Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Syntax und Semantik von Adverbien 2
3. Frühere Ansätze 3
4. Evidenz für die AspP 4
5. Ansatz von Adger Tsoulas (2004) 5
5.1 Analyse von Adverbien - Die H-assoziierte Relation. 6
5.2 Semantische Interpretation/Lizensierung von Lokativen 7
5.3 Lizensierung der Manneradverbien 8
6. Zusammenhang zwischen Aspekt und Argumentstruktur/Kasus 9
7. Zusammenfassung 11
Literatur 13
1. Einleitung
Laut Bußmann (2002) ist der Aspekt (lat. a-spectus - Anblick, Betrachtungsweise) „eine verbale Kategorie, die sich auf die interne zeitliche Struktur oder andere inhaltliche Merkmale von Verbbedeutungen bezieht und die (im Unterschied zur Aktionsart im engeren Sinn) in der Morphologie einzelner Sprachen grammatikalisiert ist.“ Travis (in prep.) unterscheidet zwei Arten von Aspekt, den Aspekt der Sichtweise und den Aspekt der Situation. Der Aspekt der Sichtweise (auch grammatischer, funktionaler oder äußerer Aspekt genannt) ist ein morphologischer oder grammatischer Aspekt wie z.B. perfektiv/imperfektiv. Für das morphologische Material, das den Aspekt anzeigt, wird ein zusätzlicher funktionaler Kopf innerhalb der Flexionsdomäne des Satzes angenommen. In dieser Arbeit geht es jedoch mehr um den Aspekt der Situation (auch lexikalischer oder innerer Aspekt genannt), der sich auf die Aktionsart bezieht. Nach MacDonald (1996) zeigt dieser innere Aspekt an, wie ein Prädikat ein Ereignis beschreibt. Hat das Ereignis einen Endpunkt, hat es einen telischen Aspekt, hat es keinen Endpunkt, ist der Aspekt atelisch. Da der innere Aspekt morphologisch nicht unbedingt sichtbar ist, ist es weniger klar als beim Aspekt der Sichtweise, dass er syntaktisch realisiert ist. Travis (in prep.) behauptet jedoch, dass es für den inneren Aspekt in der lexikalischen Domäne des Satzes (innerhalb der VP) eine funktionale Projektion gibt. Sie nimmt eine AspP an, die zwischen 2 VP-Schalen positioniert ist. Evidenz für diese AspP liefert das Tagalog, eine philippinische Sprache, in der die Anordnung von Morphemen diese Projektion notwendig macht. Adger & Tsoulas (2004) nehmen ebenfalls an, dass es solch eine AspP gibt. Sie nutzen diese, um die Positionierung von (Manner- und Lokativ-)Adverbien im Englischen zu lizensieren, wobei sie sich auf Chomsky (2000) und die darin beschriebene Lizensierung der Adverbien beziehen. Durch die Analyse der Adverbien zeigen Adger & Tsoulas (2004), dass es einen Zusammenhang zwischen den Adverbien, Aspekt und der Argumentstruktur gibt. Unabhängig von den Adverbien sieht auch Travis (in prep.) einen Zusammenhang zwischen Argumentstruktur/Kasus und Aspekt. Um diesen Zusammenhang im sechsten Abschnitt aufzuzeigen und zu erklären, wird im zweiten Abschnitt der Arbeit erst einmal der Zusammenhang der Adverbien zur Argumentstruktur und zum Aspekt dargelegt. Darauf folgen frühere Annahmen zur Struktur der Adverbien, Evidenz für die von Adger & Tsoulas (2004) eingeführte AspP, ihre Annahme zur Positionierung der Adverbien, die im fünften Abschnitt mit der schon angesprochenen Theorie von Chomsky (2000) erklärt und analysiert wird.
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2. Syntax und Semantik von Adverbien
Wie in der Einleitung beschrieben, sehen Adger & Tsoulas (2004) einen Zusammenhang zwischen Adverbien, Argumentstruktur und Aspekt. Anhand von Manneradverbien zeigen sie den Zusammenhang von Adverbien und Argumentstruktur bzw. Kasus. In (1) ist zu sehen, dass es Verben gibt, die nicht mit Manneradverbien (slowly, worriedly) stehen können. (1) a. *John resembled Sue slowly b. *John had flu worriedly (2) a. *John´s resembling of Sue b. *John´s having of flow (Adger & Tsoulas 2004: 1)
Resemble und have nehmen eigentlich ein Objekt im Akkusativ, erlauben, wie in (2), bei der Nominalisierung aber keine Einfügung von of, durch die Akkusativ eingefügt wird. Daraus lässt sich schließen, dass der Akkusativ bei diesen Verben nicht strukturell, sondern inhärent ist. Wie (3) zeigt, können auch psychologische Verben nicht zusammen mit Manneradverbien auftreten. (3) a. *He aggravated me revoltingly b. *They enthused the audience excitedly (Adger & Tsoulas 2004: 2)
Man kann also sagen, dass unakkusative Verben (resemble, have und psychologische Verben) nicht mit Manneradverbien stehen können. Der Zusammenhang zwischen Argumentstruktur und Manneradverbien besteht darin, dass Verben, die keinen strukturellen Akkusativ zuweisen können, auch nicht mit Manneradverbien stehen können. Den Zusammenhang zwischen Adverbien und Aspekt verdeutlichen Adger & Tsoulas (2004) anhand von Lokativen. (4) zeigt, dass es bestimmte Verben erlauben, Lokativpräpositionen auszulassen, wenn der Aspekt des Verbs verändert wird. (4a) hat eine atelische Lesart, der Berg wurde nicht ganz bestiegen. Fällt die Lokativpräposition up wie in (4b) weg, wird die Lesart telisch, der Satz hat einen Endpunkt, der Berg wurde komplett bestiegen. (4) a. They climbed up the mountain. b. They climbed the mountain. (Adger & Tsoulas 2004: 2)
Der Zusammenhang zwischen Aspekt und Adverbien besteht also darin, dass Sätze ohne (lokative) Adverbien telisch sind. Adger & Tsoulas (2004) stellen eine Annahme auf, wie die
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Manner- und Lokativadverbien lizensiert werden und wie sie mit der Argumentstruktur bzw. Kasus und dem Aspekt interagieren. Bevor diese Annahme im fünften Abschnitt vorgestellt wird, werden frühere Annahmen zur strukturellen Position von Adverbien dargelegt.
3. Frühere Ansätze
Früher (Andrews 1982, Bowers 1993, Ernst 2001) wurde angenommen, dass Lokative und Manneradverbien tief in der VP stehen, wie es in (5c) zu sehen ist. Das Manneradverb ist tiefer generiert als das Lokativ und beide werden rechts an eine Projektion des Verbs adjungiert. Folglich steht das Manneradverb näher am Verb ([[[…V…] Manner] Lokativ]), wodurch der Unterschied in der Grammatikalität zwischen (5a) und (5b) erklärt werden kann. (5) a. We tortured the general slowly in the garden. b. ?We tortured the general in the garden slowly. (Adger & Tsoulas 2004: 4)
c.
Diese Annahme sagt jedoch nichts zur Lizensierung der Adverbien und erklärt die unterschiedlichen Positionen von Manner- und Lokativadverbien nicht. Außerdem ist es nach Kayne (1994) verboten, (rechts) zu adjungieren. Eine weitere Überlegung zur Positionierung von Adverbien stammt von Cinque (1999). Er nimmt die Struktur in (6) an, in der Lokative und Manneradverbien in Spec-vP über der VP generiert sind. (6)
Arbeit zitieren:
2009, Adverbien, Argumentstruktur und Aspekt, München, GRIN Verlag GmbH
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