Wissenschaftliche Vordiplomarbeit
Kommunikationsansätze und Kommunikationsstrukturen in Unternehmen
und sozialen Organisationen
1
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Sprachwissenschaftliche Ansätze zur Kommunikation in Organisationen
und Unternehmen 5
2.1 Überblick über das Werk Erzähl mir nix 5
2.2 Strukturmöglichkeiten von Organisationen 6
2.3 Mündliche Kommunikation mit ihren Grundformen:
Gespräch und Rede 7
2.4 Funktionen von Gesprächen: phatisch und rhetorisch 8
2.5 Das Handlungsfeld rhetorischer Kommunikation: Koordination,
Konflikt, Konsens 10
2.5.1 Koordination 11
2.5.2 Konflikt 12
2.5.3 Konsens 13
3 Kommunikation aus Sicht einer sozialen Organisation 16
3.1 Überblick über das Werk Führung und Leitung in sozialen
Organisationen 16
3.2 Allgemeines zur Kommunikation und Kooperation in sozialen
Organisationen 17
3.3 Modelle der Kommunikation 17
3.3.1 Sender - Empfänger Modelle 18
3.3.2 Soziale Netzwerke der Kommunikation 21
3.3.2.1 Macht und Abhängigkeitsstrukturen in
Organisationen 22
3.3.2.2 Komplexität von Organisationen 24
3.3.2.3 Kommunikationsstrukturen in Organisationen 24
2
3.4 Konflikte und Kommunikationsstörungen - Abgrenzung des
Konfliktbegriffes 26
3.4.1 Bedingungen kooperativen Verhaltens 27
3.4.2 Verbesserung der Kooperation durch Kommunikation 29
3.5 Anregungen für die Verbesserungen von Kommunikation und
Kooperation 30
3.5.1 Bedingungen der Konfliktlösung 30
3.5.2 Beratung in Konflikten 31
4 Abschließende Bemerkungen 33
Literaturverzeichnis 35
3
1. Einleitung
Über die Kommunikation in Unternehmen und Organisationen wurde in der frühen Literatur noch nicht viel geschrieben. Erst in den letzten fünf bis zehn Jahren häuften sich die Angebote der Literatur zu diesem Thema. Grund dafür sind die gegenwärtigen Wandlungen in der Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialwelt, die für alle Beteiligten eine große Herausforderung darstellen. Organisationen und Unternehmen verändern ihre Strukturen, um effizienter arbeiten zu können. An diesem Punkt gewinnt das Thema "Kommunikation" an Bedeutung, denn durch effektive Kommunikation zwischen den Mitgliedern ist es einfacher, strukturelle Veränderungen und neue Situationen zu bewältigen.
In der folgenden Arbeit werde ich zwei Werke vorstellen, welche die "Kommunikation in Organisationen und Unternehmen" näher bringen soll und Grundlage für diese Arbeit waren. Im ersten Werk "Erzähl mir nix" von Berndt Schwandt werden sprachwissenschaftliche Ansätze zur Kommunikation in Organisationen und Unternehmen dargestellt. Im ersten Kapitel meiner Arbeit gebe ich als erstes einen Überblick über das Werk "Erzähl mir nix" von Berndt Schwandt. Als zweiten Punkt werden Strukturmöglichkeiten einer Organisation von mir dargestellt. Die mündliche Kommunikation, mit ihren Grundformen "Gespräch und Rede" bilden den dritten Punkt, in dem deutlich gemacht wird, daß es in den folgenden Ausführungen um "mündliche" Kommunikation geht, also um das "miteinander Sprechen" von Menschen in sozialen Lebenszusammenhängen. Es wird hier deutlich gemacht, daß das "Gespräch" in Organisationen im Vordergrund steht. Diese Aussage bildet die Grundlage für den folgenden Punkt, in dem die Funktion von Gesprächen und Gesprächsprozessen, in phatische und rhetorische Funktionen von Gesprächen unterschieden wird. Im fünften und letzten Punkt des ersten Kapitels gehe ich genauer auf die rhetorische Funktion von Gesprächen und deren Handlungsfeld ein. Hierbei werden die Kommunikationsebenen "Koordination, Konflikt und Konsens" in ihren Unterschieden und Zusammenhängen näher betrachtet.
Im zweiten Werk "Führung und Leitung in sozialen Organisationen", von den Herausgebern Peter Boskamp und Rudolf Knapp, ist das vierte Kapitel "Kommunikation und Kooperation in sozialen Organisationen" von Peter Graeff Grundlage meiner Ausführungen. Zu Anfang des dritten Kapitels gebe ich auch
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hier einen Überblick über das von mir betrachtete Werk. Im folgenden stelle ich allgemeinen Aussagen über die Kommunikation und Kooperation in sozialen Organisationen dar. Im dritten Punkt beschreibe ich das "Sender - Empfänger -Modell" und das "soziale Netzwerk" der Kommunikation. Durch die Erläuterungen von "sozialen Netzwerken" werden im folgenden Macht und Abhängigkeitsstrukturen, Komplexität und Kommunikationsstrukturen in sozialen Organisationen von mir betrachtet. In Organisationen, in denen Menschen verschiedener Bildung und Herkunft miteinander handeln, kommt es zu "Konflikten" und "Kommunikationsstörungen". Diese zwei Themen sind Inhalt des vierten Punktes, in dem auch die "Bedingungen kooperativen Verhaltens" vorgestellt werden. Zum Abschluß des zweiten Kapitels gebe ich Anregungen für die "Verbesserung von Kommunikation und Kooperation in sozialen Organisationen".
Den Schluß meiner Arbeit bilden Bemerkungen, in denen ich meine eigene Meinung äußere.
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2. Sprachwissenschaftliche Ansätze zur Kommunikation in Organisationen und Unternehmen
2.1 Überblick über das Werk "Erzähl mir nix" von Berndt Schwandt
Berndt Schwandt stellt in seinem Werk das Ergebnis von fünf Monaten Fabrikbesuchen und von zwei Jahren Literaturstudium dar.
Berndt Schwandt untersucht Gespräche in einem produzierenden Betrieb, welche er anhand von Tonbandaufnahmen in den Dienstbesprechungen des Betriebes aufgezeichnet und anschließend analysiert hat. Diese analysierten Gespräche sollten einen Beitrag zu unterschiedlichen Forschungsrichtungen sein: der "Sprechwissenschaft" sowie der "Organisationspsychologie". Die Sprechwissenschaft bildet den Bezugsrahmen des Werkes, in dem untersucht wurde, wie Gespräche verlaufen, was darin zur gemeinsamen Sache gemacht wird, und wie diese durch situative und organisatorische Rahmenbedingungen beeinflußbar sind. Zum anderen ist die Arbeit ein organisationspsychologischer Beitrag, der sich mit Überlegungen, Emotionen und Handlungen von Menschen befaßt, die in Organisationen Gespräche führen.
Ziel seiner Arbeit ist es, die "alltägliche Normalität" des Miteinandersprechens in Organisationen zu beschreiben und dadurch fundierte Grundlagen für sinnvolle Weiterentwicklung zu schaffen. So beschreibt Schwandt in seinem Werk nicht die kommunikative Hochkultur, wie sie von Eliten und "Kulturingenieuren" gestaltet wird, sondern eine Alltagskultur, wie sie jeder im täglichen Leben erlebt.
Das Werk von Berndt Schwandt gliedert sich in 8 Kapitel, wobei das erste Kapitel der Einleitung dient, in dem der Autor seine Absichten und Ziele beschreibt. Das zweite Kapitel umfaßt den theoretischen Bezugsrahmen, und die Beziehung zwischen Organisation und mündlicher Kommunikation. Das dritte Kapitel gibt einen Überblick über empirische Arbeiten zur mündlichen Kommunikation in Organisationen. Im vierten Kapitel befaßt sich Schwandt mit methodologischen Fragen wie interpretativen Ansätzen in der Organisationsforschung. Im fünften Kapitel stellt der Autor die untersuchte Organisation und die Abteilungen vor, auf die sich seine Untersuchung bezieht. Das sechste Kapitel stellt den Kern der Untersuchung dar. Hier werden fünf Szenen aus drei verschiedenen Besprechungen auf deren Verlauf und Inhalte untersucht. Im siebten Kapitel
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werden die Ergebnisse nach Themen geordnet und zusammengefaßt. Aufgrund meines Themenbereiches möchte ich mich näher mit dem zweiten Kapitel auseinandersetzen, das in Schwandts Werk den Theorierahmen bildet und auch in meiner Arbeit die Grundlage für sprachwissentschaftliche Ansätze in Organisationen darstellen soll. Dieser Rahmen thematisiert die mündliche Kommunikation, Gespräch und Rede, phatische und rhetorische Gespräche sowie das Handlungsfeld rhetorischer Kommunikation: Koordination, Konflikt und Konsens. Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich erst einmal erläutern wie man Organisationen strukturieren kann.
2.2 Strukturmöglichkeiten von Organisationen
Morgan beschreibt Organisationen als Maschinen, Organismen, rationale Zweckgemeinschaften, soziale Kerneinheiten, Theater, politische Systeme, Gehirne, Kulturen, Irrenhäuser, Mülleimer usw. All diese Beschreibungen haben sehr wohl ihre Gültigkeit, doch muß man sie unterscheiden, denn die Struktur der einzelnen Organisationen ist unterschiedlich aufgebaut und entwickelt sich stets weiter. So ist es sinnvoll, zwischen mindestens 4 Gruppen von Organisationen zu unterscheiden (Morgan 1986, vgl. Schwandt S.16):
1. "Öffentlich/ politische Institutionen, die der Öffentlichkeit Rechenschaft schulden, und in denen demokratische Regeln der Entscheidungsfindung und Vertretung gelten" (Schülein 1987, in Schwandt S.18).
2. "Private Organisationen, die ihren Geschäften nachgehen und keinerlei politischen Auftrag haben,
3. öffentlich getragene Institutionen wie Behörden, Krankenhäuser, Schulen oder Universitäten,
4. Und zuletzt die non-profit Organisationen, die sich vom Roten Kreuz bis zum Gesangsverein erstrecken" (Schwandt S.18).
Nachdem ich in diesem Abschnitt die Möglichkeit aufgezeigt habe, wie man Organisationen strukturieren kann, möchte ich nun im nächsten Punkt auf die Kommunikation eingehen, und zwar auf die "mündliche Kommunikation" mit ihren Grundformen: Gespräch und Rede.
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Christian Follath, 2000, Kommunikationsansätze und Kommunikationsstrukturen in Unternehmen und sozialen Organisationen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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