Werke: „Boys in White; Student Culture in Medical School„ (1961), „The Other Side; Perspectives on Deviance„ (1964), „Social Problems; A Modern Approach„ (1966), „Making the Grade; The Academic Side of College Life„ (1968), „Campus Power Struggles„ (1970) und „Sociological Work; Method and Substance„ (1970).
2.1 Definition „Außenseiter„ nach Becker
Die Gesellschaft stellt Regeln auf. Wenn eine Regel durchgesetzt ist, kann ein Mensch, der in dem Verdacht steht, sie verletzt zu haben, als besondere Art Mensch angesehen werden, als eine Person, die keine Gewähr dafür bietet, daß sie nach den Regeln lebt, auf die sich die Gruppe geeinigt hat. Sie wird als Außenseiter angesehen. Aber: Der Regelverletzer kann seine Richter auch als Außenseiter empfinden.
2.2 Der Zusammenhang zwischen abweichendem Verhalten und Außenseitern Becker sagt: „Abweichendes Verhalten wird von der Gesellschaft geschaffen. Ich meine, daß gesellschaftliche Gruppen abweichendes Verhalten dadurch schaffen, daß sie Regeln aufstellen, deren Verletzung abweichendes Verhalten konstituiert, und daß sie diese Regeln auf bestimmte Menschen anwenden, die sie zu Außenseitern abstempeln. Von diesem Standpunkt aus ist abweichendes Verhalten keine Qualität der Handlung, die eine Person begeht, sondern vielmehr eine Konsequenz der Anwendung von Regeln durch andere und der Sanktionen gegenüber einem ‚Missetäter‘.„
2.3 Verschiedene Arten abweichenden Verhaltens
empfunden
Nicht als abweichend konform heimlich abweichend
2.4 Beispiele abweichenden Verhaltens nach Becker: der Marihuana-Raucher und der Tanzmusiker
Marihuana rauchen ist nach Becker nicht nur ein psychisches Problem, sondern stellt daneben auch einen interessanten Fall abweichenden Verhaltens dar. Methode: teilnehmende Beobachtung 3 Stufen: - Das Erlernen der Technik
Der Tanzmusiker: Obwohl ihre Tätigkeit sich formal an das Gesetz hält, sind ihre Kultur und ihre Lebensweise derart absonderlich und unkonventionell, daß sie von den stärker konventionell gebundenen Mitgliedern der Gemeinschaft als Außenseiter abgestempelt werden. Methode: teilnehmende Beobachtung
3. Siegfried Lamnek: Die Theorien des „Labeling Approach„
1. Der „Labeling Approach„ beschäftigt sich mit der sozialdeterminierten Normsetzung. Erste Voraussetzung für die Klassifikation als abweichendes Verhalten ist also die Normgebung selbst. 2. Die Normsetzung allein konstituiert allerdings noch nicht abweichendes Verhalten. Erst durch die Anwendung von Normen wird Verhalten zu konformem oder zu abweichendem Verhalten. 3. Aus 1 und 2 resultiert, daß die Klassifikation als abweichendes Verhalten durch gesellschaftliche Definitions- und Zuschreibungsprozesse zustande kommt. 4. Diese Definitions- und Zuschreibungsprozesse werden selektiv vorgenommen.Die Normsetzung wie auch die Normanwendung werden makrosoziologisch durch das sozial strukturelle Machtgefälle determiniert. Offizielle und gesellschaftlich institutionalisierte Instanzen haben in besonderer Weise die Möglichkeit der Definition.
5. In der selektiven Normanwendung, insbesondere durch die offiziellen Instanzen, werden Zuschreibungsprozesse initiiert, die gesellschaftlich allgemein wirken und den
Arbeit zitieren:
Sonja Deml, 2002, Der Labeling Approach: Howard S. Becker, Siegfried Lamnek und Werner Rüther, München, GRIN Verlag GmbH
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