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Die Vertikale als Bildstruktur

Louis Malles "Fahrstuhl zum Schafott" und Fritz Langs "Metropolis"

Titel: Die Vertikale als Bildstruktur

Hausarbeit , 2009 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Eva Lindner (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In folgender Ausführung soll die Vertikale als Bildstruktur in den Filmen „Fahrstuhl zum Schafott“ („L´Ascenseur pour l´échafaud“, Louis Malle, 1957) und „Metropolis“ (Fritz Lang, 1927) erläutert werden. Die senkrechte Form in der Bildsprache wird grundsätzlich meist den dramatischen Genres, wie Thrillern, Katastrophen- und Horrorfilmen zugeordnet, während die Horizontale eher in epischen Genres, wie dem Western eingesetzt wird. Dabei ist in der Formanalyse der Vertikalen das Situative, Ereignishafte zueigen, während die Waagrechte auf Prozesse und Entwicklungen im Inhalt abzielt.
Die beiden zu besprechenden Filme weichen jedoch zum größten Teil von diesem Prinzip ab und unterliegen einer eigenen Formensprache, die auf ihre Bezüge zu Inhalt, Bildstruktur und Symbolik untersucht und verglichen werden soll.
„Metropolis“ und „Fahrstuhl zum Schafott“ entsprechen dabei weniger Beispielen des klassischen Kinos, in dem die Bilder streng und wohl kalkuliert in ihrer festen Grammatik verbleiben. Gerade Malles Film entstammt dem Kino der Nachkriegsgeneration und ist geprägt von der bewegten Kamera, die befreit ist von der strengen Kadrierung eines erstarrten Klassizismus. In dieser Phase gewann auch die Vertikale erneut Bedeutung, wenngleich im Sinne der Nouvelle Vague nicht als kanonische Stilprägung, sondern als offenes Experiment.1
Diesem Vergleich wird sich die Arbeit über kurze Abhandlungen zu den Regisseuren und den Genreeinordnungen nähern. Die Vertikale soll als Form und Symbol gedeutet, geschichtlich, christlich-mythologisch und semantisch eingeordnet werden, ebenso erfolgen Ausführungen zur Geschichte und Bedeutung des Fahrstuhls, der Kabine und des Schachts und seiner Konstituierung als Vertikale, die in beiden Filmen eine bedeutende Rolle spielt. Ebenso soll genauer auf die vertikale Architektur beider Filme eingegangen werden, die futuristischen Hochhäuser, die Treppen, Türme und Autobahnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Die Vertikale als Bildstruktur - Louis Malles „Fahrstuhl zum Schafott“ und Fritz Langs „Metropolis“

1. Louis Malles „Fahrstuhl zum Schafott“

1.1 Louis Malle

1.2 Exkurs Nouvelle Vague

1.3 Exkurs Film Noir

1.4 Die Vertikale – Form und Symbol

1.5 Die Vertikale – Fahrstuhl und Hochhäuser

1.6 Die Vertikale – Ihre Konstituierung durch den Fahrstuhl

1.6.1 Die Fahrstuhlkabine

1.6.2 Der Schacht

1.6.3 Das Steckenbleiben im Fahrstuhl

2. Fritz Langs „Metropolis“

2.1 Fritz Lang

2.2 Exkurs Science-Fiction

2.3 Die Vertikale – Architektur im Film

2.4 Der Fahrstuhl

2.5 Die Treppe

III. Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Vertikalen als zentrale Bildstruktur in den Spielfilmen "Fahrstuhl zum Schafott" von Louis Malle und "Metropolis" von Fritz Lang, um zu analysieren, wie durch vertikale Inszenierungen in Architektur und Handlung existenzielle Themen sowie soziale Machtstrukturen visualisiert werden.

  • Analyse der Vertikalen als filmisches Form- und Symbolelement
  • Vergleichende Untersuchung der Stadtbilder und ihrer labyrinthartigen Geometrie
  • Deutung der Fahrstuhl- und Treppenmotive als Metaphern für soziale Schichtung
  • Interdisziplinäre Einbettung in filmhistorische Kontexte (Nouvelle Vague, Film Noir, Science-Fiction)

Auszug aus dem Buch

1.6.3 Das Steckenbleiben im Fahrstuhl

Das Steckenbleiben im Fahrstuhl stellt den Augenblick der Störung in der modernen Großstadterzählung dar. In der Filmgeschichte hat der Aufzug allerdings meistens die Funktion des „Komplizen“. Nirgendwo sonst kann man sich in einem öffentlichen Raum mit vergleichbarer Sicherheit für den Augenblick allein, in absoluter Verborgenheit durch die Uneinsehbarkeit der Kabine, wähnen. In „Fahrstuhl zum Schafott“ allerdings wird Tavernier der Aufzug ungewöhnlicherweise zum Verhängnis. Er bleibt auf der Fahrt nach oben, während des Aufstrebens und Zuendebringens seines Plans, im Schacht stecken, sein scheinbar perfekter Plan geht nicht auf.

In der Romanvorlage von Noël Calef „wurde ihm plötzlich klar, dass er über ein unwiderlegliches, aber tödliches Alibi verfügte – den Fahrstuhl“. In der ersten Fahrstuhlfahrt mit Sekretärin und Wachmann lässt Calef den Protagonisten schimpfen: „Ich finde diese in die Mauer eingelassenen Fahrstühle abscheulich (…). Man steckt darin wie in einem Brunnenschacht. Das alte System hat mir besser gefallen, Man hat die Etagen gesehen, die Treppe…Hier erstickt man ja.“ An dieser Stelle ist der Verweis auf das drohende Schicksal des vorzeitigen Gefängnisses mehr als deutlich.

Tavernier bleibt in der Vertikalen, an einem wahren „Nicht-Ort“ stecken, während die Geschichte in der Horizontalen, auf den Straßen von Paris und den Landstraßen der Umgebung, weiterläuft. Taverniers Vertikalfahrt wird so der Horizontalbewegung Florences und des Pärchens gegenübergestellt. Dabei lässt sich, wie schon in 1.5 (durch die Katze auf dem Bürogebäude) angedeutet, von einer „Absurdität der Situation sprechen“. Allein die kurze vertikale Fahrt Taverniers und die festgefahrene Mechanik bringt die Verschwörung der Liebenden zum Scheitern. Das situative Ereignis des Steckenbleibens in der Vertikalen zerstört den Plan ihrer Flucht in der Horizontalen mit dem Auto.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorwort: Einführung in die Thematik der Vertikalen als Bildstruktur und Abgrenzung der gewählten Filme von klassischen Genrekonventionen.

II. Die Vertikale als Bildstruktur - Louis Malles „Fahrstuhl zum Schafott“ und Fritz Langs „Metropolis“: Detaillierte Analyse der jeweiligen Regisseure, ihrer filmischen Hintergründe und der spezifischen Anwendung der Vertikalen als formales Mittel.

1. Louis Malles „Fahrstuhl zum Schafott“: Untersuchung der Vertikalen im Kontext von Nouvelle Vague und Film Noir, mit Fokus auf Fahrstuhlkabinen, Schächte und das symbolische Steckenbleiben.

2. Fritz Langs „Metropolis“: Analyse der futuristischen Architektur sowie der Bedeutung von Treppen und Fahrstühlen als Ausdruck sozialer Hierarchien.

III. Vergleich: Synthese der Erkenntnisse, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der narrativen und formalen Nutzung der Vertikalen zwischen beiden Filmen hervorhebt.

Schlüsselwörter

Vertikale, Bildstruktur, Fahrstuhl, Metropolis, Fahrstuhl zum Schafott, Film Noir, Nouvelle Vague, Architektur, Sozialstruktur, Klassenkampf, Existentialismus, Louis Malle, Fritz Lang, Symbolik, Vertikalfahrt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die funktionale und symbolische Bedeutung vertikaler Bildstrukturen in den Filmen "Fahrstuhl zum Schafott" und "Metropolis" und setzt diese in Bezug zu deren inhaltlicher Aussage.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Themen Architektur im Film, die filmische Umsetzung von Raum und Bewegung sowie die soziopolitische Symbolik von Oben und Unten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die formanalytische Untersuchung, wie die Vertikale in beiden Werken als Mittel zur Visualisierung von Ausweglosigkeit, sozialem Aufstieg oder existenziellem Scheitern eingesetzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Formanalyse, die durch historische Exkurse zu Regisseuren und Gattungen wie dem Film Noir und Science-Fiction gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der einzelnen Filme, wobei jeweils biographische Hintergründe, Architekturvisionen und die symbolische Bedeutung technischer Elemente wie Aufzüge und Treppen untersucht werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Vertikale, existenzielle Krise, soziale Schichtung, Architekturvision und filmische Raumsymbolik.

Warum spielt der Fahrstuhl eine so entscheidende Rolle in "Fahrstuhl zum Schafott"?

Der Fahrstuhl fungiert hier nicht nur als Transportmittel, sondern als Symbol für die soziale und existenzielle Isolation des Protagonisten Tavernier, dessen "Aufstieg" im Schacht buchstäblich zum Stillstand kommt.

Inwiefern unterscheidet sich die Nutzung der Vertikalen in "Metropolis"?

In "Metropolis" wird die Vertikale stärker zur Visualisierung gesellschaftlicher Machtverhältnisse zwischen der herrschenden Oberklasse in den Hochhäusern und der unterdrückten Arbeiterschaft in den unterirdischen Katakomben genutzt.

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Details

Titel
Die Vertikale als Bildstruktur
Untertitel
Louis Malles "Fahrstuhl zum Schafott" und Fritz Langs "Metropolis"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Theater- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Formanalysen von Spielfilmen
Note
2,0
Autor
Eva Lindner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V126074
ISBN (eBook)
9783640314706
ISBN (Buch)
9783640318179
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vertikale Bildstruktur Louis Malles Fahrstuhl Schafott Fritz Langs Metropolis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Lindner (Autor:in), 2009, Die Vertikale als Bildstruktur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126074
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Leseprobe aus  23  Seiten
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