INHALTSVERZEICHNIS
1) EINLEITUNG 1
2) KULTURINDUSTRIE UND MASSENKOMMUNIKATION 2
2.1 Die Geschichte der Massenmedien 2
2.2 Grundlagen: Kulturindustrie und Massenkommunikation 3
3) MEDIEN IN INDUSTRIEGESELLSCHAFTEN 5
3.1 Soziologische Betrachtungen 5
Teil I: Medien im Prozess der Machtbildung 6
Teil II: Medienwirkung und Medienwahrheit 7
3.2 Implikation der gruppenspezifischen Differenziertheit 9
4) MEDIENWIRKUNG IN DER SOZIALPSYCHOLOGIE 10
4.1 Medien im Fokus der Psychologie 11
4.2 Der Uses-and-Gratifications-Ansatz 12
5) KONTRÄRE ELEMENTE DER KULTURINDUSTRIE 13
5.1 Kontextuelle Dynamik der Medien 13
5.2 Strukturbedingter Kritikansatz 15
6) ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT 17
LITERATUR - UND QUELLENVERZEICHNIS 19
ERKL ÄRUNG DES VERFASSERS
1) EINLEITUNG
$GRUQRXQG+RUNKHLPHUKDEHQPLWLKUHU6FKULIWÄ'LDOHNWLNGHU$XINOlUXQJ³HLQHQ Erklärungsansatz für die möglichen Einflüsse industriell erstellter Medien geliefert. Ihr oft als Fundament der kritischen Theorie verstandener Beitrag im wissenschaftlichen Diskurs über den Einfluss der Medien hat einen souveränen Menschentypus im Fokus. Im Gegensatz dazu versuchen sie die Ä>«@%HGHXWXQJ von Massenkommunikation und Massenkultur für die Reproduktion des kapitalistischen Wirtschafts- XQG*HVHOOVFKDIWVV\VWHPV>«@³ (Kellner 1982: 482) zu belegen und dieser eine ordnende und kontrollierende Funktion derart zu unterstellen, dass ihre Ausprägungen in Form von Ä>«@6FKHPDWLVPXV>«@³ und einer Ä>«@UFNVLFKWVORVHQ(LQKHLW>«@³ (Adorno / Horkheimer 1969: 110f) sich in der Gesellschaft manifestieren. Somit skizzieren Adorno und Horkheimer ein strukturiertes und in der Unterwerfung gegenüber den Medien entmündigtes Gesellschaftsbild, begleitet von einer Vielzahl kritischer Hypothesen über den von industriellen Medien geprägten Menschen.
Auszugsweise sollen diese kritischen Hypothesen vorgestellt und eingehender betrachtet werden, scheinen sie doch auf den ersten Blick im Widerspruch zu den modernen soziologischen Annahmen zur Dynamik und Struktur von Gesellschaften und somit, umgangssprachlich ausgedrückt: ÄVFKZDFK DXI GHU %UXVW³ (Enzensberger 1988: 146). Insbesondere deren zentraler Vergleich, Ä'RQDOG'XFN in den Cartoons wie die Unglücklichen in der Realität erhalten ihre Prügel, damit die Zuschauer sich an die eigenen gewöhnen³ (Horkheimer / Adorno 1969: 124), unterminiert die Souveränität und Widerstandskraft der modernen Gesellschaften gegenüber den von Adorno und Horkheimer gepflegten Befürchtungen vor kommunistischen und faschistischen Tendenzen in Form einer Diktatur.
Mittels Bezügen zur Medienwirkungsforschung und Sozialpsychologie soll untersucht werden, ob sich die Ä>@.RPSHWHQ]GHU.RQVXPHQWHQ>«@HUK|KW³ (Feldmann 2005: 293) hat und mit dem Fortschreiten der Medienentwicklung nicht nur die Struktur der Gesellschaften gewandelt, sondern diese auch partiell, dank der Stärke ihrer Pluralität, eine kritische Haltung gegenüber ihre Ä>«@ Herrn >«@³ (Adorno / Horkheimer 1969: 111) eingenommen haben.
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2) KULTURINDUSTRIE UND MASSENKOMMUNIKATION
Mit ihrer Theorie der Kulturindustrie beschreiben Adorno und Horkheimer einen Ä>«@ DXVJHNOJHOWHQ $SSDUDW ]XU .ODVVHQKHUUVFKDIW >«@³ (Kellner 1982: 485). Damit diese Auffassung ihrer Arbeit überprüft werden kann, erfolgt in diesem Kapitel eine Darstellung GHU ]HQWUDOHQ $XVVDJHQ GHV 7H[WHV Ä'LDOHNWLN GHU $XINOlUXQJ³JHSDDUWPLWHLQHU(LQRUGQXQJLQGHQVR]LDOKLVWRULVFKHQ.RQWH[W
2.1 Die Geschichte der Massenmedien
Zwei zentrale Aspekte können als Beweggründe für die Arbeit Adornos und Horkheimers herausgestellt werden: Auf der einen Seite ist der Kontext der totalitären Regime in Europa und Asien des frühen zwanzigsten Jahrhunderts zu nennen. Sowohl der von Deutschland und Italien ausgehende Faschismus, als auch der Sozialismus in der Sowjetunion, bedienten sich technologischer Möglichkeiten, um eine breite Masse an Personen mit identischem Inhalt zu erreichen. In dieser Form sind Ä>@0DVVHQPHGLHQ>@HLQ]HQWUDOHU0DFKW- und +HUUVFKDIWVIDNWRU³ (Feldmann 2005: 291; Vgl. Thompson 1995), da sie in beiden Diktaturformen mittels selektiver Informationsvermittlung einen den Systemen gerechten Informationsgehalt verbreiteten. Andererseits sind die ersten dreißig Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts von technologischen Erneuerungen geprägt. In den USA, als Exilstädte vor dem Faschismus Deutschlands (Vgl. Kellner 1982: 482), erleben Adorno und Horkheimer den raschen Fortschritt der technologischen Möglichkeiten und wie die Bevölkerung diese als Ä>«@popular culture >«@³ (Kellner 1982: 482) scheinbar bedingungslos aufnimmt. Sie befürchten einen ähnlich stringenten Einfluss der Medien wie es in Europa der Fall gewesen sein könnte und beginnen daraufhin mit ihren Untersuchungen an dem Phänomen der Medien.
Ihr Empfinden, dass die Entwicklung der Medien in Richtung Massenmedien geht, lässt sich mit der Geschichte der Medientechnologien erklären. Bereits 1935 wurde in Deutschland das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Welt ausgestrahlt, mit dem die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft an fünf Tagen der Woche ein 90 Minütiges Programm aus Berlin mit insgesamt 180 Zeilen übertrug. Dieses Medium entsprach in etwa einer inhaltlich prägnanten und
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aufwandstechnisch überzogenen Zeitung. Die frühe Form der technologischen Informationsverbreitung setzte die Zusammenkunft mehrerer Individuen voraus, da die Technik für den Einzelnen zu kostspielig war. Nachrichten gab es in Ä/LFKWVSLHOKlXVHUQ³XQG)HUQVHKVWXEHQGKHLQ*HUlWPLWGHUVHOEHQ%RWVFKDIWDQ ein breites Publikum. Erst mit den Volksempfängern wurde in Deutschland die private Informationsrezeption möglich, aber auch hier erhielt jedes Individuum den gleichen Bestand an selektiven Informationen. Ä'LH JDQ]H :HOW ZLUG GXUFK das Filter der Kulturindustrie geleitet³ (Adorno / Horkheimer 1969: 113). Was in den Diktaturen ein Ergebnis aus Kongruenz und Kontrolle durch die staatliche Macht darstellte, fassten Adorno und Horkheimer in den USA als Ä>«@GLH0DFKW der ökonomisch Stärksten über die Gesellschaft [..]³(Adorno / Horkheimer 1969: 109) auf.
2.2 Grundlagen: Kulturindustrie und Massenkommunikation
Die Theorie der Kulturindustrie lässt sich in ihre verschiedenen Ursache- und Wirkungsformen untergliedern. Diese *OLHGHUXQJ LQ GLH (OHPHQWH Ä:LUWVFKDIW³ Ä*HVHOOVFKDIW³ Ä$XWRULWlW³ XQG Ä)ROJHQ³ soll im Nachfolgenden abgehandelt werden, um ein Gesamtbild der Arbeit Adornos und Horkheimers zu skizzieren. 'LH HUVWH )RUP LVW GLH GHU :LUWVFKDIW %HUHLWV GHU %HJULII Ä.XOWXULQGXVWULH³ OHJW nahe, dass es sich um Industrie handelt. Industrie ist im weitesten Sinne eine Ä>@ DXVGHP+DQGZHUNKHUYRUJHJDQJHQH)RUPGHVZLUWVFKDIWO7lWLJVHLQV>«@³ und den für die Medienentwicklung zuständigen Bereich nennt man allgemeinhin Ä>«@ (OHNWURLQGXVWULH >«@³ (Bertelsmann Lexikon Redaktion 1966: 819). Die wirtschaftliche Tätigkeit liegt hier insbesondere in und zwischen den Unternehmen vor, welche die technologisch basierten Medien und deren Vorführtechnik herstellen oder erwerben und verbreiten müssen. In dem Zusammenhang sprechen Adorno und Horkheimer von der Ä>@Abhängigkeit der PlFKWLJVWHQ 6HQGHJHVHOOVFKDIWHQ YRQ GHU (OHNWURLQGXVWULH >«@³ (Adorno / Horkheimer 1969: 110). Damit dieser über verschiedene Wirtschaftsstufen laufende Prozess der Produktion und des Vertriebs funktioniert, muss es auf politischer Ebene einen angemessenen Akzeptanzrahmen geben (Vgl. Adorno / Horkheimer 1969: 110). Eben durch diese industrielle Produktion, begleitet von dem Streben nach Profitmaximierung, geht es um die ständige Erschließung neuer
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Absatzmärkte und den Vertrieb der eigenen Produkte in weite Teile der Gesellschaft. Die große Masse des zu erreichenden XQGQDFKGHU:DUHÄ0HGLHQ³ verlangenden Publikums führte die Produktion zu schneller herstellbaren Standards. Ziel ist die Versorgung aller Gesellschaftbereiche, d.h. aller Menschen mit ihren unterschiedlichen Interessen und Kenntnissen. Dadurch, dass ÄIU DOOH [..] HWZDV YRUJHVHKHQ >«@³ (Adorno / Horkheimer 1969: 110) ist, erreichen die Medien ein breites Spektrum in der Gesellschaft, der nächsten Betrachtungsstufe in dieser Ausführung. Medien mit diesen akribisch geplanten Prozessen als Herstellungsbasis präsentieren sich der Gesellschaft als eine strukturierte Ä>«@ 2UGQXQJ³, jedoch ohne Ä=XVDPPHQKDQJ³ (Adorno / Horkheimer 1969: 113). Das Mittel, mit dem die Medien ihre gestalterische Kraft entfalten, ist nach den Autoren der vergnügliche Charakter der Medienkultur. Vergnügen ist für Adorno und Horkheimer das Zwischenglied von einer Arbeitseinheit zur nächsten, sozusagen der regenerative Prozess zur Erhaltung der Arbeitsmoral (Vgl. Adorno / Horkheimer 1969: 123). Die Rezipienten sind nämlich nicht nur Kunden, sondern auch Wirkungselemente in der Gesellschaft. Dieser Zusammenhang aller Elemente einer Gesellschaft stabilisiert scheinbar das ganze System, indem eine ständige Identifikation der Rezipienten mit der ihnen übergeordneten Macht gefordert wird (Vgl. Adorno / Horkheimer 1969: 138). Durch eine Ä>«@ HLJHQH 6SUDFKH>@PLW6\QWD[XQG9RNDEXODU³ (Adorno / Horkheimer 1969: 115) festigt sich somit der autoritäre Charakter der Kulturindustrie, welche ein der Realität entnommenes Abbild präsentiert, ÄGDPLW VLFK GLH =XVFKDXHU DQ GLH HLJHQHQ³ Sorgen des Alltags ÄJHZ|KQHQ³ (Adorno / Horkheimer 1969: 124). Die Folgen sind eine ständige Reproduktion desselben, um die Einheit aus Realität und Fiktion, Produktion und Konsum nicht zu gefährden. Ä(ZLJ >@ GLH JOHLFKHQ %DELHV³ (Adorno / Horkheimer 1969: 133) erzeugen eine Homogenität dieser Gesellschaft, die sich dadurch selber kennzeichnet, dass jedem seine Art des Konsums zugesprochen werden kann. Adorno und Horkheimer gehen davon aus, dass, wer die Abbilder der Medien nicht kennt und sich nicht an deren Schemen und Botschaften anpasst, die Konsequenzen dieser erkennbaren Dissonanz zu den Rezipienten zu tragen hat. Als Folge entspricht ÄGie Stufenleiter der Lebensstandards >«@³ VRPLW Äder inneren Verbundenheit der Schichten und ,QGLYLGXHQPLWGHP6\VWHP³ (Adorno / Horkheimer 1969: 135). Diese komplexe
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Arbeit zitieren:
Dennis Klinkhammer, 2007, Das Modell der Kulturindustrie im Widerspruch zur gruppenspezifischen Differenziertheit, München, GRIN Verlag GmbH
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