Inhalt
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1. Einleitung 3
2. Das Gespann Hindenburg und Ludendorff 3
3. Der Anfang vom Ende - Der Sturz Falkenhayns und die Ernennung
Hindenburgs zum Generalstabschef der Obersten Heeresleitung 5
4. Die Oberste Heeresleitung macht Politik 6
4.1 Das Zweckbündnis 6
4.2 Die Chance auf Frieden Ende 1916 7
4.3 Auseinanderbrechen des Zweckbündnisses 8
4.4 Der Sturz Bethmann Hollwegs 8
4.5 Einflussnahme auf die Wirtschaftspolitik 9
5. Militärisches Vorgehen, Fehler und Folgen 10
5.1 Maßnahmen der OHL zur Strukturoptimierung des Heeres 10
5.2 Der uneingeschränkte U-Bootkrieg 11
5.3 Die fehlgeschlagenen Frühjahrsoffensiven 1918 13
5.4 Der Zusammenbruch und das Ende der Dritten Obersten Heeresleitung 14
6. Schlussbetrachtung 15
7. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Werdegang der Dritten Obersten Heeresleitung (OHL) im Ersten Weltkrieg und verfolgt dabei zwei Hauptschwerpunkte. Zum einen ist die Frage zu klären, wie die OHL unter der Führung von Hindenburg und Ludendorff in eine diktaturvergleichbare Stellung gelang und zum anderen ist zu betrachten, inwiefern die OHL an der Niederlage 1918 mit Schuld trägt. Hierzu wird das Vorgehen der OHL auf dem Feld der Politik und der militärischen Entscheidungen, mit der Intensivität, den der Rahmen der Vorgaben zur Seminararbeit setzt, dargelegt und betrachtet. Abschließend soll erörtert werden, inwiefern die Dritte OHL Schuld an den Folgen des Ersten Weltkriegs trägt. Die Quellenlage um die Thematik des Ersten Weltkriegs stellt sich problematisch dar, da ein Großteil der administrativen Akten mit dem Luftangriff auf Potsdam am 14. April 1945 im Reichsarchiv verbrannte (Herrmann 1994). So sind Historiker auf andere Quellen, wie Briefe oder Heeresberichte angewiesen. Jedoch verknüpften die Autoren solcher Quellen mit dem Inhalt meistens eine bestimmte subjektive Darstellung bzw. auch eine Wirkung ihrer Äußerungen, welche meist nicht der Realität entsprachen. Wohingegen Akten in ihrer Motivation meist keine Adressaten ansprechen, also schlichtweg zur Dokumentation erstellt werden und zugleich in der Regel nicht unmittelbar für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Aus solchen Quellen lassen sich folglich fundierte Aussagen formulieren, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit der Realität der Vergangenheit entsprechen. Dies ist aufgrund des Verlustes der Akten im Falle der Dritten OHL nicht möglich und lässt auf Basis subjektiver Quellen ein breites Interpretationsfeld offen, welches nur durch hohen wissenschaftlichen Aufwand begrenzt werden kann.
Diese Arbeit legt sich Literatur zugrunde, dessen Autoren einen solchen Aufwand bereits betreiben haben. Gleichfalls werden Aussagen solcher Werke, welche als überholt oder subjektiv gelten, selektiv behandelt und an mindestens einer weiteren Quelle überprüft. So sind als wichtige Literatur für das vorliegende Themengebiet vor allem die Hindenburg-Biografie von Wolfgang Pyta (Pyta 2007), die Darstellung des Ersten Weltkrieges von Sönke Neitzel (2003), sowie die mit Vorbehalt zu betrachtenden Werke Sebastian Haffners zu den Fehlern des Ersten Weltkrieges (Haffner 1981) und Gerhard Ritters zur “Staatskunst“ (Ritter 1964) zu nennen.
2. Das Gespann Hindenburg und Ludendorff
Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, geboren am 2. Oktober 1847 in Posen, war zu Beginn des Ersten Weltkrieges 67 Jahre alt und in seiner Funktion als General bereits 1911 aus dem aktiven Dienst verabschiedet worden. Er entstammte einem ostpreußischen Adelsgeschlecht und besuchte ab 1859 die Kadettenanstalt. Ebenfalls nahm
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Hindenburg am Deutschen Krieg gegen Österreich-Ungarn 1866 und dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 als Leutnant im 3. preußischen Garderegiment teil. Hindenburg durchlief bis 1911 eine militärische „Bilderbuchkariere“ zum Kommandierenden General. Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff, geboren am 9. April 1865, gehörte als Sohn eines Rittergutsbesitzers und Offiziers der Reservearmee dem gehobenen Bürgertum an. Er durchlief ab 1877 eine militärische Laufbahn und war unter anderem Militärbeobachter in Russland. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges stieg er zum Generalmajor auf und hatte sich durch die spektakuläre Einnahme der Zitadelle von Lüttich am 07. August 1914 einen Namen gemacht (Frentz 1972: 104).
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges bemühte sich Hindenburg vergebens um ein Kommando. Erst nachdem Russland zu Beginn des Kriegs schneller mobil machte als vermutet wurde, die 8. Armee unter General Oberst Prittwitz sich im Angesicht der 1. und 2. russischen Armee hinter die Weichsel zurückziehen musste und er daraufhin seines Amtes enthoben wurde, kam Hindenburg wieder als sein Nachfolger ins Gespräch. Dabei hatte die Personalwahl Hindenburgs weniger mit dessen Feldherrenqualität zu tun, als vielmehr, dass ein Oberbefehlshaber als Repräsentationsfigur der 8. Armee gesucht wurde, welcher dem schon durch Moltke bestimmten neuen Generalstabschef der 8. Armee Erich Ludendorff in der Planung der Operationen relativ freie Hand lassen würde. (Pyta 2007: 43ff)
Hindenburg erfüllte also diese Anforderungen und übernahm als Oberbefehlshaber ab dem 22. August 1914 zusammen mit Ludendorff als Chef des Generalstabs die 8. Armee im Osten des deutschen Reiches. Schließlich schaffte es Hindenburg seine Person mit dem folgenden Sieg der 8. Arme über die 2. russische Armee in der Schlacht von Tannenberg 1 vom 26. bis
30. August 1914 zu verbinden, obgleich er an dessen Planung keinen Anteil hatte (Payta 2007: 48f). Diese Popularität haftete Hindenburg sein restliches Leben an und kann wohl als Hauptindikator für seine Berufung in die OHL und später auch zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gesehen werden. Das Verhältnis zwischen Ludendorff und Hindenburg ist in der Wissenschaft kontrovers. Zum einen gilt die weit verbreitete Meinung, dass Luden-dorff der Kopf des Gespanns war (u.a. Neitzel 2003), zum anderen hatte Hindenburg ein exzellentes Gespür dafür, sich in Szene zu setzen, politische Situationen zu erkennen und diese zu seinem Vorteil zu verwenden. (u.a. Pyta 2007). Unumstritten ist jedoch, dass die bewährte Arbeitsteilung der Beiden zum Erfolg in der Durchsetzung ihrer Ziele führte.
1 Anfänglich wurde die Schlacht bei Tannenberg in den Medien als „Schlacht bei Allenstein“ bezeichnet und wurde auf Wunsch Paul von Hindenburgs später zu Propagandazwecken in Schlacht bei Tannenberg umbenannt. Tatsächlich liegt Tannenberg (heute Stbark) nicht unmittelbar im Hauptkampfgebiet. Mit der Namensgebung sollte die in der deutschen Geschichtsschreibung als Schlacht bei Tannenberg bezeichnete Niederlage der Ritter des Deutschen Ordens gegen die Litauisch-Polnische Union von 1410 verdrängt werden.
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3. Der Anfang vom Ende - Der Sturz Falkenhayns und die Ernennung Hindenburgs zum Generalstabschef der Obersten Heeresleitung
Die Umstände, welche zur Amtsübernahme der Obersten Heeresleitung durch Hindenburg und Ludendorff führten, sind im Nachhinein betrachtet wahrlich bizarr. Der Reichskanzler Bethmann Hollweg, welcher sich in einem stetigen Machtkampf mit seinem Gegenspieler, dem Generalstabschef der zweiten OHL Erich von Falkenhayn, befand, war ähnlich wie jener zur Einsicht gekommen, dass die Zeit gegen das Deutsche Reich spielte. Dies wurde durch die Unterlegenheit des Kaiserreiches an Ressourcen gegenüber der Entente, dem raschen Verbrauch dieser im Stellungskrieg und den fortdauernden Materialschlachten bedingt. Zahlreiche Versuche, den Gegner durch enormen Einsatz von Mensch und Material niederzuwerfen, waren gescheitert. Der versprochene Siegfrieden war im Sommer 1916 in weite Ferne gerückt. Die Diskrepanz, welche zwischen dem öffentlichen Bild der militärischen Lage und des tatsächlichen Zustandes bestand, machte die politische Legitimation eines Ausgleichsfriedens jedoch höchst problematisch. (Pyta 2007: 205ff). Ein Ausgleichfrieden barg die Gefahr in sich, dass erstens die Bevölkerung aus ihrem Traum des starken Deutschen Kaiserreiches und dem Platz an der Sonne gerissen worden wäre und zweitens, dass als Reaktion auf das Zusammenbrechen dieses Weltbildes der Träger dieser Vorstellungen, die Monarchie, an Ansehen verloren hätte. Im schlimmsten Fall hätte dies ihre Gegner gestärkt, was die äußere Belastungen gesteigert und innere Unruhen angeheizt hätten. Das Dreieck der Führungsspitze, Bethmann Hollweg, Falkenhayn und Wilhelm II, konnte also weder vor noch zurück, weder den Krieg militärisch gewinnen noch ihn diplomatisch ohne größere Ansehensverluste beenden.
Eine besondere Belastung für die OHL und vor allem für deren Generalstabschef Falkenhayn stellte die Bilanz der ersten drei Quartale 1916 dar. Die Ende Februar angelaufene Offensive bei Verdun hatte außer wenigen Kilometern Trichtergelände und 600.000 toten Soldaten keine Entscheidung herbeigeführt. Die russische Brussilow-Offensive ab 4. Juni 1916 brachte die Verteidigung Österreich-Ungarns ins Wanken, sodass diese abermals die Hilfe der Reichswehr benötigte. Letztlich trat Ende August 1916 Rumänien, motiviert durch die russischen Erfolge der Brussilow-Offensive, auf Seiten der Entente in den Krieg ein, was für die Heeresleitung völlig überraschend kam (Neitzel 2003: 90 u. Pyta 2007: 220). Diese Bilanz von Misserfolgen und die Aussicht auf die Niederlage auf Zeit unterhöhlten die Stellung Falkenhayns. Bethmann Hollweg nutzte diese geschwächte Stellung um sich seines politischen Gegenspielers zu entledigen, indem er den Kaiser, mit Hilfe des öffentlichen Drucks durch die in der Presse veröffentlichten grausamen Umstände in Verdun, dazu brachte, Falkenhayn am 29. August 1916 zu entlassen. Der Reichskanzler hatte nicht nur kräftig an der Entlassung des Generalstabschefs gefeilt, er hatte auch den richtigen Nachfolger bereit.
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Arbeit zitieren:
David Jugel, 2009, Die Dritte Oberste Heeresleitung unter Hindenburg und Ludendorff, München, GRIN Verlag GmbH
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