1. Vorbemerkungen
Der Unterrichtsentwurf über das Scheitern der Weimarer Republik ist für die zweistündige Kurstufe konzipiert und soll Ende der Elften, Anfang der Zwölften Klasse (G8) abgehalten werden. Die Stunde soll das Thema „Weimarer Republik“ abschließen und gleichzeitig zum thematischen Schwerpunkt „Nationalsozialismus“ überleiten. Die darauf folgende Stunde würde dann dementsprechend die Machtergreifung Hitlers behandeln. Im neu konzipierten G8-Bildungsplan ist das Thema im Abschnitt „Deutschland im Spannungsfeld zwischen Demokratie und Diktatur“ angeordnet. 2. Lernvoraussetzungen
Das Alter der Schüler in der Kursstufe dürfte circa 17 bis 18 betragen, die meisten dürften sich also bereits in einem postpubertären Lebensabschnitt befinden. Des Weiteren befinden sich die Schüler kurz vor dem Abitur, es kann also eine gewisse Reife und Mitarbeitsbereitschaft vorausgesetzt werden.
Anderseits handelt es sich beim zweistündigen Geschichtskurs freilich um ein Pflichtfach, das (falls nicht als mündliches Prüfungsfach gewählt) auf die Durchschnittsnote gemäß Staatsvertrag kaum bis gar keinen Einfluss haben dürfte. Unter Umständen müssen sich die Schüler die 4 Kurse nicht einmal anrechnen lassen. Im Übrigen gilt Geschichte in allen Altersstufen als unpopuläres, unwichtiges „Laberfach“. Auch sind die Oberstufenschüler mit der Vorbereitung ihrer Prüfungsfächer, Gleichwertigen Lernleistungen (GFS) und ähnlichem mehr als ausgelastet. All das könnte sich negativ auf die Motivationsbereitschaft auswirken und muss in der Planungsphase daher mitberücksichtigt werden. Da der Unterrichtsentwurf in der gymnasialen Oberstufe abgehalten werden soll, wird an dieser Stelle von einer relativ kleinen Klassengröße mit einer Stärke von höchstens 15 Schülerinnen und Schülern ausgegangen.
Da die Schüler bereits 6 Jahre im Fach Geschichte unterrichtet wurden, besitzen sie Grundkenntnisse über alle Epochen und Themata. Gemäß dem Bildungsplan soll der Unterricht der Sekundarstufe II ohnehin auf die Kompetenzen aufbauen, welche die Schüler aus der Unter- und Mittelstufe mitbringen. Auch kann davon ausgegangen werden, dass die Schüler über begrenzte Medienkompetenzen verfügen, einfachere Textquellen auswerten und aus kritischer Distanz betrachten können.
Da die hier vorgestellte Unterrichtsstunde das Thema „Weimar“, das die letzten Wochen ausführlich behandelt wurde, abschließt, kann ein detailliertes Wissen der Schüler über die Grundzüge der Weimarer Republik vorausgesetzt werden.
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Schließendlich hat als letzte Lernvoraussetzung zu gelten, dass die Schüler ihre Hausaufgaben gemacht haben. Diese bestand aus dem Lesen eines in der letzten Stunde ausgeteilten Blattes über die drei Präsidialkabinette. 3. Lernziele der Schüler
Die Unterrichtsstunde beinhaltet für die Schüler sechs Lernziele. Zum einen sollen diese die Gründe für den Untergang der Weimarer Republik und damit verbunden den Aufstieg der NSDAP und Hitlers aufzeigen. Zum anderen wird die hier beschriebene Unterrichtsstunde ja zwangsläufig viele Gesichtspunkte der Geschichte der ersten deutschen Demokratie streifen und soll gleichzeitig noch einmal die 15 Jahre Weimar zusammenfassend kompakt vermitteln. Indem in der Arbeitsphase kurze Texte bearbeitet werden sollen, können sich die Schüler im Lesen und Verstehen von Texten üben. Gerade die Fähigkeit, Texte schnell und präzise zu erfassen und aus ihnen die wichtigsten Informationen stichpunkthaft zu exzerpieren, ist für die Abitursprüfung aber auch fürs spätere Studium unabdingbar.
Des weiteren kann mit der hier vorgestellten Stunde die Methodenkompetenz der Schüler hinsichtlich ihrer Diskussions- und Präsentationsfähigkeiten verbessert werden, da die in der Arbeitsphase entwickelten Ergebnisse später vorgestellt und diskutiert werden sollen. Als fünftes Lernziel hat an dieser Stelle die Tatsache zu gelten, dass die Schüler die Grundzüge des Grundgesetzes und des demokratischen Systems der Bundesrepublik Deutschland kennen lernen bzw. wieder auffrischen können, da dieses bis zur Oberstufe ja schon ausführlich im Fach Gemeinschaftskunde behandelt worden sein müsste, zu welchem an dieser Stelle eine Verknüpfung hergestellt wird. Vielleicht wäre zum Thema Grundgesetz auch ein Fächerübergreifender Unterricht sinnvoll bzw. möglich, zumal im G8-Profil die Fächer Geschichte und Gemeinschaftskunde ohnehin im Fächerverband GWG zusammengefasst werden, die von der selben Lehrkraft unterrichtet werden, weswegen eine inhaltliche Abstimmung als problemlos einzustufen ist.
Schlußendlich lernen die Schüler, problemorientiert zu denken. Sie können den Untergang Weimars mit der Gründung der Bundesrepublik verknüpfen und erkennen, dass die „Väter des GG“ aus den Fehlern der Weimarer Verfassung gelernt haben und wie sich das Scheitern der Weimarer Republik auf den Parlamentarischen Rat ausgewirkt hat.
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4. Planungsübersicht der Stunde
Die Stunde ist in sechs Abschnitte aufgeteilt. Sie beginnt mit der Einstiegsphase, an welche sich die Wiederholungsphase anschließt. Danach folgen die Lehrerinformationsphase, die Arbeitsphase, sowie die Ergebnissicherungsphase und die Diskussionsphase. Der hier dargelegte Stoffumfang ist für eine Stunde sehr knapp veranschlagt. Das liegt zum einen daran, das von Optimalbedingungen ausgegangen wurde und es allgemein recht schwierig ist, ohne Praxiserfahrung den Faktor Zeit richtig einzuschätzen. Je nach Motivation und Mitarbeitsbereitschaft der Schüler könnte vom Stoffumfang her auch eine Doppelstunde gefüllt werden. 4.1 Einstiegsphase
In der kurz gehaltenen Einstiegsphase (5 Minuten) sollen von der Lehrkraft nach der Begrüßung einige einleitende Sätze vorgebracht werden, in welchen noch einmal die letzte Stunde resümiert und dann die heutige Stunde inhaltlich vorgestellt werden soll. Dann werden kurz das Stundenziel und der Arbeitsvortrag vorgestellt. 4.2 Wiederholungsphase
In der ebenfalls fünfminütigen Wiederholungsphase wird mithilfe eines Lehrer-Schüler-Gesprächs die Hausaufgabe besprochen. Außerdem werden die Schüler zum Thema der Unterrichtsstunde durch das LSG hingeführt. 4.3 Lehrerinformationsphase
Ziel dieses Abschnittes ist die Erstellung eines Tafelbildes aus den Ergebnissen des LSG in der Widerholungsphase. Die Lehrkraft hält die wichtigsten Stichpunkte zum Thema Präsidialkabinette schriftlich fest, da deren Verständnis Voraussetzung ist, um den Untergang der Weimarer Republik und den Aufstieg Hitlers tatsächlich zu verstehen. Diesbezüglich sollte explizit auf das Scheitern der Großen Koalition 1930 und die Bildung des Präsidialkabinetts Brüning hingewiesen werden. Anschließend sollte stichwortartig auf den „Preußenschlag“, von Papens „Kabinett der Barone“ und schließlich auf von Schleicher eingegangen werden. Darauf folgend sollten die Begriffe „Zähmungskonzept“, „Spaltungskonzept“ und „Einrahmungskonzept“ verwendet werden, die nacheinander scheitern und damit Hitlers Weg zur Macht markieren.
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Arbeit zitieren:
Joachim Graf, 2007, Schriftliche Ausarbeitung zur Unterrichtskonzeption zum Thema: Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag GmbH
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