Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Die „Herausforderung“ der Bilingualität Russisch-Norwegisch 4
1.1 Kurzer Einblick ins Norwegische 4
1.2 Kurzer Einblick ins Russische 5
1.3 Die Dominanz der Landessprache 7
2. Russisch-norwegischer Spracherwerb 9
2.1 Die Problematik der Kombination Russisch-Norwegisch 9
2.2 Beispiele für russisch-norwegische Sprachaneignung 11
3. Die Sprache bei jugendlichen Bilingualen 14
3.1 Gründe für oder gegen den Erhalt der Nichtumgebungssprache 15
3.2 Russisches Sprachverhalten der norwegischen Jugendlichen 16
4. Schlussbemerkung 17
5. Literatur 18
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Einleitung
Ein kleiner Streifen des nordöstlichsten Teils Norwegens grenzt an Russland. In diesem Grenzgebiet kommt es zu einer Häufung von bilingualen russisch-norwegisch sprechenden Einwohnern auf beiden Seiten, vor allem aber auf norwegischer Seite. Auch weiter ins Landesinnere von Norwegen hinein findet man noch einige bilinguale russisch-norwegische Einwohner.
Da Norwegen zu mehr als 75% an ein anderes Land mit germanischer Muttersprache, nämlich Schweden, grenzt, und im Allgemeinen den meisten fremdsprachlichen Kontakt mit anderen germanischen Sprachen hat, ist es ein wenig erforschtes Gebiet der Bilingualität zwischen Norwegisch und einer anderen nichtgermanischen Sprache.
In dieser Hausarbeit möchte ich in diese Thematik eindringen, um die bisher erforschten Erkenntnis näher zu beleuchten und unter dem Aspekt des kindlichen Spracherwerbs weiter zu untersuchen.
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1. Die „Herausforderung“ der Bilingualität Russisch-Norwegisch
Die russische und die norwegische Sprache sind keine verwandten Sprachen. Trotz vereinzelter slavischer Lehnwörter im Norwegischen haben sie keine wirklichen Gemeinsamkeiten und gehören zu zwei unterschiedlichen Sprachfamilien.
Ob die Bilingualität zwischen Sprachen aus einer Sprachfamilie einem Kind beim Spracherwerb nun leichter fällt als der Erwerb zweier Sprachen aus unterschiedlichen Sprachfamilien, soll hier nun nicht zur Debatte stehen. Um die Problematik der Bilingualität Russisch-Norwegisch zu veranschaulichen, ist es jedoch erforderlich, einen kurzen Einblick in beide Sprachen zu geben, um beide in ihrer wesentlicher Struktur und ihrem Aufbau sowie in ihrer Phonetik zu verstehen.
1.1 Kurzer Einblick ins Norwegische
Die norwegische Sprache ist eine germanische Sprache und steht somit in direkter Verwandtschaft zum Deutschen. In der heutigen Klassifizierung zählt sie zu den nordgermanischen Sprachen, also den skandinavischen Sprachen, während Deutsch zu den westgermanischen Sprachen gehört. Trotzdem dieser Klassifizierung zufolge Niederländisch und English dem Deutschen näher sein müssten als Norwegisch, trifft dies in der Realität nicht wirklich zu. Dies hängt mit dem Lautwandel innerhalb der germanischen Sprachen zusammen. Das Norwegische erhielt einen erheblichen Einfluss aus dem Mittelniederdeutschen, was es für den deutschen Sprecher heutzutage wie eine dialektale Niederform des Hochdeutschen erscheinen lässt.
Ein sehr großer Teil der ca. 5 Millionen norwegischer Muttersprachler lebt in Norwegen selbst. Nur sehr wenige Norweger verlassen ihr Land und gehen ins Ausland. Daher ist die allgemeine Motivation, Fremdsprachen zu erlernen, in Norwegen nicht sehr hoch. Zudem gibt es keine klare Hochsprache. Zwar existiert offiziell die Schriftsprache Riksmål, also Reichssprache, doch werden innerhalb der Bevölkerung unzählbar viele Dialekte gesprochen, die sich zum Teil auch miteinander vermischen. Generell teilt man die gesprochene norwegische Sprache in die beiden Varianten Bokmål und Nynorsk ein, der wörtl. Buchsprache und Neunorwegisch.
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Die norwegische Schriftsprache benutzt lateinische Buchstaben. Die Laute entsprechen im Groben denen der deutschen Sprache, und lautliche Reduktionen oder Abweichungen von der geschriebenen Sprache gibt es nicht. Es gibt Umlaute, doppelte Konsonanten und auch das aus dem Deutschen bekannte Dehnungs-h. Das -r unterliegt keiner Ausspracheregelung. Regional bedingt kann es zwischen Zungenspitzen-R und Zäpfchen-R jede Aussprachevariante geben.
Auch die norwegische Grammatik ähnelt dem Deutschen, ist aber sehr viel einfacher strukturiert. Es gibt die gleichen Tempora wie im Deutschen, doch sind die jeweiligen Verbflexionen für alle Personen in einem Tempus gleich. Allerdings fehlt das Futur als eigenständiges Tempus. Dinge der Zukunft werden mit einem Präsens-Verb ausgedrückt, das aber als Futur dient. Es gibt nur zwei Genera, ein Utrum und ein Neutrum, bei denen die beiden unterschiedlichen Artikel als Suffixe an das Substantiv angehangen werden. Die Substantive haben darüber hinaus auch nur zwei Kasus, den Nominativ und den Genitiv. Nur die Pronomina haben zusätzlich noch einen Kasus, der den Akkusativ und Dativ des Deutschen abdeckt.
Da die Flexion der Verben keine Person erkennen lässt, ist es zwingend erforderlich, in jedem Satz ein Personalpronomen einzusetzen. Die Adjektive stehen immer vor den Substantiven.
Die norwegische Satzstellung stimmt in den meisten Fällen mit der deutschen überein. Norwegisch ist wie Deutsch eine V2-Sprache, was bedeutet, dass das Verb für gewöhnlich immer die zweite Position in einem Satz einnimmt. Bei einer Nebensatzerweiterung verhält sich die Satzstellung ebenfalls in der Regel wie die des Deutschen.
Desweiteren gibt es keinen Konjunktiv im Norwegischen.
1.2 Kurzer Einblick ins Russische
Russisch ist die slavische Sprache mit den meisten Muttersprachlern: schätzungsweise 163 Millionen. Es ist eine ostslavische Sprache und verwendet das kyrillische Alphabet. Die russischen Muttersprachler leben zum größten Teil in Russland, doch auch in sehr vielen Nachbarländern wachsen Kinder mit russischer Muttersprache auf. Dies ist historisch bedingt durch die ehemaligen Grenzen der
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BA Jenny Schulz, 2009, Der Spracherwerb bilingual russisch-norwegischer Kinder, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Zur Rolle des kindgerichteten Sprechens beim Erstspracherwerb
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