1
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
2 Allgemeine Daten zum afrikanischen Kontinent 6
3 Allgemeine Informationen zur Afrikanischen Union 6
4 Die Sprachenpolitik im Rahmen des strategischen Plans 2004 2007 der AU-Kommission
8
4.1 Das Priority Programme 19 Priority Education 10
4.2 Das Priority Programme 23 Cultural Renaissance 11
5 Die African Academy of Languages (ACALAN) 12
6 Zusammenfassung 15
7 Literaturverzeichnis 16
2
Abkürzungsverzeichnis
ACALAN African Academy of Languages
AU African Union
CELHTO Centre d’études linguistiques et historiques par tradition orale
CERDOTOLA Centre régional de recherche et de documentation sur les traditions orales
et pour le développement des langues africaines
DSW Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
ILPAA Implementation of the Language Plan of Action for Africa
OAU Organization of African Unity
UNESCO United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
VN Vereinte Nationen
YOAL Year of African Languages
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Die Mitgliedstaaten der AU
3
1 Einleitung
„Mehrsprachigkeit in Afrika ist [...] eine jahrhundertalte Erscheinung.“, schreiben Heine, Schadenberg und Wolff in ihrem Buch „Die Sprachen Afrikas“ (Heine, Schadenberg, Wolff 1981, S. 515). Sie führen an, dass Sprachkenntnisse unterschiedlich verwendet wurden: im Zusammenhang mit Handel wurden Zweitsprachen erlernt, im Zusammenhang mit Herrschaftsbildungen nachbarliche Sprachen und Dialekte. Als Beispiel führen sie die Yoruba-Stadt Ilorin in Westnigeria an, wo Anfang des 19. Jahrhunderts bei Hofe Ful, in der Verwaltung Hausa, unter der Stadtbevölkerung Yoruba und von den Bauern verschiedene andere Sprachen gesprochen worden seien. Arabisch sei die Sprache der Religion und teilweise der Gesetzgebung gewesen. 1 Grad und Art der Mehrsprachigkeit hänge von Faktoren ab, deren wichtigste Wohngebiet, Geschlecht, Mobilität, Schulbildung und Alter seien. 2 Während die einen Sprachen fast nur als Erstsprache gesprochen werden, werden die anderen gewohnheitsmäßig von Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen als „Verkehrssprachen“ benutzt. Die Anzahl der Verkehrssprachen in Afrika ist nicht genau bekannt 3 , aber alle afrikanischen Verkehrssprachen beruhen auf einer „natürlichen“, als Muttersprache gesprochenen Basisform, Ausbreitung und Verwendung von Verkehrssprachen hängen von ihrem Prestige und ihrer Zugänglichkeit ab. 4 Dass europäische Sprachen, die in afrikanischen Ländern den Status einer Amtssprache erhalten haben, das höchste Prestige besitzen, ist nicht verwunderlich, „...denn ihre Kenntnis ermöglicht den Zugang zu sozial höher bewerteten Stellen in der Verwaltung, im überregionalen Handel und in der Politik. Daneben werden europäische Sprachen meist mit Modernität, technischem Fortschritt und ökonomischer Entwicklung in Verbindung gebracht.“ 5
Das Prestige afrikanischer Sprachen variiere von Sprache zu Sprache, je nachdem, ob sie als offizielle oder nationale Sprache anerkannt sei (wie z. B. Swahili in Tansania, Kenia und Uganda, Hausa in Nordnigeria, Somali in Somalia), auf eine bedeutende kulturelle Tradition zurückblicken könne (z. B. Hausa, Akan, Yoruba), in den Verkehrs- und Handelszentren des Staates verbreitet und somit als „modern“ angesehen sei oder von der Elite als Erstsprache gesprochen werde. 6 In einer Nation könne Sprache insbesondere zwei Funktionen haben: einerseits könne sie als Mittel zur Sicherstellung der Kommunikation innerhalb des Staates die-
1 Heine,Schadeberg, Wolff 1981, S. 515-16.
2 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 521.
3 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 517.
4 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 519.
5 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 519-20.
6 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 520.
4
nen („Amtssprache“), andererseits als Symbol nationaler Einheit („Nationalsprache“). 7 Mit der Hebung afrikanischer Sprachen in den Rang von Amts- oder Nationalsprachen geht jedoch die Problematik einher, dass sich sprachlich nicht berücksichtigte Bevölkerungsgruppen benachteiligt fühlen und gegen die Politik auflehnen könnten.
Bereits die am 25. Mai 1963 von 30 afrikanischen Staaten gegründete Organization of African Unity (OAU) sowie ihre im Millennium-Jahr 2000 gegründete Nachfolgeorganisation, die African Union (AU), der 53 Länder Afrikas angehören, haben sich dieser Problematik zuge-wandt. Die OAU hat in der am 5. Juli 1976 verabschiedeten Cultural Charter of Africa 8 ihrer Überzeugung Ausdruck verliehen, “... that it is imperative to resolutely ensure the promotion of African languages, mainstay, and media of cultural heritage in its most authentic and essentially popular form, ...” (S. 3), und als Priorität diesbezüglich „..the transcription, teaching and development of national languages with a view to using them for the dissemination and the development of science and technology; ...” (S. 7) formuliert. Im “PART V - THE USE OF AFRICAN LANGUAGES” (S. 10) ist festgehalten:
“Article 17
The African States recognize the imperative need to develop African languages which will ensure their cultural advancement and accelerate their economic and social development and to this end will endeavour to formulate a national policy in regard to languages. Article 18 The African States should prepare and implement the reforms necessary for the introduction of African languages into education. To this end each state may choose one or more languages.
Article 19 The introduction of African languages at all levels of education should have to go hand-in-hand with literacy work among the people at large.”
Diese Hausarbeit wird untersuchen, ob und welche Schritte die Nachfolgeorganisation AU unternimmt, um afrikanische Sprachen zu fördern und ihr Prestige zu verbessern. Als Grundlage für die Untersuchung dient der für den Zeitraum 2004-2007 aufgestellte Strategic Plan of the African Union Commission, der dahingehend überprüft wird, in welchen Bereichen die AU ihre Prioritäten setzt und wie sie deren Umsetzung beabsichtigt. Ein neuer strategischer Plan für den Zeitraum 2009-2012, basierend auf dem strategischen Plan von 2004-2007, ist gegenwärtig noch in der Entwurfsphase und soll durch die AU-Versammlung und den ausführenden Rat bei deren nächsten ordentlichen Sitzungen im Juli 2009 angenommen werden. 9
7 Heine, Schadeberg, Wolff 1981, S. 534.
8 Organization of African Unity, 1976.
9 African Union, , 2009.
Quote paper:
Andrea Bou-Said, 2009, Sprachenpolitik in Afrika – Was unternimmt die African Union?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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