Ruhr-Universität Bochum
Seminar für Sprachlehrforschung
,,Interkulturelle Wirtschaftskommunikation"
WS 2008/2009
Deutsch-norwegische
Wirtschaftsbeziehungen
- unter besonderer Berücksichtigung der
interkulturellen Kommunikation zwischen
beiden Ländern -
MA Sprachlehrforschung
1. Semester
Jenny Schulz
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Die norwegische Sprachsituation 4
1.1 Geschichtliche Entwicklung des Norwegischen 4
1.2 Versuch einer Erfassung der aktuellen Sprachsituation in Norwegen 7
2. Interkulturelle Wirtschaftskommunikation
zwischen Norwegen und Deutschland 10
2.1 Norwegische und deutsche Wirtschaftsbeziehungen
über die mittelalterliche Hanse 10
2.2 Vergleich der beiden heutigen Wirtschaftskulturen 12
3. Die interkulturelle Kommunikation zwischen Norwegen
und Deutschland 14
4. Schlussbemerkung 20
5. Literatur 21
3
Einleitung
Deutschland
und
Norwegen
verbindet
eine
gemeinsame
kulturelle
Entwicklungsgeschichte. Der gemeinsame germanische Ursprung wie auch die
geografischen Lagen beider Länder sind Gründe dafür, dass es schon sehr früh
Handel und Wirtschaft zwischen Deutschland und Norwegen gegeben hat. Zudem
gibt es sprachlich sehr große Parallelen, die für diese Wirtschaftsbeziehungen
besonders in früheren Zeiten sehr hilfreich erschienen.
Angefangen mit der Hanse, bestehen auch heutzutage noch größere
Firmenkontakte und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und
Norwegen. In der globalen Welt zeigen sich diese jedoch anders als noch vor
einigen hundert Jahren.
In dieser Hausarbeit möchte ich die Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland
und Norwegen näher betrachten und einen Einblick in ihre Entstehung und ihre
heutigen Tendenzen geben. Dies möchte ich besonders unter dem sprachlichen
Aspekt tun.
Wie wurde früher miteinander kommuniziert, wie heute? Welche Schwierigkeiten
treten auf, wenn man an die sprachliche Situation in beiden Ländern denkt? Gibt
es interkulturelle Faktoren, die auf die Wirtschaftsbeziehungen einwirken?
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1. Die norwegische Sprachsituation
Anders als in allen anderen europäischen Ländern gibt es in Norwegen keine
offizielle Standardsprache. Alle gesprochenen norwegischen Dialekte werden als
gleichwertig betrachtet, und auch schriftlich gibt es zwei offizielle Varianten des
Norwegischen. In diese beiden Varianten, das Bokmål und das Nynorsk, wird
immer wieder versucht, die Vielzahl der Dialekte zu kategorisieren. Jedoch weisen
diese teils so starke Abweichungen von der jeweiligen empfohlenen Schriftsprache
auf, dass es keinen Sinn macht, sie in diese eingliedern zu wollen.
Im Norwegischen kann es keinen falschen Gebrauch geben, da jede
Sprachvariation ein Dialekt oder eine individuelle Sprachfärbung sein kann. Auch
wenn Bokmål als Schriftsprache und als der dominante norwegische Dialekt
empfohlen wird, bedeutet dies noch lange nicht, dass der größte Teil der
norwegischen Bevölkerung auch vom reinen Bokmål in seiner Strukturiertheit und
Regelung Gebrauch macht.
1.1 Geschichtliche Entwicklung des Norwegischen
Um 1200 entstand das Altnorwegische aus dem Alt-Westnordischen heraus. Zu
diesem Zeitpunkt war Norwegen noch unabhängig, was sich im Jahre 1319 durch
die Union mit Schweden änderte. Fortan war Norwegen fast ständig kolonisiert
oder in anderer Weise abhängig, was sich auf die Sprachentwicklung wie auf die
gesamte Kultur auswirkte.
Während sich Altnorwegisch gemeinsam mit dem Schwedischen entwickelte,
nahm Dänisch einen immer höheren Stellenwert ein. Seit 1380 stand Norwegen in
Union mit Dänemark, was dazu führte, dass die norwegische Sprache immer
stärker vom Dänischen verdrängt wurde. Im Jahr 1500 verschwand Norwegisch
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dann völlig aus dem offiziellen Sprachgebrauch und wurde komplett durch das
Dänische ersetzt.
In den nächsten 300 Jahren blieb Norwegisch nur einem Teil der Bevölkerung als
Kommunikationssprache, bevorzugt der Landbevölkerung, die verschiedene
norwegische Dialekte sprach. Die Oberschicht verständigte sich ausschließlich auf
Dänisch, da das gesamte Schulwesen und alle Ämter Dänisch als
Standardsprache verwendeten. Da die Landbevölkerung aber den größten Teil der
Bevölkerung ausmachte, breitete sich das Norwegische wieder aus. Bis Mitte des
19. Jahrhunderts hatte sich Dänisch zur reinen Schriftsprache entwickelt, die nur
noch von ca. 5% der Oberschicht auch gesprochen wurde. Eine stark dänisierte
Form des Norwegischen dominierte den allgemeinen Sprachgebrauch.
Man stand vor dem Problem, zwar eine vom Großteil der Bevölkerung
gesprochene Sprache zu besitzen, jedoch eine Schriftsprache zu haben, die von
dieser abwich und von fast niemandem mehr benutzt wurde. Ab 1878 begann man
somit, die norwegische Sprache zu reformieren, was bis heute noch nicht
abgeschlossen ist.
1878 wurden offiziell zwei norwegische Amtssprachen anerkannt. Landsmål, d.h.
Landsprache, wurde der Oberbegriff für die vielen unterschiedlichen Dialekte, die
von der Landbevölkerung gesprochen wurden. Riksmål, also Reichssprache, war
die Mischsprache aus Dänisch und Norwegisch, die sich gegenseitig immer weiter
beeinflussten.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden Landsmål und Riksmål gleichgestellt. Jedoch
war Riksmål die Sprache der Ämter und des Schulwesens, für die es
grammatikalische und orthografische Regeln gab, während Landsmål weiterhin als
,,Bauernsprache" deklassiert wurde. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts gab es auch
Orthografieregeln für Landsmål.
Zu dieser Zeit war man ebenfalls bemüht, die beiden offiziellen Sprachen
anzugleichen. Die als Samnorsk geplante Sprache sollte von Lands- wie von
Riksmål Elemente enthalten und beide Sprachen zu einer einzigen
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