INHALTSVERZEICHNIS
1) EINLEITUNG 1
2) DAS RADIO: GESCHICHTE 2
2.1 Die Entwicklung der Radiotechnologie 2
2.2 Radioübertragungen in Deutschland 3
3) VERKNÜPFUNG VON RUNDFUNK UND GESELLSCHAFT 4
3.1 Die Bedeutung des Radios 4
3.2 Aspekte empirischer Sozialforschung 5
4) DAS ANALYSEVERFAHREN 6
4.1 Das statistische Verfahren 6
4.2 Die verwendeten Werte eine formalistische Betrachtung 6
5) DATENANALYSE UND INTERPRETATION 7
5.1 Radionutzung im Tagesablauf 7
5.2 Radionutzung im Wochenverlauf 9
5.3 Die Verbreitung der Radiotechnologie im Zeitverlauf 10
5.4 Individuelles Hörerverhalten im Fokus: Orte des Konsums 11
5.5 Reaktionen im Radiokonsum auf konkurrierende Medien 12
5.6 Begleitender Charakter als Stärke? 13
5.7 Sinus-Milieus und Medienzeitbudget 15
5.8 Radiokonsum und bildungsspezifische Merkmale 17
6) ZUSAMMENFASSUNG 19
LITERATUR - UND QUELLENVERZEICHNIS 20
ERKL ÄRUNG DES VERFASSERS
1) EINLEITUNG
Ein alltäglicher Morgen: Bei vielen Bundesbürgern gibt ein Radiowecker den ersten Audioreiz des Tages, begleitet die Tagesvorbereitungen in der Küche oder dem Bad und im KFZ auf dem Weg zur Arbeit. Kaum ein Medium scheint so internalisiert zu sein wie das Radio und ist daher Ä>«@DXVXQVHUHP$OOWDJQLFKW PHKUZHJ]XGHQNHQ³ (Franz et al. 1991: 400). Verschiedene Faktoren verleihen dem Radio diese in der Gesellschaft manifestierte Bedeutung. Eine expandierende Versorgung mit der notwendigen Technologie, die damit einhergehende Vergünstigung des Produkts Radio und die zunehmend innovativen Einflüsse auf die Bedienbarkeit verhalfen diesem Medium zu seinem Erfolg. Alles in allem ist ÄGLH EHJOHLWHQGH )XQNWLRQ GHV Hörfunks, die oft als Schwäche ausgelegt wird, [..] seine eigentliche 6WlUNH³ (Franz et al. 1991: 404).
Ein Medium mit einer derart umfassenden Geltung liegt natürlich im Fokus sozialwissenschaftlicher Analysen. Es stellt sich die Frage nach den Rezipienten, deren Differenzierbarkeit nach soziodemographischen Merkmalen und die unterschiedlichen Arten des Konsums. Als letzter Schritt ist die Betrachtung dieser Erhebungen im zeitlichen Verlauf von Interesse. Lassen sich an den Radionutzungsdaten im zeitlichen Vergleich Prozesse des sozialen Wandels ablesen?
Um diese Frage zu beantworten, wirft diese Ausarbeitung einen zusammenfassend analytischen Blick auf die Ergebnisse der Radionutzungsforschung der letzten 50 Jahre der Bundesrepublik und zieht ein Resümee über die parallele Entwicklung des Mediums und der Gesellschaft sowie über die Verwendbarkeit dieser Daten.
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2) DAS RADIO: GESCHICHTE
Dieses Kapitel umfasst prägnant die historischen Stationen in der Entwicklung der Rundfunktechnologie der Bundesrepublik, deren politischen Entstehungshintergründe und strategische Position als Gesellschaftsmedium.
2.1 Die Entwicklung der Radiotechnologie
Mit den Worten Ä+LHU LVW %HUOLQ 9R[-Haus³ (Vgl. Deutsches Rundfunkarchiv 1998) begann am 28. September 1923 die Geschichte des Rundfunks auf deutschem Boden. Diese erste Radioübertragung aus dem Dachgeschoß des Kolonialkaufmanns August Stauch in dem Berliner Vox-Haus basierte auf einer improvisierten Sendeanlage aus alten Laboratoriumsbeständen. Zu dieser Zeit war ein Radioempfangsgerät entweder ein teurer Luxusartikel oder aber eine improvisierte Lösung ± überwiegend aus Draht bestehend. Seitdem hat sich die Rundfunktechnologie kontinuierlich weiterentwickelt. Bedingt durch verbesserte Produktionstechniken und den damit verbundenen Kostensenkungen in der Anschaffung wandelte sich das spärlich verbreitete Radio zu einem Massenprodukt.
Weil das Verständnis von der Entwicklung des Mediums Radio für die Deutung von Konsum- und Verhaltensanalysen grundlegend ist, gibt Abbildung 1 einen Überblick über die im Laufe der Zeit entstandenen Produktdifferenzierungen mit der Funktion eines Radios.
Angefangen bei der Urform des Radios 1923, setzte 1933 mit dem Deutschen Volksempfänger die Massentauglichkeit des Radios ein. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde das Medium Radio von den Siegermächten als
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kontrollierbare Instanz für die demokratische Ordnung in dem befreiten Deutschland verstanden. Neben der Öffnung für private Sender in den 80er Jahren, erlebte das Radio mehrere technologische Neuerungen. Es erhielt Einzug in Automobilen, in jüngster Zeit im Internet und als Zusatzfunktion in Kleinst-und Telefongeräten. Technologisch gesehen ist das Radio heute ein konzentriert auftretendes Produkt.
2.2 Radioübertragungen in Deutschland
'LH %XQGHVUHSXEOLN KDW ]XP KHXWLJHQ =HLWSXQNW HLQ Ä'XDOHV 5XQGIXQNV\VWHP³ Dies bedeutet eine Aufteilung des Rundfunkangebots in private und öffentliche Anbieter, wie Abbildung 2 veranschaulicht.
Die Marktanteile verteilen sich etwa gleichmäßig auf private und öffentlichrechtliche Anbieter. Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind die Landesrundfunkanstalten und bundesweite sowie Auslandsprogramme. Zu nennen sind hier beispielsweise der Süd-West-Rundfunk (SWR) und die Deutsche Welle. Die Funktion der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender sollte ein Eintreten Ä>«@ für die demokratische Ordnung ebenso für das Kulturelle Leben in der %XQGHVUHSXEOLN >@³ (Bomas 2005: 3) sein. Bis in den 80er Jahren war der öffentlich-rechtliche Rundfunk der einzige Anbieter von Radioprogrammen. Erst danach öffnete sich der Rundfunkmarkt für private Investoren und ermöglichte einen Wettbewerb um Marktanteile. Die Unterschiede liegen überwiegend in dem Finanzierungswesen und der inhaltlichen Ausrichtung der Sender. Die öffentlichrechtlichen Sender finanzieren sich mittels der Gebühren-Einzugs-Zentrale (GEZ) und die privaten über Werbeeinnahmen.
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3) VERKNÜPFUNG VON RUNDFUNK UND GESELLSCHAFT
Dass das Medium Radio einen festen Platz in der Gesellschaft zu haben scheint, wurde bereits in den Kapiteln 1 und 2 deutlich. Dieses Kapitel befasst sich mit den Ursachen dieser Kausalität. Auf der einen Seite ergibt sich die tatsächliche Bedeutung für die Gesellschaft bei der Betrachtung individueller Medienzeitbudgets (Abschnitt 3.1). Auf der anderen Seite steht das empirische Interesse und mit welchem Fokus man Daten über Mediennutzung betrachten kann (Abschnitt 3.2). Beide Seiten werden in diesem Kapitel kurz behandelt.
3.1 Die Bedeutung des Radios
Im Vordergrund dieses Abschnitts steht die Frage nach der Bedeutung eines Mediums. Für dessen Messung hat sich in den Medienwissenschaften der Wert GHV Ä0HGLHQ]HLWEXGJHWV³ HWDEOLHUW Dies sind Bruttowerte aus der Summierung der einzelnen Mediennutzungsdauern. Ein fiktives Beispiel: Eine erwerbslose Person hat bei 9 Stunden Fernsehkonsum und 2 Stunden Radiokonsum am Tag ein Medienzeitbudget von 9 + 2 = 11 Stunden. Der Anteil der jeweiligen Medien dividiert durch das Medienzeitbudget ergibt die prozentuale Gewichtung des einzelnen Mediums. In unserem Beispiel entfallen mehr als 80% Bedeutung auf den Fernsehkonsum. Wie die in der Bundesrepublik erhältlichen Medien untereinander rangieren, ergibt sich aus Abbildung 3, welche den durchschnittlichen Tageskonsum an unterschiedlichen Medien in Prozent angibt.
Arbeit zitieren:
Dennis Klinkhammer, 2008, Das Radio: Historie als Ausdruck sozialen Wandels, München, GRIN Verlag GmbH
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