Auswirkungen der Internationalisierung auf die handelsrechtliche Rechnungslegung
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Hamburg Institut für Wirtschaftsprüfung und Steuerwesen
Tobias Kannen, 5. Semester, Betriebswirt- Bearbeiter: schaftslehre 23.12.2002 - 28.03.2003 Bearbeitungszeit: Termin der Seminarsitzung: 15.04.2003
I
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Vorgehensweise 2
2 Ziele und Grundsätze verschiedener Rechnungslegungssysteme 2
2.1 HGB 2
2.2 US-GAAP 3
2.3 IAS 4
2.4 Zusammenfassung 4
3 Grundzüge der Internationalisierung in Deutschland 5
3.1 Motive 5
3.2 Bisherige Internationalisierungsphasen 6
3.3 Gegenwärtige Rechnungslegungspraxis in Deutschland 9
3.3.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen 9
3.3.1.1 Kapitalaufnameerleichterungsgesetz (KapAEG) 9
3.3.1.2 Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPuG) 9
3.3.2 Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee (DRS)C 10
3.3.3 Bilanzierungshandhabung deutscher Unternehmen 11
4 EG-Verordnung Nr. 1606 /2002 13
4.1 Kurzdarstellung 13
4.2 Auswirkungen auf den Konzernabschluss 13
4.2.1 Konzernabschluss börsennotierter Unternehmen 13
4.2.2 Konzernabschluss nicht börsennotierter Unternehmen 14
4.3 Auswirkungen auf den Einzelabschluss 15
4.3.1 Eignung der IAS für den Einzelabschluss 15
4.3.2 Rückwirkungen des internationalisierten Konzernabschlusses 16
4.4 EU-Vorschlag für eine „Modernisierung“ der Bilanzrichtlinien als
Reaktion auf die IAS-Verordnung 18
5 Schlussbetrachtung und Ausblick 19
Anhang IV
Abbildungsverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis VIII
Vertiefende Literaturhinweise IX
Abb. Abbildung Abs. Absatz Aufl. Auflage BdF Bundesministerium der Finanzen BdJ Bundesministerium der Justiz bzw. beziehungsweise CON Concept (des FASB) DAX Deutscher Aktienindex DM Deutsche Mark DRS Deutscher Rechnungslegungsstandard DRSC Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee e.V. DStR Deutsches Steuer Recht (Zeitschrift) Euro EU Europäische Union f. folgende (Seite) FASB Financial Accounting Standards Board ff. fortfolgende (Seiten) GoB Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung GuV Gewinn- und Verlustrechnung HGB Handelsgesetzbuch h. M. herrschende Meinung Hrsg. Herausgeber hrsg. herausgegeben HS Hauptsatz IAS International Accounting Standards IASC International Accounting Standards Committee i.d.R. in der Regel IDW Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. IFRS International Financial Reporting Standards IFRSC International Financial Reporting Standards Commitee i.S.v. im Sinne von i.V.m. in Verbindung mit Jg. Jahrgang
III
KapCoRiLiG Gesetz zur Durchführung der Richtlinie des Rates der Europäischen Union zur Änderung der Bilanz- und der Konzernbilanzrichtlinie
KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich Mio. Millionen o.Jg. ohne Jahrgang S. Seite SEC Securities and Exchange Commission SteuStud Zeitschrift „Steuern und Studium" TransPuG
US-GAAP United States Generally Accepted Accounting Principles u.U. unter Umständen Vgl. Vergleiche z.B. zum Beispiel
§ Paragraphenzeichen
1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Momentan herrscht bei den Rechnungslegungsadressaten deutscher Unternehmen aufgrund der Anwendung verschiedener Rechnungslegungssysteme ein regelrechtes „Bilanzierungswirrwarr". 1 Die handelsrechtliche Rechnungslegung steht in Deutsch-land inzwischen im Wettbewerb mit den internationalen sowie den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften. Beispielhaft seien hier die 30 Dax-Unternehmen genannt, die alle ihren Konzernabschluss nach einem der beiden international anerkannten Bilanzierungsstandards US-GAAP (US-Generally Accepted Accounting Principles) oder den in Europa stärker verbreiteten International Accounting Standards (IAS) ermitteln 2 bzw. mit dem Bericht zum ersten Halbjahr 2003 aufstellen werden. 3 Grund dieser Entwicklung ist die Internationalisierung der Kapitalmärkte, die seit Beginn der neunziger Jahre auch deutsche Unternehmen, die ausländische Kapitalmärkte durch Emission von Aktien oder Anleihen als Instrumente der Kapitalbeschaffung in Anspruch nehmen, oder deren Wertpapiere an ausländischen Börsen gehandelt werden, dazu veranlasst hat, ihre Konzernrechnungslegung den international anerkannten Rechnungslegungsstandards anzupassen. 4 Diese Tendenz wird heute üblicherweise als „Internationalisierung der Rechnungslegung" bezeichnet. Allgemein kann Internationalisierung als etwas aufgefasst werden, das seinen Ursprung außerhalb der nationalen Grenzen hat. 5 In dieser Arbeit soll unter Internationalisierung (der deutschen Rechnungslegung) „die Ende der sechziger Jahre spürbar einsetzende Orientierung des bis dahin überwiegend national beeinflussten deutschen Rechnungslegungssystems und der Rechnungslegungspraxis an angelsächsische Rechnungslegungsstandards" 6 verstanden werden. Die vielfältigen Auswirkungen auf die handelsrechtliche Rechnungslegung, deren Regelungen (noch) von der Erlaubnis, stille Reserven zu bilden, und von vage formulierten GoB gekennzeichnet sind 7 , sollen in dieser Arbeit thematisiert werden.
1 Vgl. Pellens/Gassen 2001, S.137
2 Vgl. BdF 2002, S.63
3 Vgl. DRSC 2003 sowie MLP 2003; Linde 2003
4 Vgl Busse v. Colbe 2002, S.159
5 Vgl. Hütten/Lorson 200, S.521
6 ebenda, S.522
7 Vgl. Niehus 2001, S.737
2
1.2 Vorgehensweise
Nach der Einleitung sollen im zweiten Teil der Arbeit zunächst die Grundstrukturen der für Deutschland relevanten Rechnungslegungssysteme HGB, US-GAAP und IAS dargestellt werden. Hieran anschließend werden im dritten Kapitel der Ursprung der heute weitreichenden Internationalisierung sowie die bisherigen Internationalisierungsphasen deutscher Rechnungslegung bis zum Ende des letzten Jahrzehnts aufgezeigt. Daraufhin sollen die derzeitige Rechnungslegungspraxis und deren aktuelle Rahmenbedingungen in Deutschland dargestellt werden. Im vierten Kapitel geht es um die am 19.06.2002 verabschiedete EG-Verordnung betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards und deren Auswirkungen auf den Konzern- und Einzelabschluss deutscher Unternehmen sowie um die geplante Änderung der EU-Bilanzrichtlinien. Im letzten Teil werden schließlich die gewonnenen Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen handelsrechtlicher Rechnungslegung gegeben.
2 Ziele und Grundsätze verschiedener Rechnungslegungssysteme
2.1 HGB
Explizite Ziele der externen Rechnungslegung fehlen in Deutschland 8 . Aus dem HGB lassen sich jedoch Ziele ableiten, wie vor allem die Ermittlung des ausschüttbaren Gewinns. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage soll unter besonderer Berücksichtigung des Gläubigerschutzes ermittelt werden 9 , Gläubigerschutzinteressen werden entsprechend im Zweifel höher gewichtet als reine Eignerinteressen. 10 Kennzeichnend für die Rechnungslegung nach HGB ist aufgrund dessen das Vorsichtsprinzip, das in Deutschland weltweit am extremsten ausgelegt wird und die periodengerechte Erfolgsermittlung erheblich beeinträchtigt. 11 Unter dem Vorsichtsprinzip werden das Realisationsprinzip und das Imparitätsprinzip subsumiert, wonach nur Gewinne auszuweisen sind, die am Bilanzstichtag wirklich realisiert wurden (Realisationsprinzip), Verluste hingegen dann in der Handelsbilanz auszuweisen sind, wenn sie bekannt sind (Imparitätsprinzip). 12 Des Weiteren gilt in Deutschland das
8 Vgl. Born 2002, S.3
9 Vgl. Kremin-Buch 2000, S.7 f
10 Vgl. Hayn/Waldersee 2002, S.13
11 Vgl. Born 2002, S.10
12 Vgl. Hladjik 2000, S.319
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Tobias Kannen, 2003, Auswirkungen der Internationalisierung auf die handelsrechtliche Rechnungslegung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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