Inhaltsverzeichnis
1 Stadt - Geschichte 2
2 Historische Stadtentwicklung - Ein Rückblick 3
2.1 Das Altertum und die ersten Städte 3
2.2 Das Mittelalter und die Neuzeit 4
2.3 Das Zeitalter der Industrialisierung 4
2.4 Die Moderne im Spiegel der Charta von Athen 5
3 Tendenzen gegenwärtiger Stadtentwicklung 7
3.1 Die schrumpfende Stadt 7
3.2 Das Leitbild der "Europäischen Stadt" 8
3.3 Neue Medien und die Stadt 9
3.4 Die globale Stadt 9
4 Planende Stadtentwicklung - Handlungsfelder in Deutschland und
Europa 10
4.1 Infrastruktur und Verkehr 10
4.2 Urbanisierung versus Suburbanisierung 11
4.3 Demografischer Wandel 13
4.4 Migration und Segregation 14
4.5 Die Nachhaltigkeitsdebatte 14
4.6 Nachhaltigkeit durch Partizipation 15
5 Stadtentwicklungsplanung in der Europäischen Union 16
5.1 Rahmenbedingungen und Instrumente 16
5.2 Motive und Zielsetzungen 17
5.3 Die Zukunft der europäischen Stadt - Aktualität und Vision der
„Charta von Athen 2003“ 18
6 Stadt - Nachhaltigkeit 19
7 Anhang. 21
7.1 Literaturverzeichnis 21
7.2 Abbildungsverzeichnis 22
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1 Stadt und Geschichte
Die Überzeugung, dass die vollständig zerstörte Frauenkirche wieder aufgebaut werden müsse, teilten viele Menschen in- und außerhalb Dresdens. Aber es sollte 45 Jahre dauern, bis die Erfüllung dieses Wunsches in greifbare Nähe rückte. Ganze 60 Jahre mussten vergehen, bis die Frauenkirche wieder in ihrer vollen barocken Schönheit die Tore öffnen konnte.
Erste Bestrebungen zum Wiederaufbau gab es schon in den letzten Kriegsmonaten. Da in der DDR der Wiederaufbau einer Kirche jedoch keine Priorität hatte, waren die Bedingungen erst nach der politischen Wende gegeben. Über 11 Jahre hinweg wurde die Kirche Stück für Stück wieder aufgebaut, getreu den Vorgaben George Bährs und unter weitestgehender Verwendung historischer Materialien. Am 30. Oktober 2005 wurde der Wiederaufbau der Kirche abgeschlossen. In dem nun fertigen Sakralbau spiegeln sich Facetten einer
mitteleuropäischen Stadt. Die dunkel verwitterten historischen Fassadensteine erinnern dabei an den vergangenen Krieg und die Zerstörung der Kirche. Zugleich sind sie ein Mahnmal für die Opfer. Die überwiegenden, hellen sandfarbenen Steine stehen für gesellschaftliches Engagement und private Initiative. Beides zentrale, nicht wegzudenkende Bestandteile unserer Gesellschaft. Der kulturelle Wert historischsakraler Bausubstanz steht für sich selbst.
Wie wichtig Tradition und historischer Bezug heute sind, zeigte und zeigt sich auch an der Diskussion um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Fast scheint es, als suche eine in immer kürzeren Abständen Veränderungen unterworfene Gesellschaft nach einer Konstante in ihrer eigenen Geschichte. Wie sich diese Veränderungen zeigen und auswirken, welche Veränderungen in Zukunft zu erwarten sind und wie diesen zu entgegnen sein wird, ist Thema dieser Arbeit. Zunächst aber eine Annäherung an den Begriff „Stadt“ und seine geschichtliche Begründung.
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2 Historische Stadtentwicklung - Ein Rückblick
Im „Schmelztiegel“ sozialer und kultureller Ereignisse kristallisieren sich neue Lebensformen und Denkweisen heraus und werden, nicht selten im Widerspruch zu tradierten Denk- und Lebensmustern, erprobt. Beides, Altes und Neues, konzentrieren sich in der Stadt als divergierende gesellschaftliche Erscheinungsformen auf engstem Raum und prägt schließlich das physische Erscheinungsbild der Stadt. Und dies seit den ersten Städten des Altertums.
2.1 Das Altertum und die ersten Städte
Die Wurzeln der modernen Stadt liegen in der griechischen Polis. Soziale und politische Konstruktionen organisieren sich erstmals zu einem differenzierten Machtgefüge, dem griechisch-antiken Stadtstaat. Dieser rationale Gestaltungswille spiegelt sich ab 479 v.Chr. auch im Stadtgrundriss wieder, als Hippodamus dem Wiederaufbau von Milet ein geometrisches Raster zugrunde legt (Hippodamisches Schema).
Als Rom die griechischen Machtansprüche nach und nach zurückdrängte und sich im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung bis weit in Gebiete der heutigen Bundesrepublik ausdehnte, entstanden neue Städte, die, in ihrer Grundrissorganisation einerseits an das Hippodamische Schema anknüpfend, sich andererseits bis in unsere heutige Zeit erhalten haben und das Stadtbild, beispielsweise von Trier und Regensburg,
Die Weiterentwicklung gegenüber der griechischen Polis zeigt sich in der räumlichen Organisation politischer und sozialer Funktionen. Sie werden ins Zentrum gerückt und bilden dort einen Übergangs- und Konzentrationspunkt der einzelnen Stadtteile. Ein planerisches Selbstverständnis in der heutigen Stadtplanung.
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2.2 Das Mittelalter und die Neuzeit
An der Situation, dass Städte dort entstehen, wo Macht erhalten oder ausgedehnt werden soll, ändert sich auch nach dem Niedergang Roms wenig. Vorerst jedoch verfallen viele Städte im Machtvakuum und den Wirren der Völkerwanderung der nachrömischen Zeit. Nach der ersten Jahrtausendwende erstarkt in diesem
Machtvakuum der Bürgerstand und prägt die sogenannte
zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert, die durch eine Ausweitung der Steuereinnahmen ermöglicht wurde. Durch den (wieder) einsetzenden Handel florierten besonders die Städte an Knotenpunkten von Handelswegen. War Wirtschaft und Handel in römischen Stadtgründungen militärischen Interessen untergeordnet, so zeigt sich in dieser Zeit eine Umkehrung dieses Denkens.
Nach dem 15. Jh. gab es nur noch sehr wenige Stadtgründungen, auch bedingt durch Seuchen und den Dreißigjährigen Krieg. Die geografischräumliche Entwicklung war somit vorerst abgeschlossen, ganz im Gegensatz zur Gesellschaftlichen:
In der Reformationsbewegung bildete sich der „protestantische Arbeitsethos“ heraus, der, so Max Weber, den Ausgangspunkt für die westliche, kapitalistische Wirtschaftsweise darstellt. 1 Etwa zur gleichen Zeit erlebt der politisch-intellektuelle Diskurs, in Anlehnung an die Antike, in Italien eine Renaissance und kann wiederum als Ausgangspunkt unserer heutigen sozialen und politischen Organisation betrachtet werden.
2.3 Das Zeitalter der Industrialisierung
Waren ehemals Entwicklungen, bedingt durch politisch-gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, eher längerfristiger Art, führt die industrielle Revolution zu radikalen Veränderungen. Industriebetriebe siedeln sich im städtischen Umfeld an und locken die Landbevölkerung in
1 Vgl. „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ von Max Weber, 1920
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die Städte. Die Wohnsituation verschlechtert sich zunächst erheblich, ehe Wohnungsneubauten zu explosionsartige Stadterweiterungen führen. Eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen tritt erst nach und nach ein.
Aufgrund fehlender Mobilität herrscht der Zwang zur Nähe von Arbeit und Wohnen. Mit einer weiteren Revolution, der „ersten Revolution der Mobilität“ (Topp 2007: 257), der Eisenbahn, die die Erschließung des Umlandes ermöglichte, entspannte sich die Situation etwas. Die Städte hingegen weiten sich vorerst weiter unkontrolliert aus, bis erste Maßnahmen zu Stadtveränderung und Entwicklung langsam greifen.
Neue Städte entstehen in dieser Zeit in unmittelbarer Nähe
(Ruhrgebietsstädte) und weisen ähnliche Merkmale auf, wie Stadterweiterungen. Sie zeichnen sich durch 4 bis 5 geschossige Mietshäuser und Blockbebauung aus, die für die Unterbringung der Arbeiterschaft gedacht sind. Villenviertel mit Einzelgebäuden und Park sind untergeordnete, am Stadtrand liegende Siedlungsformen.
2.4 Die Moderne im Spiegel der Charta von Athen
Das Nebeneinander von Arbeit und Wohnen führte zu sozialen und gesundheitlichen Missständen, die immer deutlicher zutage traten. Es gab viele Konzepte und Bemühungen diesem zu entgegnen. Die Bezeichnendste, die Gartenstadtbewegung, begründet von Ebenezer Howard. Sie stellte einen Gegenentwurf zur industriellen Großstadt dar. Eine kleine überschaubare Stadt unter Verknüpfung der Vorteile aus städtischer und ländlicher Lebensform.
Die Bemühungen, die Lebensbedingungen in den Städten nachhaltig zu verbessern, blieben jedoch lange örtlich begrenzt, bis ein internationaler Kongress sich 1933 mit der Problematik beschäftigte und unter der „Charta von Athen“ ein Grundsatzpapier veröffentlichte. Die Ziele waren neben der Funktionstrennung in Wohnen, Arbeiten, sich erholen und sich bewegen auch eine räumliche Nähe zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Die Trennung nach Geschwindigkeit unter den Verkehrsteilnehmern und
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Arbeit zitieren:
Josias Schmidt, 2009, Einführung in die Stadtsoziologie, München, GRIN Verlag GmbH
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