Inhaltsverzeichnis
Einleitung 03
1. Biographie des Bernhard von Clairvaux 04
2. Die Jahre vor dem Eintritt ins Kloster aus Sicht seiner Viten 05
2.1 Die Fragmenta des Gottfried von Auxerre 06
2.2 Wilhelm von Saint-Thierrys Vita prima 06
2.3 Abstammung und Familie des Bernhard von Clairvaux 07
2.4 Kindheit und Jugend Bernhards 07
3. Die Umstände des Ordenseintrittes 08
3.1 Bernhards Gründe für den Eintritt in den Konvent 08
3.2 Der Ordenseintritt 1112 09
4. Bernhards Anfangsjahre in Cîteaux 10
4.1 Das Kloster Cîteaux 10
4.2 Der Zisterzienserorden und die Regula benedicti 11
4.3 Bernhards Zeit in Cîteaux 12
5. Die Gründung des Klosters Clairvaux 13
5.1 Die Klostergründung und die Anfangszeit in Clairvaux 13
5.2 Clairvaux als Ausgangspunkt neuer Klostergründungen 14
Abschlie ßende Bemerkung 15
Literaturverzeichnis 16
Quellenverzeichnis 16
2
Einleitung
Der 1174 durch Papst Alexander III. heilig gesprochene Bernhard von Clairvaux gilt bis heute als einer der bedeutendsten Mönche und Kirchenlehrer des Hochmittelalters, weswegen er von seinem Orden, den Zisterziensern, neben den drei Gründervätern Robert von Molesme, Albericht von Cîteaux und Stephan Harding als größter Ordensheiliger verehrt wird.
Doch was waren die tatsächlichen Umstände des Beitritts zum Zisterzienserorden? Was bewog Bernhard tatsächlich zu dem Schritt, Mönch zu werden?
Was zeichnete die jungen Jahre Bernhards aus, wie stieg er zu einem der einflussreichsten Äbte auf? Was bewirkte er insgesamt im Zisterzienserorden, was im von ihm gegründeten Clairvaux?
Mit diesen Fragen will sich die vorliegende Hausarbeit auseinandersetzen.
Diesbezüglich soll im ersten Teil der vorliegenden Arbeit zwecks Vorstellung der Person des Bernhard von Clairvaux kurz auf dessen biographischen Daten eingegangen werden. Der zweite Abschnitt setzt sich dann explizit mit Bernhards Zeit vor seinem Eintritt ins Kloster auseinander. Hierbei werden zunächst Bernhards zeitgenössische Biographen Gottfied von Auxerre und Wilhelm von Saint-Thierry und deren hagiographischen Aufzeichnungen Fragmenta und Vita prima vorgestellt, woraufhin Bernhards Abstammung, seine Familie, sowie seine Kindheit und Jugend beleuchtet werden sollen.
Das zentrale dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Umständen seines Beitritts zum Zisterzienserorden.
Der darauf folgende Passus will dann Bernhards Anfangsjahre im Kloster Cîteaux beschreiben, wobei ein gesonderter Augenmerk auch auf den Zisterzienserorden als strenge Alternative den zu anderen Gemeinschaften in Bezug auf die Einhaltung der regula benedicti, sowie allgemein auf den 1098 gegründeten Konvent Cîteaux erfolgen soll. Anschließend soll das von Bernhard 1115 gegründeten Kloster Clairvaux im fünften Abschnitt genauer untersucht werden. Dabei sollen zunächst die Umstände der Klostergründung analysiert werden, bevor dann auf die Reformbestrebungen eingegangen wird. Des Weiteren befasst sich dieser Part mit der ungeheuren Ausbreitungswelle, die vom Kloster Clairvaux ausging und den Zisterzienserorden in ganz Europa entfaltete. Im Schlussteil dieser Hausarbeit sollen dann unter Berücksichtigung der Fragestellung die Ergebnisse über Bernhards Aufstieg zusammengefasst und resümiert werden.
3
1. Biographie des Bernhard von Clairvaux
Im folgenden Abschnitt soll kurz die Person des Bernhard von Clairvaux vorgestellt werden. 1 Bernhard wurde 1090 auf der Burg Fontaines bei Dijon geboren. 1112 trat er in das Zisterzienserkloster Cîteaux ein, drei Jahre später sandte ihn Abt Stephan Harding mit 12 Mönchen aus, um in der Champagne das Kloster Clairvaux zu gründen, das sich unter Bernhards Führung zu einem Zentrum der zisterziensischen Reformbewegung entwickelte, von dem aus viele Tochterkonvente gegründet wurden.
Die Jahre zwischen 1130 und 1145 gelten als die Zeit von Bernhards intensivster kirchlicher und kirchenpolitischer Tätigkeiten. So begleitete er 1132-33 den neu gewählten Papst Innozenz II. durch Frankreich, die Niederlande und Italien, um dessen allgemeine Anerkennung zu erreichen. Hintergrund war ein Papstschisma, da 1130 zwei Päpste in Amt und Würden gebracht wurden. 2 1135 nahm er am Hoftag in Bamberg teil und versuchte die Stadt Mailand für Innozenz zu gewinnen. Zwei Jahre später reiste er nach Sizilien, dessen König Roger II. den Gegenpapst unterstütze. 3
Im Jahre 1145 rief er die revoltierende römische Stadtbevölkerung dazu auf, zum Gehorsam gegenüber den Päpsten zurückzukehren.
Im selben Jahr begann er auch im Auftrag von Papst Eugen III., in Frankreich und im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (HHR) einen neuen Kreuzzug zu propagieren. Aufgrund seines diplomatischen Geschicks und seiner Redegewandtheit gilt er allgemein als der Initiator des Zweiten Kreuzzuges (1147-49), da er mithilfe von teils äußerst krassen Predigten ganz Europa für den Kreuzzug begeistern konnte:
„Wenn sich dein Vater auf die Schwelle legte, wenn deine Mutter dir die Brust zeigte, die dich genährt, so steige über deinen Vater hinweg, tritt deine Mutter mit Füßen und folge trockenen Auges dem Kreuzzugbanner nach. Hier für Christus grausam sein ist die höchste Stufe der Seligkeit.“ 4
Weihnachten 1146 konnte er den römisch-deutschen König Konrad III. und dessen Gegenpart im staufisch-welfischen Thronsstreit zu einer Teilnahme bewegen.
Grundpfeiler von Bernhards Lehr- und Predigttätigkeit waren die Bibel und die Kirchenväter. Seine Predigten begründeten ein neues Gottesverständnis unter seinen Zeitgenossen, da er die
1 Lexikon des Mittelalters, Band I, München 1980, Sp. 1992-1998.
Vgl. auch Leclerq, Jean: Bernhard von Clairvaux, in: Theologische Realenzyklopädie 5, 1980, S. 644-651.
2 Innozenz wurde vom päpstlichen Kanzler zum Papst erhoben. Gleichzeitig wurde Anaklet II. von der
Mehrheit der Kardinäle zum Gegenpapst gewählt.
3 Aufgrund dessen unterstütze das HRR unter König Lothar III. wiederum Innozenz II. Hintergrund waren
Rivalitäten bezüglich der Herrschaft über Süditalien.
4 Zitat entnommen: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon,
http://www.bautz.de/bbkl/b/bernhard_v_cla.shtml.
4
mittelalterliche Christusmystik, die sog. Christusdevotation, begründete, in deren Mittelpunkt Christus der Gekreuzigte stand.
Bernhard galt als scharfer Gegner der frühscholastischen Lehren des Petrus Abaelardus, deren Verurteilung er auf dem Konzil von Sens 1140 durchsetzten konnte. Als Bernhards Todesdatum ist der 20. August 1153 angegeben.
Am 8. Januar 1174 wurde Bernhard durch Papst Alexander III. heilig gesprochen, im Jahre 1830 verlieh ihm Papst Pius VIII. den Titel des Doctor ecclesiae.
2. Die Jahre vor dem Eintritt ins Kloster aus Sicht seiner Viten
Da in Bernhards eigenen (sehr zahlreich vorhandenen) Aufzeichnungen und Briefen praktisch nichts über dessen Jahre vor seinem Klostereintritt ausgesagt wird, müssen diesbezüglich die über ihn geschriebenen Viten 5 Fragmenta des Gottfried von Auxerre und Wilhelm von Thierrys Vita prima Auskunft erteilen. 6
Problematisch an den beiden Lebensbeschreibungen ist die Tatsache, dass es sich bei ihnen weniger um auf Fakten gestützte Biographien, sondern vielmehr um Hagiographien handelt, deren Intention weniger eine objektive Darstellung der Person, sondern vielmehr dessen heroische Darstellung als Heiliger, der uneigennützig nur kirchlichen Belangen bzw. Christus diente, zwecks Schaffung einer Vorbildfigur für die Nachwelt ist. Daher treten bei Hagiographien oftmals historische Fakten zugunsten von exemplarischen und ideologischen Darstellungen und angeblichen Wundertaten in der Lebensbeschreibung in den Hintergrund. Ziel einer jeden hagiographischen Schrift war es, eine spätere Heiligsprechung des Beschriebenen zu erreichen.
So enthalten auch die Fragmenta und die Vita prima Elemente, die für die hagiographischen Heiligenbeschreibungen des Mittelalters typisch sind. Zum einen ist hier auf die Darstellung der Eltern zu verweisen, wobei „der Vater künftiger Heiliger […] im Mittelalter durchweg tapfer, die Mutter durchweg fromm zu sein“ pflegt. 7 Von seiner Mutter wird berichtet, sie habe vor Bernhards Geburt geträumt, ein bellender Hund befände sich in ihrem Leib, woraufhin ihr ein Kleriker prophezeite: „Ein ausgezeichneter Prediger wird aus dir geboren werden, nicht zu vergleichen mit den vielen Hunden, die nicht bellen können.“ 8 Auch die Prophezeiung der werdenden Mutter über die Zukunft des Ungeborenen ist in Anknüpfung an
5 Leclerq, Jean: Bernhard von Clairvaux. Ein Mann prägt seine Zeit, München, Zürich, Wien, 1990, S. 9-12.
6 Wobei es neben den beiden genannten Viten auch noch mehr Lebensbeschreibungen Bernhards gibt, darunter
z.B. die Bollandisten oder die Mediävistin Dal Prà.
7 Wendelborn, Gert: Bernhard von Clairvaux. Ein großer Zisterzienser in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts,
Frankfurt am Main 1993, S. 26.
8 Entnommen: Dinzelbacher, Peter: Bernhard von Clairvaux. Leben und Werk des berühmten Zisterziensers,
Darmstadt 1998, S. 3.
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Joachim Graf, 2007, Die jungen Jahre des Bernhard von Clairvaux, München, GRIN Verlag GmbH
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