Figuren und Objekttheater
Pädagogische Potenziale des Spiels mit Figuren und Dingen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Figurentheater Das Spiel mit Masken, Puppen und Marionetten 4
2.1 Besonderheiten verschiedener Figurentheaterformen 4
2.2 Potential und Ziel des Figurentheaters 5
2.3 Figurentheater in der schulischen Realität 6
3. Objekttheater Das Spiel mit den Dingen 7
3.1. Theoretische Grundlagen 7
3 1 1 Was ist Objekttheater? 7
3 1 2 Die Dinge in unserer Welt 7
3 1 3 Funktion der Dinge im Objekttheater 9
3.2 Praktische Arbeitsanweisungen 9
3 2 1 Phase 1 : Die richtigen Dinge finden 9
3 2 2 Phase 2 : Den Spiel Raum gestalten 10
3 2 3 Phase 3 : Mit den Dingen in Beziehung treten und improvisieren 11
3 2 4 Phase 4 : Haltung während der ersten Spielsequenzen 12
3.3. Wirkungsfähigkeit des Objekttheaters 14
3 3 1 Das Potenzial der Objektivierungsstrategie 14
4. Schlussbetrachtung 15
5. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Das Figuren- und Objekttheater lebt von dem Spiel mit den Figuren und Dingen, die auf der Bühne belebt werden und die Rolle des Schauspielers übernehmen. Doch warum ist eine Theaterform, in der sich der Schauspieler nicht einmal als Hauptdarsteller präsentieren kann, trotzdem sehenswert? Worin liegt das pädagogische Potential des Spiels mit einem vermenschlichten Objekt? Was genau ist Figuren- und Objekttheater und warum ist diese Form auch für Erwachsene interessant? Diese und weitere Fragen sollen in der folgenden Arbeit anhand von ausgewählten Texten diskutiert werden um einen Zugang zu dieser Theaterform zu schaffen und seine pädagogischen Potentiale zu verdeutlichen.
In dem Kapitel zum Figurentheater erfolgt eine Fokussierung auf verschiedene ausgewählte Formen des Figurentheaters. Der Text „ Das Spiel mit Masken, Puppen und Marionetten“ von Leopold Klepacki dient als Grundlage dafür, die verschiedenen Eigenheiten der im Titel genannten Figuren zu beleuchten. Dabei sollen das Potential, die Ansprüche und die Voraussetzungen erklärt werden, die beim Spiel mit den Figuren und ihrem Einsatz im Schultheater entstehen.
Aufgrund des Textes „ Das Spiel mit den Dingen“ von Enno Podehl, konzentriert sich dieses Kapitel vollständig auf die Objekte: Es geht um ihr spielerisches und pädagogisches Potenzial, ihre Fähigkeiten, ihren richtigen Einsatz, die Voraussetzungen und Ansprüche die sie stellen und um den richtigen Umgang mit ihnen. In Anlehnung an E. Podehl liefert dieses Kapitel die Skizze einer ersten Annäherung an ein Objekttheaterprojekt, von seinen theoretischen Grundlagen bis zu den ersten praktischen Begegnungen von Spieler und Ding. Schließlich lohnt es sich auch noch, sich bezüglich der Wirkungsfähigkeit des Objekttheaters auf den Text „ Vom Objekt zum Subjekt und zurück- die unentdeckten Potenziale des Objekttheaters“ von André Studt zu beziehen.
2. Figurentheater Das Spiel mit Masken, Puppen und Marionetten
2.1 Besonderheiten verschiedener Figurentheaterformen
Masken, Puppen, und Marionetten gehören zwar grundsätzlich zu unterschiedlichen Theater-Genres, jedoch gibt es ein wichtiges Grundmerkmal, das diese Figuren verbindet: Sie alle ermöglichen es dem Schauspieler, sich hinter Ihnen zu verstecken. Je nach Theaterform kommt diese Art, dramatische Szenen zu gestalten, unterschiedlich stark zur Geltung. So haben die verschiedenen Formen des Figurentheaters, wie Masken-, Puppen- und Marionettentheater oder Schattenspiel alle unterschiedliche Besonderheiten und somit unterschiedliche Vorzüge oder Schwierigkeiten wenn es um ihren Einsatz in der Schule geht.
Besonders viele Variationen bietet das Spiel mit Puppen: Strumpf-, Finger-, oder Stabpuppen sind bezüglich der Herstellung und Handhabung noch am einfachsten. Die besonders kleine Form ist gut dafür geeignet, diese Puppen z. B. im Kunst- oder Werkunterricht selber herzustellen. So scheinen diese sie besonders attraktiv für den Einsatz im Unterricht. Handpuppen sind hingegen aufwändiger, allein schon wegen den besonderen Konstruktionsvorgaben: Der Puppenkopf wird mit dem Zeigefinger und die Arme mit Daumen und Mittelfinger des Spielers bewegt. Um echte Dramatik zu erzeugen wird die Hand des Spielers ganz unter dem Gewand der Puppe versteckt. Daher bedarf es besonderer Bühnen für das Spiel mit Handpuppen, denn auch der Spieler selbst sollte natürlich nicht zu sehen sein, wenn man der Art des Spiels gerecht werden will.
Auch das Schattentheater profitiert von den Puppen. Es kann generell mit beweglichen oder unbeweglichen, durchsichtigen oder undurchsichtigen Figuren gespielt werden. Starre Stockpuppen oder bewegliche Stabpuppen, die sonst plastisch konzipiert direkt für den Zuschauer sichtbar sind, kommen im Schattenspiel als Flachfiguren zum Einsatz. Diese sind hinter einer Leinwand versteckt und stehen vor einer Lichtquelle, um den Schatten zu erzeugen.
Am anspruchsvollsten gestaltet sich die Arbeit mit den Marionetten. Allein der Bau der Marionette erfordert einiges an handwerklichem Geschick: Die Marionette gilt im Theater als Symbol des Menschen und muss somit auch menschenähnliche Bewegungen ausführen können. Daher hat der Körper dieser Figur den komplexesten und detailliertesten Bauplan. Außerdem muss auch hier eine richtige Marionettenbühne gebaut werden, denn auch im klassischen Marionettentheater wird mit verdeckten Spielern gearbeitet. Diese Theaterform ist aber nicht nur handwerklich anspruchsvoll, sondern auch technisch und künstlerisch. Ist die Marionette erst gebaut, gilt es den Umgang mit dem Fadenkreuz zu erlernen, um dieses Menschensymbol auch steuern zu können. Schließlich folgt die Inszenierung der theatralen Handlung, in die die Marionette als Darsteller eingebettet ist. Diese theatrale Handlung ist es, die große Zuschauermengen für gefüllte Vorstellungen anlocken kann. Das Marionettentheater, das zwar sehr anspruchsvoll ist, ist daher umso interessanter für das Publikum.
2.2 Potential und Ziel des Figurentheaters
Das gemeinsame Potential der verschiedenen Spielformen liegt darin, dass sie bewusst den Ausdruck von Dingen außerhalb ihrer gewöhnlichen Zusammenhänge anwenden. Die Bezeichnung „ Darstellendes Spiel“ begründet sich durch das Prinzip und gleichzeitig auch das Ziel der Spielformen, die Vermenschlichung von Unmenschlichem. Etwas Lebendiges wird durch ein lebloses Ding dargestellt. Material wird in Schauspiel umgewandelt. Das vorher leblose Ding ist somit während des Stückes der Handlungsträger. Dies ist allerdings nur durch eine besondere Verbindung zwischen Spieler und Figur zu erzielen: Der Spieler, der zunächst die Kontrolle über die Figur hat, ist derjenige, der die Figur erst beleben muss, damit sie zum Handlungsträger wird. „Er muss das Wesen, die Haltungen, Bewegungen und Handlungen der Figuren imaginieren, ausbilden, animieren und nachempfinden…“ (L. Klepacki 2005, S. 115). Der Spieler nutzt seine eigene Verwandlungsfähigkeit und fokussiert sich auf den Umgang mit dem Objekt. Er selbst tritt immer mehr in den Hintergrund und lässt das Objekt die Rolle des Subjektes übernehmen. Die Schauspielleistung des Spielers wird auf die Figur übertragen und in ein Schauspiel der Puppe umgewandelt. Die
Arbeit zitieren:
Dilek Pehlivan, 2009, Figuren- und Objekttheater, München, GRIN Verlag GmbH
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