Wenngleich insbesondere im schulischen Sektor das Erlernen einer oder mehrerer Fremdsprachen heutzutage obligatorisch ist, so kann jedoch davon ausgegangen werden, dass viele Fremdsprachenlerner ein grundlegendes Interesse teilen: die Freude an der Kommunikation mittels einer Sprache, die sie nicht in dem Maße beherrschen, wie ihre Muttersprache. Dabei hat gerade der Fremdsprachenunterricht vielfältige Wandel erfahren, die in ihrer Quintessenz Veränderungen von Zielsetzungen und Methoden zur Aneignung größerer kommunikativer Fähigkeiten beinhalten. Fallbeispiele, in denen Fremdsprachenlerner zwar auf schriftlicher Ebene grammatikalisch und sprachlich völlig korrekte Strukturen re- und auch produzieren, aber in einer realen Kommunikationssituation schnell „versagen“, sind absolut nicht unbekannt und haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ihren Teil zu einer „Erneuerung“ des fremdsprachlichen Unterrichts beigetragen. Wer dabei nicht ständig in Übung ist, wird „[…] gerade beim aktiven Sprechen vermehrt Probleme haben […]“ (Vielau, 1997, S. 245).
Da im Schulsektor beinahe jede Unterrichtsform zugleich mit einem Evaluierungsgebot einhergeht, um zum Ende eines Jahres oder Halbjahres Zensuren zu vergeben, erwächst aus dieser Entwicklung der Bedarf an speziellen Überprüfungsmöglichkeiten mündlicher Kompetenzen in der Fremdsprache, mit denen sich die vorliegende Arbeit beschäftigt. Dabei möchte ich insbesondere diverse Ansätze zur Leistungskontrolle darstellen und hinsichtlich ihrer vermeintlichen Vor- und Nachteile abwägen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprechkompetenz – Was ist das?
2.1 Die Bedeutung der Sprechkompetenz für den Fremdsprachenunterricht
2.2 Die Notwendigkeit von Leistungsüberprüfungen der kommunikativen Kompetenz im Fremdsprachenunterricht
2.3 Theoretische Modelle zur Sprechkompetenzüberprüfung im Fremdsprachenunterricht
3. Fazit
4. Literaturverzeichnis / Quellenangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und praktische Ausgestaltung von Überprüfungsmethoden für die Sprechkompetenz im Spanischunterricht vor dem Hintergrund der kommunikativen Wende. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie mündliche Sprachleistungen realitätsnah und unter Berücksichtigung der für Kommunikation essenziellen Spontaneität geprüft werden können, um über rein reproduktive Aufgabenformate hinauszugehen.
- Bedeutung der Sprechkompetenz für den Fremdsprachenunterricht
- Notwendigkeit von Leistungsüberprüfungen der kommunikativen Kompetenz
- Rekonstruktion realer Sprechsituationen als Testmodell
- Kreative und spielerische Prüfungsmöglichkeiten
- Abwägung von Chancen und Risiken verschiedener Evaluationsansätze
Auszug aus dem Buch
A) Rekonstruktion realer Sprechsituationen
Hierunter fallen all jene realen Kommunikationssituationen, denen ein Muttersprachler in seinem Land mit großer Häufigkeit ausgesetzt ist. Dies können zum Beispiel Bestellungen jeglicher Art sein, ob auf dem Markt, im Supermarkt, im Restaurant, in einem anderen Fachhandel oder auch gespielte Telefongespräche in der Fremdsprache (vgl. Gómez-Pablos & Ollivier, 2007, S. 188). Die Lehrperson könnte dabei die Gegenseite des Prüflings übernehmen, was den Vorteil hat, dass er im Falle einer stockender Situationen in der Lage wäre, unterstützend zu intervenieren. Möchte er dies nicht tun und / oder gibt es mehr als einen Prüfling, können die verschiedenen Rollen auch auf die anderen Lerner verteilt werden.
Diese Form der Überprüfung eignet sich vor allem in noch nicht weit fortgeschrittenen Klassen, da die Lerner hier eventuell eher eine Verbindung zu den eigens erlebten vergleichbaren Situationen in ihrer Muttersprache herstellen und auf diese zurückgreifen können. Dazu kommt, dass sie in der Regel kein übermäßig ausgefallenes Vokabular benötigen, um die Übung bewältigen zu können.
Ein möglicher Nachteil ist allerdings darin vorstellbar, dass die Lerner im Laufe einer vorangegangenen Unterrichtssequenz bereits gewisse schriftliche Schemata hierzu ausgearbeitet haben, auf die sie dann – mehr oder weniger unbewusst – während einer Prüfungssituationen „auswendig“ zurückzugreifen versuchen. Dies würde der Grundidee von Spontaneität als überprüfungsimmanente Qualität der Sprechkompetenz widersprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung kommunikativer Fähigkeiten im schulischen Fremdsprachenunterricht und leitet den Bedarf an speziellen, realitätsnahen Überprüfungsmöglichkeiten für mündliche Kompetenzen ab.
2. Sprechkompetenz – Was ist das?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Sprechkompetenz im Kontext der „kommunikativen Wende“ und diskutiert deren zentrale Rolle im Fremdsprachenunterricht sowie theoretische Anforderungen an deren Prüfung.
2.1 Die Bedeutung der Sprechkompetenz für den Fremdsprachenunterricht: Hier wird die Relevanz mündlicher Kompetenzen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie die neurologischen Vorteile des Sprechens für den Lernprozess hervorgehoben.
2.2 Die Notwendigkeit von Leistungsüberprüfungen der kommunikativen Kompetenz im Fremdsprachenunterricht: Der Abschnitt erörtert die pädagogische Notwendigkeit von Leistungsfeststellungen und problematisiert dabei die verschiedenen Bezugssysteme und die Gefahr einer negativen Wettbewerbsmentalität.
2.3 Theoretische Modelle zur Sprechkompetenzüberprüfung im Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel stellt theoretische Ansätze vor, die eine Abkehr vom klassischen, reproduktiven Prüfungskonzept hin zu einer Fähigkeitsprüfung unter realen Bedingungen fordern.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die vorgestellten Methoden der Rekonstruktion realer Sprechsituationen und spielerisch-kreativer Ansätze kritisch hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit und Schülergerechtigkeit.
4. Literaturverzeichnis / Quellenangaben: Dieses Verzeichnis listet die in der Arbeit verwendete Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
Sprechkompetenz, Fremdsprachenunterricht, kommunikative Wende, Leistungsüberprüfung, mündliche Kommunikation, Sprachhandeln, Spontaneität, Rollenspiel, Sprachdidaktik, reale Kommunikationssituation, Testverfahren, Performanz, Spanischunterricht, Lernprozess, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, mündliche Sprachleistungen im Spanischunterricht effektiv zu evaluieren, wobei der Fokus auf der Messung echter kommunikativer Kompetenz statt rein reproduktiver Sprachfertigkeiten liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition der Sprechkompetenz, die didaktische Notwendigkeit mündlicher Prüfungen und die detaillierte Vorstellung sowie Bewertung spezifischer Testmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen und zu diskutieren, die ein möglichst realitätsnahes und spontanes Sprechen in der Fremdsprache prüfen, um den Anforderungen einer kommunikationsorientierten Didaktik gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse durch, um verschiedene Ansätze zur Sprechkompetenzüberprüfung gegenüberzustellen und kritisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Sprechkompetenz sowie die Kategorisierung und Prüfung von Testmethoden, unterteilt in die Rekonstruktion realer Situationen und spielerisch-kreative Ansätze.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Sprechkompetenz, Fremdsprachenunterricht, kommunikative Wende, Leistungsüberprüfung und Spontaneität sind die prägenden Begriffe dieser Untersuchung.
Warum wird im Dokument explizit zwischen Monolog und Dialog unterschieden?
Die Differenzierung ist wichtig, da Monologe primär der Informationsweitergabe dienen, während Dialoge durch Interaktion, sprachliche Flexibilität und die Notwendigkeit von Spontaneität gekennzeichnet sind, was unterschiedliche Prüfungsanforderungen stellt.
Welche Bedenken äußert der Autor gegenüber spielerischen Prüfungsmethoden?
Der Autor befürchtet, dass Schüler in spielerischen Settings eine Wettbewerbsmentalität entwickeln könnten oder die Prüfungssituation als nicht "ernst" genug wahrnehmen, was die Abrufung des wahren Leistungspotenzials beeinträchtigen kann.
- Quote paper
- Daniel Wehnhardt (Author), 2009, Evaluation im Spanischunterricht , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126635