis von Komik und Lachen keinen erfolgversprechenden Zugang zu einer Analyse der betreffenden Phänomene darstellt; ja, es führt vom Kern des Problems weg.“ 24 Aus diesem Grund soll es in dieser Arbeit nur um die Komik gehen. Das textinterne Lachen wird nur in den Fällen thematisiert, in denen man es als Rezeptionssteuerung und damit als Hinweis auf Komik auffassen kann.
2.2 Komiktheorien
2.2.1 Die Inkongruenztheorie
Die Inkongruenztheorie erklärt die Komik aus bestimmten Gegensätzen, die plötzlich miteinander in Verbindung treten. Die ältesten Vertreter dieser Theorie sind Aristoteles und Cicero. Aristoteles betont dabei vor allem den Gegensatz einer in der Komödie aufgeführten Handlung zu den geltenden Normen. Diese Handlung, beziehungsweise das Lächerliche und Falsche oder Hässliche an ihr, darf aber „keinen Schmerz auslösen, also keine affektive Wirkung wie bei der Tragödie hervorrufen.“ 25 Danach entstanden lange Zeit keine neuen Komiktheorien. Erst im 17. Jahr-hundert begann, vor allem in der Philosophie, eine neue Phase der Beschäftigung mit dem Phänomen des Komischen. Diese bis heute andauernde Frage nach dem Ursprung der Komik, ihrer Form und Funktion, brachte Unmengen von Theorien und Erklärungsversuchen hervor, von denen hier nur einige der wichtigsten kurz vorgestellt werden.
Als „pure Notwehr“ bezeichnet Marquard 26 seinen Versuch, die Komik aus dem Gegensatz zwischen dem Nichtigen und dem Geltenden zu erklären: „Komisch ist und zum Lachen bringt, was im offiziell Geltenden das Nichtige und im offiziell Nichtigen das Geltende sichtbar werden läßt.“ 27 Indem die üblichen Verhältnisse
24 Haug 1996, S. 50.
25 Bachmeier, Helmut (Hrsg.): Texte zur Theorie der Komik. Stuttgart 2005, S. 12.
26 Marquard, Odo: Exile der Heiterkeit. In: Preisendanz, Wolfgang u. Rainer Warning (Hrsg.): Das Komische. München 1976. (= Poetik und Hermeneutik, Bd. 7.) S. 133-151.
27 Marquard 1976, S. 141.
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für kurze Zeit, plötzlich und überraschend, umgekehrt werden, zeige sich, „daß das Geltende nicht unbedingt das Geltende [. . . ] daß das Nichtige nicht unbedingt das Nichtige ist“. 28 Wenn man in der Lage ist, diesen Widerspruch, mit dem man nicht fertig wird, komisch zu nehmen, kann man auf ihn mit einer „Aktion statt der Aktion“, mit Lachen, reagieren.
Für Bergson 29 dagegen liegt der komische Widerspruch zwischen Mensch und Maschine, zwischen Körper und Verstand. Für ihn ist das Lebendige etwas Fließendes, sich ständig Veränderndes und Flexibles. Alles Erstarrte und Automatische in einer Gesellschaft oder einer Person ist daher komisch. 30 Gleiches gilt für die Sprache, auch hier ist sture Wiederholung von Floskeln oder Redensarten ein Mechanismus geworden und daher komisch. „Bergson unterscheidet drei Arten komischer Mechanizität: wenn es den Anschein macht, 1. der Leib sei zur Maschine erstarrt [. . . ], 2. die Seele sei zum Körper erstarrt [. . . ], 3. die Person zur Sache erstarrt [. . . ]“. 31 Diese Erstarrung kann nur den Menschen betreffen. Machinen oder andere leblose Dinge, auch Landschaften, sind für ihn nicht komisch. Tiere oder Gegenstände können es nur im Vergleich mit dem Menschen sein. Das Lachen sieht er als Strafe für die Erstarrung und für die daraus resultierende versäumte flexible Anpassung an eine neue Situation. Er betont außerdem, dass die Komik „einer vorübergehenden Anästhesie des Herzens“ 32 bedarf, da Sympathie und Mitgefühl das Lachen über eine Person erschweren.
Plessner begründet die komische Wirkung mit der Kapitulation vor einer unbedrohlichen Grenzlage. 33 Ebenso wie Bergson sieht auch er ein komisches Potential darin, wenn ein Mensch zur Sache wird, die Aufmerksamkeit auf seine physische Natur gelenkt wird oder er durch Zerstreutheit aus der Rolle fällt. 34 „Behauptet sich die Individualität gegen die Versteifung und Mechanisierung ihrer Leidenschaft nicht, macht sie daraus keinen zentralen Kampf gegen das Schicksal, verfällt sie ihr (und ohne zu ernste Folgen), so überwiegt die komische Wirkung.“ 35 Auch in der
Sprache sorgen „Wiederholbarkeit, Umkehrbarkeit, Doppelsinnigkeit“ 36 für einen komischen Effekt, ebenso wie Dialekte, Stottern oder falsch ausgesprochene Fremdwörter. 37
Im Gegensatz zu Bergson sieht er die Komik an Tieren darin, dass sie einerseits an den Menschen erinnern können, andererseits aber auch an sich komisch wirken können, wenn sie einem bestimmten Schema von Tier widersprechen. 38 Pflanzen und andere anorganische Gebilde können eine komische Wirkung nur dann haben, wenn sie an etwas Menschliches oder Tierisches erinnern. Er vermutet, dies hänge mit ihrer Bewegungslosigkeit zusammen. 39 Die Überraschungen, Unverhältnismäßigkeiten, Grenzlagen und Normverletzungen über die man lacht dürfen allerdings keine Gefahr darstellen, sondern müssen „irgendwie auch wieder paralysiert sein.“ 40 Das Lachen ist dann eine „Reaktion gegen das Bedrängende des komischen Konflikts.“ 41
Ritter 42 bezeichnet das Komische als das Unangepasste, das sich indirekt und in Form des Zulässigen bemerkbar macht. 43 Es ist nicht der Widerspruch oder die Mehrdeutigkeit an sich, sondern die Tatsache, dass das Ausgegrenzte sich über die Komik seinen Platz im Leben zurückerobert. Dies geschieht jedoch nicht direkt, „sondern in der Weise des Anständigen und Zulässigen selbst“. 44 Dieses Ausgegrenzte und Nichtige muss aber, um komisch zu wirken, irgendwie als zur Lebenswelt positiv dazugehörend aufgefasst werden können. In dem Moment also, in dem sich das Ausgerenzte und Nichtige plötzlich bemerkbar macht, wird „im Komischen die Identität eines Entgegenstehenden und Ausgegrenzten mit dem Ausgrenzenden“ 45 hergestellt.
36 Plessner 1961, S. 111.
37 Vgl. Plessner 1961, S. 124.
38 Vgl. Plessner 1961, S. 113.
39 Vgl. Plessner 1961, S. 114.
40 Plessner 1961, S. 118.
41 Plessner 1961, S. 117.
42 Ritter 1974, S. 62-92.
43 Ritter 1974, S. 63.
44 Ritter 1974, S. 74.
45 Ritter 1974, S. 78.
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2.2.2 Die Aufwanddifferenz
Die Theorie der Aufwanddifferenz, deren wichtigste Vertreter Lipps und Freud sind, sieht den Widerspruch als etwas, das die Komik zwar verstärken kann, sie aber nicht auslöst. Entscheidend ist hier vielmehr eine Differenz zwischen einem betriebenen Aufwand und dem Resultat. Lipps erklärt die Komik als etwas, das entsteht, wenn etwas Großes, Bedeutendes erwartet wird, dann aber nur etwas Kleines, Unbedeutendes bekommt. 46 Man schafft innerlich den Raum, den man zur Aufnahme benötigt, dieser entpuppt sich dann aber als zu groß, dem Kleinen kommt die ganze Aufmerksamkeit zugute und es wird daher spielend bewältigt. Zunächst führt dies zu einem Unlustmoment der enttäuschten Erwartung, der zusammen mit dem Lustmoment der spielenden Bewältigung ein neues Gefühl schafft: die Komik. Am Ende dieses Prozesses steht bei Lipps die „Befriedigung erzeugende Erleichterung dadurch, daß man wieder in die altbekannten Verhältnisse zurückkehrt“. 47 Freud dagegen sieht die Komik nicht in einer enttäuschten Erwartung, sondern in dem Vergleich des Aufwandes, den die komische Person betreibt, mit dem Auf-wand, den man selbst zu diesem Zweck betreiben würde. Uns erscheint also derjenige komisch, „der für seine körperlichen Leistungen zuviel und für seine seelischen Leistungen zuwenig Aufwand im Vergleich mit uns treibt“. 48 So erscheint ein Mensch, der zu große Schritte macht, komisch, weil er zu viel körperlichen Auf-wand betreibt, einer, der eine „dumme“ Antwort gibt, ist komisch, weil er zu wenig geistigen Aufwand betrieb. Auch das Komische bestimmter Körperformen und Gesichtszüge erklärt Freud damit, dass wir sie als „Ergebnis einer zu weit getriebenen und zwecklosen Bewegung“ 49 sehen. Geschieht dieses Zuviel oder Zuwenig an Aufwand unbeabsichtigt so lachen wir aus Überlegenheit, doch auch wenn wir wissen, dass der andere sich verstellt, ist es komisch. Freud wertet dies als „Beweis für die prinzipielle Unabhängigkeit der Komik vom Überlegenheitsgefühl.“ 50 Man lacht in diesem Fall, indem man den Aufwand, den diese Person im Moment betreibt, mit dem, den sie normalerweise aufwendet, vergleicht also innerhalb der
anderen Person. Hinzu kommt noch, dass nach Freud die Erwartung des Komischen begünstigend auf die Komik wirkt.
Es gibt drei Möglichkeiten die komische Aufwanddifferenz zu finden:
„a) durch einen Vergleich zwischen dem anderen und dem Ich, oder b) durch einen Vergleich ganz innerhalb des anderen, oder c) durch einen Vergleich ganz innerhalb des Ichs.“ 51
In diesem Zusammenhang äußert er die Vermutung, dass die Komik nicht allein durch die Differenz, sondern auch und vielleicht sogar ganz auf der Herabsetzung zum Kinde beruht: „Im ersteren Falle erschiene der andere mir als Kind, im zweiten ließe er sich selbst zum Kind herab, im dritten fände ich das Kind in mir selbst.“ 52 Auch die Wiederholungskomik stütze sich dann „auf die dem Kinde eigentümliche Lust an fortgesetzter Wiederholung“. 53 Jedoch lässt er diesen Punkt weitgehend offen: „Ich mag nicht entscheiden ob die Herabsetzung zum Kinde nur ein Spezialfall der komischen Herabsetzung ist oder ob alle Komik im Grunde auf einer Herabsetzung zum Kinde beruht.“ 54
Wichtig für die Komik, besonders in Abgrenzung zum Witz, ist auch, dass bei der Komik nur zwei Personen beteiligt sein müssen: „außer meinem Ich die Person, an der ich das Komische finde“. 55 Das Komische wird gefunden, der Witz wird gemacht. Außerdem kann man die Komik auch allein genießen, den „Witz hingegen ist man mitzuteilen genötigt“, 56 beide Formen sind demnach sowohl in ihrer Entstehung als auch in ihrem sozialen Verhalten sehr unterschiedlich. 57
51 Freud 1985, S. 238.
52 Freud 1985, S. 238.
53 Freud 1985, S. 239.
54 Freud 1985, S. 240.
55 Freud 1985, S. 157.
56 Freud 1985, S. 156.
57 Siehe Kap. 3.
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2.3 Komikformen
Neben dem Witz finden sich noch andere der Komik zugehörige Formen, die hier näher definiert und, soweit dies möglich ist, voneinander abgegrenzt werden sollen.
2.3.1 Parodie
Die Parodie ist eine meist innerliterarische Form der Nachahmung „von Merkmalen eines Einzelwerkes, einer Werkgruppe oder ihres Stils.“ 58 Dabei erschöpft sie sich jedoch nicht in der bloßen Imitation, sondern versucht, durch die Verbindung einer bekannten Form mit einem neuen Inhalt, oder umgekehrt, die Vorlage zu komisieren. Dies geschieht meist, indem sie bestimmte, an die Vorlage geknüpfte, Erwartungen unter- oder übererfüllt, wobei sie sich auf die komische Herabsetzung beschränkt, das heißt, dass sie „keine eigene Botschaft formuliert“. 59 Doch besonders dieser letzte Punkt ist umstritten. Während sich die Forschung über die komische Intertextualität der Parodie weitgehend einig ist, 60 kann man der Parodie durchaus in ihrer Kritik am Original eine eigene Botschaft unterstellen. Während „die formale Struktur des parodierten Textes, der parodierten Lehre oder Ideologie übernommen und zitiert wird, werden sein Inhalt und damit auch seine Intention im Gegenteil verkehrt.“ 61 Dies kann zur reinen Unterhaltung dienen, aber ebenso kann es ein Hinweis auf Missstände oder ähnliches sein. Beide Effekte sind allerdings nur möglich, wenn der Rezipient das Original kennt und die Anspielung versteht. 62 Im Mittelalter gab es den Begriff der Parodie noch ebensowenig wie eine theoretische oder rhetorische Überlegung zu diesem Phänomen, 63 dennoch gab es „auch im Mittelalter verschiedene Formen parodistischen Sprechens.“ 64 Besonders der ideali-
Bd.III, 3. Aufl. 2003, S. 23-27, hier S. 23.
Dimensions and Perspectives. Amsterdam/Atlanta 1997, S. 237-273, hier S. 237.
sierte Artushof oder das Minne-Schema dienten als Vorlagen für parodistische Texte oder zumindest für Textstellen. „Die komische Wirkung wird erzielt, indem die Dis-proportion zwischen ritterlich-höfischer oder ritterlich-heldischer Wertwelt und der bäuerlichen Wirklichkeit aufgedeckt wird.“ 65
2.3.2 Satire
Die Grenze zwischen Parodie und Satire ist fließend. Je schärfer das Original durch die Komisierung herabgesetzt und kritisiert wird, desto eher spricht man von einer Satire oder einer satirischen Parodie. 66 „Ihr hervorstechendes Merkmal ist die Negativität, mit der sie eine Wirklichkeit als Mangel, als Mißstand und Lüge, kenntlich macht.“ 67 Während man also in der Parodie der Vorlage noch durchaus im Grunde positiv gegenüberstehen kann, wird in der Satire all das verlacht, was als negativ empfunden wird, zu dem man sich abgegrenzt wissen möchte. 68 „In satirischer Kunst sind somit die Momente der Negativität und des Ethischen mit dem des Ästhetischen vermittelt.“ 69
Im Mittelalter gibt es zwar den Begriff „satira“, allerdings bezeichnet der hier „- anders als in der antiken Literatur - keine bestimmte Gattung, sondern eine Schreibart“. 70 Diese mittelalterliche Form der Satire diente vor allem zum Verlachen des Bösen und Falschen in der Welt. Angestrebt wurde damit eine Verbesserung der Missstände der Welt, obwohl keine direkte Handlungsalternative geboten wurde. Das Verlachen des Negativen war im Grunde die erwünschte adäquate Reaktion, ein Lachen als Kapitulation. 71
65 Fromm 1962, S. 330.
66 Brummack, Jürgen: Satire. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft Bd. III, 3. Aufl. 2003, S. 355-360.
67 Brummack, Reallexikon 2003, S. 355.
68 Vgl. Jolles, André: Einfache Formen. 5. Aufl. Tübingen 1964, S. 255.
69 Brummack, Reallexikon 2003, S. 356.
70 hier und im Folgenden: Röcke 1996, S. 160ff.
71 Vgl. Plessner 1961, s. o.
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2.3.3 Ironie
Die komische Ironie, denn nicht jede Form der Ironie ist komisch, ist vor allem eine „Darstellung durchs Gegenteil“. 72 Doch nicht nur die gegenteilige Darstellung, auch die Über- oder Untertreibung gehören zur Ironie. 73 So macht beispielsweise komisch übertriebenes Lob den dahinter versteckten Tadel noch offensichtlicher und entlarvt ihn nicht nur, sondern lässt ihn darüber hinaus von den Rezipienten verlachen. Die Untertreibung findet man, „wenn der Sprechende ironisierend sich selber herabsetzt. (Ein bekanntes Beispiel ist etwa die Floskel ‚meine Wenigkeit‘.)“ 74 In der Literatur kann man auch ein distanziertes Verhältnis eines Autors zu seinem Werk, seinen Figuren oder deren Haltungen, ebenso wie die „scheinbare Übernahme fremder Haltungen“ 75 zur Ironie zählen. Der größte Unterschied zur Parodie und Satire ist ihre Anteilnahme. Die Ironie spottet „zwar über das, was wir tadeln, aber sie stellt uns ihm nicht gegenüber, sie empfindet Teilnahme, sie ist beteiligt.“ 76
2.3.4 Groteske und Gewalt
Das Groteske ist vor allem das Verzerrte, Übertriebene und eigentlich Unvereinbare, meist durch Mischwesen von Mensch und Tier oder Pflanze, oder durch entgrenzte Körper dargestellt. 77 Das Groteske ist, wie auch die Gewalt, in den meisten Fällen alles andere als komisch, meist sogar bedrohlich oder angsteinflößend. Wird es jedoch mit etwas Alltäglich-Nichtigem in Verbindung gebracht, wird der bedrohliche Effekt geschwächt „und sein Schrecken lachend gemildert“. 78 Durch dieses plötzlich auftauchende „Nichtige im Geltenden“ 79 kann das Bedrohlich-Groteske oder die Gewalt verlacht und damit „gemildert und erträglich gemacht“ 80 werden.
Arbeit zitieren:
Daniela Rabe, 2007, Komik in Wolframs von Eschenbach "Parzival und Willehalm", München, GRIN Verlag GmbH
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