- 2-
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. China 4
2.1 Weltweite Waldverteilung und Chinas Forstwirtschaft 4
2.2 Chinas Importmarkt 5
2.3 Chinas heimischer Markt und Konsum 7
2.4 Chinas Exportmarkt 8
3. Afrika. 9
3.1 Fallbeispiel Mozambique. 10
3.2 Fallbeispiel Äquatorial-Guinea. 12
3.3 Fallbeispiel Kamerun. 13
3.4 Weitere Beispiele 14
4. Folgen der illegalen Abholzung afrikanischer Waldbestände 16
4.1 Ökologische Folgen 16
4.2 Ökonomische Folgen 16
4.3 Soziale Folgen 18
5. Vorschläge für Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen Holzhandels. 19
6. Ausblick. 21
7. Literaturverzeichnis 22
- 3- 1.Einleitung
„China is considered to be one of the largest buyers and millers of illegal logs“ so titelte Greenpeace in einer Studie von 2006 über Chinas Rolle bei der Zerstörung von tropischen Wäldern. 1 Bisher wurde die Holzwirtschaft Chinas immer mit den asiatischen Ländern, vornehmlich Indonesien, Papua Neuguinea und Malaysia, aber auch Russland in Verbindung gebracht. In Bezug auf Afrika war das wirtschaftliche Interesse des ostasiatischen Landes dagegen primär auf den Export von Erdöl und Bergbauerzeugnissen konzentriert. In den letzten zehn bis 15 Jahren hat sich China jedoch - weitestgehend ungeachtet von der internationalen Öffentlichkeit - langsam zu einem Hauptexporteur afrikanischer Tropenhölzer entwickelt. So verzeichneten Hauptlieferländer wie beispielsweise Gabun, Äquatorial-Guinea, Kamerun und Kongo (Brazzaville) steigende Exportraten zwischen 10 und 80% in einem Zeitraum von zehn Jahren zwischen 1995 und 2005. 2
Es stellt sich die Frage, woher der plötzliche Exportboom afrikanischer Tropenhölzer nach China kommt. Um dem auf den Grund zu gehen, werden wir eingangs zunächst den chinesischen Import- und Konsummarkt näher beleuchten. Im Anschluss daran, soll anhand von ausgewählten Fallbeispielen auf den Exportmarkt verschiedener afrikanischer Länder, darunter u.a. Mozambique, Äquatorial-Guinea und Kamerun, eingegangen werden. Es folgt eine Auseinandersetzung über die möglichen Auswirkungen der erhöhten Einschlagquoten auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft der betroffenen Länder und einer Reihe von Vorschlägen, wie diesen entgegengewirkt werden kann.
In unserer Arbeit stützen wir uns vor allem auf Internetquellen bekannter Umweltorganisation wie Globaltimber, Greenpeace und dem WWF.
1 Sze, Tamara/ Cheung, Pang: Sharing the Blame. Global Consumption and China‘s Role in Ancient Forest
Destruction, 2006, http://www.greenpeace.org/raw/content/international/press/reports/sharing-the-blame.pdf,
S.14, 6. August 2007.
2 Globaltimber: China - illegal imports and exports, o.J., http://www.globaltimber.org.uk/ChinaIllegal
ImpExp.htm, 6. August 2007.
- 4- 2.China
2.1 Weltweite Waldverteilung und Chinas Forstwirtschaft
Die Überschwemmungen des Yangtze, Songhua und Nen Flusses im Jahr 1998 waren das Resultat einer Jahre langen extensiven Forstwirtschaft in den natürlichen Wäldern Chinas. Bodenerosion war eine Hauptursache, wie ein offizielles Aufklärungsteam herausfand. Als Folgemaßnahme wurde im September 1998 das Natural Forest Protection Programme (NFPP) eingeführt und damit ein Verbot des Holzabbaus erwirkt. 53% der Gesamtfläche natürlicher Wälder, das entspricht 56 Mio. ha von insgesamt 68 Mio., 3 wurden somit dieser Maßnahme unterstellt. Das Programm sollte die Abholzung gekennzeichneter Wälder in den Gebieten an den Ober- und Mittelläufen des Yangtze und Yellow Flusses stoppen und besonders die Abholzung für die Industrie, das industrial logging, in den nordöstlichen Regionen und der Inneren Mongolei reduzieren. Weitere Programme folgten. 4 Seither wachsen die Waldressourcen Chinas. Im Jahr 2000 besaß China eine Waldfläche von 163 480 000 ha (17,5%) 5 , nur fünf Jahre später eine Fläche von 197 290 000 ha Wald, 21.1% der Staatsfläche. 6 Und China arbeitet daran, dass dieses Wachstum beibehalten wird. So setzten sie sich 2003 eine Richtlinie, die besagt, dass die Waldfläche bis 2010 19%, bis 2050 26% vom Staatsgebiet ausmachen soll. Schenkt man den Zahlen des „State of the world forest“-Reports glauben, so ist das erste Ziel schon jetzt erreicht. Damit erhöhte China das Wachstum der Wälder Asiens insgesamt zwischen 2000 und 2005 um 633 000 ha jährlich. 7 Chinas Bemühungen gehen aber noch weiter. Zwischen 1996 und 2010 sollen auf 5 Mio. ha Fläche neue Baum-Plantagen entstehen. 8 Chinas Waldressourcen liegen in Nord-Ost-China, der Inneren Mongolei, in den Sinchuan und Yunnan Provinzen im Südwesten und in zehn Provinzen im Süden. In den letzteren sind die meisten Plantagen lokalisiert, während sich im Nordosten und Südwesten die restlichen natürlichen Wälder Chinas befinden. Die Beschränkung der heimischen Abholzung führte zu einem Rückgang der lokalen Holzproduktion. Doch das neue Programm ist nicht allein für diese Entwicklung verantwortlich. Chinas Holzblockproduktion für die Industrie sank zwischen 1995 bis 2002
3 Sze, Tamara/ Cheung, Pang (2006): 16.
4 Weitere Programme waren Shelterbelt Development Programme, Sloping Land Conversion Programme, Sand
Control Programme for Area in the Vicinity of Beijing, Wildlife Conversation & Nature Reserve Development
Programme und das Forest Industrial Base Development Programme.
5 FAO: State of the World Forest Report, 2003, ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/005/y7581e/y7581e11.pdf, S.133,
2. Oktober 2007.
6 FAO: State of the World Forest Report, 2007, ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/009/a0773e/a0773e10.pdf, S.111,
2. Oktober 2007.
7 FAO: State of the World Forest Report, 2007, ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/009/a0773e/a0773e03.pdf, S.15,
2. Oktober 2007.
8 FAO: Summary, o.J., http://www.fao.org/forestry/site/18308/en/chn/, 2. Oktober 2007.
- 5-auf 75 Mio. m³, 9 so dass Chinas Wälder der Holznachfrage schon vor der Einschränkung nicht gerecht werden konnten. Um jedoch der zunehmenden Exportnachfrage nachkommen und die heimische Wirtschaft weiter versorgen zu können, musste China auf andere Holzressourcen zurückgreifen. Importe wurden zur Notwendigkeit.
2.2 Chinas Importmarkt
China ist seit 2003 nach den USA der zweitgrößte Holzimporteur der Welt. 10 Der Importmarkt für verarbeitete und unverarbeitete Hölzer ist seit Mitte der 1990er Jahre auf 134 Millionen m³ im Jahr 2005 angestiegen. Acht Jahre zuvor betrug das Volumen noch 40 Mio. m³, so dass die Importe sich mehr als verdreifachten. 11
Da die Einfuhr von Papier und weiter verarbeitetem Holz in Bezug auf die afrikanischen Länder irrelevant ist, wird sie hier außen vor gelassen und der Fokus auf die log-Importe (Holzblöcke) gelegt. Seit 2001 dominiert dieses Holzprodukt (zusammen mit Schnittholz 12 ) den Einfuhrmarkt maßgeblich. Im Jahr 2004 wurden 26 Mio m³ Holzblöcke importiert, die einen Anteil von 62% an den gesamten Holzimporten (timber imports 13 ) hatten. Im gleichen Jahr betrug der gesamte Holzblock-Import weltweit 122 Mio. m³, so dass man sagen kann, dass einer von fünf importierten Blöcken nach China ging. 14 Zwischen 1996 und 2003 stieg der log-Import von 3,2 auf 25,5 Millionen m³, während andere Importe stagnierten (inklusive Sperrholz, welches einst Holz-Importgut Nummer 1 war). 15
Die Hauptexporteure Chinas 2004 waren Russland, Malaysia und Indonesien (siehe Abb.1 und 2). Für erstere waren vor allem die Holzblöcke bestimmend, während aus Indonesien überwiegend Schnittholz und Sperrholz eingeführt wurde. Insgesamt importierte China 24 Mio. m³ Holz aus allein diesen drei Ländern. Aus den afrikanischen Ländern stammende Holzblöcke kommen vorwiegend aus Gabun, Liberia, Äquatorial Guinea und der
Demokratischen Republik Kongo. 16 Doch sind das längst nicht alle afrikanischen Länder aus
9 Chunquan, Zhu et al.: China’s Wood Market, Trade and Environment, 2004, http://assets.panda.org/
downloads/chinawoodmarkettradeenvironment.pdf, S.16, 2. Oktober 2007.
10 Asche, Helmut/Schüller, Margot: Chinas Engagement in Afrika. Chancen und Risiken für die Entwicklung.
GTZ. 2007, S.64.
11 White, Andy et al.: China and the Global Market for Forest Products. Transforming Trade to Benefit Forests
and Livelihoods, 2006, http://www.illegal-logging.info/uploads/ China_and_the_Global_Market.pdf, S.6,
2. Oktober 2007.
12 Der Import von Schnittholz stieg zwischen 1996 und 2003 von 1,7 auf 10,0 Mio. m³.
13 Es wird zwischen timber und paper imports unterscheiden, die zusammen den gesamten Holzimport
(wood import) bestimmen.
14 Sze, Tamara/ Cheung, Pang (2006): 20.
15 Chunquan, Zhu et al. (2004): 21.
16 Chunquan, Zhu et al. (2004): 22.
- 6-denen China sein Holz bezieht. Weitere Bezugsländer sind Mozambique, Tansania, Kamerun, Kongo (Brazzaville) und Südafrika.
Abb. 1: Hauptexporteure von Holzprodukten nach China 2004
(Quelle: Sze, Tamara/ Cheung, Pang (2006): 22)
Abb. 2: Hauptexporteure von Holzblöcken nach China 2004
(Quelle: Sze, Tamara/ Cheung, Pang (2006): 22)
Dieses enorme Importwachstum spiegelt vor allem drei Dinge wieder: Den Konsum-Anstieg von Waldprodukten, die steigende Nachfrage nach günstig produzierten Holzprodukten aus China und Chinas Unvermögen der wachsenden Nachfrage durch die heimische Holzproduktion nachzukommen. 17 Daher werfen wir im Folgenden einen Blick auf Chinas heimischen und Exportmarkt.
17 White, Andy et al.: China and the Global Market for Forest Products. Transforming Trade to Benefit Forests
and Livelihoods, 2006, http://www.illegal-logging.info/uploads/ China_and_the_Global_Market.pdf, S.6,
2. Oktober 2007.
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Sandra Miehlbradt, Uta Frömel, Jenny Holle, 2007, China und Afrikas Regenwälder, München, GRIN Verlag GmbH
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