Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Einordnung in den historischen Kontext. 3
3. Über die Person Giovanni Pico della Mirandola. 4
4. Mirandolas Menschenbild hinsichtlich 7
4.1 seiner Vorstellung über die Würde des Menschen. 7
4.2 seiner Vorstellung über die Beziehung zwischen Mensch und Gott. 9
5. Gegenüberstellung des Menschenbildes Mirandolas mit dem des antiken Philosophen
Platon. 10
6. Gegenüberstellung des Menschenbildes Mirandolas mit dem des antiken Philosophen
Aristoteles. 11
7. Resümee 13
8. Quellenverzeichnis 14
9. Literaturverzeichnis. 14
2
1. Einleitung
In dieser Hausarbeit soll es um das Menschenbild des Humanisten Giovanni Pico della Mirandola gehen, das er in dem ersten Teil seiner Schrift „De dignitate hominis“ (Über die Würde des Menschen) vertritt.
Hierbei sollen zunächst die wichtigsten biographischen Züge des Picos erwähnt werden, bevor ich konkret auf seine Schrift „De dignitate hominis“ eingehe und hierbei seine Vorstellung über die Würde des Menschen, sowie seine Vorstellung über die Beziehung zwischen Mensch und Gott zu thematisieren versuche.
In einem späteren Abschnitt der Hausarbeit soll eine Gegenüberstellung des Menschenbildes mit denen der antiken Philosophen Aristoteles und Platon den geistesgeschichtlichen Zusammenhang zwischen der Antike und dem Christentum nachvollziehbar machen. Die Gegenüberstellung mit zwei antiken Philosophen soll zudem die von Pico neu entworfene Bedeutung des Begriffes der Wesenswürde des Menschen im Kontrast erscheinen lassen. Die antiken Personen Aristoteles und Platon halte ich außerdem gerade deswegen für einen Gegenüberstellung geeignet, da Platon als Theologe charakterisiert wird, während Aristoteles ein Philosoph sei. 1 Die Zusammenfügung beider Elemente ist daher so wichtig, weil Pico dies auch in seiner Lehre des Synkretismus vertritt, dass also eine Vermischung der Wissensinhalte unabdingbar sei, um zur Wahrheit zu gelangen.
2. Einordnung in den historischen Kontext
„ De dignitate hominis“ (Über die Würde des Menschen) gilt als Picos wirkungsvollstes Werk. Es wurde 1486 in Italien verfasst, anlässlich der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit und des damit verbundenen veränderten Selbstverständnisses des Wesens des Menschen und seiner Stellung in der Welt. 2 Die Schrift erschien jedoch erst nach Picos Tod im Jahre 1494. Ursprünglich wurde die Schrift als Eröffnungsrede der Diskussion zu seinen „900 Thesen“ geschrieben, die allerdings nie gehalten wurde. 3 Die Schrift liegt in zwei Fassungen vor, die im ersten Teil weitgehend übereinstimmen. Im zweiten Teil der Schrift ist diese in der zweiten und definitiven Fassung erheblich erweitert worden. Geändert hat sich auch der Stil, der in der zweiten Fassung über mehr rhetorischen Schwung verfügt. Die erste Fassung, die
1 Vgl.: H. W. Rüssel, Humanistische Theologie. In: Giovanni Pici della Mirandola. Über die Würde des Menschen. Nebst einigen Briefen und der Lebensbeschreibung Pico della Mirandolas, Leipzig 1940, S. 13.
2 Vgl.: A. Buck, Einleitung. In: A. Buck (Hrsg.), Giovanni Pico della Mirandola. De hominis dignitate. Über die Würde des Menschen, übersetzt von N. Baumgarten, Hamburg 1990 (Philosophische Bibliothek, Band 427), S. VII.
3 Vgl.: W. Zimmermann. In: Metzler Philosophen Lexikon. Von den Vorsokratikern bis zu den Neuen Philosophen, dritte, aktualisierte und erweiterte Auflage, hrsg. Von Bernd Lutz, Stuttgart, Weimar 2003, S. 550.
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von Eugenio Garin entdeckt und veröffentlicht wurde, war nur als Manuskript erhalten. Die zweite Fassung erschien unter dem Titel „Oratio quaedam elegantissima“, die in der Ausgabe der „Opera“ im Jahre 1496 veröffentlicht wurde. Der heutige Titel „De dignitate hominis“ (Über die Würde des Menschen) besteht seit der Baseler Ausgabe von 1557, obwohl der Name nur für den ersten Teil der Schrift zutreffend ist. 4
Als Quelle dienten Pico wohl vor allem das Werk „Theologia Platonica“ (Die Theologie des Platons) von seinem Zeitgenossen Marsilio Ficino, dessen 3.Kapitel des 13.Buches das Thema der Wesenswürde des Menschen kurz anriss. 5 Doch da Picos „De dignitate hominis“ die Quintessenz all seiner Grundgedanken enthielt, die er bereits in seinen anderen Werken ausgeführt hatte, können die Quellen zu seiner „De dignitate hominis“ im Wesentlichen auch als die Quellen seiner übrigen Werke verstanden werden. 6 Denn hierdurch vertritt er gleichsam seine Überzeugung, die auch in seiner Lehre des Synkretismus ihren Anklang findet, dass nämlich „die Wahrheit das Ergebnis einer alle philosophischen und theologischen Lehren umfassenden Tradition“ 7 sei.
Nach Jacob Burckhardt gilt die Schrift „De dignitate hominis“ als „eines der edelsten Vermächtnisse der Renaissance.“ 8 Zugleich ist es eine der bekanntesten und bedeutendsten Schriften über die Menschenwürde, die innerhalb der erfassbaren Literatur der Renaissance eine eigene Gattung bildet. 9 Da Pico eben in dieser Schrift in vollendeter Form das Menschenbild der Renaissance entwarf, gilt diese zugleich als Zentraldokument der Epoche. 10
3. Über die Person Giovanni Pico della Mirandola
Giovanni Pico della Mirandola wurde am 24. Februar 1463 als Sohn von Julia, einer Frau aus vornehmer Familie, und Giovanni Francesco, einem Mann von großer Ehre und Würde, der zugleich mit dem vornehmen Haus des Kaisers Konstantin durch einen Neffen dieses Kaisers verwandt war 11 , in Mirandola bei Modena geboren.
Schon mit vierzehn Jahren, so Thomas Morus, galt er als vorzüglichster Redner und Dichter seiner Zeit. 12 Im selben Alter wählte auch seine Mutter für ihn den Weg zur kirchlichen Laufbahn, so dass er 1477 zum Notar der päpstlichen Kanzlei ernannt wurde und zudem das
4 Vgl.: A. Buck (Hrsg.), (1990), S. XVII.
5 Ebd., S. XII.
6 Ebd., S. XIII.
7 Ebd., S. XIII.
8 Ebd., Klappentext.
9 Ebd., S. VII.
10 Ebd., S. 550.
11 Vgl.: T. Morus, Das Leben des Giovanni Pico della Mirandola. In: Giovanni Pico della Mirandola. Über die Würde des Menschen, aus dem Neulateinischen übertragen von Herbert Werner Rüssel, Zürich 1988 (Manesse Bücherei; Bd. 8), S. 67.
12 Ebd., S. 67f.
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Studium des kanonischen Rechtes in Bologna ergriff. 13 Doch bereits zwei Jahre später im Jahre 1479 verlor er das Interesse an dieser Fakultät und begann nach den Geheimnissen der Natur zu suchen, in dem er sich vollständig der Philosophie widmete und alle berühmten Lehren seiner Zeit studierte, wobei er sich hierbei nicht nur auf die Universitäten und Schulen in Italien beschränkte, sondern auch jene in Frankreich besuchte. 14 So sind hierbei insbesondere die Universität Ferrara zu erwähnen, wo er sich das mittelalterliche, scholastisch-aristotelisch geprägte Denken aneignete, sowie die Universität von Padua, wo er dieses Wissen in den Jahren 1480 bis 1482 noch vertiefte. 15 Insbesondere in Padua kam Pico in Kontakt mit humanistischen Gelehrten. So wurde er von Nicoletto Vernia in den Aristotelismus eingeführt und von der jüdischen Averroist Elia del Medigo in das arabische und hebräische Gedankengut. 16 Nach dem er dann 1485 für ein Jahr die Universität von Paris besuchte, dem Zentrum scholastischer Philosophie und Theologie, kehrte er 1486 nach Florenz zurück. 17
Im selben Jahr erlernte er zudem in Perugia Hebräisch und Arabisch und entdeckte sein Interesse für Kabbala, einer mittelalterlichen mystischen und spekulativen Tradition, welche stark vom neuplatonischen Denken beeinflusst wurde. Insbesondere in diesem Jahr ist eine eigenständige Position Picos zu erkennen, da er sich in dem berühmten Schreiben „De genere dicendi philosophorum“ 18 an den venezianischen Humanisten Ermolao Barbaro von der humanistischen Verurteilung der mittelalterlichen arabischen und lateinischen Aristotelesinterpretation abgrenzte. In diesem Briefwechsel erhob Barbaros den Vorwurf, dass die mittelalterlichen Interpreten barbarisch und unkultiviert seien, weil sie gegen das humanistische Latein verstößen, worauf Pico erwiderte, dass zwischen der sprachlichen Form der Texte und deren inhaltlichen Aussagen differenziert werden müsse. Pico zog daher die Grenze zwischen Scholastik und Humanismus als Grenze zwischen Philosophie und Rhetorik. Denn indem er die scholastische Philosophie rehabilitierte, distanzierte er sich von der humanistischen Tradition. 19 Er behauptete, wer sich nicht um einen literarisch eleganten Ausdruck bemühe, sei kein humanistisch gebildeter Mensch; wer jedoch der Philosophie entbehre, sei kein Mensch. 20
13 Vgl.: W. Zimmermann (2003), S.549.
14 Vgl.: T. Morus (1988), S. 68f.
15 Vgl.: W. Zimmermann (2003), S. 549.
16 Vgl.: A. Buck (Hrsg.),(1990), S. VIII.
17 Ebd., S. 549.
18 Ebd., S. XV.
19 Vgl.: W. Zimmermann (2003), S. 550.
20 Vgl.: A. Buck (Hrsg.),(1990), S. XVI.
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Jessica Horn, 2006, Giovanni Pico della Mirandolas Menschenbild in seiner Schrift "De dignitate hominis", München, GRIN Verlag GmbH
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