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Inhalt
1. Einleitung 3
2. Biographische Daten 4
3. „Spuren“ 7
4. Betrachtungen 12
4.1 „Fall ins Jetzt“ 12
4.2 „Der zweimal verschwindende Rahmen“ 14
5. Schlusswort 16
6. Literaturverzeichnis 16
7. Bildquelle 18
8. Anhang 19
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1. Einleitung
Als am 8.7.1885, in Ludwigshafen am Rhein, Ernst Simon Bloch geboren wird, Sohn des jüdischen Bahnbeamten Markus Bloch und von Barbara Bloch, geb. Feitel, ahnt noch niemand, dass dieses Kind einmal einer der grössten Philosophen des 20. Jhd. in Deutschland werden würde.
Nach seinem Studium verfasst er sein erstes großes Werk, den „Geist der Utopie“ (1918), viele Jahre später sein Hauptwerk, „Das Prinzip Hoffnung“( 1954- 59). Neben seinen philosophischen Arbeiten ist er Autor von zahlreichen literarischen Aufsätzen und Feuilletonartikeln. Sein Hauptanliegen bei „Geist der Utopie“ und bei „Das Prinzip Hoffnung“ ist, zu zeigen, dass alle sozialen Utopien eine Vorwegnahme des Sozialismus seien und der Marxismus die bisher vollendetste theoretische Form davon darstellt. Er selbst bezeichnet sich als Philosoph, der sich als Marxist versteht.
Er übt ständig Kritik an der bürgerlich- kapitalistischen Welt und wechselt dabei ständig die Erzählperspektive. „...Bringt man seine Philosophie auf eine Kurzformel, so muss man sagen: ‚S ist noch nicht P’, jedes Subjekt hat potentielle Möglichkeiten in sich , die es zu verwirklichen trachtet. Erst wenn das Subjekt alle in ihm liegenden Möglichkeiten realisiert hat, ist es vollendet. Alle Möglichkeiten vollendet hat bei Aristoteles, an dessen Philosophie sich Bloch orientiert, nur Gott....“, Metzlers Philosophie Lexikon). Die Werke Ernst Blochs sind dem Wesen nach durchaus zur Literatur gehörig. Auch die Literaturwissenschaft ist nur noch einen kleinen Schritt entfernt. Er grenzt sich bewusst von der akademisch- gelehrten Wissenschaftssprache ab und verwendet dabei verschiedenste Stilelemente:
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hohes Pathos, neue Einzelworte, rationale Begrifflichkeit, mythische Bilder, lockere Alltagsformulierungen, Bibelsprache, vernünftige Begrifflichkeiten. Damit beschränkt er sich nicht nur auf die klassische Philosophie samt ihrer Geschichte, sondern erschafft sich seine eigene. Er befasst sich mit Soziologie, Pädagogik, Ästhetik, Ethik, ist sehr engagiert in politischen Themen u nd ist bekennender Anhänger des jüdisch- christlichen Chiliasmus (Chiliasmus= „Lehre von der Erwartung des Tausendjährigen Reiches Christi auf Erden nach seiner Wiederkunft vor dem Weltende (Offenbarung 20, 4f)“, Das große Fremdwörterbuch).
Zudem schreibt er gerne über die „kleinen Dinge“, die oft im Verborgenen liegen.
Diese Arbeit beschäftigt sich eben mit genau Diesem. Die großen „Hauptwerke“ werden außen vor gelassen und sich mit seinem einzigen Erzählwerk, eben den „Spuren“ beschäftigt. Auf dieses „Nebenwerk“, das natürlich keines ist- immerhin steht es programmatisch als Band 1 am Anfang der Gesamtausgabe-, wird in Kapitel 3 genau eingegangen.
2. Biographische Daten
•
* 8.7.1885 in Ludwigshafen als jüdischer Eltern
• 1905/ 1906 Studium der Philosophie, Germanistik , Musik und Physik in München und Würzburg
• 1908 Promotion zum Doktor der Philosophie in Würzburg
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• 1908 Kolloquium bei Georg Simmel in Berlin; trifft dabei Georg Lukás und Margarete Susmann
• 1911 Aufenthalte in Bonn, Garmisch u nd Heidelberg; Mitglied im Max- Weber- Kreis zusammen mit Georg Lukás; schließt Bekanntschaft mit Else von Stritzky
• 1913 Heirat mit Else von Strizky in Heidelberg
• 1914 erste Skizzen zum Buch „Geist der Utopie“ in Grünwald/ Isar
• 1917 Verfassung von pazifistischen und politischen Artikeln in Bern; Mitarbeit in der „Freien Zeitung“, Artikel gegen den Ersten Weltkrieg und das wilheminische Deutschland; erhält Forschungsauftrag des Archivs für Sozialwissenschaft in Heidelberg
• 1918 Erscheinung des Buches „Geist der Utopie“
• 1919 Rückkehr aus der Schweiz; Aufenthalte in Berlin und München
• 1920 Arbeit am Buch „Thomas Münzer“ in München
• 1921 „Thomas Münzer“ erscheint; Tod der Ehefrau Else
• 1922 Heirat mit Linda Oppenheimer in Berlin
• 1923 Neuausgabe von „Geist der Utopie“ in Berlin; Generalvertrag mit dem Verlag Paul Cassirer
• 1924 Reisen nach Italien, Frankreich und Nordafrika
• 1926 Mitarbeit bei Zeitschriften; Begegnungen und Gespräche mit Adorno, Benjamin und Kracauer in Berlin
• 1928 Geburt von Tochter Mirjam Abele, Beziehung mit Karola Piotrkowska, Scheidung von Linda Oppenheimer in Berlin; Mitarbeit an der Frankfurter Zeitung, Freundschaft mit Brecht, Weill, Klemperer
• 1930 Erscheinung der „Spuren“; Arbeiten an „Erbschaft dieser Zeit“ als Werk der Auseinandersetzung mit Ursprung und System von Kapitalismus und Nationalsozialismus
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• 1933 Flucht nach der Machtübernahme Hitlers in die Schweiz; „Erbschaft dieser Zeit“ erscheint bei Emil Oprecht in Zürich
• 1934 Heirat mit Karola Piotrkowska in Wien
• 1935 Teilnahme am Kongress „Pour la Défense de la Culture“; weitere Umzüge nach Paris und Prag,
• 1938 Geburt des Sohnes Jan Robert in Prag; schreibt für Prager Weltbühne; Emigration in die USA, dort bis 1949 Arbeit an weiteren Werken, u.a. dem „Prinzip Hoffnung“
• 1949 Übersiedlung in die DDR nach Leipzig, um „am demokratischen Aufbau Deutschlands nach besten Kräften mitzuwirken“; Lehrstuhl für Philosophie in Leipzig
• 1954 Erscheinung des ersten von drei Bänden des „Prinzip Hoffnung“ im Aufbauverlag
• 1955 Zweiter Band von „Prinzip Hoffnung“ erscheint; Nationalpreis der DDR; Mitglied der Akademie der Wissenschaften
• 1956 Kritik an der SED
• 1957 Anti-Bloch-Kampagne der SED;
Zwangsemeritierung; Lehr- und Veröffentlichungsverbot
• 1958 Vertrag bei Suhrkamp über „Spuren“
• 1959 „Spuren“ und „Prinzip Hoffnung“ erscheinen bei Suhrkamp ; der dritte Band von „Prinzip Hoffnung“ erscheint im Aufbauverlag
• 1961 Mauerbau; Umzug nach Tübingen; Gastprofessur
• 1964 Kulturpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
• 1965 „Literarische Aufsätze“ erscheinen
• 1967 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
• 1970 Verleihung der Ehrenbürgerwürde durch die Heimatstadt Ludwigshafen
Arbeit zitieren:
Anja Weber, 2003, Betrachtungen zu Ernst Blochs Spuren, München, GRIN Verlag GmbH
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