Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 3
1 Polysemie - was ist das? 4
1.1 Versuch einer Definition 4
1.2 Entstehung der Polysemie 5
2 Die Erfassung der Polysemie in einem Wörterbuch 7
2.1 Polysemie erfassen 7
2.2 Die Problematik der Indexierung 9
2.3 Die Problematik der Übersetzung. 10
3 Daum/Schenk und Leyn im Vergleich 12
Fazit. 15
Literatur 16
2
Einleitung
Betrachtet man eine Sprache, wird man merken, dass nicht jedem Wort nur eine einzige Bedeutung anhaftet. Einige Worte haben mehrere Bedeutungen, die in ihrer Aussage sehr variieren können. Somit kann es in einer Sprache nicht nur ein korrektes Verständnis geben, sondern Feinheiten, mit denen man Aussagen differenzieren und zu etwas ganz Individuellem gestalten kann. Diese Mehrfachbedeutung einzelner Worte kann zwar zu Verwechslungen führen, doch ist sie Sprechern der gleichen Muttersprache oft nicht einmal wirklich bewusst. Wie ändert sich dieses Verständnis jedoch, wenn man eine zweite Sprache hinzufügt?
Fremdsprachenlernende stehen nicht selten vor der Frage, was eine Aussage zu bedeuten hat, wenn sie einem bestimmten Wort nur die eine seiner vielfältigen Bedeutungen zuordnen können. Dadurch entsteht eine gewisse Schwierigkeit beim Vergleich zweier Sprachen. Mehrdeutige Begrifflichkeiten werden in keiner Sprache zu 100% mit der anderen verwendeten Sprache übereinstimmen. Man muss die spezifische Mehrfachbedeutung der Worte einer Sprache zu erkennen und anzuwenden lernen.
Beim Blick in ein zweisprachiges Wörterbuch wird einem dieser Schritt ganz besonders bewusst. Daher möchte diese Hausarbeit dem Phänomen der Polysemie in einem zweisprachigen Wörterbuch genauer auf den Grund gehen. Was ist eigentlich Polysemie, und wie erkennt man sie zwischen zwei Sprachen? Wo liegen die Gefahren bei der Verwendung von Polysemie?
3
1 Polysemie - was ist das?
Generell möchte man immer sagen, dass Polysemie die Mehrfachbedeutung eines Wortes ist. Das ist jedoch eine sehr simple Erklärung. Es gibt nicht einfach ein Wort, das scheinbar grundlos zwei oder mehr Bedeutungen hat. Dies hat einen Grund, und man wird feststellen, dass es sich nicht immer gleich um Polysemie handeln wird. Es stellt sich also die Frage, wie Polysemie eigentlich entstanden ist und wie sie so in der Sprache verwurzelt werden konnte.
Wo liegt der Ursprung der Polysemie, und inwieweit unterscheidet sie sich von ähnlichen sprachlichen Erscheinungen wie beispielsweise der Homonymie?
1.1 Versuch einer Definition
Es erscheint oftmals schwierig, genau zu differenzieren und abzugrenzen, in welchem Rahmen sich der Begriff Polysemie genau befindet und wo er bereits in andere linguistische Erscheinungen übergeht. Die größte Verwechslungsgefahr besteht zwischen Polysemie und Homonymie. Hier kann nicht immer eindeutig unterschieden werden; die Grenzen zwischen Polysemie und Homonyme verschwimmen.
Bei Homonymen „liegen […] zwei oder mehrere Zeichen mit gleicher Lautform vor.“ 1 Man unterscheidet innerhalb der Homonymie noch einmal zwischen Homophonie und Homografie. Homografe Worte schreiben sich gleich, werden jedoch anders ausgesprochen oder betont, worin üblicher Weise auch der Bedeutungsunterschied zu erklären ist. Die Verwechslungsgefahr bei Homografen ist somit in einem schriftlichen Dokument größer als in der gesprochenen Sprache. Ein Beispiel wäre „muka“. Betont man das u, bedeutet es Qual. Bei einem betonten a handelt es sich um das Mehl. Homophone Worte hingegen haben geringe Unterschiede in der Schreibweise, klingen aber im allgemeinen Sprachgebrauch gleich, was beim Hörverstehen ihre Verwechslungsgefahr ausmacht. Z.B. wird kaum ein Unterschied bei den Worten „grib“ und „gripp“ deutlich. Das b am Ende wird so hart gesprochen, dass es ebenso das „pp“ des entsprechend anderen Wortes sein könnte.
1 Hausmann, F.J. et al. (Hrsg) (1989), Homonymie und Polysemie im allgemeinen einsprachigen
Wörterbuch, Berlin/New York
4
Geschrieben kann dieser Fehler eher weniger passieren, beim Hörverstehen jedoch ist er nicht ganz zu vermeiden. Homografie ist daher der Teil der Homonymie, der häufiger nicht mehr von der Polysemie zu trennen ist.
Hin und wieder wird Polysemie auch mit Paronymie verwechselt. Hier ist es jedoch einfacher zu erkennen, ob es sich bei zwei Worten um Paronyme oder Polyseme handelt. Paronyme haben nämlich lediglich den gleichen Wortstamm, aber unterschiedliche Suffixe, die die Bedeutungen der Worte verschieden machen. Es gibt sehr viele Beispiele wie „jumoreska-jumoristka“ 2 , „cholodet’-cholodit’“ 3 oder „skrytnyj-skrytyj“ 4 . Durch ihre große Ähnlichkeit in Schriftbild und Aussprache können Paronyme leicht miteinander verwechselt werden. Allerdings wird auch an den gegebenen Beispielen deutlich, dass es sich bei Paronymen in keinem Fall um Polysemie handeln kann, da es trotz der großen Ähnlichkeit doch unterschiedliche Worte sind.
Trotzdem es so schwierig erscheint, Polysemie genau zu definieren und zu bezeichnen, gibt es jedoch ein Merkmal, das Polyseme eindeutig als solche kenntlich macht und von Homonymie und allen anderen linguistischen Erscheinungen unterscheidet. Polyseme haben üblicher Weise eine gemeinsame etymologische Wurzel.
Dies bei jeder einzelnen Vokabel, die polysem oder homonym ist, nachzuprüfen, ist nicht immer einfach oder kann vielleicht nicht mehr genau nachgewiesen werden. Weiß man jedoch von einer gemeinsamen etymologischen Wurzel, kann man häufig nachvollziehen, warum die Polyseme aus dem gleichen Wort bestehen, aber andere Bedeutungen im Sprachgebrauch haben.
1.2 Entstehung der Polysemie
Nachdem erklärt werden konnte, wobei es sich im Allgemeinen um Polysemie handelt, stellt sich nun die Frage nach ihrer Entstehung. Die Tatsache, dass es Polysemie in einer Sprache gibt, lässt sich hauptsächlich auf die Etymologie der entsprechenden Polyseme zurückführen. Es ist wissenschaftsgeschichtlich
2 Višnjakova, O.B. (1984): Slovar’ paronimov russkogo jazika, Moskau: Izdatel’ stvo >russkij jazik<
3 Višnjakova, O.B. (1984): Slovar’ paronimov russkogo jazika, Moskau: Izdatel’ stvo >russkij jazik<
4 Višnjakova, O.B. (1984): Slovar’ paronimov russkogo jazika, Moskau: Izdatel’ stvo >russkij jazik<
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Arbeit zitieren:
BA Jenny Schulz, 2007, Polysemie im zweisprachigen Wörterbuch, München, GRIN Verlag GmbH
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