Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Kunst und Pädagogik 3
3 Funktionen künstlerischen Schaffens. 4
4 Künstlerisches Schaffen in der Sonderpädagogik. 6
5 Therapie versus Pädagogik 9
6 Fazit 10
7 Literaturverzeichnis 11
2
1 Einleitung
Kunst in der Sonderpädagogik - wie fruchtbar ist diese Verbindung? Was kann aus ihr resultieren? Was kann die Kunst in der Sonderpädagogik bewirken und wie kann sie hier zum Einsatz kommen? All diese Fragen waren Ausgangspunkt dieser Hausarbeit. Um mich dem Thema behutsam zu nähern stelle ich im ersten Kapitel Kunst und Pädagogik einander gegenüber und mache mich auf die Suche nach etwaigen Schnittstellen. Im zweiten Kapitel widme ich mich den verschiedensten Funktionen des künstlerischen Schaffens um im folgenden Kapitel darauf eingehen zu können, wie eben diese Funktionen im Nutzen der Sonderpädagogik stehen können. Im vierten Kapitel beleuchte ich die Diskussion um die Nähe von Therapie zu Pädagogik, um dann im darauf folgenden, fünften Kapitel mein Fazit zu ziehen.
2 Kunst und Pädagogik
Der Kunsthistoriker Gottfried Boehm hält die Idee einer Annäherung von Kunst und Pädagogik für ein fragwürdiges Unterfangen (vgl. Boehm, 1990, S. 471). Bei Georg Peez heißt es: „Systemisch gedacht können Kunst und Pädagogik jedoch nie aufgehen, weil sie nach unterschiedlichen gesellschaftlichen Regeln und völlig differenten Zielen ausgerichtet sind. Ganzheitlich gedacht können Kunst und Pädagogik durchaus zueinander finden, vielleicht sogar punktuell miteinander verschmelzen.“ (2005, S. 33). Weiterhin meint er: „Pädagogik und Kunst sind vielfältig miteinander verwoben. Sie gehen in sehr verschiedenen Zusammenhängen komplexe Beziehungen ein. Pädagogik und Kunst ergänzen sich, stoßen sich jedoch auch ab.“ (2005, S.11). Desweiteren erklärt er: „Kunst verbleibt nicht nur in Atelier und Museum, sie wirkt in vielen sozialen, gesellschaftlichen und alltäglichen Bereichen, sie diffundiert häufig mit diesen.“ (2005, S. 11). Für Otto sind die Gemeinsamkeiten von Kunst und Pädagogik die Elemente Experiment, Überraschung und Zufall. Denn ästhetische und pädagogische Prozesse zeichnen
3
sich gleichermaßen durch ein hohes Maß an Nichtvorhersehbarkeit, durch nicht festgelegte Verlaufsfiguren und durch Unbestimmtheit hinsichtlich ihrer Ergebnisse aus (vgl. 1995, S. 18). Buschkühle stellt fest, dass der Mensch „die entscheidende Gelenkstelle für den Übergang von der Kunst zum Leben“ ist (2003, S. 24). Dies führt uns zu den Funktionen künstlerischen Schaffens, die im nächsten Kapitel genauer beleuchtet werden sollen.
3 Funktionen künstlerischen Schaffens
Als Erstes ist Kunst immer ein Appell an die Offenheit eines jeden, egal ob es sich um den Schaffenden oder einen Betrachtenden handelt. Kunst ist ein Appell an die Neugier eines jeden Menschen. Sie ist ein Genuss der Wahrnehmung weit über das Schaffen und Betrachten hinaus. Der Umgang mit Kunst regt die Fantasie an und lädt dazu ein Neues zu entdecken und Vergangenes zu bewältigen. Im Gestaltungsprozess werden innere Bilder, Empfindungen, Sehnsüchte, Bedürfnisse, Vorstellungen und Erfahrungen belebt, erlebt und durchlebt. Sie finden so ihren Ausdruck. Kunst kann somit als Spiegel der Identität des Schaffenden betrachtet werden. Durch sie können flüchtige, diffuse seelische Vorstellungen eine Gestalt bekommen (vgl. Wellendorf 1990, S. 309). Sie birgt, ob der „Künstler“ es beabsichtigt oder nicht Inhalte seiner Persönlichkeit. Demnach kann ein „Kunstwerk“ Aufschluss geben über innere Prozesse des Schaffenden. Salber sagt: „Werke zeigen, was gemacht, erfahren, erlitten wird [...] Die Beschreibung von Bildern ist eine Beschreibung seelischer Wirklichkeit“ (1986, S. 36 und S. 80). Auch die psychoanalytische Kunsttherapie geht davon aus, dass die kreativen Produkte Material des Unbewussten sind. Reiter beschreibt dies so: „Vorher nicht Fassbares wird zu einem objektivierten Gegenüber. Ein psychischer Inhalt wird externalisiert, materialisiert. Er ist nun ein Stück von mir außen. Es wird dadurch zu einer Weise der Selbsterweiterung.“ (1983, S. 16). Im künstlerischen Schaffen kann es also zu spontaner Entlastung und Erleichterung kommen, da Aspekte innerer Bilder in Objekte überführt werden (vgl. Peez, 2005, S. 38). So ist Distanz möglich. Die aktive, aber auch die passive Auseinandersetzung mit Kunst kann ablenken oder hinlenken, verallgemeinern oder konkretisieren, zerstreuen oder dazu beitragen, einen Ausdruck
4
Arbeit zitieren:
Stefanie Jahn, 2009, Kunst in der Sonderpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Fotoreportage - ein interdependentes Kommunikationssystem
Hausarbeit, 21 Seiten
"Stanislawski, Strasberg, Grotowski"
Eine Reflektion über die '...
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Motivation und Emotion als Begleiter des Alltags
Psychologie - Allgemeine Psychologie
Seminararbeit, 17 Seiten
Motivation - welche Einflussfaktoren sind notwendig, damit Motivation ...
Psychologie - Allgemeine Psychologie
Seminararbeit, 13 Seiten
Motivation von Mitarbeitern -Motivationstheorien-
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 16 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen kunsttherapeutischer Interventionen - darges...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 106 Seiten
Kunsttherapie im Augenmerk des Kindes
Anwendungsbereiche, Funktionen...
Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
Hausarbeit, 16 Seiten
Biografiearbeit als ästhetischer Prozess?
Von der ästhetischen Spurensuc...
Magisterarbeit, 150 Seiten
Selbstkonzepte von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensstörungen
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Examensarbeit, 99 Seiten
Methoden zur Vermeidung von Demotivation in Unternehmen
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 20 Seiten
Stefanie Jahn's Text Kunst in der Sonderpädagogik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Stefanie Jahn hat den Text Kunst in der Sonderpädagogik veröffentlicht
Stefanie Jahn hat einen neuen Text hochgeladen
Wahrheit Und Notwendigkeit: Die Theorie Der Wahrheit Bei Anselm Von Ca...
Markus Enders, M. Enders
Aufklärung - Die Kunst der Vermittlung
Methodik der sexuellen Aufklär...
Erik Bosch, Ellen Suykerbuyk, Regina Humbert
Der Streit um die medizinische Notwendigkeit
Prozessuale Möglichkeiten zur ...
Haris Uzunovic
Ästhetisierung der Sonderpädagogik
44. Arbeitstagung der Sektion ...
Urs Strasser, Jan Weisser, Meike Wolters Kohler, Monika Schmon, Jürg Blickenstorfer
Sonderpädagogische Förderprogramme im Vergleich
Orientierungshilfen für die Pr...
Michael Fingerle, Stephan Ellinger
Sonderpädagogische Feststellung der Sprachkompetenz mehrsprachiger Kin...
Wiebke Scharff Rethfeldt
0 Kommentare